Leserstimme zu
Ansatzschnäpse

Nicht nur für Genießer

Von: Anika B.
11.05.2016

Das Buch von Walter Gaigg strotzt nicht gerade vor modernem Design der Do-It-Yourself-Szene, dafür überzeugt es vor allem mit Wissen. Denn das Buch soll nicht nur hübsch im Regal aussehen, sondern will seinen Lesern ein wertvoller Ratgeber sein. Grob ist das Büchlein in zwei Abschnitte unterteilt: Einmal die Theorie der Zubereitung und einem anschließenden Rezeptteil. Im ersten Abschnitt erfährt man auf knapp 37 Seiten, wie man Ansatzschnäpse selber macht und erlernt die Grundlagen der Wein- und Sektbereitung. In einer Tabelle finden angehende Schnapsdrosseln die entsprechenden Ansetzzeiten der verschiedenen Zutaten wie Kümmel, Löwenzahn, Pfefferminz sowie Zitrone, denn nicht alles wächst das ganze Jahr über in Deutschland. Anschließend handelt Walter Gaigg sämtliche Grundlagen ab. Der Leser erfährt eine Menge über benötigte Gerätschaften, die Vorbereitung der Ansetzfrüchte, den Zuckerzusatz, das Filtrieren, die richtigen Verschlüsse der Flaschen sowie die Lagerung der selbst gemachten Ansatzschnäpse. Mit diesem Wissen kann also nichts mehr schief gehen. Beginnend mit einem kurzen Abriss der Botanik folgen je pflanzlichem Ausgangsprodukt mindestens ein Rezept. Sämtliche Rezepte im Buch verwenden ausschließlich Früchte, Wildkräuter und Blüten aus dem heimischen Garten. Dabei hat der Autor darauf geachtet, dass die Rezepte einfach und naturrein gehalten sind. Somit ist der pure Geschmack der Zutaten gewährleistet. Beim Durchblättern habe ich mich spontan für den Hagebutten- und den Holunderblütenlikör entschieden. Auf die roten Früchte der Heckenrose muss ich leider noch warten, aber der Holunder steht bald in voller Blüte. Und dann geht's los. Das Rezept bekommt ihr dann in einem gesonderten Blogbeitrag. Fazit: Für Genießer selbst gemachter Liköre, Schnäpse und Weine ist dieses Buch perfekt. Leicht verständlich dürften die Anleitungen auch für Anfänger machbar sein.