Leserstimme zu
Keine Angst! ... ist auch eine Lösung

Keine Angst ist auch keine Lösung

Von: LiteraKultur
20.05.2018

Als ich durch das Bloggerportal von Randomhouse auf dieses Buch mit dem Titel „Keine Angst ist auch eine Lösung“ von Alexa Henning von Lange und Marcus Jauer aufmerksam geworden bin, war ich mir schnell sicher, dass ich es lesen wollte. Angst ist ja in der heutigen Zeit ein Phänomen, das viele Menschen betrifft und die Medien und Politiker spielen gezielt mit der Angst der Menschen, um Einfluss nehmen zu können. Seine Ängste zu offenbaren, bedeutet, etwas intimes aus seinem Leben preiszugeben, jedoch kann es auch bewirken, dass man sie durch die Konfrontation so verringert. Inhalt: In diesem Buch werden abwechselnd von Alexa und Marcus kleine Geschichten aus ihrem Leben erzählt, in denen die Angst eine Rolle spielt. Durch diesen Aufbau ist das Buch auch für zwischendurch gut geeignet. Es beginnt mit Ängsten in der Kindheit, die oft durch die Eltern selbst hervorgerufen werden und geht weiter über die Pubertät bis hin ins Erwachsenenalter. Meine Meinung: Ich konnte mich besonders mit Alexas Geschichten gut identifizieren: Auf der einen Seite war ich von ihrer Offenheit im Umgang mit dem doch sehr intimen Thema Angst beeindruckt und auf der anderen Seite kamen mir einige Episoden aus ihrer Teenagerzeit selbst bekannt vor. Die Angst verlassen zu werden oder die Angst nicht dazuzugehören, kennen sicher viele Menschen. In Marcus Geschichten wurde deutlich, wie Angst auch in andere Gefühle oder Verhaltensmuster umschlagen kann, beispielsweise in Perfektionismus und Kontrollzwang. Ich konnte mich jedoch weniger mit ihm identifizieren, weshalb ich manche seiner Kapitel nicht so spannend fand. Besonders bei Alexas Gedanken, dass die Angst der Jugend oft die Leichtigkeit und Freude genommen hat, habe ich mich angesprochen gefühlt. Dennoch bemüht sie sich am Ende eines jeden Kapitels etwas positives für sich zu gewinnen. Ich fand es interessant zu lesen, wie tief die Angst schon in der Kindheit verwurzelt ist. Ich selbst habe (wie meine Mutter schon) seit der Jugend an Angst vor den Tauben in der Stadt und frage mich immer wieder, wie ich diese Angst besiegen kann- die für viele jedoch irrational erscheint. Auf der anderen Seite habe ich keine Angst aufs offene Meer hinauszuschwimmen, obwohl ich viele Menschen kennen, die sich davor fürchten. Fazit: Das Buch lädt also zu einer Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten ein, auch wenn es kein ein therapeutisches Buch ist oder sein soll. Stattdessen zeigt es, dass Angst nichts statisches ist, das man nicht verlieren kann und dass es nichts ist, wofür man sich schämen muss. Ich bin traurig, dass ich dieses Buch nicht schon als Teenager lesen konnte und würde es jederzeit an junge und alte Menschen weiterempfehlen.