Leserstimme zu
Angelfall - Am Ende der Welt

düster, spannend, brutal

Von: Favola
19.11.2018

Dem Finale von "Angelfall" sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Band 1 hatte ich damals sogar die goldene Leseente verliehen, mit Band 2 folgte dann die Ernüchterung: Wie konnte es passieren, dass eine Trilogie, die so fulminant und innovativ gestartet war, so ins Mittelmaß abrutschte? Hatte ich meine Erwartungen zu sehr geschürt? Nur gut, dass sich auch der Mittelteil sehr flüssig lesen ließ, so dass ich doch unbedingt das Finale lesen wollte. In "Angelfall - Am Ende der Welt" fährt Susan Ee nochmals harte Geschütze auf, denn es steht der finale Kampf Engel gegen Menschen an. "Angelfall" ist nervenaufreibend spannend, vor allem aber auch äußerst brutal. Dessen muss man sich vor der Lektüre bewusst sein. Vor allem gegen das Ende häufen sich die Schockmomente und gruseligen Horrorszenarien, bis es schlussendlich zum actionreichen Showdown kommt. Penryn und Raffe sind zwei tolle Protagonisten. Beide sind toughe und coole Helden mit Ecken und Kanten. Jeder für sich ist stark und unabhängig und zusammen ergeben sie ein perfektes Duo. Trotz der düsteren Zeit verlieren sie ihren trockenen Humor nicht und bieten den Lesern so einmal mehr witzige Sprüche in diesem Endzeitszenario. Das Knistern, das man schon im ersten Band zwischen Penryn und Raffe wahrgenommen hat, wird nun immer offensichtlicher. So kommen auch die Romantiker mehr auf ihre Kosten. Aber keine Angst: Dies ist eine Endzeitgeschichte und sie rutscht zum Glück nicht ins Kitschige ab. Zudem war es sehr faszinierend mitzuverfolgen, wie sich Paige von einem gehbehinderten Mädchen in eine Art Monster entwickelt und den Kampf dagegen aufnimmt. Susan Ee hat tolle Charkatere gezeichnet und weiss ihre Gefühle zu transportieren. Daneben blieben leider viele andere Charaktere etwas blass. Da hätte ich gerne noch einige Seiten mehr gehabt, um diese besser kennenzulernen. Auch über die Welt der Engel hätte ich sehr gerne noch mehr erfahren, denn vieles dazu wurde nur angerissen. Der Schreibstil von Susan Ee hat mir ausserordentlich gut gefallen. Sie schafft den Spagat zwischen blumigen Beschreibungen und hochgradigen Schockmomenten perfekt. Mit ihren Beschreibungen baut sie eine enorm dichte und düstere Atmosphäre auf, lässt die Spannung immer weiter bis ins beinahe Unermessliche steigen und entwickelt einen so enormen Sog, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Fazit: düster, spannend, brutal Nach einem mittelmäßigen zweiten Band konnte mich das Finale von "Angelfall" doch noch versöhnlich stimmen, so dass ich diese postapokalyptische Trilogie gerne weiterempfehle. Die düstere und grausame Welt weiß zu faszinieren und die Geschichte um den Endkampf zwischen Engel und Menschen ist mitreißend. Eine perfekte Mischung, 1A Lesestoff und alles andere als 0815.