Leserstimme zu
Jesolo

Die etwas andere Schwangerschaft

Von: Buecherseele79 aus Hochrhein
08.04.2019

Andrea und George sind seit der Schulzeit befreundet, ein Paar und mitterweile leben sie eher nebeneinander her als miteinander. George möchte dass Andrea ihre Wohnung aufgibt um zu ihm, in das Haus mit seinen Eltern, zu ziehen. Doch Andrea möchte kein Haus, keinen Kredit aufnehmen, keine Kinder und will ihr Leben selbstbestimmt genießen. Dann wird Andrea jedoch ungewollt schwanger und ihr ganzes Leben erhält eine Wende....die sie so nicht vorgesehen hat..... Dieses Buch ist absolut brilliant und ruft in so viele, verschiedene Gefühle in einem hervor. Der Schreibstil ist so ganz anders, man muss genauer mitlesen, aber ich bin nie durcheinander gekommen oder konnte der Geschichte nicht mehr folgen. Auch sehr interessant sind die Entwicklungen des Embryos zu einem Kind, die die Autorin in diesem Buch zusammenfasst und immer wieder einfügt. Die Geschichte wird aus Sicht von Andrea erzählt, mit ihr konnte ich viel mitfühlen, ihre Gedanken und Ansichten haben auch mich zum nachdenken angeregt und oft hatte ich einfach nur Wut im Bauch, denn auch wenn die Autorin gewisse Dinge vielleicht zuspitzt, Humor zufügt, in einem hat sie nun mal Recht - das Bild der Frau in der Gesellschaft muss überholt werden, hier müssen neue Ansätze her, die meisten Ansichten haben sich seit den frühen 50iger nicht geändert. Darf eine Frau heute überhaupt sagen dass sie keine Kinder möchte, dass sie vielleicht dieses Kind nicht behalten will? Was suggerieren uns Medien, Familie, Freunde, Verwandtschaft, Gesellschaft vor? Ist eine Schwangerschaft nur Friede, Freude, Eierkuchen? Ist Kinder bekommen und die Kinder dann großziehen so leicht und easy und welche Rolle spielen eigentlich die Väter? Wie hoch sind die Chancen dass eine Frau, mit Kind/er, wieder einen Fuß in die Gesellschaft, in ihren Beruf fasst? Sobald man schwanger ist hat man nicht nur körperlich mit sich zu kämpfen sondern erhält von jedem Menschen, ob man will oder nicht, Ratschläge, Hinweise, auf der einen Seite soll man sich schonen, auf der anderen Seite macht man nichts und ist faul, wieso wieder oder noch immer arbeiten, im Fall von Andrea wird ihr viel Zustimmungsrecht und ihre eigene Meinung genommen bzw. nicht mehr wahrgenommen und hier denke dass sich viele Frauen, in gewisser Weise, hier wiederfinden oder viele Aussagen, Ansichten, eigene Erfahrungen erkennen. Ich bin selbst Mutter und kann vieles aus diesem Buch verstehen, nachvollziehen, aus eigener Erfahrung zustimmen. Gleichzeitig denke ich dass dieses Buch nicht jedem gefallen wird, denn man muss hier schon einiges selbst reflektieren, sich auf dieses Buch auch einlassen können und natürlich gibt es Frauen die Kinder und Schwangerschaften als das höchste Gut ansehen. Auch das Ende ist offen, es endet als die Geburt bei Andrea sich ankündigt und somit bleibt jedem Leser es selbst überlassen wie er denkt dass es mit Andrea und George weitergeht. Es ist kein Buch gegen oder für eine Schwangerschaft, sondern dieses Buch zeigt auf was Frauen leisten, ob mit oder ohne Kind, was eine Schwangerschaft für sie bedeutet aber auch dass ein Umdenken in den Köpfen stattfinden muss. Mich konnte dieses Buch absolut überzeugen und mitnehmen, ich empfehle es daher nicht nur Frauen sondern auch den Männern und spreche eine klare Leseempfehlung aus! Ich bedanke mich beim Randomhouse Verlag, dem Bloggerportal und dem Blessingverlag für das Rezensionsexemplar.