Leserstimmen zu
Das Spiel der Götter (9)

Steven Erikson

Das Spiel der Götter (09)

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Es gab in den bisherigen Büchern der "Das Spiel der Götter"-Reihe bereits nicht wenig Szenen, die heftig waren. An Konflikten war die Serie nicht arm. Doch der Krieg zwischen dem Reich Lether und den Tiste Edur schlägt alles. Jedenfalls macht dies Steven Erikson in seinem Roman "Gezeiten der Nacht" deutlich. Das Reich Lether war bislang immer erfolgsverwöhnt. Doch der Krieg gegen die Tiste Edur verläuft entgegen ihrer Erwartungen. Denn dieses Volk gibt nicht einfach klein bei, sondern treibt die anderen in die Enge. Es sieht ganz danach aus, als ob die Lether verlieren werden. Doch woran liegt das? Unter anderem an dem Unsterblichen König der Tiste Edur. Rhulad Sengar ist in eine Münze aus Goldmünzen gekleidet und trägt ein magisches Schwert bei sich. Wann immer er stirbt, kehrt kurze Zeit später wieder ins Leben zurück. Und mit einigen magischen Soldaten, wie zum Beispiel Dämonen treibt er die Lether zurück. Auch wenn er am Ende dafür seine geistige Gesundheit opfern wird. Es ist einiges los in diesem Roman. Wie es bei dem Autoren üblich ist, schreibt er jede Menge Haupt- und Nebenplots mit unglaublich vielen Figuren. Den Überblick zu behalten fällt zugegebenermaßen schwer. Doch wenn man sich mit dem Roman beschäftigt, wird man sich über die Anzahl an handlungstragenden Charakteren keine Gedanken machen. Denn Steven Erikson packt einen von Beginn an. Von Anfang an ist man von dem Buch und der Handlung gefesselt. Und in diesem Fall spricht wirklich die enorme Masse an Ereignissen für diesen Roman. Es gibt immer wieder Sachen, auf die man sich freut. Dabei variiert er auch den Ton, in dem die einzelnen Kapitel geschrieben sind. Wenn zum Beispiel Tehol auftritt, schreibt der Autor mit einer feinen Feder und es wird lustig. Wendet sich das Geschehen hingegen den Tiste Edur zu, wird die Stimmung ernst. Wobei es zwar einen Kontrast ergibt, der dadurch entsteht. Doch der Autor bemüht sich auch, diesen Unterschied nicht zu extrem werden zu lassen. Denn auch in den lustigen Momenten spürt man die ernste Grundstimmung. Dabei überzeugt natürlich die Charakterisierung. Beide Seiten haben ihre Helden und Schurken. Wobei selbst die dunkelste Gestalt noch helle Momente hat, so dass sie mehr menschlich wirken. So ist zum Beispiel der Herrscher der Tiste Edur im Grunde ein armer Kerl, der von seiner Gabe/Fluch förmlich gefangen ist. Man spürt förmlich, wie er um seine geistige Gesundheit ringt und den Kampf langsam aber sich verliert. Die Welt von "Gezeiten der Nacht" ist eine voller Intrigen. Selbst Geschwister agieren gegeneinander. Gleichzeitig laufen aber auch viele verschiedene andere Komplotts ab, etwa von Leuten, die das Reich Lether umkrempeln wollen. Und die dabei ohne es zu wollen, dafür sorgen, dass ihre Heimat quasi dem Untergang entgegenstrebt. "Gezeiten der Nacht" packt einen und lässt einen nicht mehr los. Ein genialer Roman, ein "Klassiker", der den "Splashhit" verdient hat.

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Auf den Ereignissen des Vorgängers aufbauend, entfaltet sich in 'Das Spiel der Götter 9: Gezeiten der Nacht' vom ersten Kapitel an eine beinahe soghaft wirkende Geschichte, die Erikson wieder einmal mit einer Vielzahl magischer wie epischer Geschehnisse anreichert, über all die schmerzhaften wie überraschenden Wendungen aber auch nicht vergisst, mit einer gehörigen Portion Humor aufzuwarten, der die Story merklich auflockert, ohne sie indes zu verwässern. Nach einem nicht vollends überzeugenden Start der Geschichte im Vorgängerband zieht er hier erneut alle Register und punktet mit einer bis ins kleinste Detail durchkomponierten Geschichte.

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Für das Königreich Lether sieht es nicht besonders gut aus, denn die Tiste Edur sind noch immer auf ihrem zerstörerischen Raubzug. Dabei ist ihr Heeresführer, der unsterbliche Sengar, wenig zimperlich was die überlebenden angeht. Währenddessen brodelt es gewaltig unter der Stadt, dunkle und einst vergessene Mächte erwachen durch das Kampfgetümmel zu neuem Leben. Ihr Ziel sind die ahnungslosen Menschen die ihnen zum Opfer fallen und von ihnen "versklavt" werden. Niemand will auf den Kampf verzichten und die Warnungen der Seher werden einfach ignoriert, das hat schlimme Folgen und es scheint das es beim Kampf der Tiste Edur und der Letherii keinen Sieger geben wird .Sengar demonstiert ein paar mal recht eindrucksvoll seine Unsterblichkeit. Wer jetzt aber auf alte Bekannte hofft der wird ein wenig enttäuscht werden. In den Vorbändern hat man ja einige der Charaktere näher kennengelernt. Im letzten Band der Reihe kamen wieder einige neue hinzu, da verliert man auch leicht mal den Überblick, und in diesem Band waren es oft neue Charaktere die mich ein wenig aus der Handlung gerissen haben. Kein Zweifel, Steve Erikson schreibt gut und sein Epos macht wirklich eine Menge Spaß zu lesen, doch sollte man in dieser Reihe wirklich mit Band 1 einsteigen um den Überblick zu behalten. Was sich einem dann auftut ist eine herrlich, komplexe Fantasywelt die mir persönlich echt gut gefällt. Insgesamt ein wenig schwächer als sein Vorgänger, es hat ein paar Längen und es passiert nicht wirklich viel neues, aber auch dieses mal gibt es wieder einige ziemlich detaillierte Szenen, einige davon recht eklig, die dem Buch wieder dieses gewisse etwas verleihen. Mir hat das Buch aber gut gefallen, die Ideen sind interessant und die Umsetzung ist Steve Erikson wie immer gut gelungen. Da es aber mittendrin ein wenig langwierig wurde, ziehe ich einen Spannungspunkt ab. Das Spiel der Götter (9) - Gezeiten der Nacht erhält 4 von 5 Sternen

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