Die Jury

Roman

(3)
Taschenbuch
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Gerechtigkeit oder Rache?

Ein zehnjähriges Mädchen wird brutal misshandelt und vergewaltigt. Ihr Vater, Carl Lee Hailey, übt Selbstjustiz und tötet die geständigen Täter, als sie nach einer ersten Anhörung den Gerichtssaal verlassen. Mord oder Hinrichtung? Gerechtigkeit oder Rache? Das Verfahren gegen Hailey gerät zum Sensationsprozess. Staatsanwalt und Richter sind Weiße, Hailey ist ein Schwarzer.


Aus dem Amerikanischen von Andreas Brandhorst
Originaltitel: A time to kill
Originalverlag: Doubleday
Taschenbuch, Broschur, 640 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 2 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-453-41790-8
Erschienen am  10. März 2014
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Rezension: Die Jury

Von: seitenbummlerin

20.05.2019

Zwei weiße Männer vergewaltigen ein 10jähriges farbiges Mädchen. Kurz darauf tötet der Vater des Kindes die beiden Vergewaltiger und ein Gerichtsprozess um ihn beginnt. Anfangs habe ich Schwierigkeiten gehabt mit dem Wort "Nigger", das schonungslos auf fast jeder Seite verwendet wird. Aber genau das macht das Buch so authentisch, denn genauso wurde eben damals geredet. John Grisham zeigt uns den Rassenkonflikt zwischen schwarz und weiß auf und was es bedeutet farbig zu sein. Themen wie Selbstjustiz und Todesstrafe werden behandelt und selbst der Leser ist sicherlich hin -und hergerissen zwischen Gut und Böse. Nicht zuletzt spielen auch die persönlichen Interessen der Richter, Anwälte und Staatsanwaltschaft eine große Rolle und beeinflussen maßgeblich den Strafprozess. Ein lesenswertes Buch und eins meiner Highlights im Jahr 2018.

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John Grishams Anfang

Von: Martin K.

20.03.2016

Für John Grisham haben sich sein fiktiver Handlungsort Clanton und das damit verbundene Universum von diversen Haupt- und Nebenfiguren gelohnt. Clanton bietet ihm einen Schauplatz für Thriller, bei denen es um den Kampf zwischen Weißen und Schwarzen geht. Den Auftakt machte Grishams erster Roman "Die Jury". Doch „Die Jury“ hat sich anfangs „nicht gut verkauft“, wie Grisham in einem Interview anlässlich der Veröffentlichung von „Die Erbin“ berichtet. „Das Buch kam anfangs nicht einmal als Taschenbuchausgabe heraus. Der Verlag hat 5.000 Hardcover-Exemplare gedruckt, aber er konnte sie nicht an den Mann bringen“, berichtet Grisham. Ein Jahr darauf habe der kleine und unbekannte Verlag dann Insolvenz angemeldet. Eine frustrierende Erfahrung für Grisham: „Damals habe ich noch als Anwalt in einer kleinen Stadt gearbeitet und es nicht einfach gehabt.“ Drei Jahre arbeitete Grisham an seinem ersten Roman. Es lohnte sich – auch wenn der Roman erst später Anerkennung bekam. Ein zehnjähriges Mädchen wird brutal misshandelt und vergewaltigt. Knapp entgeht sie dem Tod. Das Mädchen wird nie wieder Kinder bekommen können. Ihr Vater, Carl Lee Hailey, übt Selbstjustiz und tötet die Vergewaltiger im Gerichtsgebäude. Kurz zuvor hatte einer von ihnen die Vergewaltigung gestanden. Nun muss sich eine neue Jury mit der Frage beschäftigen: War es Rache oder Gerechtigkeit? Wird Carl Lee Hailey hingerichtet oder freigesprochen? Das Verfahren gegen Hailey wird zum Sensationsprozess, der von den Medien ausgeschlachtet wird. Staatsanwalt, Richter und Verteidiger sind Weiße, Hailey ist ein Schwarzer. Der Kampf für ein gerechtes Urteil ruft die Kämpfer für die Rechte der Schwarzen in den USA auf den Plan – aber auch den rassistischen Geheimbund Ku-Klux-Klan mit seinen in weiße Gewänder gehüllten Kämpfern. Grisham gelingt es bereits in seinem Erstlingswerk, seine Leser packend in den Kampf Schwarz gegen Weiß hineinzuziehen. Grisham führt die Diskriminierung der Schwarzen – auch im Justizsystem – den Lesern vor Augen. Ebenso zeichnet er seine Protagonisten glaubhaft, ja überzeugend ehrlich. Wie Spannung und Atemlosigkeit als Stilmittel positiv eingesetzt werden, damit kennt sich John Grisham gut aus. Er legt mit „Die Jury“ die Finger in die klaffende Wunde der Gleichberechtigung in den USA. John Grisham zeigt, dass ein Gesetz noch nicht die private und persönliche Einstellung der Menschen ändert. Dass Grisham dabei jedoch Selbstjustiz in weiten Teilen des Romans nicht verurteilt, macht eine differenzierte Betrachtung der Kernaussagen unerlässlich. Zu wenig distanziert sich Grisham hier von der Selbstjustiz. Zu wenig wird betont, dass er von einem Einzelfall erzählt. Zu gering sind die Grauzonen in der juristischen Auseinandersetzung. Es gibt eben auch in dieser Frage in „Die Jury“ nur schwarz oder weiß – Freiheit oder Todesstrafe. Von diesem Problem einmal abgesehen: Mit dem packenden Thriller hat Grisham früh bewiesen, was er kann. Zurecht gelang ihm mit seinem Nachfolgeroman „Die Firma“ schließlich der Durchbruch.

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Vita

John Grisham hat 32 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.

Besuchen Sie den Autor im Internet: www.jgrisham.com

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Andreas Brandhorst

Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit seinen Romanen die deutsche Science-Fiction-Literatur der letzten Jahre entscheidend geprägt. Spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thrillerplot sind zu seinem Markenzeichen geworden. Etliche seiner Romane wurden preisgekrönt und zu Bestsellern. Andreas Brandhorst hat viele Jahre in Italien gelebt und ist inzwischen in seine alte Heimat in Norddeutschland zurückgekehrt.

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