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Madame Bovary

Gekürzte Lesung mit Walter Andreas Schwarz

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€ 10,95 [D]* inkl. MwSt.
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch Download (gek.) ISBN: 978-3-8445-2099-6

Erschienen: 23.11.2015
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Eines der großen Werke der Weltliteratur

Dank seiner erzählerischen Radikalität ist dieser epochemachende Roman heute so brisant wie bei seinem Erscheinen im Jahre 1857, als er in Frankreich für Furore sorgte. "Eine Revolution in der Literatur. Das Leben selbst erschien. Man konnte glauben, dass selbst die leblosen Dinge aufstünden, als hätte eine unsichtbare Schöpferkraft sie beschworen." (Guy de Maupassant)

Walter Andreas Schwarz liest die Geschichte um Emma Bovary, eine der eine der faszinierendsten Frauen der Weltliteratur.

(Laufzeit: 6h 44)

Gustave Flaubert (Autor)

Gustave Flaubert, geboren am 12. Dezember 1821 in Rouen, ist am 8. Mai 1880 in Croisset bei Rouen gestorben.


Walter Andreas Schwarz (Sprecher)

Walter Andreas Schwarz, geboren 1913, begann seine Laufbahn als Schauspieler in Wien, wo er Germanistik, Französisch, Englisch und Musikwissenschaften studierte. Bereits mit neun Jahren stand er das erste Mal auf der Bühne. Später spielte er in Wien, Berlin, Hamburg Frankfurt am Main, Bonn und Mannheim. Internationales Ansehen erwarb der vielseitige Schwarz als künstlerischer Sprecher bei Hörspielproduktionen – u. a. in Leo Tolstojs "Anna Karenina" und Heinrich Manns "Der Untertan" –, aber auch als Musiker. So gewann er mit seinem Chanson "Im Wartesaal zum großen Glück" 1956 den Ersten Deutschen Chanson-Preis. Er war außerdem als Übersetzer und Bearbeiter von Theaterstücken tätig. Walter Andreas Schwarz starb am 1992 im Alter von 78 Jahren in Heidelberg.

Hörbuch Download (gekürzt), Laufzeit: 404 Minuten

ISBN: 978-3-8445-2099-6

€ 10,95 [D]* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 23.11.2015

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Hinreißende sprachliche Eleganz

Von: Wissenstagebuch Datum: 27.09.2017

https://wissenstagebuch.wordpress.com/

Madame Bovary ist großartig. Das Lesen ist eine wahre Freude, weil hier wirklich jedes Wort sitzt. Auch, wenn mir einige Kleidungsstücke bis dato unbekannt waren (so detailliert sind Flauberts Beschreibungen), hatte ich das Geschehen beim Lesen lebhaft vor Augen: Emma, wie sie ziellos durch das kleine Haus stromert, Charles, der sie bis zuletzt anhänglich liebt, der Apotheker versunken in seinem Kämmerchen, rastlos darum bemüht, endlich Anerkennung in der Wissenschaftswelt zu finden.

Richtig sympathisch ist in dieser Geschichte niemand: Charles ist ein Simpel, der allgegenwärtige Apotheker ein Schaumschläger und Madame Bovary – nun ja, die hat so viele Fehler, das Flaubert einen ganzen Roman darüber schreiben konnte. Und zwar einen durchaus umfangreichen. Trotzdem hat man als Leser nie das Gefühl, Überflüssiges serviert zu bekommen. Jede Begebenheit wirft ein Licht auf den Charakter der Figuren, beschreibt eine neue Facette. Dass Flaubert sich ausdrücklich gegen Kürzungen gewehrt hat und sein Manuskript in vollem Umfang als Roman veröffentlicht sehen wollte, überrascht daher nicht. Diese und noch viele weitere interessante Tatsachen über den Charakter des Schriftstellers kann man dem informativen Nachwort von Guy de Maupassant entnehmen. Demnach kann Flaubert fast als „geselliger Misanthrop“ gelten, der sich nur allzu gern über die Fehler der Menschen ausließ – am liebsten in seinen Werken.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, Flaubert war mit Madame Bovary seiner Zeit voraus. Oder hat einfach aufgeschrieben, was sich sonst niemand getraut hat. In einer Zeit, in der Männer in allen Bereichen des öffentlichen Lebens die Oberhand hatten, widmet er sich dem häuslichen Leben und den Eskapaden einer gelangweilten Arztgattin in der Provinz. Das allein empfand ich schon als bemerkenswert. Dass er dabei das Gefühlsleben und den Charakter einer jeden Figur wie mit dem Seziermesser auseinandernimmt und dafür noch Worte findet, die das Lesen zu einem Genuss machen, lassen das Buch zu einem Schatz werden.

Der Skandalroman des 19. Jahrhunderts!

Von: Sophie VERStand Datum: 04.06.2015

https://www.youtube.com/c/VERStand

Madame Bovary bildet den klassischen Ursprung aller folgenden Ehebruchsromane wie Anna Karenina und Effi Briest. Flaubert gelingt 1857 ein skandalöser Glücksgriff, der dieses Werk bis heute zurecht der Weltliteratur zurechnet.
Wir begegnen zu Beginn des Romanes Charley Bovary, der das Ergebnis einer nicht allzu glücklichen Ehe ist, in der Schule das ein oder andere mal gehänselt wurde, sich aber trotz allem zu einem sehr biederen Landarzt mausert, der dem Fortschritt in seiner Disziplin nie ganz abgeneigt ist. Seine erste Ehe dauert keine 30 Seiten an. In dieser Zeit begegnet er bereits Emma, welche zufällig die Tochter eines Patienten von Charles ist. Doch wie kann hier eine feine Liebesgeschichte entsponnen werden? Natürlich muss die 1. Frau sterben, was sie - dem Leser sehr passend - auch umgehend tut.
Danach steht dem Eheglück von Charles und Emma eigentlich nichts mehr im Wege…
Wären da nicht Emmas unmäßige Ansprüche an die Liebe und Leidenschaften, die sie nur aus Romanen kennt, die sie rezipiert hat. Mit Charles hat sie den denkbar leidenschaftslosesten Menschen in ganz Frankreich geheiratet und wenige Woche nach der Hochzeit stellt sich drängende Langeweile ein, die sich zu einer handfesten Depression entwickelt.
Madame Bovary ist als Ehebruchsroman bekannt geworden und letztlich weiß man bereits vor dem Lesen, dass Emma sich in die Arme eines Liebhabers begibt…

Dieser Roman hat mich teils in einem argen Zwiespalt zurückgelassen.
Die Geschichte der unglücklichen Ehefrau, die sich gefangen fühlt in diesem vermeintlichen Glück kannte ich bereits aus „Anna Karenina“ und dort gefiel mir der Bruch der starken Frau etwas besser.
Emma Bovary ist eine Dame, die sich fast ausschließlich den lieben langen Tag in Selbstmitleid und Langweile badet, ohne nur die geringste Kraft aufzuwenden, daran etwas zu ändern. Es mangelt ihr dabei an Kommunikationsstärke und Empathie, … auf ein ruhiges Familienleben kann sie sich ebenfalls nicht einstellen.
Mir muss eine Figur nicht sympathisch sein, damit ich einen Roman gut finde, aber man sollte ihre Handlungsmotivationen nachvollziehen können und für mich ist das bei Emma nicht gegeben.
Ich kann sogar verstehen, wenn LeserInnen dieses Romans die Langeweile, die Madame Bovary empfindet, ebenso beim Lesen empfinden.
In Hinblick auf den Roman wirkt die Figur der Emma sehr unausgewogen. Emma ist ein unmotivierter Mensch, der von Anfang an nur hedonistische Ansprüche an seine Umwelt stellt und sich jeden Tag vorjammert, dass jeder ein besseres Leben habe als sie.
Das große Plus dieses Romans ist seine feinfühlige Sprache. Am Stil Flauberts, bzw. hier in der Übersetzung durch Hans Reisiger, ist absolut nichts auszusetzen. Sprachliche Bilder lassen den Leser die Landidylle und innere Bedrängnis jeder Figur nachempfinden. Allein dieses Stils wegen empfehle ich die Lektüre dieses Klassikers.
Besonders erwähnenswert finde ich aus all den Dorfbewohnern um das Ehepaar Bovary den Apotheker. Dieser bringt eine politische, philosophische und religionskritische Perspektive in den Roman, die einem Einblicke in den Zeitgeist eines Frankreichs Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglicht.
Hervorzuheben wäre noch der Erzähler, der nicht nur jeder Figur folgen kann, sodass wir mehr Perspektiven als die von Emma kennenlernen, sondern absolut wertfrei die Handlung darlegt. Kein einziges moralisches Urteil wird über das Handeln von Emma gefällt. Dem Leser fällt also eine wichtige Aufgabe zu, das ganze Geschehen zu reflektieren und zu beurteilen. Im Jahre 1857 hat das ganze einen Skandal ausgelöst, was heutzutage wohl kaum mehr möglich wäre. Dahingehend hat Flauberts Werk vielen weiteren ähnlich thematisch aufgebauten Romanen den Weg geebnet, was man nicht vergessen sollte.
Letztlich habe ich für die Geschichte 2 Sterne vergeben und für den Stil 4,5 Sterne, womit ich bei einer Gesamtwertung von 3-3,5 Sternen verbleibe. Ein Klassiker, den man gelesen haben kann. In dieser Ausgabe und Übersetzung auf jeden Fall stilistisch absolut empfehlenswert.

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