SPECIAL zu Claus-Eckart Schmidt »Nackte Frauen sind gut fürs Gehirn«

Vorweg: sind nackte Frauen wirklich gut fürs Gehirn?
Claus-Eckart Schmidt: Sagen wir es mal so: für das männliche Gehirn ist die Betrachtung einer spärlich bekleideten Dame sicherlich nicht von Übel. Immerhin wird das Zentralorgan dazu angeregt, die Ausschüttung von Testosteron, Adrenalin, Dopamin, etc.. zu steuern. Das Gehirn arbeitet also auf Hochtouren - das kann nicht schlecht sein! Allerdings verhält es sicherlich nicht so, wie es die B.Z. bzw. die BILD-Zeitung - berufend auf eine angebliche Studie aus England - behaupten, dass die kognitiven Fähigkeiten der Männer verbessert würden, wenn sie nacktes Fleisch zu Gesicht bekommen - das Gegenteil ist eher der Fall, wie auch im Buch anhand anderer Studien dargelegt wird.

Zu welchen Ergebnisse kommen diese Studien?
Claus-Eckart Schmidt: Dass Männer in der Tat eher verblöden, wenn sie z.B. auf hübsche Frauen treffen - besonders extrem ist das bei Blondinen. Schuld daran ist vor allem eines - das Testosteron. Wenn es in großen Mengen ausgeschüttet wird - was bei der Konfrontation mit einem weiblichen Geschlecht immer der Fall ist - leidet vor allem die Konzentrationsfähigkeit der Männer. Dieses Phänomen könnte man allerdings auch unter dem Problem der mangelnden Multitasking-Fähigkeit der Männer subsumieren. Sie können einfach nicht balzen und gleichzeitig einen klaren Gedanken fassen.

Ebenfalls teilweise im Unklaren wird nicht nur der männliche Leser gelassen, wenn er das Inhaltsverzeichnis liest. Man weiß meist nicht, was sich dahinter verbirgt!
Claus-Eckart Schmidt: Das hat zwei Hintergründe: Erstens soll während dem Lesen noch ein gewisser Überraschungseffekt auftreten, sprich: der Leser soll nicht schon anhand der Überschrift erkennen können, welches Phänomen erforscht wurde bzw. zu welchem Ergebnis die Studie genau geführt hat. Zweitens sind die manchmal undurchschaubaren und abstrakten Titel den Anekdoten geschuldet, die um die Studien gewoben wurden, um das Ganze unterhaltsamer zu gestalten und plakativ zu illustrieren.

Apropos Illustration: den Studientiteln lässt sich aber zumindest entnehmen, dass Prominente, wie Bill Gates, Jennifer Lopez oder auch Heidi Klum darin vorkommen. Was hat es damit auf sich?
Claus-Eckart Schmidt: Na, das soll der Leser mal schön selber herausfinden. Ich will ja nicht zu viel verraten. Vielleicht nur soviel – jeder der genannten Stars zeichnet sich vor allem durch ein ganz besonderes Merkmal aus: Bill Gates zum Beispiel durch seinen Reichtum, Jennifer Lopez durch ihren imposanten Hintern und Heidi Klum durch ihre hohe Stimme. Diese Merkmale haben natürlich auch die Wissenschaftler erforscht. Übrigens finden in dem Buch auch Verona Pooth, Sarah Jessica Parker, Bill Clinton, Hugh Hefner und viele weitere Prominente Erwähnung. So manche Berühmtheiten wurden hingegen beim Lektorat aufgrund der möglichen Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte herausgenommen.

Welche waren das?
Claus-Eckart Schmidt: Zum Beispiel der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer. Dem wäre der Titel einer ganzen Studie gewidmet worden - die allerdings wenig schmeichelhaft für ihn gewesen wäre!

Apropos Politik: Wie kommt es eigentlich dazu, dass ein Politikwissenschaftler ein Buch über Erkenntnisse der "Geschlechterforscher", ergo: Psychologen, Mediziner, Biologen, etc.., schreibt?
Claus-Eckart Schmidt: Ganz klar, das ist schon etwas ungewöhnlich. Aber wir Politologen decken schon während dem Studium ein breites Spektrum ab. Dementsprechend vielseitig interessiert sind Politikwissenschaftler. Sicherlich: Psychologie, Medizin und Biologie sind nicht Teil des Studiums. Ich bin da vielleicht ähnlich wie Richard David Precht: der hatte ja während seines Germanistik- und Philosophiestudiums auch nicht viel mit Gehirnforschung am Hut – und ist mittlerweile wahrscheinlich Experte auf diesem Gebiet.

Und woher nehmen Sie ihr Wissen?
Claus-Eckart Schmidt: Ich habe in den letzten Jahren zu dieser Thematik sehr viel gelesen. In Vorbereitung auf das Buch habe ich dann auch alle zumeist englischsprachigen Originalstudien recherchiert. Das Kuriose dabei: nicht nur die Ergebnisse der Studien sind skurril – auch die Methodik bzw. Versuchsaufbauten der Forscher sind zum Teil irrwitzig. Dies wird in den Zeitungen allerdings nur selten dokumentiert – und wenn dann relativ oberflächlich. In einem Buch ist dafür natürlich mehr Platz. Den habe ich genutzt, um den Lesern auf eine hoffentlich sehr amüsante Art und Weise die praktische „Geschlechterforschung“ näher zu bringen.

Woher kommt eigentlich ihr großes Interesse an der Wissenschaft rund um Mann und Frau?
Claus-Eckart Schmidt: Dass ich als Mann ein großes Interesse an Frauen habe, ist ja eine biologische Selbstverständlichkeit. Mich hat aber auch interessiert, warum Frauen so sind, wie sie nun mal sind – und weshalb sie in vielen Punkten so anders ticken als die Männer. Die Wissenschaft hat mir unter anderem die Antworten auf eben diese Fragen geliefert, die auch durch praktisches „Forschen“ am weiblichen Geschlecht aufgeworfen wurden. Da die „Empirie“ mit den Frauen bei mir nicht immer von Erfolg gekrönt war, war es letztendlich auch eine Art persönliche Defizitanalyse: Warum steht ein gewisser Frauentyp nicht auf mich? Oder warum komme ich für ein kurzes sexuelles Abenteuer eher selten in Frage? Welche Körpermerkmale oder Eigenschaften fehlen mir, die mich für Frauen interessanter machen würden? Etc..

Welche Eigenschaften besitzen sie im Gegenzug, die sie zum „Geschlechterforscher“ prädestinieren?
Claus-Eckart Schmidt: Sicherlich Philantropie – ich mag Menschen und finde sie einfach spannend. Aber auch eine ordentliche Portion Neugierde gepaart mit einer guten Beobachtungsgabe sind für einen „Geschlechterforscher“ gute Voraussetzungen. Unerlässlich ist hingegen eine Affinität zur Wissenschaft und die Bereitschaft, viel zu lesen. Aber auch wer das nicht tut oder besagte Eigenschaften nicht mitbringt, kann dennoch als kleiner, praktischer „Geschlechterforscher“ bezeichnet werden. Denn jeder erkundet – (un)freiwillig - tagtäglich das Verhalten der Geschlechter.

Zum Schluss: welche Studie in ihrem Buch hat sie am meisten verblüfft bzw. empfinden sie als am skurrilsten?
Claus-Eckart Schmidt: Puh, das ist schwer! Vielleicht, dass bei Männern während der Betrachtung nackter Frauen im Gehirn die selben Areale aktiviert werden, wie bei der Begutachtung von Werkzeug im Baumarkt – wo wir übrigens wieder bei der Eingangsfrage wären. Dieses Studienergebnis ist allerdings schon extrem bizarr!

Nackte Frauen sind gut fürs Gehirn

€ 7,99 [D] inkl. MwSt. | € 7,99 [A] | CHF 9,00* (* empf. VK-Preis)
Bestellen Sie mit einem Klick:
Weiter im Katalog: Zur Buchinfo