Leserstimme zu
Planetenjäger

Rezension zu "Planetenjäger"

Von: Zsadista
25.08.2017

Ramon Espejos lebt seit langem auf Sao Paulo. Einem von Menschen besiedelten Planten im irgendwo. Ramon ist kein netter Mensch, er neigt zu Wutausbrüchen und unüberlegten Taten. So ermordet er abends in der Kneipe einen Mann. Als sich heraus stellt, wer der Mann war, muss Ramon das Weite suchen. Er will für eine Zeitlang in die Wildnis flüchten. Dies sollte nicht auffallen, da er ein Prospektor ist, der für die Suche nach neuen Materialen zuständig ist. Doch auf seiner Flucht wird er Gefangener einer neuen Alienart, die bislang noch nicht bekannt ist. Von ihnen wird er gezwungen, einen anderen entlaufenen Häftling wieder einzufangen. Die Jagd beginnt … „Planetenjäger“ ist ein Science Fiction Roman aus der Feder des Autorentrios George R. R. Martin, Gardner Dozois und Daniel Abraham. Die Optik des Romans ist einfach fantastisch. Das Raumschiff über dem grünen Planeten ist einfach ein Hingucker. Die Inhaltsangabe hört sich dann auch noch sehr spannend an. Also eigentlich direkt ein Buch für mich. Leider haben weder das Cover, noch der Titel etwas mit dem Inhalt des Buches zu tun. Nach dem Ende des Buches frage ich mich immer noch, was hat das alles mit „Planetenjäger“ zu schaffen? Ich mag es schon mal gar nicht, wenn Titel und Cover nicht zum restlichen Buch passen und mir als Leser etwas anderes vermitteln. Die Story an sich fängt recht eigensinnig an. Man könnte fast glauben, man ist noch auf der Erde und es ist gar keine Science Fiction Roman. Ich fand das gar nicht mal so schlecht. Das Ganze erinnerte mich anfangs etwas an „From Dusk till Dawn“. Es fängt mit einem dreckigen Roadmovie an und endet im Horror. Da wusste ich noch nicht, wie sehr ich mich in dieser Annahme getäuscht hatte. Ramon ist also ein Typ, der dreckiger nicht sein kann. Er ist so etwas von Frauenfeindlich, so eine Figur muss man heute in Büchern wohl lange suchen, wenn man nicht gerade diese Vampir Liebesromane liest. Er ist aufbrausend, kennt wohl die komplette Liste der Schimpfwörter hoch und wieder runter, arbeitsscheu und einfach jämmerlich. Gut, damit wäre ich soweit noch klargekommen. Man muss nicht jeden Charakter in einem Buch leiden können. Der Anfang der Story lies sich dann auch noch ganz gut lesen. Was mich recht schnell wirklich stark nervte, waren die Fremdwörter, die ich nicht verstand und die auch nicht übersetzt wurden. Am Anfang ging das noch. Als dann die Aliens auftauchten, waren diese Worte ständig zu finden. Ich weiß nicht, was das soll? Ist es einem Herrn Martin und Co wirklich zu viel abverlangt, einen Anhang im Buch zu schaffen um ihre erfundenen Wörter zu erklären? Die ersten 100 Seiten habe ich mich dann wirklich noch Wort für Wort durchgequält. Zu den Fremdwörtern gesellte sich dann auch noch eine ewig lahme Story. Die ersten Seiten überblätterte ich, als ellenlang die Jagd nach etwas essbarem beschrieben wurde. Ich weiß gar nicht mehr, über wie viele Seiten das ganze ging. Um dann kurz zu schlafen und am nächsten Morgen wieder nach Essen zu suchen. Ich muss dann sagen, ich hab recht zügig auf schnelleres Lesen umgestellt und ziemlich viel des Buches einfach nur überlesen. Es gab dann bis zum Ende hin zwei drei Aha-Momente, was allerdings das gesamte Werk auch nicht wirklich besser machte. Ich bin von dem Buch einfach durchweg enttäuscht. Die paar Stellen, die mir gefallen haben, reichen wirklich nicht, mich über das Buch zu freuen. Es gibt bestimmt viele Leser, die dieses Werk als Perle des Schreibens und der besten Idee schlechthin sehen. Wenn ich wirklich alles Positive für mich aus dem Buch heraus ziehe, komme ich mit hängen und würgen und viel gutem Willen gerade mal noch auf gut gemeinte zwei Sterne. Das Buch hätte mit der Hintergrundidee wirklich gut werden können. Auch wenn der Hauptcharakter ein kaum zu ertragender, ständig nur Schimpfwörter benutzender Widerling ist.