Leserstimmen zu
Die Jury

John Grisham

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Zwei weiße Männer vergewaltigen ein 10jähriges farbiges Mädchen. Kurz darauf tötet der Vater des Kindes die beiden Vergewaltiger und ein Gerichtsprozess um ihn beginnt. Anfangs habe ich Schwierigkeiten gehabt mit dem Wort "Nigger", das schonungslos auf fast jeder Seite verwendet wird. Aber genau das macht das Buch so authentisch, denn genauso wurde eben damals geredet. John Grisham zeigt uns den Rassenkonflikt zwischen schwarz und weiß auf und was es bedeutet farbig zu sein. Themen wie Selbstjustiz und Todesstrafe werden behandelt und selbst der Leser ist sicherlich hin -und hergerissen zwischen Gut und Böse. Nicht zuletzt spielen auch die persönlichen Interessen der Richter, Anwälte und Staatsanwaltschaft eine große Rolle und beeinflussen maßgeblich den Strafprozess. Ein lesenswertes Buch und eins meiner Highlights im Jahr 2018.

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[ Inhalt ] Tonya Hailey, eine 10-jährige Schwarze, wird eines Abends von zwei weißen Männern auf das Übelste vergewaltigt, geschlagen und gedemütigt. Der Tötungsversuch der Männer geht fehl und das Mädchen überlebt mit zahlreichen Knochenbrüchen und sonstigen Verletzungen. Schon nach kurzer Zeit kann die Polizei aufgrund der Wagenbeschreibung des Mädchens zwei Verdächtige festnehmen. Billy Ray Cobb und Pete Williards werden festgenommen und Williards legt nach einer Absprache ein Geständnis ab. Nach deren Kautionsverhandlung, auf dem Weg zurück zum Gefangenentransport werden beide im Gerichtsgebäude mit einer M16 und mehreren Schüssen erschossen - vom Vater des vergewaltigten Mädchens. Jack Brigance übernimmt die Vertretung des Mannes, da er bereits bei Haileys Bruder einen Freispruch in einem Mordprozess erwirken konnte. Im Falle seines Scheiterns droht Hailey der Tod in der Gaskammer. Als wäre das nicht schlimm genug, mischt sich nicht nur die schwarze Gemeinde immer wieder ins Geschehen ein. Plötzlich versucht der Ku-Klux-Clan auf Biegen und Brechen eine Verurteilung des Schwarzen herbeizuführen. [ Cover ] Das Cover ist recht schlicht halten. Der Namen von John Grisham und der Titel sin groß angebildet. Ansonsten ist der Hintergrund in einem silbernen Ton gehalten. Es sieht aus, als hätte der Hintergrund eine richtige Struktur. Außerdem sieht man zwei Bauern aus einem Schachspiel, einen schwarzen und einen weißen, was wirklich ein gelungener Hinweis auf den Inhalt des Buches ist. Ich finde das Cover wirklich genial und gefällt mir sehr gut. [ Das hat mir gefallen ] Das Buch beginnt direkt mit einem Schock, nämlich mit der detaillierten Beschreibung der Vergewaltigung der kleinen Tonya. Mit dieser Stelle und mit vielen weiteren Passagen im Buch gelingt es Grisham, immer wieder gegensätzliche Gefühle beim Leser hervorzurufen. Man wird während des Lesens immer wieder aufgefordert, sich selbst Gedanken zu machen. Immer wieder wird man dazu verführt, die Selbstjustiz des Vaters nicht nur zu billigen, sondern auch gut zu finden. Die Personen wurden von Grisham genau so geschaffen, dass man zu diesen Gedanken kommt. Ich kenne den Autor bereits schon aus anderen Büchern und kannte daher auch seinen Schreibstil. Das Buch weist keine Hochs und Tiefs im Spannungsbogen auf und trotzdem ist man davon gefesselt. Einen solchen Stil kenne ich nur von John Grisham. Durch "Die Jury" setzt man sich nicht mit den Problem auseinander, ob Selbstjustiz nur Blutrache oder Gerechtigkeit ist. Der Roman stellt auch die Schlucht zwischen Schwarz und Weiß dar und zwingt den Leser auch dazu, sich zum Thema Todesstrafe auseinander zu setzen. Man liest dieses Buch nicht nur und stellt dabei eine beobachtende Randfigur dar, man ist mittendrin, statt nur dabei. [ Das hat mir nicht gefallen ] An diesem Buch hatte ich das erste Mal seit langem nichts mehr auszusetzen. Charaktere, Schreibstil, Spannung, alles so, wie man sich das wünscht. [ Fazit ] "Die Jury" kann ich ausnahmslos weiterempfehlen und ich vergebe 5 Sterne, mit denen ich grundsätzlich sehr geizig bin. Grisham ist ein Buch gelungen, das den Leser immer wieder miteinbezieht und das sich, trotz über 600 Seiten, in einem Rutsch lesen lässt, da man es nicht mehr aus der Hand legen kann. Fragt euch: Wie würdet ihr als Geschworener entscheiden?

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