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STRAFE Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75606-3

Erschienen: 25.05.2015
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Wenn wir unser Leben Revue passieren lassen, sind wir dann frei von Schuld?

Der Brief kommt überraschend, und er holt den Schriftsteller Max Schmeling aus seiner Komfortzone: einen Gefallen soll er ihm tun, seinem ehemaligen Schulkameraden Tibor Schittkowski, den er seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat und den er aus vielen Gründen auch nicht sonderlich gut leiden konnte. Dass er sich auf ein Spiel mit gefährlichem Einsatz einlässt, ist ihm da noch nicht klar...

Paula Polanski (Autorin)

Paula Polanski ist das Pseudonym einer deutschen Publizistin, die dieses Buch gemeinsam mit Håkan Nesser verfasst hat. Warum sie lieber anonym bleiben möchte, erschließt sich aus der Lektüre des Romans.

Håkan Nesser ist einer der beliebtesten Autoren Schwedens. Er gilt als der "Philosoph unter den Krimautoren Skandinaviens" (Hannes Hintermeier, FAZ). Nesser begegnete Paula Polanski während einer seiner Lesereisen in Deutschland, wo sie ihm ihre Geschichte erzählte.


Håkan Nesser (Autor)

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland.


Paul Berf (Übersetzer)

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, KjellWestö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Schwedischen von Paul Berf
Originaltitel: Straff
Originalverlag: Albert Bonniers Förlag

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-442-75606-3

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 25.05.2015

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„Unschwedische Scheinliteratur“

Von: Besser Nord als nie! Datum: 30.01.2016

www.besser-nord-als-nie.net/nordnovelle/unschwedische-scheinliteratur/

"Strafe" von Håkan Nesser und Paula Polanski

Über diesen Roman zu schreiben, gestaltet sich schwierig, ist er doch ein raffiniertes Konstrukt der Täuschung, über das man nicht zu viel verraten will. Schon bei der Angabe des oder der Verfasser tappt man entweder in eine Falle oder offenbart ein Teil des literarischen Spiels. Doch zunächst zur Handlung:

„Am fünften September erhält der Schriftsteller Max Schmeling einen Brief in einem Brief seines Verlags.“

Mit diesem Brief in einem Brief beginnt die doppel- oder gar mehrbödige Erzählung. Absender ist Max‘ ehemaliger Schulkamerad Tibor Schittkowski, der von ihm einen Gefallen einfordert, da er Max in der Jugend zweimal das Leben rettete. Tibor liegt im Sterben und bittet Max um Hilfe bei der Regelung einer letzten Angelegenheit. Obwohl die beiden keine Freundschaft verbindet und Max‘ Widerwillen nicht größer sein könnte, gibt es Tibors Bitte nach. Doch worin der Gefallen genau besteht erfahren Max und die Leser erst nach Tibors schriftlichen Bericht über sein Leben. Gleichermaßen ahnungslos werden Max Schmeling und die Leser in eine Intrige verwickelt, bei der am Ende nichts so ist, wie es am Anfang schien.

Der deutsche btb-Verlag gibt Håkan Nesser und Paula Polanski als Autoren des Buches an. Paula Polanski sei „das Pseudonym einer deutschen Publizistin, die dieses Buch gemeinsam mit Håkan Nesser verfasst hat. Warum sie lieber anonym bleiben möchte, erschließt sich aus der Lektüre des Romans“, so die (Des-)Information des Verlags.

In Schweden erschien „Strafe“ schon 2014 und wurde zuvor vom Bonnier-Verlag als „unschwedische Scheinliteratur“ angekündigt. Als alleinige Autorin wurde dort Paula Polanski genannt, deren Buch von Håkan Nesser ins Schwedische übersetzt wurde. Aus welcher Sprache blieb zunächst offen, doch auch dieser Roman spielt in Nessers namenlosen, fiktiv niederländisch-nordeuropäischen Land.

Wer hinter dem Autoren-Pseudonym Paula Polanski steht, dürfte klar sein. Doch welche Rolle sie spielt und wer eigentlich welche Geschichte erzählt und wer von wem zum Bestandteil seiner Geschichte gemacht wird, noch lange nicht. Zwischendurch fühlt man sich als Leser fast wie in einem Spiegelkabinett, in dem man die Reflexion nicht mehr von der Wirklichkeit unterscheiden kann und in dem sich scheinbare Wege auftun, die doch nur Irrwege sind.

„Strafe“ bietet viel Lesevergnügen – und zwar nicht unbedingt mit der eigentlichen Handlung, sondern vielmehr durch Nessers Spiel mit dem Leser, mit Autorenschaft, mit Realität und Fiktion. „ich habe mir immer eingebildet, dass eine ganze Menge von dem, was uns die Schriftsteller auftischen, ein bisschen arg konstruiert ist,“ so Tibor Schittkowski in seinem Bericht über sein Leben.

Es scheint fast so als wolle Nesser mit diesem Buch ein für alle Mal beweisen wie unzulänglich das Schwedenkrimi-Etikett für ihn ist. Wie schon in früheren Romanen blitzt ein Vergnügen durch die Zeilen, den Leser zu verwirren und zu täuschen, kunstvolle literarische Anspielungen einzubauen und falsche Fährten zu legen.

Der Roman enthält noch so viel mehr und man könnte noch so viel mehr darüber schreiben. Etwa über die schwer zu leugnenden Parallelen zwischen Håkan Nesser und Max Schmeling – dem Protagonisten in „Strafe“, nicht dem Boxer – obwohl Nesser selbst biografisch Literaturdeutungen für überschätzt hält oder auf welche Weise Nesser und seine Literatur sonst noch mit diesem Roman verwoben sind. Doch mehr sei an dieser Stelle nicht über dieses Werk „unschwedischer Scheinliteratur“ verraten.

Die große Erzählkunst von Håkan Nesser...

Von: Timelog Datum: 30.06.2015

www.facebook.com/rundumsbuch

Rezension Håkan Nesser/Paula Polanski - Strafe.

Die Geschichte beginnt mit einem seltsamen Brief. Max Schmeling, Schriftsteller wird eines Tages von einem merkwürdigen Schriftstück überrascht, abgeschickt von seinem ehemaligen Schulkollegen Tibor Schittkowski. Dieser eröffnet ihm, dass er nur noch kurz zu leben hat und seine Hilfe benötigt. Max macht sich daraufhin auf den Weg zu Tibor, um sich von der Echtheit bzw. der Ernsthaftigkeit der Bitte zu überzeugen.
Was aber dann ins Rollen gerät, ist eine Aneinanderreihung von unglaublich dramatischen und zugleich traurigen Geschehnissen. Max wird unfreiwillig immer mehr Bestandteil dieser Geschichte Schittkowskis, aus der es kaum mehr ein Entkommen gibt.

Auf die detaillierte, komplexe Geschichte rund um Tibor Schittkowski will ich eigentlich nicht eingehen, denn dafür benötigt man viele viele Textzeilen und noch mehr Erzählkunst. Schließlich möchte ich euch die Spannung auch nicht vorwegnehmen.

Wir haben von Hakan Nesser bereits auch andere Werke auch gelesen, doch so einfühlsam, so intelligent, so liebevoll haben wir ihn bisher noch nicht gelesen. Möglicherweise liegt es auch an Paula Polanski, (Pseudonym einer deutschen Publizistin; Warum sie anonym bleiben möchte, erschließt sich aus der Lektüre des Romans) die dieser Geschichte einen ordentlichen Dreh mit auf den Weg gibt. Dass Håkan Nesser ein großartiger Erzähler ist, ist längst kein Geheimnis mehr, doch was er in "Strafe" zeigt, ist schon erstaunlich. Ich hoffte so sehr, dass der Roman kein Ende nimmt; man möchte immer tiefer in die Geschichte eintreten, obwohl die Traurigkeit stets allgegenwärtig ist. Wir dachten uns beim durchstöbern der Lektüre, den Verlauf der Geschichte so derartig gut zu kennen, bzw. so gut über ihn Bescheid zu wissen, dass wir ganz geblendet waren, als sich wieder neue Einzelheiten auftaten! Es war merkwürdig! Alles war bestens.

Leider kam dann auch schon bald das Ende der Geschichte und das hat unseren Geschmack so gar nicht getroffen. Viel zu konstruiert, unglaubwürdig,...naja.

ABER...

...wir vergessen mal die letzten 50 Seiten und bekräftigen die Tatsache, dass Nesser und Polanski hier etwas ganz Schönes geschaffen haben: Ein scharfsinniges, berührendes Lebensportrait!

Liebe Leute!

Lest dieses Buch, lasst euch hineinziehen und drückt am Ende beide Augen zu...aber urteilt selbst...wir haben jedenfalls (fast) jede Zeile genossen.

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