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Jogginghosen-Henry und der ewige Krach des Lebens

Vier Fragen an Hannes Finkbeiner

Hannes Finkbeiner
© Jasper Ehrich

Wer ist eigentlich Jogginghosen-Henry?
Hannes Finkbeiner: Henry legt nicht viel Wert auf Äußerlichkeiten, weswegen man sich von seinem eigenwilligen Erscheinungsbild – Jogginghosen, Metalshirts, lange Haare – nicht abschrecken lassen darf. Der Bursche hat sein Herz am rechten Fleck, kann richtig und falsch sehr gut unterscheiden und verfügt über eine ausgeprägte emotionale Intelligenz. Allein mit diesem Rüstzeug stellt er sich den großen Herausforderungen des Erwachsenwerdens: Leben, Liebe und Tod. Zwangsläufig. Der eingefleischte Metalfan wird in den drei, vier Jahren, in denen die Kerngeschichte spielt, ganz schön durch die Mangel gedreht.

Liebe und Metal – geht das überhaupt zusammen?
Hannes Finkbeiner: Wenn einer sein Steak blutig bestellt, ist er ja kein wildes Tier, sondern für gewöhnlich ein Genießer ... will sagen: Metal ist einfach mehr als archaischer Krach, zu dem nur boshafte Kreaturen einen Zugang finden. Blues hören ja auch nicht nur todtraurige Existenzen, es ist vielmehr eine sehr leidenschaftliche Musik, die viel Wut, Trauer und Liebe transportiert und damit die Menschen auffängt. Ich halte Metalheads sogar für ausgeprägte Gefühlsmenschen, sonst würden sie sich von dieser intensiven Musik nicht mitreißen lassen – von daher liegen Liebe und Metal näher beieinander, als man vielleicht vermutet.

Warum ist ein Festival ein gutes Setting für einen Roman?
Hannes Finkbeiner: Ein Festival ist ein einziger Rauschzustand. Das ist jetzt keine Anspielung auf Alkohol und Drogen. Es kommt eine feierwütige Menschenmasse zusammen, die für kurze Zeit im Provisorium einer Zeltstadt haust. Dort gibt es skurrile Gestalten, es ist laut, alle sind aufgedreht und gut gelaunt, kurzum: es herrscht wundervolles Chaos. Das ist ein fast unverschämt ergiebiges Setting für einen Roman, denn im Grunde kann immer alles passieren. Ich musste mich beim Schreiben regelrecht zügeln, damit der Plot nicht im Festivaltrubel untergeht.

Wie sah die Recherche für das Buch aus?
Hannes Finkbeiner: Das lässt sich schwer abgrenzen. Ich war schon lange bevor ich die Idee zum Roman hatte immer mal wieder auf Festivals, aber erst beim WOA 2012 fiel mir die Figur des Jogginghosen-Henry ein. Im darauffolgenden Jahr habe ich eine Geschichte um den Charakter gestrickt und eine Textprobe verfasst. Dabei habe ich mich auf meine Erlebnisse gestützt. Erst dann bekam ich den Buchvertrag. Zur offiziellen Recherche bin ich also eigentlich erst in der folgenden Produktionsphase gefahren, was schon ziemlich cool war: Ich konnte Wacken 2014 von der Steuer absetzen ...

Jogginghosen-Henry Blick ins Buch

Hannes Finkbeiner

Jogginghosen-Henry

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