Leserstimme zu
Trauma und Gedächtnis

Eine mega hilfreiches Buch

Von: Jacqueline Stamm aus Regensburg
22.10.2016

Zuerst möchte ich dem Kösel Verlag danken, dass ich ein Rezensions Exemplar lesen durfte, danke Ihnen für Ihr Vertrauen in meine Meinung und Erfahrung. "Vorsicht Spoiler!" Herr Levine hat das Buch mit seinen Themen fortlaufend, sinnvoll und interessant gestaltet, so dass es eine Reise für einen selbst ist als Betroffene Person und für Angehörige und Fachpersonal ein nachfolgendes Erklären und Verstehen ist. Mich als Betroffene hat sehr berührt wie er erstmal das Erinnern, das Gedächtnis und die Verarbeitung im Gehirn sehr verständlich, nachvollziehbar, auch durch seine eigenen Lebenserfahrungen erklärt hat. Ich hatte manches mal ein Aha Erlebnis, aber auch ein Freuen, dass ich intuitiv schon einiges verstanden habe und so mich habe führen lassen. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite bereichernd. Er erklärt auch wie falsche Erinnerungen durch Manipulation von aussen entstehen können und hat mir als Betroffene erklärt wie bei einer vom Trauma betroffenen Person das Gehirn funktioniert, was anders ist, wieso und warum und wann Erinnerungen an die Oberfläche drängen und wie das zu verstehen ist und welcher Umgang damit am effektivsten, hilfreichsten ist. Mich haben die Erfahrungen und Erlebnisse von Baby Jack und dem Soldaten Ray sehr berührt. Ihre Vorgeschichte und Ihr Weg nachdem sie wenige oder einige Sitzungen mit Herrn Levine und deren positiven Veränderungen machen Mut. Er zeigt was möglich ist, was wichtig bei den Begegnungen ist und dass das Gehirn diese Begegnungen nie vergisst, besonders eindrücklich bei Baby Jack - es hat Herrn Levine ein paar Jahre später nicht mehr als Person direkt wiedererkannt, aber seine Seele wusste, dass er ein Schlüssel, ein wichtiger Begleiter ist und war, denn eine gewisse Vertrautheit war sofort wieder da und spürbar beim Lesen. Er zeigt auch medikamentöse Visionen für die Zukunft und deren Wirkungen und wie sinnvoll sie wäre. Zugleich macht er Mut sich mit dem Trauma zu befassen, es zu integrieren und zu akzeptieren und berichtet auf verschiedene Arten wie dies möglich ist und warum es so wichtig ist. Er sieht immer den Menschen, nicht nur den Patienten und macht klar, wie notwendig unterstützende und begleitende Beziehungen sind. Dieses Buch hat mir Klarheit gebracht, mehr Mitgefühl und Verständnis mir und meinem Lebensweg gegenüber. Und den für mich wertschätzenden Weg weiter zu gehen. Es regt an, sich anders Betroffenen zu nähern, interessiert zu sein, wie sie was erlebt haben und wie ihr Trauma ihr Leben verändert hat und welche Erkenntnisse sie daraus gezogen haben. So wie es Herr Levine vorlebt. Ich danke für diese entlastende und lehrreiche Lektüre und danke auch Herr Levine für seine Arbeit für Betroffene und mit Ihnen. Mit freundlichen Grüssen Jacqueline Stamm