Whisper Network

Roman

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Hättet ihr doch nur auf uns gehört, dann wäre das alles nicht passiert

Sloane, Ardie, Grace und Rosalita leiden seit Jahren unter ihrem Vorgesetzten Ames. Zu seinem Verhalten Frauen gegenüber gab es schon immer Gerüchte. Gerüchte, die die Firmenleitung stets ignorierte oder unter den Teppich kehrte. Aber jetzt soll Ames zum Geschäftsführer befördert werden. Allerdings haben die Zeiten sich geändert, und genug ist genug. Die vier Frauen wissen: Sie müssen Ames‘ Aufstieg unbedingt verhindern. Und wenn ihre Worte wie üblich nicht gehört werden, dann müssen sie eben handeln ...

»... was besonders beeindruckt ist Bakers Schilderung des Spagats, in dem sich diese hochqualifizierten arbeitenden Mütter befinden, die ständig so tun müssen, als gäbe es ihre Kinder gar nicht.«


Aus dem Amerikanischen von Astrid Finke
Originaltitel: The Whisper Network
Originalverlag: Flatiron
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-25924-2
Erschienen am  30. März 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Leserstimmen

Ein feministischer Roman, der zum Nachdenken anregt

Von: Annette Traks

31.08.2020

Die Freundinnen Sloane, Ardie und Grace haben als Juristinnen bei „Truviv“ - dem Weltmarktführer für Sportbekleidung und Sponsor für Spitzenathleten – Karriere gemacht. Sie hoffen, dort noch weiter aufzusteigen. Als der Geschäftsführer des Unternehmens plötzlich stirbt, soll Ames Garrett, Chefjurist und Vorgesetzter der drei Frauen, dessen Nachfolge antreten. Doch das wollen sie unbedingt verhindern, denn Ames gilt als sexuell übergriffig. Auch die drei Frauen haben diesbezüglich mit ihm bereits Erfahrungen gemacht; Beschwerden darüber hat die Firmenleitung jedoch stets verharmlost und nicht weiter verfolgt. Sloane setzt Ames daher nun auf die BaD-Liste, die „Begrapscher aus Dallas“-Liste. In sie können ohne juristische Konsequenzen die Männer eingetragen werden, die am Arbeitsplatz sexuell aggressives Verhalten zeigen. Die Absicht dieses „Whisper Network“ ist es, andere Frauen durch das heimliche Weiterreichen des Verzeichnisses vor diesen Männern zu warnen. Doch nicht lange nach Sloanes Aktion gelangt die Liste an die Öffentlichkeit, und kurz darauf ist Ames Garrett tot. War es Selbstmord, weil er die Anschuldigungen nicht ertragen konnte, oder Mord aus Rache? Haben Sloane, Ardie und Grace etwas mit seinem Ableben zu tun? Welche Rollen spielen die neue, ehrgeizige Kollegin Katherine und die Reinigungskraft Rosalita? Resümee: Die Protagonistinnen sind drei Karriere-Frauen, die seit Langem bei „Truviv“ arbeiten und miteinander befreundet sind: Ardie Valdez ist Mutter eines 4-jährigen Jungen, geschieden, aber auf der Suche nach einem neuen Partner. Grace Stanton ist erst vor Kurzem Mutter geworden. Während ihr Mann in Elternzeit ist, flüchtet sie sich lieber in die Arbeit – auch wenn das bedeutet, dass sie immer wieder Pausen zum Abpumpen der Muttermilch einlegen muss. Die verheiratete Sloane Glover hat eine Tochter im Teenager-Alter, die in der Schule von Jungs gemobbt wird. Der Rektor allerdings ist der Ansicht, sie solle das einfach ignorieren und sich nicht wehren – Sloane und ihr Mann sehen das anders. Alle drei haben nicht nur privat ihr „Päckchen“ zu tragen und am Arbeitsplatz aufgrund ihres Geschlechts Nachteile in Kauf zu nehmen, sondern auch Erfahrungen mit Ames Garretts sexueller Zudringlichkeit gemacht. Alle Bereiche beeinflussen sich gegenseitig, besonders herausgestellt werden die Doppelbelastung von Familie und Beruf sowie der – vor allem auch mentale – Umgang mit den sexuellen Avancen. Ich hatte am Anfang Probleme, die genannten Charaktere und ihre jeweiligen privaten und beruflichen Verhältnisse zu unterscheiden – trotz ihrer unter-schiedlichen Situationen stach keiner besonders hervor. Möglicherweise ist dies von der Autorin gewollt, um zu zeigen, dass alle Frauen trotz sich unterscheidender Hintergründe ein vergleichbares Schicksal tragen. Als die junge, ehrgeizige Havard-Absolventin Katherine Bell neu in die Firma kommt und Sloanes Abteilung zugeordnet wird, wird sie Ames nächstes Opfer. Dies ist der Zeitpunkt, an dem Sloane Ames Garrett auf die BaD-Liste setzt. Eine weitere Rolle – welche bleibt für den Leser bis zum Schluss im Dunkeln – spielt auch Rosalita, die ihre Tätigkeit als Reinigungskraft bei „Truviv“ sehr genau nimmt. Sie ist alleinerziehend und will ihrem Sohn eine möglichst gute Schulausbildung ermöglichen. Erzählt werden die aktuellen Ereignisse aus der Sicht von Ardie, Grace und Sloane, und zwar meist in der erzählenden Er-Perspektive, die aber gelegentlich in die auktorial-kommentierende Wir-Form wechselt. Dies ist insofern ein geschicktes Mittel, um die Leserinnen direkt anzusprechen und so mit einzubeziehen - im Sinne eines solidarischen „Wir Frauen“. Eingeflochten in den Handlungsverlauf werden immer wieder Zeugen-befragungen, die nach Ames Garretts Tod stattfinden. Dadurch bekommt das Geschehen eine gewisse Spannung, denn der Leser kann vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse bis zum Schluss miträtseln, ob sein Ableben Selbstmord oder Mord war und wer in diesem Fall der Täter / die Täterin ist. Der Roman ist ein Beitrag zur #MeToo-Bewegung, bei der betroffene Frauen ermutigt werden sollen, sexuelle Übergriffe und Gewalt durch Männer öffentlich zu machen – ein heikles Thema, wie die Autorin deutlich herausgearbeitet hat. Mich haben vor dem Hintergrund der Handlung vor allem folgende Punkte nachdenklich gemacht: • Ist sexuelle Belästigung eigentlich objektivierbar oder wird sie allein durch die subjektive Beurteilung der jeweiligen Frau in ihrem individuellen Fall definiert? Mehr noch: Ist es möglich, dass eine Frau sich durch die Avancen eines Mannes geschmeichelt, ein anderes Mal jedoch in vergleichbarer Situation vom selben Mann sexuell genötigt fühlt? Damit hängen unmittelbar folgende Fragen zusammen: • Ist es moralisch und juristisch gerechtfertigt, wenn eine Frau zunächst einvernehmlichen Sex mit einem Mann hatte, nach Beendigung der Affäre aber von sexueller Nötigung redet? • Gibt es eine klare Trennlinie, bei der mehr oder weniger plumper Annäherungsversuch, ungeschicktes oder unüberlegtes Verhalten, nett gemeintes, charmantes Kompliment aufhören und sexuelle Anmache beginnt? Ist der Mann hier nicht manchmal überfordert, was die mögliche Interpretation seines jeweiligen weiblichen Gegenübers anbelangt? • Welche anderen Motive als verletzte Gefühle spielen bei einer Anklage wegen sexueller Aggression evtl. eine Rolle? Und was sagt der gewählte Zeitpunkt darüber aus? Ist er im wahrsten Sinne des Wortes manchmal „Berechnung“ - ebenso wie das (lukrative) Schweigen in einigen Fällen? • Welche Rolle spielt Frauensolidarität bei der Etikettierung eines Mannes als „Begrapscher“? Bei der Beantwortung einiger dieser Fragen wird in dem Buch auch eine gewisse Doppelmoral deutlich. Um einer schlüssigen Beantwortung zumindest näher zu kommen, müsste man allerdings auch die männliche Perspektive stärker einbeziehen. Da dies in diesem Roman nicht gegeben ist, handelt es sich um reine Frauenliteratur. Fazit: ein feministischer Roman, der trotz gelegentlicher Klischeehaftigkeit noch einmal zum Nachdenken über das Geschlechterbild in unserer Gesellschaft anregt.

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Wichtiger Roman mit leichten Schwächen

Von: unzensiert♡team

23.08.2020

Sloane, Ardie, Grace und Rosalita arbeiten in verschiedenen Positionen in einer großen Firma. Unter der Hand geht dort eine Liste herum über Männer, vor denen man sich als Frau in Acht nehmen sollte. Als der Posten des CEO neu zu besetzen ist, soll ausgerechnet Ames, der unangenehme Chef, befördert werden. Doch dann taucht sein Name auf der Liste auf – und kurze Zeit später ist er tot ... Whisper Network ist ein spannender Roman, der aktueller wohl kaum sein könnte. Wir beide haben bislang keine Erfahrungen in großen Firmen gesammelt – und nach dieser Lektüre kann man wohl sagen zum Glück, auch wenn vielleicht in den USA das eine oder andere Thema noch krasser gehandhabt wird als hierzulande. Nichtsdestotrotz gibt es genug Berichte und Erzählungen, die belegen, dass Bakers Romaninhalte keinesfalls Fiktion sind. Dabei weist Baker gleich auf mehrere problematische Muster der Arbeitswelt hin: Zum einen die permanente Gefahr sexueller Belästigung, egal an welchem Punkt ihrer Karriere sich eine Frau befindet, zum anderen die Unmöglichkeit, neben einer Karrierefrau auch Mutter zu sein. Das Bild der großen Firmen, die absurde Ansprüche an ihre Mitarbeiter*innen stellen und in denen eine angemessene Work-Life-Balance unmöglich ist, ist uns zwar aus den Medien bekannt, jedoch lässt es uns auch immer wieder fassungslos zurück. In Whisper Network kommt es schließlich zu einem Todesfall – und natürlich Ermittlungen, die wir mittels Zeugenbefragungsprotokollen verschiedener Angestellter mitverfolgen können. Zusammen mit einer sauber konzipierten, sich nur langsam enthüllenden Hintergrundgeschichte erfahren wir immer mehr aus dem Leben der Frauen und ihres Chefs. Interessant war auch die generelle Auseinandersetzung mit der "Warnungsliste". Auch wenn diese nach unserem Empfinden gar keine so ausschlaggebende Rolle in dem ganzen Geschehen gespielt hat, wurde ihr Für und Wider verständlich beleuchtet. Das größte Manko an dem Buch war für uns – neben der eher spannungsarmen Auflösung der Umstände von Ames' Tod – die Darstellung der "Freundschaft" von Grace, Sloane und Ardie. Obwohl diese seit Jahren befreundet zu sein scheinen, hat uns die Geschichte kein Gefühl von Vertrautheit, Verbundenheit oder gar echter Zuneigung vermittelt. Das wäre auch ok gewesen, wenn die drei als Bekannte oder Kolleginnen bezeichnet worden wären. Da sie aber explizit als enge Freundinnen vorgestellt wurden, stießen uns die Unehrlicheit und Verhaltensweisen, die man umgangssprachlich gerne als "Stutenbissigkeit" bezeichnet, sauer auf. In Anbetracht des Themas kam uns das besonders absurd und irritierend vor. Auch das Element des "Chors" hat uns nicht ganz überzeugt und stellenweise eher irritiert. Hierbei handelt es sich um kurze eingeschobene Textpassagen, welche nicht im Zusammenhang mit der Handlung stehen, in denen vielen Frauen gemeine Probleme reflektiert bzw. vorgetragen werden. Äußerst lesenswert ist übrigens das Nachwort, in dem die Autorin ihre eigenen Erfahrungen sowie ihre Motivation für den Roman schildert. Ein wichtiges Buch, aber auch anstrengend zu lesen und mit einer für uns nicht ganz befriedigenden Auflösung und einigen Schwächen. Daher gibts von uns 3 1/2 Sterne und eine Empfehlung für thematisch Interessierte.

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Vita

Chandler Baker ist studierte Juristin und arbeitete unter anderem bei einer großen Sportfirma in Dallas. Mittlerweile ist sie als Firmenanwältin in Austin tätig, wo sie auch mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Kindern lebt. „Whisper Network“ stand gleich nach dem Erscheinen auf der New-York-Times-Bestsellerliste und wurde von Lesern und Leserinnen wie von der Kritik gefeiert.

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Pressestimmen

»Ein rasant geschriebener Krimi, sehr unterhaltend, amüsant, witzig, spannend, aber gleichzeitig weiß-glühend vor Wut. Popkornkino mit einer klaren feministischen Message.«

»Chandler Baker ... fängt die subtilen Mechanismen ein, die Frauen kleinhalten, und erzählt von fünf Frauen, die beginnen, ihr eigenes Spiel zu spielen. Böse!«

Silvia Feist, Emotion (01. April 2020)

»Whisper Network hat mehrere packende Stimmen, manchmal sind diese zynisch oder sarkastisch, mitunter humorvoll, bisweilen nüchtern und manchmal schlicht verzweifelt.«

Wolfgang Hauptmann, Austria Presse-Agentur (12. April 2020)

»Mit Whisper Network hat die Anwältin Chandler Baker einen satirischen Thriller über das sexuelle Minenfeld am Arbeitsplatz geschrieben, der auch Frauen in die Pflicht nimmt.«

»Spannung pur – und ein zeitgemäßer Blick auf die Doppelbelastung von Müttern in Karrierejobs.«

Franziska Trost, Kronen Zeitung (18. April 2020)

»Chandler Baker verpackt mitreißend die wichtigsten Themen der MeTooÄra in einem spannenden wie geistreichen Roman.«

Kleine Zeitung (23. März 2020)

»Geistreich, aktuell!«

SUPERillu (08. April 2020)