Leserstimmen zu
Weihnachtliches gelesen von Harry Rowohlt

David Sedaris, David Lodge, Kingsley Amis, Dan Kavanagh

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Cover: Das Cover zeigt Harry Rowohlt zur Hälfte. Als weihnachtliches Element prangt eine Weihnachtsmütze auf seinem Vornamen. Einfach, schlicht und absolut ausreichend. Meinung: Auf diesen 2 CDs liest Harry Rowohlt diverse Geschichten - lange und kurze. Am besten hat mir persönlich gleich die erste "Holiday on Ice" gefallen, die auch die längste ist. Aber auch die anderen Geschichten "Pastorale", "Essen und Trinken an Weihnachten" und "Der 50-Pfennig-Weihnachtsmann" sind alle wunderbar erzählt und toll vorgelesen von Harry Rowohlt, wohl eine derbesten Vorlesestimmen, die es je gab. Die Geschichten sind skurril und witzig, nicht unbedingt typisch weihnachtlich und besinnlich. Fazit: Wer Weihnachten also nicht ausschließlich als konservatives christliches Fest betrachtet,sondern den nötigen Humor mitbringt, wird an diesem Hörbuch viel Freude haben. Für kurzweilige Unterhaltung ist gesorgt.

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„Weihnachtliches gelesen von Harry Rowohlt“ und ein Ugly Christmas Sweater Heute geht es um das Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder, der sich jedes Jahr Mitte Dezember verdrückt und erst im neuen Jahr wieder auftaucht. Für so einen Weihnachtsmuffel gibt es natürlich auch ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk. Er bekommt das Hörbuch „Weihnachtliches gelesen von Harry Rowohlt“ und einen grässlich schönen Ugly Christmas Sweater. Und diesen muss er dann im Januar tragen, wenn kein Mensch mehr damit rumläuft. Strafe muss sein! 😉 „Weihnachtliches gelesen von Harry Rowohlt“ hört man eben am besten im Ugly Christmas Sweater. Dass ich ein großer Fan von Harry Rowohlt bin, habe ich euch in einem Post auf meiner Website schon einmal geschrieben. Damals ist Harry Rowohlt gerade gestorben und wir haben uns an die Lesung von ihm erinnert. Wir kaufen immer noch alles, wo Harry Rowohlt draufsteht und einen Ersatz für seine Übersetzungen haben wir auch noch nicht gefunden. Da stimmen wir der Aussage von zeit-online.de voll und ganz zu: „Als Vorleser war Rowohlt der größte, den wir hatten.“ (Und als Übersetzer auch!) Logisch, dass wir sofort begeistert waren als Random House Audio die neue CD herausgebracht hat. Und was für „besinnungslose Texte zum Fest“ finden wir nun auf dem Hörbuch? Die Geschichten rund um Weihnachten stammen von verschiedenen namenhaften Autoren. Da wäre einmal David Sedaris, der für die New York Times, den New Yorker und Esquire schreibt. Der Engländer David Lodge und Kingsley Amis steuerten ebenfalls eine Story bei. Und die letzte Episode stammt von Julian Barnes, der hier unter dem Pseudonym Dan Kavanagh schreibt. Die Geschichten beider CDs sind witzig bis urkomisch, aber immer auch ein wenig bissig. Ihr bekommt also eine Stunde und 48 Minuten mal ganz anderes „Weihnachtliches gelesen von Harry Rowohlt“. Ich denke, es ist ein tolles Geschenk für Menschen mit Humor und für Harry Rowohlt Fans sowieso. Dazu noch einen Ugly Christmas Sweater und Weihnachten kann kommen. „Fröhliche Weihnachten“ bekommt eine ganz neue Qualität! ;)

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Geschichten und Erzählstil: In Weihnachtliches sind vier etwas andere Kurzgeschichten zum Thema Weihnachten zusammengefasst und zwar: "Holidays on ice" von David Sedaris, "Pastorale" von David Lodge, "Essen und Trinken an Weihnachten" von Kingsley Amis und "Der 50-Pfennig-Weihnachtsmann" Dan Kavanagh. Von den vier Erzählungen hat mir die erste und längste am besten gefallen - "Holidays on ice" von David Sedaris. Darin geht es um einen jungen Mann, der dringend Geld braucht und sich deshalb um einen Job als Weihnachtself in New Yorks größtem Kaufhaus Macy's bewirbt. Gezwängt in ein scheußliches Samtkostüm, verbringt er nun die Adventszeit damit, genervten Eltern im Weihnachtsland den Weg zum Weihnachtsmann zu weisen, Fotos zu machen, zu kassieren und einfach ein fleißiger Weihnachtshelfer zu sein. David Sedaris erzählt in einem nüchternen, aber amüsanten Ton und hat mich mit seiner so herrlich normalen, aber gleichzeitig auch abgedrehten Geschichte mehrmals zum Lachen gebracht. Ich fand es großartig, wie sachlich er den ganzen Weihnachtstrubel auseinandernimmt und zeigt, was eigentlich dahintersteckt: Ein gigantisches Geschäft und erwachsene Menschen, die sich für einen Apfel und ein Ei in lächerlichen Kostümen zum Affen machen. Von Kindern, die sich nach dem ganzen Süßkram herzhaft in die Requisiten übergeben, bis hin zu Eltern, die verstohlen einen weißen und keinen Schokoladen-Weihnachtsmann verlangen - hier sind schon eine Menge Absurditäten dabei. Ein bisschen boshaft und auf jeden Fall alles andere als besinnlich. Diese Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Die übrigen drei Geschichten haben bei mir hingegen keinen großen Eindruck hinterlassen. In "Pastorale" geht es um einen Mann, der sich daran erinnert, wie er in seiner Jugend ein etwas anderes Krippenspiel für die örtliche Kirche schrieb und den Pastor mit einer gewagten Kussszene zwischen Maria und Josef regelrecht schockte. Diese kurze Erzählung fand ich in Ordnung, sie hat mich aber nicht wirklich vom Hocker gerissen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich an Kingsley Amis' "Essen und Trinken an Weihnachten" schon überhaupt nicht mehr erinnern kann. Dafür aber an die letzte Kurzgeschichte, "Der 50-Pfennig-Weihnachtsmann" von Dan Kavanagh. Der Tenor war hier ähnlich wie in "Holidays on ice", denn auch hier geht es um das Weihnachtsgeschäft, genauer gesagt um einen Mann, der sich für einen Hungerlohn als Weihnachtsmann verkleidet - und um einen Dieb, der den allgemeinen Trubel ausnutzt, um sich diverse Wertgegenstände unter den Nagel zu reißen. Die Erzählung ist recht kurzweilig und unterhaltsam und hat das Hörbuch gut abgeschlossen. Sprecher: Wie ja schon der Titel verrät, wird das Hörbuch von Harry Rowohlt gelesen, dem mittlerweile verstorbenen Schriftsteller und Schauspieler. Mir hat seine Interpretation der Geschichten wahnsinnig gut gefallen, er ist (war) ein Meister auf seinem Gebiet. Die Selbstverständlichkeit, mit der er die doch recht ungewöhnlichen Erzählungen liest, hat mich sehr beeindruckt und ich hatte beim Hören trotz der teilweise eher mäßigen Geschichten großen Spaß! Mein Fazit: In Weihnachtliches findet man einmal ganz andere Weihnachtsgeschichten, was mir prinzipiell gut gefällt. Allerdings haben mich zwei der vier Erzählungen nicht wirklich angesprochen und ich hätte mir etwas Witzigeres mit mehr schwarzem Humor gewünscht. Trotzdem ist das Hörbuch in der Adventszeit gute Unterhaltung für zwischendurch, nicht zuletzt, weil es von Harry Rowohlt interpretiert wird.

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