Leserstimme zu
Schicksalsjahre

Schicksalsjahre von Jan Guillou

Von: Buecher_tipps
29.05.2017

Der vierte Teil der Reihe „Die Brückenbauer“ – Großfamilie Lauritzen in den Wirren des zweiten Weltkriegs Inhalt: Während im restlichen Europa der zweite Weltkrieg tobt, lebt, die aus Norwegen stammende Familie Lauritzen recht privilegiert im neutralen Schweden. Lauritz baut wieder als Ingenieur eine Brücke und kümmert sich wenig um Politik. Allerdings stehen in der Familie nicht alle Mitglieder auf der selben Seite der Kriegsparteien. Der älteste Sohn Harald ist in Deutschland bei der SS aktiv. Die Töchter hingegen arbeiten für den schwedischen Geheimdienst bzw. die Befreiung der norwegischen Heimatfront. So hat der Krieg nach und nach immer mehr Auswirkungen auf das Schicksal der Familie. Auch sonst bleibt die Familie nicht von Krankheit und Tod verschont, doch neu geborene Familienmitglieder geben Hoffnung auf eine Zukunft.   Meine Meinung: Die Geschichte wird ausschließlich aus der Perspektive des Familienoberhaupts Lauritz Lauritzen erzählt. Dabei ist es sicherlich hilfreich, die vorherigen Bände gelesen zu haben, sonst bleibt die restliche Familie doch sehr im Nebel. Das ist dann auch das Problem des Buches. Die anderen Charaktere sind nur schwer zu fassen und man erfährt erstaunlich wenig über sie. Lauritz erlebt schwere Schicksalsschläge, aber trotzdem konnte ich mich nicht richtig mit ihm identifizieren. Seine politischen Ansichten sind dermaßen naiv und wenig reflektiert, dass es mit unserem heutigen Wissen über die damalige Zeit, schwer fällt, diesen Einstellungen zu folgen. Ja, es ist interessant die politischen Ereignisse aus skandinavischer Sicht zu erleben und das Buch ist wie die vorherigen Bände auch gut geschrieben. Aber insgesamt hätte ich mir doch etwas mehr erwartet. An die Spannung des ersten Teils kommt dieser vierte Teil leider nicht heran. Auch macht gerade der Perspektivenwechsel zwischen den Lauritzen Brüdern die Stärke des ersten Teils aus. Dies fehlt hier leider gänzlich. Insgesamt 3/5 Sternen.