Im Auge des Betrachters

Hermann Rorschach und sein bahnbrechender Test

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Hardcover
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»Ein anregendes und vielseitiges Buch, in dem Wissenschafts- und Zeitgeschichte zusammenfließen.« (Manuela Lenzen, FAZ) Damion Searls faszinierende Mischung aus Biografie und Kulturgeschichte, basierend auf unveröffentlichten Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und einen Fundus von bisher nicht bekannten Interviews mit Familie, Freunden und Kollegen, erzählt zum ersten Mal die Geschichte Hermann Rorschachs und seines emblematischen Tests.

Rorschach, ein Schüler C.G. Jungs, arbeitet in einer abgelegenen Klinik in den Schweizer Bergen als Psychiater, ist aber auch interessiert an den aktuellen künstlerischen Bewegungen seiner Zeit. Er ist davon überzeugt, was uns ausmacht, ist weniger, was wir sagen, sondern was wir sehen. 1917 entwickelt er, basierend auf dieser Annahme einen Test: einen Satz von zehn sorgfältig gestalteten Tintenklecksbildern, um die Persönlichkeit des Betrachters auszuloten.

Rorschach starb im Alter von nur 37 Jahren - den weltweiten Siegeszug seines Tests hat er nicht mehr erlebt. Nach Pearl Harbour wurde der Rorschach-Test als Eignungstest für die US-Army eingeführt, in den Nürnberger Prozessen ebenso angewandt wie im Dschungel von Vietnam. Nicht unumstritten wird er bis heute in vielen Ländern eingesetzt. Auch kulturell hat der Test seine Spuren hinterlassen: Ob Werbung, Hollywoodfilm oder Andy Warhol - an dem ikonenhaften Test kam niemand vorbei.

»Dieses Buch wird mit Sicherheit ein Standardwerk werden.«

Deirdre Bair

Aus dem Amerikanischen von Harald Stadler
Originaltitel: THE INKBLOT EXPERIMENT
Originalverlag: CROWN
Hardcover mit Schutzumschlag, 608 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
16 Seiten farbiger Bildtteil
ISBN: 978-3-442-75424-3
Erschienen am  13. Mai 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Faszinierende Einblicke in das Leben eines bemerkenswerten Psychoanalytikers

Von: Melissa R.

10.07.2019

Der weltweit berühmte Rorschach-Test ist längst nicht mehr nur ein Verfahren, das im Rahmen psychoanalytischer Untersuchungen angewandt wird. Mit dem Einzug der Tintenkleckse in die Pop-Kultur zeigte sich die Faszination der breiten Masse von dieser scheinbar simplen Methode zur Aufdeckung tief verborgener Persönlichkeitsmerkmale. Angesichts der zahlreichen Mythen rund um die Funktionsweise des Tests, war es mir ein Anliegen, mich genauer mit den Umständen seiner Entstehung und den Intentionen des Erfinders auseinanderzusetzen. Das Buch folgt einem chronologischen Aufbau und begleitet Hermann Rorschach durch seine Kindheit, die Jahre der Orientierung im Jugendalter und schließlich seinen Werdegang als angesehener Psychoanalytiker. In der ersten Hälfte des Buchs erhält der Leser wirklich sehr detaillierte Einblicke in die Ansichten, Träume und Denkweise eines bemerkenswerten Menschen, der sich durch seine künstlerischen Fähigkeiten und sein aufrichtiges Interesse an seinen Patienten von seinen Fachkollegen abhebt. Gestützt von zahlreichen Fotografien und Abbildungen von Rorschachs Zeichnungen erzählt der Autor nicht nur das Leben des Schweizers nach, sondern vermittelt auch dessen Annahmen zur menschlichen Psychologie und zum Leben als Ganzes sehr ausführlich. Die zweite Hälfte des Buchs beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Test selbst. Was zeichnet genau diese zehn Tintenkleckse aus? Wie werden die Antworten der Probanden interpretiert? Sind die Ergebnisse reliabel und intersubjektiv nachvollziehbar? Auch die Verbreitung des Tests wird beschrieben – hierbei stößt dieser unvermeidbar auf Kritik anderer Psychoanalytiker. Der Streit innerhalb des Fachs und die Versuche, die Funktionalität des Tests nachzuweisen, werden ausführlich behandelt. Am Ende des Buchs bleiben keine Fragen des Lesers mehr offen. Durch die sehr ausgeprägte biographische Komponente ergeben sich im Verlauf des Buches einige Längen, die meiner Ansicht nach etwas gekürzt werden hätten können. „Im Auge des Betrachters“ richtet sich somit wirklich nur an ein Publikum, das auch Interesse an der Person hinter dem Test hat. Insgesamt würde ich das Buch jedoch jedem empfehlen, der sich gerne mit psychoanalytischen Verfahren auseinandersetzt.

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Was Tintenkleckse über das Innere eines Menschen aussagen können

Von: Michael Lehmann-Pape

21.06.2019

„Beim Rohschachtest kommen lediglich zehnt Tintenklekse zum Einsatz, die ursprünglich von Herrmann Rohrschach gefertigt…..wurden. Unabhängig davon, was diese Bilder sonst noch sein mögen, sind es wohl die zehn am häufigsten Interpretierten und analysierten Abbildungen des 20. Jahrhunderts“. Aber wie kam es zu deren Entwicklung? Wofür sind die eigentlich gut? Macht das Sinn oder ist das reine Wahrsagerei, Illusion oder, neutraler formuliert, „Kaffeesatzleserei“, wie Searls ebenfalls als einen der Aspekte des Tests im Buch differenziert bedenkt? Wer genau war Herrmann Rohrschach und aus welchen Gründen hat dieser überhaupt eine solch eher abwegig scheinende Idee in die Betrachtung menschlicher Persönlichkeiten mit einfließen lassen? Alles Fragen, die im Buch eine Rolle spielen und die in der umfassenden Darstellung im Buch mit Antworten versehen werden. Die zum einen die Biographie des Erfinders nachvollzieht und zum anderen die Biographie des Testes selbst zum Thema hat. Wozu auch gehört, das lange Zeit ein gewisses Mysterium um den Test entstanden ist. Denn um die Methode nicht zu „§infiltrieren“, ist es die Regel, die Abbildungen nicht frei zu veröffentlichen, sondern erst in der therapeutischen Arbeit Patienten vorzulegen (damit nicht im Vorfeld bereits wilde Assoziation mit den „Klecksen“ verbunden werden). „Selbst in wissenschaftlichen Aufsätzen….werden die Kleckse normalerweise nur umrisshaft, verschwommen oder verändert dargestellt, um einzelne Aspekte der Bilder sichtbar zu machen, aber nicht alles“. Seit einiger Zeit allerdings, seit die Bilder nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind, können interessierte Leser die Original Abbildungen durchaus frei im Internet finden und betrachten. Klar ist und bleibt aber: Die regelgerechte Durchführung des Testes, die Art und Größe der verwendeten Abbildungen, all dies ist kein „nettes“ Gesellschaftsspiel, sondern, das wird nach der Lektüre eindeutig klar, eine durchaus fundierte und sorgsam anzuwendende psychologische Methode und Hilfe zur Psychotherapie und hier vor allem zur psychologischen Beurteilung von Menschen. Mit der einfachen Aufforderung je verbunden, nur mitzuteilen, was der einzelne Proband genau sieht. Wie sich an dem ein oder anderen Praxisbeispiel im Werk deutlich nachvollziehen lässt, ist es gerade dieser Test, der bedeutsame Einblicke ermöglicht. Warum das so ist und wie das funktioniert, wie das „erfunden“, verfeinert und erforscht wurde, all dies lässt sich in dieser gehaltvollen Lektüre sehr verständlich und flüssig geschrieben nachvollziehen. Eine hochinteressante Lektüre, gerade weil Searls sein Thema umfassend und strukturiert behandelt und damit dem Leser sachlichen und fundierten Einblick in diesen Test ermöglicht, um den sich viele Mythen und Interpretationen ranken. Was einen anderen Blick am Ende ermöglicht, wenn die Codes zur Auswertung, das Typische oder Ungewöhnliche, das Berechnen von Formeln am Ende zu einer, nicht selten, überraschenden Aussagekraft über die inneren Vorgänge in einem Menschen kulminieren. „Der Rohrschachtest hatte…..auf jeden Fall dazu gebracht, eine Seite von sich zu offenbaren, die er sonst nicht sichtbar werden ließ“. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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Vita

Damion Searls ist Schriftsteller, Essayist und literarischer Übersetzer. Zu den von ihm ins Englische übertragenen Autoren zählen Rainer Maria Rilke, Marcel Proust und fünf Nobelpreisträger. Ausgezeichnet mit: Guggenheim Fellowship, National Endowment of the Arts Fellowship und Cullman Center Fellowship.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Searls packender Text, teils Biografie, teils Kulturgeschichte und teils psychoanalytischer Superdetektivarbeit, ist wirklich faszinierend.«

New York Times Book Review

»Kaum zu glauben, dass vor Searls noch niemand eine Rorschach-Biografie geschrieben hat.«

Paris Review

»Eine umfassende und fundiertes Kulturgeschichte des Rorschachtests und die erste Biografie seines Schöpfers Hermann Rorschach.«

New York Magazine

»Searls zeichnet voller Verve das Bild eines Mannes, desses Leben nur auf eine Hollywoodverfilmung zu warten scheint. «

The Sunday Times