Leserstimme zu
Die schwarze Dame

Wer schon die Todesreihe von Andreas Gruber mochte, wird auch von Peter Hogart nicht enttäuscht sein.

Von: Birgit Pirker
15.11.2019

Prag, die wunderschöne Stadt an der Moldau, mit ihren bunten Barockgebäuden, der Karlsbrücke mit den kunstvollen Heiligenfiguren und den verwinkelten Gassen mit alteingesessenen Wirtshäusern und Handwerksbetrieben. Und auf den Straßen dominiert das alte grobe Kopfsteinpflaster! Andreas Gruber hat in „Die schwarze Dame“ den Flair der Stadt wirklich wunderbar einfangen. Mit viel Wortwitz und einer spannenden Handlung ist es ihn gelungen, einen Thriller zu schreiben, der es in sich hat. Der Wiener Detektiv Peter Hogart bekommt den Auftrag nach Prag zu fliegen, wo er nicht nur den Brand in der Nationalgalerie untersuchen soll, sondern auch nach 12 überaus wertvollen Gemälden des Künstlers Oktavian recherchieren soll, die angeblich mit verbrannt sind. Eine Mitarbeiterin der Versicherungsgesellschafft soll bereits herausgefunden haben, dass es sich bei den zerstörten Bildern um Fälschungen gehandelt hat. Aber wo sind die Originale? Und warum kam die Mitarbeiterin nicht mehr nach Österreich zurück? Wer steckt hinter ihrem Verschwinden? Bei seinen Recherchen stößt Peter Hogart auf Ivona. Ihres Zeichens ebenfalls Detektivin, die den Mord an einer jungen Frau aufklären soll, deren Körper ohne Kopf und Hände gefunden wurde. Und es gibt noch sieben weitere solcher Leichen! Die Beiden stoßen bei ihren Fällen auf interessante Parallele … Wer schon die Todesreihe von Andreas Gruber mochte, wird auch von Peter Hogart nicht enttäuscht sein. Bei „Die schwarze Dame“ handelt es sich um den ersten Band einer neuen Reihe, rund um den Versicherungsdetektiv. Er ist zwar kein so auffälliger Charakter wie Maarten S. Sneijder, aber durchaus ein Ermittler mit Ecken und Kanten, der mich von sich und seinen Fähigkeiten absolut überzeugen konnten. Der Thriller ist fesselnd geschrieben, in einem mitreißenden Erzählton und auch in dieser Reihe erkennt man wieder sofort den so vertrauten Schreibstil des Autoren wieder. Die Szenen werden sehr ausführlich und bildlich geschildert und oft hatte ich mit Peter Hogart richtig Mitleid. Der Arme muss wirklich so einiges einstecken! Dieser Fall ist äußerst spannend und komplex, aber ohne zu überfordern. Während wir das perfide Spiel verfolgen, wird dem Leser die Prager Geschichte ebenso nahe gebracht, wie das Thema der psychischen Störungen. Von Seite zu Seite wird man immer mehr in den Sog des Buches gezogen! Der Fall um die gefälschten Gemälde gerät sehr schnell in den Hintergrund und das Hauptaugenmerk fällt auf die grausam verstümmelten Leichen, die in ganz Prag auf schwarzen und weißen Laken aufgefunden werden. Andreas Gruber inszeniert ein Katz-und-Maus-Spiel mit vielen tollen und überraschenden Wendungen und wie immer habe ich mit recherchiert und Fakten kombiniert … und lag natürlich wieder total falsch!