Leserstimme zu
Das geheime Leben der Bäume

Als Aufklärungswerk okay, für Naturfreunde eher weniger erkenntnisreich.

Von: Hirilvorgul
24.12.2018

Erster Eindruck beim Hören: Ja, es ist wohl ein Sachbuch. Muss man deswegen aber so sachlich und emotionslos lesen? Die mehr als nüchterne Stimme und Art zu Lesen von Roman Roth war für mich schon gewöhnungsbedürftig. Aber gut – das ging mit der Zeit. Weniger anfreunden konnte ich mich dafür mit dem Inhalt bzw. dem Text an sich. Inhaltlich bin ich ja durchaus mit dem Autor auf einer Linie: wir müssen mit unseren Wäldern sorgsamer umgehen und unbedingt über unseren Tellerrand hinausschauen. Deswegen die Bäume aber zu „vermenschlichen“ ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg. Zum anderen sind mir zu viele „gehen wir mal davon aus“, „ich bin überzeugt“, „nach meiner Einschätzung“ im Text. Zwar begründet Wohlleben seine Annahmen schon, aber es sind eben nur seine Überlegungen und an wenigen Stellen wirkliche wissenschaftlich fundierte Aussagen. Für Stadtkinder, die in ihrem Leben vielleicht 2-3 Mal im Wald waren und mit der Natur nur so viel am Hut haben, dass sie ihnen Nahrung liefert, mag das Buch die ein oder andere Offenbarung enthalten. Für mich war so gut wie nichts Neues dabei, außer vielleicht ein paar Fakten über den größten Pilz der Welt oder wie viele Arten genau sich auf einem alten Baum tummeln. Wer auch bisher schon mit offenen Augen und Ohren durch Wälder läuft und sich über das ein oder andere Naturphänomen so seine Gedanken macht, wird sich von Wohlleben bestätigt finden, mehr aber auch nicht. Da empfehle ich eher die ein oder andere Dokumentation der BBC. Von mir gibt es 3 Sterne, weil mir die Idee dahinter schon gefällt – den Menschen die Augen zu öffnen für die Wunder der Natur. Aber die Umsetzung, sowohl inhaltlich als auch sprachlich, hat mich nicht überzeugt. Fazit: Als Aufklärungswerk okay, für Naturfreunde eher weniger erkenntnisreich.