Leserstimme zu
Der Fönig

Der Weckstabenverbuchsler für Erwachsene!

Von: Erlesene Seiten
05.02.2018

Erinnert sich noch einer an die Sketche der Comedy-Sendung RTL Samstag Nacht, Kentucky schreit fi****? In dieser Sendung kamen durch das Vertauschen von Anfangsbuchstaben die ulkigsten Dialoge zustande. Einige dieser Wendungen sind mir auch heute noch im Gedächtnis und bringen mich nach wie vor zum schmunzeln. Walter Moers bedient sich der gleichen Methode. Er tauscht aber nicht wahllos Buchstaben aus, sondern ersetzt Fs durch Ks und umgekehrt. Eigentlich ganz simpel. Der Text, der dadurch entsteht, ist zum schieflachen und verursacht den ein oder anderen Knoten in der Zunge. Von der Handlung sollte man lieber nicht allzu viel erwarten. Das Moerschen (noch so eine wortspielerische Raffinesse!) ist ein kurzer Comicstreifen mit märchenhaften Elementen. Als es zum Frieg mit Kranfreich kommt, erwartet man noch so halb eine politische Botschaft, doch die Geschichte kippt etwa in der Hälfte ins Ordinäre und kommt dort nicht mehr heraus. Das ist sicherlich Geschmackssache. Manch einer findet vielleicht, dass die wortspielerische Genialität Moers‘ dadurch verloren geht, andere freuen sich einfach über die kurzweilige Unterhaltung im Stil von ‚Das kleine Arschloch‘. Insgesamt bietet ‚Der Fönig‘ ein kurzes Lesevergnügen. Selbst wenn man sich Zeit lässt, die Bilder eingehend studiert und die Buchstabenverdreher entschlüsselt, ist die Lektüre nach 20 Minuten beendet. Fans von Walter Moers werden von dem Buch trotzdem nicht die Finger lassen, und um ein geselliges Beisammensein mit Freunden um ein paar heitere Momente zu bereichern, ist es gewiss auch geeignet.