Leserstimme zu
So also endet die Welt

Eine vermeintlich ganz normale Familie

Von: Anatolia
22.07.2018

Das Buch dreht sich in erster Linie um das finnische Ehepaar Erik und Julia und ihre Kinder Anton und Alice, die den Sommer in einem Ferienhaus mitten in der Natur in Finnland verbringen. Kurz vor dem Urlaub verliert Erik seinen Job, was er jedoch vorerst vor seiner Familie verheimlicht und dadurch anfängt, mich sich selbst zu hadern und immer mehr zu trinken. Julia hingegen plagt sich mit einer Schreibblockade, nachdem sie sich nach ihrem Debütroman endlich an ihr zweites Buch heranwagen möchte. Sohn Anton wirkt noch sehr kindlich und hängt sehr an seiner Mutter. Tochter Alice wird langsam zum Teenager und erlebt während des Urlaubs ihre erste große Liebe mit dem Nachbarsjungen Leo. Dieser Leo ist übrigens der Sohn von Julias Urlaubsfreundin Marika aus Kindertagen. Beide Frauen verbrachten in der Kindheit jahrelang am selben Ort ihren Sommerurlaub und die beiden Frauen treffen sich nun zufälligerweise dort auch wieder. Marikas schottischer Mann Chris ist Anführer einer Hippie-Bewegung, die sich vor allem mit dem Klimawandel beschäftigt und die nun mit weiteren Leuten aus dieser Bewegung den Sommer verbringen. Des Weiteren kommen auch die Eltern von Julia zu Besuch, sowie der Bruder von Erik namens Anders, der sich mit einer weiteren Nachbarin anfreundet. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist sehr interessant und flüssig geschrieben und beschäftigt sich sowohl mit aktuellen politischen Themen als auch mit tiefgründigen Themen über das Leben an sich. Was ich so besonders an dem Buch fand, ist, dass von Kapitel zu Kapitel die Perspektive von Person zu Person wechselt und hierbei beide Familien beinhaltet. Man erfährt dadurch viel über die Gedankenwelt, Denkweisen und Erfahrungen aller Beteiligten, was ich so bisher noch in keinem anderen Buch gelesen habe. Interessant fand ich auch, dass man die verschiedenen Lebensabschnitte und die dazugehörigen Hochs und Tiefs der Beteiligten miterleben kann, sowohl in der "Echtzeit" als auch anhand von Rückblenden in die Vergangenheit. Mir hat das Buch rundum sehr gut gefallen und ich kann es daher nur weiterempfehlen und bin dadurch auch auf den Debütroman des Autors Philip Teir neugierig geworden.