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So also endet die Welt Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-21922-2

NEU
Erschienen:  21.05.2018
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Julia und Erik, Mitte dreißig, verbringen die Ferien mit ihren Kindern im Sommerhaus an der Westküste Finnlands. Die Atmosphäre zwischen den Eheleuten ist angespannt: Julia, Autorin eines erfolgreichen Romandebüts, quält sich mit einer Schreibblockade und hadert damit, sich zu früh gebunden zu haben. Erik bangt um seinen Job als Informatiker, mit dem er die Familie ernährt, und wird unter dem Druck zum Lügner. Während Tochter Alice ihre erste Liebe erlebt, spitzen sich die Konflikte zwischen den Eheleuten in den zehn Wochen Urlaub dramatisch zu.

Mit großer Kunstfertigkeit und einer sanften Intensität, die den Leser nicht mehr loslässt, erzählt Philip Teir von einer scheinbar ganz normalen Familie und vermag die Risse in ihrem Zusammenleben mit atemberaubender und verstörender Präzision zu schildern.

»Philip Teirs Roman ist ein Meisterstück über die schwer kalkulierbare Dynamik menschlicher Gefühle.“«

SPIEGEL online (23.05.2018)

Philip Teir (Autor)

Philip Teir, geboren 1980, gilt als einer der wichtigsten Nachwuchsautoren Finnlands. Er hat bereits Gedichte und einen Band mit Kurzgeschichten veröffentlicht und ist Herausgeber von Anthologien. Philip Teir lebt als freier Journalist und Schriftsteller mit seiner Familie in Helsinki. Sein Debüt Winterkrieg erschien 2014 bei Blessing.


Thorsten Alms (Übersetzer)

Thorsten Alms, geboren 1966 in Celle, studierte Skandinavistik, Geschichte und

Sprachwissenschaft an den Universitäten Bonn und Lund (Schweden). Seit 2003

arbeitet er als freier Literaturübersetzer aus den Sprachen Schwedisch,

Dänisch, Norwegisch und Englisch. Er lebt mit seiner Familie in Stolberg bei

Aachen.

»Philip Teirs Roman ist ein Meisterstück über die schwer kalkulierbare Dynamik menschlicher Gefühle.“«

SPIEGEL online (23.05.2018)

Aus dem Schwedischen von Thorsten Alms
Originaltitel: Så här upphör världen
Originalverlag: Natur och Kultur

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-21922-2

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blessing

NEU
Erschienen:  21.05.2018

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Ein Roman über Beziehungsgeflechte und mühsam aufrechterhaltene Fassaden

Von: Annette Traks Datum: 29.05.2018

www.annette-traks.com

Julia (35) schreibt neben ihrer regulären Arbeit gerade an ihrem zweiten Roman, ihr gleichaltriger Mann Erik arbeitet als Informatiker in einem großen Warenhaus. Die 10-wöchigen Ferien verbringen sie mit den Kindern Alice (13) und Anton (10) in einem Sommerhaus an der finnischen Westküste. Das Ehepaar hofft, während der Zeit auch wieder mehr zueinanderzufinden.

Doch bald nach der Ankunft erhält Erik die Nachricht, dass er seinen Arbeitsplatz verloren hat, verschweigt dies jedoch der Familie. Julia kommt mit dem Schreiben nicht wie gehofft voran und hadert insgesamt mit ihrem Schicksal.

Sie stellt fest, dass ihre Jugendfreundin Marika, zu der seit vielen Jahren kein Kontakt mehr bestand, im Haus nebenan wohnt - zusammen mit ihrem Partner, einem Umweltaktivisten, und dem gemeinsamen Sohn Leo.

Erik und Julia gewinnen durch die Nachbarn Einblick in eine völlig andere Lebenseinstellung und -weise.

Alice erlebt ihre erste Liebe mit Leo, während Anton sich gewohnt anlehnungsbedürftig zeigt.

Als Eriks Bruder Anders, der einige Zeit in Vietnam gelebt hat, und Julias Eltern in dem Sommerhaus auftauchen, kommt es zu Konflikten auf allen Ebenen.

Resümee:
Der Leser lernt am Anfang eine offenbar ganz normale, traditionelle Durchschnittsfamilie kennen: ein Ehepaar, beide Mitte 30, mit zwei Kindern - einem anlehnungsbedürftigen 10-jährigen Jungen und einem 13-jährigen Mädchen am Anfang der Pubertät.

Die Frau geht einer Erwerbstätigkeit nach, ihr Hobby ist die Schriftstellerei, während der Mann und Haupternährer der Familie um seinen Arbeitsplatz bangt.

Die Eheleute haben sich früh gebunden, mittlerweile etwas voneinander entfernt und hoffen, in dem langen Familienurlaub wieder zueinanderzufinden.

Doch das familiäre Beziehungssystem gerät immer mehr aus dem bereits leicht instabilen Gleichgewicht:

• Erik bekommt telefonisch die Information, dass er ihm Rahmen einer betrieblichen Sanierung seinen Arbeitsplatz verloren hat,

• Julia hat eine Schreibblockade und ist unzufrieden, weil sie sich so früh gebunden hat,

• nebenan wohnen Leute mit einer anderen Einstellung zur Welt und praktizieren eine andere Lebensform,

• Tochter Alice wird flügge und erlebt mit dem Sohn der Nachbarfamilie ihre erste Liebe,

• Sohn Anton ist ängstlich, unsicher und braucht viel Zuwendung - die ihm zwar jeder zu geben versucht, was aber nicht immer in dem gewünschten Maß gelingt,

• durch den Besuch von Eriks Bruder Anders und Julias Eltern treten wieder "Altlasten" zutage.

Dadurch entstehen Konflikte, die sich immer mehr zuspitzen. Es ist dem Autor gelungen, diesen Prozess einerseits mit filigraner Präzision, andererseits mit intensiver Deutlichkeit aufzuzeigen.

Aber auch das alternative Beziehungssystem der "modernen Hippies" nebenan ist nicht das, was es zu sein vorgibt, und gerät aus der nach außen demonstrierten Balance.

Fazit: ein Roman über

• Beziehungsgeflechte in einer traditionellen und einer alternativen Lebensform, die durchaus Berührungspunkte haben, und
• mehr oder weniger mühsam aufrechterhaltene Fassaden, in denen die Risse immer größer werden.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Beziehungsstudie

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 07.06.2018

www.rezensions-seite.de

Auf der einen Seite spielt diese Geschichte in Finnland. Zur Sommerzeit und in der „Sommerfrische“ einer ganz normalen Familie. Vater mit gutem Job als Informatiker, Mutter hatte vor einiger Zeit bereits einen Achtungserfolg auf dem Buchmarkt geerntet und gedenkt, diesen mit ihrem nächsten Werk fortzusetzen. Alice ist dreizehn und pubertierend, mit ganz eigenem Stil und Anton ist 10, ein hervorragender, intuitiver Beobachter, wenn er auch nicht alle Zusammenhänge und Hintergründe dessen versteht, was er da intuitiv erspürt bei „den Großen“.

Soweit, so normal.

Oder eben auch, Vater hat einen gefährdeten Job, weil sein Arbeitgeber, das Warenhaus, nur noch rote Zahlen schreibt. Mutter ringt um darum, überhaupt mal wieder ein Wort zu schreiben. Alice verliebt sich, Anton spürt, dass die „alten Dinge“ (Legoautos und andere Kindergeschenke) nicht mehr seiner entsprechen, aber das kann man der eigenen Großmutter ja nicht so sagen.

Soweit, auch normal in der Gegenwart, in der Arbeit brüchig wird, Unruhe überall entsteht, ein stetiges Leben kaum mehr möglich ist.

Das beide Eltern, Julia und Erik, zudem auf die 40 zugehen und in all dem äußeren Wandel auch, zunächst emotional irgendwie, dann aber auch fassbarer im Leben, an sich selbst und aneinander Zweifel bekommen, das ist der hintergründige rote Faden, den Teier Seite für Seite mehr in den Vordergrund rückt im Rahmen der Spannungen, die er fast beiläufig in dieser Ehe, aber auch im Umfeld wachsen lässt.

Die Nachbarn in der Sommerfrische, „Aussteiger“ offiziell. Mit ganz besonderen Regeln. Darunter Marika, die ehemals engste Jugendfreundin Julias und mit einem besonderen Wissen ausgestattet. Das wiederum die zu Besuch eilenden Eltern Julias, vor allem ihre Mutter, sichtbar nervös werden lässt.

Da fällt es kaum mehr ins Gewicht, dass Julias Vater keine Regung zeigt, sich um Schwachstellen des lange nicht mehr genutzten Sommerhauses zu kümmern oder das Eriks Bruder Anders wie aus dem Nichts plötzlich ebenfalls vor Ort auftaucht.

Eine Situation, die Teir in einem präzisen, den Kern des Werkes in sich tragenden bildlichen Symbols mit einem überfluteten Keller mit leichter Hand auf den Punkt bringt.

Natürlich nicht, ohne zuvor seinen Protonisten, alt und jung, tief in die Seele zu schauen. Und damit auch den Leser breit anzusprechen mit diesen Archetypen an Menschen der modernen Welt, die energisch, aber in gewisser Weise innerlich haltlos, versuchen, ihren Platz in dieser Welt zu erringen, zu halten, zu sichern und doch vielfach einfach dahin- und abgleiten.

„Mein Bruder hat Angst vor Leuten, die nicht glücklich und positiv sind. Deshalb beginnt er jeden Tag damit, die Stimmung in seiner Umgebung so zu beeinflussen, dass sich alle wie er fühlen. Und weil er im tiefsten Inneren nicht glücklich ist, merkt er nicht, dass genau das auf alle anderen abfärbt“.

Was nur eines der „Stimmungsprobleme“ ist, denn die unangenehm realistisch und ständig sich bewertend einmischende Mutter Julias hat, ganz unabhängig von Erik, auch einiges, dass sie lieber nicht bekannt werden lassen möchte.

Doch, wie das so ist in dieser Enge im Sommerhaus, auf Dauer bleibt nichts wirklich verborgen. Weder alte Sünden noch neues Scheitern „großer Pläne“ in der Kommune nebenan. Was den Leser am Ende ernüchtert zurücklässt mit der Frage, was denn nun gehen könnte. Heut und hier.

Einige Längen tauchen auf im Rahmen der Lektüre, teilweise zu banales und alltägliches tritt in manchen Sequenzen zu sehr in den Vordergrund, insgesamt aber gelingt Teir eine unaufdringliche, dafür um so wirksamere Betrachtung des modernen Lebens, in dem es scheinbar keine gesicherten Grundpfeiler mehr gibt.

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