Leserstimme zu
Eine Liebe, in Gedanken

Wie aus dem Leben gegriffen

Von: buecherecke
31.05.2018

Inhalt: Hamburg, 1964. Antonia und Edgar scheinen wie füreinander gemacht. Sie teilen den Traum von einer Zukunft fern von ihrer Herkunft. Im Krieg geboren und mit Härte und Verdrängung aufgewachsen, wollen die Welt kennenlernen, anders leben und lieben als ihre Eltern. Edgar ergreift die Chance, für eine Außenhandelsfirma ein Büro in Hongkong aufzubauen. Toni soll folgen, sobald er Fuß gefasst hat. Nach einem Jahr der Vertröstungen löst Toni die Verlobung. Sie will nicht mehr warten und hoffen, sondern endlich weiterleben. Tonis und Edgars Leben entwickeln sich auseinander, doch der Trennungsschmerz zieht sich wie ein roter Faden durch beide Biographien. Toni lebt in dem Konflikt zwischen ihren Idealen von Freiheit und Unabhängigkeit und dem Wunsch, sich zu binden, um Edgar zu vergessen. Fünfzig Jahre später, nach dem Tod ihrer Mutter fragt sich Tonis Tochter: War ihre Mutter gescheitert oder lebte sie, wie sie es sich gewünscht hat: selbstbestimmt und frei? Wer war dieser Mann, den sie nie vergessen konnte? Die Tochter will ihm begegnen, ein einziges Mal. Mein Lieblingszitat: Meine Meinung: Ich finde, dass der Inhalt von diesem Buch echt Lust aufs Lesen macht und auch das Cover gefällt mir gut. Schon direkt am Anfang konnte ich mich gut in die Geschichte hineinversetzen. Es wird mal aus der Perspektive der in der heutigen Zeit lebenden Tochter der Hauptprotagonistin Toni, mal aus der Perspektive von Toni in den 60ern erzählt. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Autorin clevererweise beim Berichten aus der Sicht der Tochter in der Ich-Perspektive und in der Vergangenheitsform schreibt und im Gegensatz dazu beim Erzählen aus Tonis Sicht die personale Erzählperspektive anwendet und in der Gegenwartsform schreibt. Dadurch werden Tonis Erlebnisse sehr viel realistischer und es fiel mir leichter, mich auch in die Gedanken und Gefühle ihrer Tochter hineinzuversetzen. Toni als Hauptprotagonistin war mir, genauso wie ihr Freund Edgar recht sympathisch, weil ich ihre Ansichten recht gut verstehen konnte. Der Schreibstil der Autorin hat mir an sich auch gut gefallen, weil er einige recht poetische Passagen enthält, aber nicht zu viele, sodass sich der Roman noch entspannt lesen lässt. Es gab in „Eine Liebe, in Gedanken“ viele Stellen, die zum Nachdenken angeregt haben und mich erst einmal zum Innehalten bewegt haben. Jedoch werden diese Stellen mit witzigen Momenten ausgeglichen, sodass ein bisschen Abwechslung in die Geschichte kommt. Zur Geschichte kann ich nur sagen, dass sie super realistisch und darum natürlich auch traurig ist. Leider waren die Ereignisse mir manchmal etwas zu ausführlich beschrieben. Trotzdem gefällt mir die Geschichte an an sich total, weil sie mir wie aus dem Leben gegriffen scheint. Mein Fazit: Die realitätsnahe Geschichte einer Liebe, die sich auseinanderentwickelt, erzählt durch einen poetischen Schreibstil. Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar! Eine Liebe, in Gedanken bekommt von mir 4/5 Sterne!