Leserstimme zu
Dan-Sha-Ri: Überflüssiges loswerden, das Leben aufräumen

Endlich die Dinge loslassen!

Von: Monika Schulte
15.02.2020

Das Thema Aufräumen und Minimalismus sind gerade absolut in. Von diesem Buch hier habe ich mich sofort angesprochen gefühlt. Es geht in diesem Buch auch nicht um spezielle Techniken, wie ich etwas aufräumen kann, wie ich eine Ordnung herstellen kann. Hier geht es darum, sich tatsächlich von vielen Dingen zu trennen, die nur noch nutzlos herumliegen. Wenn man sich tatsächlich von allem nutzlosem Zeug trennt, benötigt man keine speziellen Aufräumtechniken mehr. Ich bin eigentlich als "Aufräumerin" bekannt. Mehrmals im Jahr entrümpele ich Schränke und Schubladen und doch gibt es auch bei mir unzählige Dinge, die ich eigentlich gar nicht mehr benötige. Behalte ich etwas, weil ich damit bestimmte Emotionen verbinde? Hat mir den Gegenstand vielleicht jemand geschenkt, den ich nicht verletzen möchte, indem ich das Geschenk jetzt weitergebe? Da hängt der Schrank voll mit Kleidern und Shirts, doch wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, greifen wir doch immer zu den altbewährten Lieblingsstücken. Der Rest hängt einfach nur rum. Und warum haben wir so viel Geschirr im Schrank? Hideko Yamashita fragt mehrmals, wieso wir ein bestimmtes Geschirr nur benutzen, wenn zum Beispiel Besuch da ist oder an Feiertagen. Warum? Sind wir selbst es nicht wert, dieses Geschirr zu benutzen? Und benötigen wir wirklich all die Deko-Artikel, die wir aufgestellt haben? Immer und immer wieder fragt sie den Leser und bringt diesen auf Spur. Noch während ich das Buch gelesen habe, hat es mich schon wieder in den Fingern gejuckt. Meine wenigen Bücherregale sind vollgestopft mit Büchern. Die Bücher stehen in Zweier- manche gar in Dreierreihe. Dafür und daneben immer noch Urlaubsmitbringsel, Erinnerungen, Väschen hier, Figürchen da. Fühle ich mich wirklich damit (noch) wohl? Nein, ich tue es tatsächlich nicht. Aus Platzgründen kann ich nicht mehr Regale aufstellen. Von vielen dieser Deko-Artikel möchte ich mich allerdings auch tatsächlich nicht trennen. Ganz so radikal gehe ich damit jedoch (noch) nicht um. Für mich persönlich habe ich beschlossen, viele dieser Dinge erst einmal in eine Kiste zu verstauen. Dann sehen wir weiter. Ich bin jedoch schon dabei, den Kleiderschrank ein weiteres Mal zu durchforsten. Als nächstes kommt die Küche dran. Immer Schritt für Schritt, nicht alles auf einmal. Und schon nach 2 Säcken mit Kleidung fühle ich ein befreiendes Gefühl. "Dan-Sha-Ri" von Hideko Yamashita, absolut empfehlenswert für alle, die längst schon einmal richtig aufräumen wollten. Das betrifft übrigens nicht nur Kleider- und Küchenschränke. Es geht auch um das Leben selbst. Worauf noch warten? Einfach anfangen!