Große Erwartungen

Auf den Spuren des europäischen Traums (1999-2019)

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Hardcover
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Der brillante Chronist Europas – das neue Buch des Bestsellerautors Geert Mak

Von den Küsten Lampedusas bis zu Putins Moskau, vom störrischen Katalonien bis zu den muslimischen Vororten Kopenhagens: Unser Kontinent ist zum Zerreißen gespannt. Was ist, dreißig Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges, aus dem alten europäischen Traum – Frieden, Freiheit und Wohlstand – geworden, der immer mehr zum Albtraum wird? Geert Mak, der geniale Erzähler unter den Historikern unserer Zeit, schrieb 2005 mit seinem Buch »In Europa«, einen Klassiker – ein Reisebericht, zugleich die Bestandsaufnahme Europas am Ende eines katastrophenreichen Jahrhunderts, samt all der Euphorie zu Beginn des neuen Millenniums. Wo stehen wir heute, zwanzig Jahre später? Was ist aus den großen Erwartungen geworden? Wie keinem Zweiten gelingt es Mak, das fragile Wesen Europas zu ergründen, es in zahllosen Geschichten sichtbar und sinnlich wahrnehmbar zu machen. Und den Menschen dieses Kontinents eine Stimme zu verleihen.

»Alle Ingredienzien, die Bewunderer Maks aus früheren Büchern des Autors kennen, finden sich in "Große Erwartungen" wieder….Geert Mak schreibt materialkundig und pointenstark eine allerneueste Zeitgeschichte Europas.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (10. Oktober 2020)

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke
Hardcover mit Schutzumschlag, 640 Seiten, 15,0 x 22,7 cm, 8 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-8275-0137-0
Erschienen am  31. August 2020
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Leserstimmen

GEERT MAK: GROSSE ERWARTUNGEN. AUF DEN SPUREN DES EUROPÄISCHEN TRAUMS (REZENSION)

Von: Karl Adam

01.11.2020

Der niederländische Publizist Geert Mak sei kein „glühender“, sondern ein „melancholischer“ Europäer, bemerkte jüngst der Historiker Jürgen Osterhammel treffend. Die 600 Seiten europäische Zeitgeschichte von 1999-2019, die Mak hier präsentiert, lesen sich über weite Strecken wie ein Trauerspiel und führen unweigerlich zu der Frage: Woran hat’s gelegen? Warum ist der hoffnungsfrohe Aufbruch in ein neues Jahrtausend so jäh verglüht? Wie konnte die Euphorie der weltpolitischen Wende von 1990, die Verheißung vom „Ende der Geschichte“, in Trump, Brexit, Orban & Co. münden? Allerneuste Zeitgeschichte hat den Vor-, aber auch den Nachteil, dass die meisten Lesenden die Ereignisse von denen berichtet wird, aktiv miterlebt haben. Das meiste darf also als bekannt vorausgesetzt werden. Doch anders als bei den entsprechenden Werken etwa eines Heinrich-August Winkler, die wie verlängerte Zeitungslektüre anmuten, bietet Maks Stil immensen Mehrwert: Er ist einfach ein begnadeter Erzähler, ein Geschichtsliterat, empathisch und neugierig, gesegnet mit echtem Erkenntnisinteresse; er hat ein feines Gespür für die gleichsam individuellen wie typischen Geschichten hinter der Geschichte; er changiert zwischen der großen Politik und ihren Auswirkungen im Alltag; zwischen der europäischen Ebene und den Städten; zwischen Regionen und Nationen; zwischen Lebensläufen und Strukturen. Dabei erleben wir, gleichsam auf der Makroebene, nochmal die prägenden Ereignisse der letzten 20 Jahre: Der Machtantritt Waldimir Putins, 9/11 und der Terror, Irak und Afghanistan, die EU-Osterweiterung und die Nachwehen der Balkankriege, die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 als Kipppunkt, dann die Krisenkaskaden der EU-Staatsschulden und vor allem Griechenlands, die russische Annexion der Krim, die fortdauernde Krise der Geflüchteten mit ihrem vorläufigen Kulminationspunkt im Jahre 2015, der Aufstieg des Populismus, der Doppelschlag des Jahres 2016 mit Brexit und Trump und zuletzt die Corona-Krise, der Mak einen eigenen Epilog widmet. Seine intellektuellen Gewährsleute dabei sind der unvergessene Tony Judt, der die sozialdemokratische Nostalgie besorgt, Adam Tooze, zuständig für die jüngste Krisengeschichtsschreibung, Luuk van Middelaar aus dem Umfeld der EU-Institutionen, Ivan Krastev als „eigensinniger“ Denker Osteuropas; dazu George Orwell und John Steinbeck, auf deren Spuren der Autor den Brexit und Trump zu ergründen versucht. In Zwischenkapiteln sprechen aus der Ich-Perspektive Geflüchtete und MigrantInnen mit ihren Hoffnungen und Erfahrungen, ein Banker im Zuge der Finanzkrise, griechische Ladeninhaber und ihre Sicht auf die Sparmaßnahmen, die Zigaretten verkaufenden Jungen auf der „Brücke von Istanbul“, die polnische Schriftstellerin und Journalistin Anna Bikont über das sich wandelnde gesellschaftlich-kulturelle Klima ihres Landes, ein Bürgermeister in Flamen über seine Sicht auf Nationalismus und Geflüchtete. Adressatin ist eine fiktive Geschichtsstudentin des Jahres 2069, die, so Maks Hoffnung, einen klareren Blick auf die Jahre 1999-2019 haben wird, als wir Heutigen, die wir noch zu nah an den Geschehnissen sind. „Woran hat’s gelegen?”, wurde eingangs gefragt. Dass in der heutigen EU die Zentrifugalkräfte an vielen Ecken und Enden zu überwiegen scheinen, liegt Mak zufolge an grundlegenden Konstruktionsfehlern der Staatenunion. Er wirft den Staats- und Regierungschefs vor, ein ums andere Mal den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht zu haben. So seien die unter dem Stichwort „Schengen“ bekannten offenen Binnengrenzen ohne durchdachte gemeinsame Einwanderungspolitik „eine grandiose Geste ohne Inhalt“ gewesen. Auch bei der Einführung des Euro habe man sich „nicht an die natürliche Reihenfolge“ gehalten: Ohne harmonisierte Wirtschafts- und Finanzpolitik könne die Gemeinschaftswährung auf die Dauer nicht erfolgreich sein. Das kann man so sehen. Aber liegt das Versagen nicht vielleicht eher bei den heutigen Entscheidern? Haben sie noch genug Kenntnis von den visionären Lehren der Geschichte, die ihre Vorgänger gezogen hatten? Statt jenes Aufbauwerk substantiell zu unterfüttern, was zweifelsohne nötig wäre, verliert man sich heute oft im technokratischen Kleinklein, fürchtet sich vor den Populisten und substituiert den Fortschrittsmangel mit bloßer Ankündigungspolitik. Der Lesefreude tun solche Ansichtssachen keinen Abbruch. Das tut zuweilen das mangelnde Lektorat, dem für ein Werk dieser Güteklasse doch eine Menge Schnitzer durchgerutscht sind. Es finden sich nicht nur Rechtschreibfehler, es kommt auch immer wieder zur Verwechslung von Jahreszahlen und Namen. Da sollte vor der nächsten Auflage nachgearbeitet werden. Der Titel „Große Erwartungen“ steht seit dem gleichnamigen Roman von Charles Dickens (1861) als Synonym für enttäuschte Hoffnung. Bei Mak geht es im Allgemeinen um die Hoffnungen des Kontinents zur Jahrtausendwende, und um die Hoffnungen der Mittel- und Osteuropäer im Speziellen. Heute scheint ein Gefühl der Enttäuschung zu überwiegen. Doch es ist ja nie aller Tage Abend: Auf Anraten eines Freundes schrieb Dickens sein Romanende seinerzeit nochmal um. Der Protagonist findet später doch noch mit seiner großen Liebe zusammen, auch wenn sich bereits neues Unheil am Horizont zusammenbraut. Wie sollte es auch je anders sein?

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Endlich verstehen was in Europa seit 1999 passiert ist

Von: Harmjan Dam aus Frankfurt am Main

09.08.2020

Das Buch, dass Ende August in deutscher Übersetzung erscheint, habe ich auf Niederländisch gelesen. Geert Mak, der schon lange zu meinen favorieten Autoren gehört, versteht es als Historiker und Journalist hoch komplexe Zusammenhänge in einfacher Sprache und klaren Bildern verständlich zu machen. Er fängt im Norden Norwegens, wo es an Rußland grenzt, an und kein Land und keine Entwicklung der letzten 20 Jahre wird ausgelassen, sowie weitere internationale Zusammenhänge werden aufgezeigt. Auch wenn man manchmal an die nicht einfache Kooperation der europäischen Nationen verzweifeln kann, ist das Buch ein ausgewogenes Plädoyer für ein starkes Europa. Für mich eines der besten Bücher dieses Jahres. Dr. Harmjan Dam, Frankfurt

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Vita

Geert Mak, geboren 1946, ist einer der bekanntesten Publizisten der Niederlande und gehört nach drei großen Bestsellern zu den wichtigsten Sachbuchautoren des Landes. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen »Amsterdam« (1997), »Das Jahrhundert meines Vaters« (2003) und »In Europa« (2005). Zuletzt erschienen »Amerika! Auf der Suche nach dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten« (2013) sowie »Die vielen Leben des Jan Six« (2016). Für sein Werk erhielt Geert Mak 2008 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Seine Bücher sind internationale Bestseller und wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.

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Pressestimmen

»Geert Mak ist ein Geschichtenerzähler im besten Sinne. Er verwebt detailreich die Erfahrungen bekannter, weniger bekannter und ›normaler‹ Menschen geschickt mit den großen Linien der politischen Entwicklung zwischen 2000 und 2020…Ein großartiger Überblick über das Europa der Jetztzeit.«

Süddeutsche Zeitung (07. September 2020)

»Mak ist schon lange der beste europäische Gegenwartshistoriker. Ihm gelingt eine sagenhafte Mixtur aus Essay, Reportage und Geschichtsschreibung.«

DER SPIEGEL (05. September 2020)

»Seine engagierte und luzide Bestandsaufnahme ist nicht der schlechteste Wegweiser in unsicheren, bewegten Zeiten«

MDR Kultur (16. September 2020)

»Umfassend, kenntnisreich und gut lesbar!«

Deutschlandfunk "Andruck - Das Magazin für politische Literatur" (19. Oktober 2020)

»Es ist spannend, lesenswert, interessant und obendrein fulminant geschrieben.«

Westfälische Nachrichten (16. November 2020)

»Ungemein lesenswert und inhaltlich aussagekräftig«

Die Presse (14. Oktober 2020)