VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Der Sympathisant Roman

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 24,99 [D] inkl. MwSt.
€ 25,70 [A] | CHF 33,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-89667-596-5

Erschienen: 14.08.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Service

  • Biblio

»Meisterhaft. DER SYMPATHISANT ist zum Klassiker bestimmt.« T.C. Boyle

Im April 1975 wird eine Gruppe südvietnamesischer Offiziere unter dramatischen Bedingungen aus Saigon in die USA geflogen. Darunter ein als Adjutant getarnter kommunistischer Spion. In Los Angeles soll er weiterhin ein Auge auf die politischen Gegner haben, ringt jedoch immer mehr mit seinem Doppelleben, den Absurditäten des Spionagewesens, der Konsumgesellschaft und seiner eigenen Identität: “Ich bin ein Spion, ein Schläfer, ein Maulwurf, ein Mann mit zwei Gesichtern. Da ist es vielleicht kein Wunder, dass ich auch ein Mann mit zwei Seelen bin.“

Ein literarischer Polit-Thriller über den Vietnamkrieg und seine Folgen, eine meisterhafte Aufarbeitung über die Missverständnisse zwischen Kapitalismus und Kommunismus, ein schillerndes Werk über das Scheitern von Idealen, ein bravouröser Roman über die universelle Erfahrung von Verlust, Flucht und Vertreibung.

»Ein Spionagethriller der Extraklasse. Empfehlenswert!«

ZDF, Heute Journal (14.08.2017)

Viet Thanh Nguyen (Autor)

Viet Thanh Nguyen, geboren 1971 in Südvietnam, floh nach dem Fall von Saigon 1975 mit seinen Eltern in die USA. Er studierte Anglistik und Ethnic Studies an der Universität Berkley und arbeitet seit seiner Promotion 1997 als Hochschullehrer an der University of California. Er veröffentlichte 2007 einen Band mit Kurzgeschichten, für Der Sympathisant erhielt er 2016 den Pulitzer-Preis und den Edgar Award.

»Ein Spionagethriller der Extraklasse. Empfehlenswert!«

ZDF, Heute Journal (14.08.2017)

»Der rasant erzählte Roman von dem aus Vietnam stammenden US-Amerikaner … ist der größte literarische Lichtblick auf dieser Liste.«

Denis Scheck, ARD, Druckfrisch (03.09.2017)

»Der Sympathisant ist eine kluge und unterhaltende Erzählung: Kriegsroman, Agententhriller, Einwanderergeschichte, politische Satire und Ideologiekritik.«

Quynh Tran, Frankfurter Allgemeine Zeitung (22.08.2017)

»Ein kluges Buch, sehr vielschichtig, brillant geschrieben und mit einer großartigen Rhetorik. Ein Meisterwerk.«

Thomas Wörtche, Deutschlandfunk Kultur - Buchkritik (15.08.2017)

»Der Sympathisant ist ... ein Thriller, eine böse Satire, ein Schelmenroman ..., ein Buch aus einem anderen Krieg und, für die letzten hundert Seiten, ein 1984 aus dem Mekongdelta.«

Wieland Freund, Die Welt (12.08.2017)

mehr anzeigen

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Müller
Originaltitel: The Sympathizer
Originalverlag: Grove/Atlantic

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 528 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-89667-596-5

€ 24,99 [D] | € 25,70 [A] | CHF 33,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blessing

Erschienen: 14.08.2017

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Ich, ein Schläfer

Von: wal.li Datum: 01.12.2017

wallis-buechersichten.blogspot.de/

So ungefähr beginnt der Berichterstatter seine Geschichte. Im Jahr 1975 ist er der Adjutant des Generals. Süd-Vietnam ist im Krieg. Der Schutz, den die Amerikaner bieten sollten, ist brüchig. Der General entschließt sich mit seiner Familie zur Flucht und sein getreuer Helfer darf mit. Nicht bekannt ist allerdings, dass es sich bei eben diesem Helfer um einen kommunistischen Spion handelt. Doch ausgestattet mit den notwendigen Mitteln zur Kontaktaufnahme, ergreift dieser die einmalige Gelegenheit, die den General auch in den USA auszuforschen. In einer dramatischen Aktion, die nicht für alle glücklich endet, werden der General und einige seiner Vertrauten aus dem umkämpften Land ausgeflogen.

Dieser Bericht des Spions hat es wirklich in sich. Wie ist das Innenleben eines Menschen, der seine kommunistisch geprägten Werte verbergen muss. Wie schafft er es, in dieser exponierten Stellung nicht aufzufallen. Musste er keine Sicherheitsüberprüfungen durchlaufen, wie kann er sein wahres ich verbergen. Oder ist er etwa dabei, sein wahres ich zu vergessen. Wird seine westliche Umgebung bestimmend für sein Wesen. Kann er seinen Aufgaben als Spion überhaupt noch gerecht werden. Und wie schnell kann eine hingeworfene Bemerkung ungeahnte Gefahren hervorrufen. Doch ebenso wie in Asien ist er auch in Amerika der Bastard, der mit einem westlichen Vater und einer asiatischen Mutter.

Nicht in einem Rutsch zu lesen ist dieser Roman. Manchmal ausgesprochen mitreißend, manchmal etwas befremdlich. Doch häufig das Gedankenkarussell in Bewegung setzend, wie kann ein Mensch durchs Leben kommen, der zwei Seelen in seiner Brust tragen muss, der nach außen so tun muss, als sei er dem kapitalistischen Westen zugeneigt, während er diesem doch nur Verachtung entgegen bringen kann. Je weiter man liest und erkennt, wieso gewisse Formulierungen und Formatierungen gewählt werden, desto häufiger bedarf es einer Pause, um das Gelesene einordnen und gedanklich und gefühlsmäßig auf ein Level zu bringen, das das Gelesene erträglich werden lässt. Es ist schon harter Tobak, den der Autor bietet. Und die Befürchtung, dass der Autor sich relativ nah an wahre Begebenheiten gehalten haben könnte, macht es nicht einfacher. Wenn man selbst eher unbelastet aufgewachsen ist, fällt es schwer die Erlebnisse des Spions einzuordnen, sie verarbeiten zu können, sie zu verstehen. Da möchten einzelne Passagen wirklich genauestens gelesen werden, da blättert man noch einmal zurück, um jede Nuance mitzubekommen.

Es bleibt zurück, eine nachdenkliche Leserin, die nie eine solche Erziehung und Formung genießen möchte, wie der Autor sie seinem Sympathisanten angedeihen ließ. Ein Hoch auf die freiheitlich demokratische Grundordnung und die Möglichkeit, das Spionieren grundsätzlich anderen zu überlassen.
4,5 Sterne

Viet Thanh Nguen | DER SYMPHATISANT

Von: Bookster HRO Datum: 09.11.2017

https://booksterhro.wordpress.com/

INHALT (Vorsicht Spoiler!): Vietnam 1975. Saigon ist gefallen, der kommunistische Norden hat gesiegt, woraufhin ein Gruppe südvietnamesischer Regierungsmitglieder das Land Richtung Kalifornien verlassen muss. Unter ihnen der namenlose Ich-Erzähler, der im Auftrag seines Vorgesetzten und mit Hilfe des CIA auch nach dem Krieg für die Befreiung seines Landes kämpft. Der Plan ist, eine Gruppe Südvietnamesen zusammenzustellen, die als Untergrundkämpfer in die verlorene Heimat geschleust werden sollen. Doch der Ich-Erzähler hat ein Geheimnis: Er ist Doppelagent und schreibt in chiffrierten Briefen über die Fortschritte des südvietnamesischen Sonderkommandos an einen kommunistischen Kontaktmann in Paris. Als sich die Hinweise häufen, dass sich ein Maulwurf in dem Kommando befindet, muss der Doppelagent handeln, um die Spuren von sich zu lenken. Er streut Beschuldigungen und wird zum mehrfachen Attentäter innerhalb der eigenen Gruppe.

Ein anderer Auftrag führt ihn auf die Philippinen, wo er ein aufwändiges Filmprojekt namens Das Dorf begleiten soll. Die Aufgabe des Agenten ist es, den Regisseur bei Fragen um die vietnamesischen Bräuche und Eigenarten zu unterstützen, um die Authentizität des Films zu gewährleisten. Als beim Set eine Ladung Sprengstoff viel zu früh in die Luft geht, kommt der Agent nur knapp mit dem Leben davon. Ein Unfall? Oder ein gezieltes Attentat? Dem Agent schwant, dass er aufgedeckt wurde. Eine Chance, zu seinen eigentlichen Vorgesetzten zurückzukehren, bietet sich, als er die kampfbereite Rebellengruppe nach Thailand begleiten soll. Von dort aus setzen sie sich durch die Grenzwälder nach Vietnam ab, geraten jedoch früh in Gefangenschaft und der Agent lernt die volle Härte seines kommunistischen Regimes kennen.

FORM: Was wir hier zu lesen bekommen, ist das fünfhundert Seiten starke Geständnis unseres Haupthelden, des Doppelagenten, dessen Namen wir nicht erfahren. Er schreibt diese Beichte als Teil seiner Umerziehung in dem Lager, in dem er einsitzt. Der Autor Viet Thanh Nguyen (*1971) gibt ihm hierfür eine äußerst eloquente Stimme, die an die Zuckerman-Romane Philip Roths erinnert. Der Titelheld – der, so erfahren wir später, sein Geständnis immer wieder korrigieren muss – schreibt in einer Mischung aus regimegetreuem Antiamerikanismus und hochnäsiger Geschwätzigkeit, eine gwöhnungsbedürftige Mixtour, die aber Tiefe gibt und viele Zwischenebenen zulässt.

Das Hauptthema des Romans kreist um die Frage, was mit einem Menschen passiert, der über Jahre hinweg ein Doppelleben führt, dessen Geheimhaltung über Leben und Tod entscheidet. Die beiden Seilenden, zwischen denen der Erzähler seinen gefährlichen Tanz vollführt, könnten mit dem amerikanischen Kapitalismus und dem vietnamesischen Kommunismus der 1970er Jahre unterschiedlicher kaum sein, und auch der Titelheld kommt mehr und mehr ins Schlingern, geblendet und verführt von den profanen Reizen der westlichen Welt. Diese Entwicklung einzufangen, ist Nguyen hervorragend gelungen. DER SYMPATHISANT ist also nicht nur ein Spionagethriller, sondern auch eine Gesellschaftssatire, die mit den gängigen Klischees über Amerika, Vietnam und deren gemeinsamer Geschichte spielt.

Doch auch Freunde des klassischen Polit-Thrillers können hier fündig werden, denn der Roman wartet mit jeder Menge Spannung auf. Der Fall Saigons und die knappe Flucht aus dem Land, die nervenaufreibenden Attentate, die Gefangenschaft und das finale Verhör (die letzten hundert Seiten habe ich atemlos verschlungen) – alles Episoden, die genregültig realitätsnah und pathosfrei geschrieben sind.

FAZIT: Viet Thanh Nguyen, der selbst nach dem Vietnamkrieg als Flüchtlingskind in die USA kam, hat mit seinem ersten und bislang einzigen Roman auf Anhieb einen Riesenerfolg gelandet, hochgelobt und preisgekrönt, nicht zuletzt mit dem rennomierten Pulitzer Prize for Fiction. Ich schließe mich dem Jubelgeschrei gerne an und bestätige: DER SYMPATHISANT ist ein vielschichtiger Roman über Politik, Geschichte und Gesellschaft – lehrreich, spannend, lesenswert. Fünf Sterne!

Voransicht