Leserstimme zu
Alles, was geschieht, hat seinen Grund

Vier Frauen in Madrid

Von: Ines
23.05.2020

*Achtung Spoiler* Freundschaften sind kein Zufall. Oder doch? Die Hauptfiguren des spanischen Episodenromans verbindet, dass ihr Leben an einem Wendepunkt angelangt ist - Marina, Anwältin, steht vor den Trümmern ihrer Ehe, die ihr Mann nicht mehr möchte. - Carmela, verwitwete Rentnerin, hat unheilbaren Krebs und möchte sich von ihrem erwachsenen Sohn verabschieden, der im Ausland lebt. - Sara, von Beruf Tochter, hat Panik vor der geplanten Eheschließung und begibt sich nach einem Selbstmordversuch in Psychotherapie. - Viviana, Prostituierte, sucht den Weg in ein neues Leben und versucht nach dem Tod ihres Vaters ihre belastete Kindheit und Jugend zu verarbeiten. Das Besondere an dem Roman ist, dass alle Episoden als Sprachnachrichten auf Anrufbeantwortern hinterlassen werden. Marina spricht mit der Mailbox ihres Mannes, Carmela mit dem heimischen AB ihres Sohnes, Sara textet ihren Therapeuten zu, der ihr per E-Mail antwortet, und Viviana spricht auf den AB des verstorbenen Vaters. Der Leser hat immer nur die eine Perspektive und erhält keine Antworten. Ein anderer Aspekt ist der, dass sich einige Personen des Romans im Lauf des Lebens über den Weg laufen und teilweise sogar Freundschaften daraus entstanden sind oder jetzt entstehen. Dabei ist es schön, mehr über die verschiedenen Sichtweisen zu erfahren. Das Buch, das mir als Rezensionsexemplar vom btb Verlag zur Verfügung gestellt wurde, hat mir gefallen. Trotz der schwierigen Lebensphasen der Figuren hat es schöne Momente. Die Geschichten der vier Frauen haben mich berührt.