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Der Sympathisant Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-89667-596-5

NEU
Erschienen: 14.08.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Bestseller Platz 39
Spiegel Hardcover Belletristik

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»Meisterhaft. DER SYMPATHISANT ist zum Klassiker bestimmt.« T.C. Boyle

Im April 1975 wird eine Gruppe südvietnamesischer Offiziere unter dramatischen Bedingungen aus Saigon in die USA geflogen. Darunter ein als Adjutant getarnter kommunistischer Spion. In Los Angeles soll er weiterhin ein Auge auf die politischen Gegner haben, ringt jedoch immer mehr mit seinem Doppelleben, den Absurditäten des Spionagewesens, der Konsumgesellschaft und seiner eigenen Identität: “Ich bin ein Spion, ein Schläfer, ein Maulwurf, ein Mann mit zwei Gesichtern. Da ist es vielleicht kein Wunder, dass ich auch ein Mann mit zwei Seelen bin.“

Ein literarischer Polit-Thriller über den Vietnamkrieg und seine Folgen, eine meisterhafte Aufarbeitung über die Missverständnisse zwischen Kapitalismus und Kommunismus, ein schillerndes Werk über das Scheitern von Idealen, ein bravouröser Roman über die universelle Erfahrung von Verlust, Flucht und Vertreibung.

»Ein Spionagethriller der Extraklasse. Empfehlenswert!«

ZDF, Heute Journal (14.08.2017)

Viet Thanh Nguyen (Autor)

Viet Thanh Nguyen, geboren 1971 in Südvietnam, floh nach dem Fall von Saigon 1975 mit seinen Eltern in die USA. Er studierte Anglistik und Ethnic Studies an der Universität Berkley und arbeitet seit seiner Promotion 1997 als Hochschullehrer an der University of California. Er veröffentlichte 2007 einen Band mit Kurzgeschichten, für Der Sympathisant erhielt er 2016 den Pulitzer-Preis und den Edgar Award.

»Ein Spionagethriller der Extraklasse. Empfehlenswert!«

ZDF, Heute Journal (14.08.2017)

»Der rasant erzählte Roman von dem aus Vietnam stammenden US-Amerikaner … ist der größte literarische Lichtblick auf dieser Liste.«

Denis Scheck, ARD, Druckfrisch (03.09.2017)

»Der Sympathisant ist eine kluge und unterhaltende Erzählung: Kriegsroman, Agententhriller, Einwanderergeschichte, politische Satire und Ideologiekritik.«

Quynh Tran, Frankfurter Allgemeine Zeitung (22.08.2017)

»Ein kluges Buch, sehr vielschichtig, brillant geschrieben und mit einer großartigen Rhetorik. Ein Meisterwerk.«

Thomas Wörtche, Deutschlandfunk Kultur - Buchkritik (15.08.2017)

»Der Sympathisant ist ... ein Thriller, eine böse Satire, ein Schelmenroman ..., ein Buch aus einem anderen Krieg und, für die letzten hundert Seiten, ein 1984 aus dem Mekongdelta.«

Wieland Freund, Die Welt (12.08.2017)

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DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Müller
Originaltitel: The Sympathizer
Originalverlag: Grove/Atlantic

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 528 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-89667-596-5

€ 24,99 [D] | € 25,70 [A] | CHF 33,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blessing

NEU
Erschienen: 14.08.2017

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Zwischen den Welten

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 01.10.2017

www.rezensions-seite.de

„In diesem düstersten aller Aprilmonate hatte der General, der auf die Frage, was zu tun sein, sonst immer etwas zu tun fand, keine Antwort mehr“.

Außer, dass alle, die in die Transportmaschine (eine der letzten, die Saigon verließ) hineinpassten (und die natürlich genehm und wichtig waren), ausgeflogen werden sollten. Ins „gelobte Land“, nach Amerika.

Und auch wenn der Ich-Erzähler kein besonders ranghoher Offizier war und zudem ein „Mischling“, ob seiner beratenden Nähe zum General und ob seiner besten Verbindungen in alle notwendigen Kanäle hinein (Offiziere werden bestochen, Amerikaner mögen den Mann, der General will ihn dabeihaben), reist auch eher nach Amerika.

Wobei, das weiß nun keiner der Offiziellen, sondern nur der beste Freund und „die andere Seite“, der Adjutant ist ein Spion. Für den kommunistischen Teil Vietnams. Schon lange. Und das passt ganz gut, dass er nun „an der Quelle“, zumindest inmitten „des Feindes“ lebt.

Wobei auch „die andere Seite“ sich der Dienste des Mannes versichert und nun, als Doppelagent, mit einem Fuß dienstlich und praktisch in beiden Welten verankert, ergibt sich eine ganz besondere, „interne“ Sicht der Gemengelage, die Nguyen trefflich ausformuliert.

Was nicht ohne Gefahren für die strikte Linie der inneren Haltung sein wird. Denn mit wachen und offenen Augen, einer gehörigen Portion Ironie und einem geschulten Blick für das Wesentliche wird dieser Adjutant zwar die bizarren Auswüchse „dekadenten“ westlichen Lebens genau vermessen, aber auch die andere Seite, die „freie“ und konstruktive Seite eines Lebens ohne Diktatur wird ihren Einfluss auf den Mann nehmen.

Mit Rückblicken in die Vergangenheit des Spions, mit einem tiefen Verstehen auf Seiten des Lesers führt Ngyuen den Leser in munterer, hintersinnig-humorvoller und sein „Personal“ lebendig und bestens beschreibend durch die Zeit der späten 70er und der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts. In vielen Beobachtungen, spielerisch eingebauten gesellschaftskritischen Analysen und immer wieder absurden Begegnungen und Beobachtungen hält Nguyen damit der Welt (nicht nur der Westlichen, im Übrigen) einen breiten Spiegel vor.

Ein Spiel mit Vielfalt, mal plakativ, mal hintergründig angelegt, bei denen der Leser von Beginn an weiß, dass dieses für den Agenten weitgehend beendet ist. In einer Zelle wartet er und nutzt die Zeit, sein Buch zu schreiben und zurückzublicken. Man würde es diesem modernen, wendigen „Alleskönner“ nun gerne wünschen, dass sich auch diese Gefahr in der Zelle noch einmal abwenden lässt, aber bis zum Ende hin ist und bleibt der Tonfall hier eindeutig. Hoffnung treibt den ehemaligen Adjutanten nicht mehr an. Nur Mitteilen, das ist ihm noch wichtig.

Und damit dem Leser eine Sicht auf Vietnam, den Krieg und die Folgen zu bieten, die eben nicht „a la Hollywood“ oder von großen amerikanischen Autoren diese eher einseitige Sicht transportiert, sondern aus der anderen Richtung, der des „Siegers“, Gräuel und Absurditäten des Vietnamkrieges und seiner eher eigenwilligen Aufarbeitung in Amerika minutiös „auseinanderbaut“. Und dabei keinen Finger moralisch erhebt oder trocken Fakten begradigt, sondern die Handlungen, Ereignisse, Beobachtungen, Szenen aus sich heraus sprechen lässt.

Thema, Ton, Personen und die differenzierten Blickrichtungen samt vielfach bestens geschilderter Szenen bilden eine perfekte Mischung aus Roman, Thriller und Erkenntnis-Buch, was den Menschen und sein Leben in Gesellschaften angeht.

Wärmstens zu empfehlen.

Der Sympathisant von Viet Thanh Nguyen ist ein Politthriller über den Vietnamkrieg und seine Folgen und wurde 2016 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Von: Letusreadsomebooks Datum: 30.09.2017

https://letusreadsomebooks.wordpress.com/

Im April des Jahres 1975 wird eine Gruppe von südvietnamesischen Offizieren in letzter Sekunde aus Saigon ausgeflogen und in die USA gebracht. Unter ihnen befindet sich auch ein als Adjutant getarnter Spion des Nordens. Seine Aufgabe ist es, in Los Angeles den Gegner weiterhin zu beobachten. In den USA angekommen, ringt er jedoch immer mehr mit seinem Doppelleben, seinem Dasein als Spion, der westlichen Konsumgesellschaft und seiner eigenen Identität.

Als 1975 Saigon von der NLF, der „Nationalen Front zur Befreiung Südvietnams“, erobert wurde, ist Viet Thanh Nguyen, der Autor von Der Sympathisant, vier Jahre alt. Gemeinsam mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder floh er auf die Pazifikinsel Guam. Von dort ging es weiter nach San José, wo die Eltern einen Lebensmittelladen eröffneten und Viet Thanh die Hollywood-Filme über den Vietnamkrieg sehen konnte. Eigentlich heißt es, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Auf den Vietnamkrieg trifft das sicherlich nicht zu.

"Hollywoods Hohepriester hatten instinktiv die Erkenntnis von Miltons Satan erfasst, wonach es besser sei, in der Hölle zu herrschen, als im Himmel zu dienen, und man besser der Schurke, Verlierer oder Antiheld im grellen Rampenlicht sei als der tugendhafte Komparse. In dem kommenden Trompe-l’oeil würden alle Vietnamesen, gleich welcher Gesinnung, schlecht dastehen, gepfercht in die Rollen der Armen, der Unschuldigen, der Bösen oder der Korrupten. Unser Schicksal war nicht, einfach zu schweigen. Wir würden zum Schweigen gebracht werden."

Erzählt wird Der Sympathisant von einem namenlosen kommunistischen Spion. Er ist Adjutant eines hochrangigen Generals, ausgebildet in Verhörmethoden und findet sich nun im amerikanischen Exil wieder. Der Spion schreibt seine eigene Geschichte, seine Bekenntnisse. Warum und wo genau wird im letzten Teil des Buches enthüllt. Im Exil soll er für die Kommunisten die Geflohenen infiltrieren und über ihre Pläne berichten. Gleichzeitig verlangt der General von ihm, dass er in den USA Spione aus dem Vietnam aufspüren soll. So sitzt der Erzähler zwischen den Stühlen. Er trinkt zu viel und entwickelt zwei Seelen für zwei Auftraggeber. Dabei reflektiert er die amerikanische Konsumgesellschaft, Unterschiede zwischen Ost und West, Politik und Identität.

Ein Thema, das der Roman immer wieder aufgreift, ist die mediale Vermittlung des Krieges und den Kampf um die Deutungshoheit der Ereignisse. So kommt der Erzähler als „Authentizitäts-Berater“ an ein Filmset, um einen Regisseur bezüglich der vietnamesischen Rollen zu beraten. Eine Passage, die sich wie die Demontage des Films „Apocalypse Now“ liest. Das Unternehmen hat deutliche groteske und satirische Züge und ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt, auch wenn der Erzähler sich mehrmals mit dem „Auteur“ überwirft.

"Ein großes Kunstwerk ist so wirklich wie die Wirklichkeit selbst und manchmal sogar wirklicher als das Wirkliche. Lange nachdem dieser Krieg vergessen sein wird, wenn er in Schulbüchern nur noch einen Absatz einnimmt, den jeder Student überspringt, und alle Überlebenden tot, die Körper zu Staub, die Erinnerungen zu Atomen zerfallen sind und ihre Leiden keine Leidenschaft mehr hervorrufen, dann wird dieses Kunstwerk noch hell strahlen und nicht nur vom Krieg erzählen, sondern der Krieg selbst sein."

Eine der größten Stärken dieses herausragenden Romans ist für mich, wie spielend einfach es dem Autor gelingt, politische Themen und Diskurse in die Handlung einzubauen, ohne dass es unpassend erscheint oder überladen wirkt. Wie selbstverständlich bringt der Erzähler seine Thesen vor, dabei stören sie in keiner Weise die eigentliche Erzählung. Ungefähr zeitgleich mit dem Roman ist ebenso ein Essayband des Autors mit dem Titel Nothing Ever Dies. Vietnam and the Memory of War erschienen, in dem er einiges aus dem Roman weiter in Essays ausführt. Aber ebenso gelungen sind die Passagen, in denen es um das Leben in Amerika nach dem Krieg geht, im Land der Verlierer, das aber dennoch weiter Einfluss nehmen will. Der Spion berichtet von den Folgen für die Gesellschaft, die Probleme für die Flüchtlinge sich zu integrieren, Arbeit zu finden und sich ein neues Leben aufzubauen. Damit verbunden sind die Suche und das Formen einer neuen Identität im Exil. Es geht nicht nur um den Vietnamkrieg, sondern auch um andere Kriege, in welche sich die USA eingemischt haben und sich dabei als oberste Instanz verhalten, die alleine entscheidet, wer gut und wer böse ist.

Stilistisch verwendet der Autor eine bildreiche Sprache, voller Metaphern. Dabei gelingt es ihm, trotz des harten Themas einen satirischen Unterton zu treffen, der dem Erzählten entspricht. Der Krieg ist eines der Hauptthemen des Romans und vor allem die letzten hundert Seiten sind bei der Beschreibung von Foltermethoden, sowohl psychischen als auch physischen, sehr detailliert und heftig.

Geschrieben ist der Roman eindeutig aus der vietnamesischen Perspektive, dabei macht es sich Viet Thanh Nguyen aber nicht einfach, indem er einfach nur das Freund-Feind Schema umdreht. Die Figur des Doppelagenten erlaubt es, beide Seiten darzustellen und die widersprüchlichen Motive des Spions zu beleuchten und so dem (westlichen) Leser auch eine neue Perspektive auf den Krieg zu eröffnen. Was ‚hier‘ immer selbstverständlich als „Vietnamkrieg“ bezeichnet wird, heißt im Vietnam „Amerikanischer-Krieg“. In einem Interview spricht der Autor davon, dass bei der Erinnerung an einen Konflikt das Bewusstsein dazugehören muss, dass beide Seiten Opfer zu beklagen haben und sich gleichzeitig jede Seite schuldig gemacht habe.

"Wir seiften uns also ein mit Tristesse und duschten uns ab mit Hoffnung, und obwohl wir fast jedem Gerücht glaubten, das uns zu Ohren kam, weigerte sich fast jeder von uns zu glauben, dass unsere Nation untergegangen war."

Mit Der Sympathisant hat Viet Thanh Nguyen einen Roman geschaffen, der sowohl sprachlich als auch inhaltlich anspruchsvoll ist und gleichzeitig voller Spannung. Bewundernswert ist die Fähigkeit des Autors, politische Diskussionen und Thesen in die Handlung einzubauen. Wer schon immer einen Roman lesen wollte, der die Perspektive auf den Vietnamkrieg umdreht, wird hier fündig. Der Sympathisant ist ein außergewöhnliches Werk der Literatur.

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