Leserstimmen zu
Imperium

Robert Harris

Cicero (1)

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Okay, ich muss gestehen, dass der Autor nicht wirklich zu meinen Favoriten gehört und ich deshalb vielleicht auch ein wenig zu skeptisch an die Geschichte ran gegangen bin. Dennoch ist es ja mein Leseeindruck, den ich euch einfach mitteilen möchte. Harris bekannter Schreibstil schlägt hier auch wieder zu. Lange Sätze, viele - manchmal auch zuviele Informationen und Protagonisten, all dieses trägt nicht wirklich zu meinem Lesefluß bei.Dennoch fand ich die Geschichte selbst nicht öde, wenngleich sie auch nicht der absolute Renner ist. Was im Klappentext noch so ein bisschen wischiwaschi dargestellt ist, wird auf den ersten Seiten deutlicher. Wir lernen nämlich Tiro kennen. Er wurde als Sklave für Cicero eingestellt, um ihn bei seinem Aufstieg zum mächtigsten Mann zu unterstützen. Schnell wird er aber Freund, Vertrauter von Cicero und ist stets an dessen Seite. Was mir hierzu unbekannt war, war die Tatsache, dass Tiro wohl die Kurzschrift (Steno) für sich entwickelt hatte, um den schier unendlichen Redefluß Ciceros zu Papier bringen zu können. Da ich selbst noch Steno gelernt habe, weiß ich, wie umfangreich diese ganzen Kürzel sind und wie schnell sie eigentlich auch wieder vergessen werden, wenn sie nicht regelmäßig benutzt werden. Ich selbst schreibe nur hin und wieder ein paar Kürzel, z.B. bei einer Telefonnotiz. Beispielsweise das "doppelte M", "und", "es", um nur ein paar aufzuzählen. Und nun zur Geschichte selbst. Tja, da wären nun wieder meine Probleme mit dem Autor. Ich komme mit seinem Schreibstil leider gar nicht klar. Liegt das an den vielen Informationen, die mit Sicherheit sehr gut recherchiert sind? Liegt an den Themen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Da es aber mittlerweile der dritte Roman ist, den ich von dem Autor "versuche" muss ich es mir nun eingestehen, dass aus uns beiden wohl nie ein echtes Autor/Leser-Verhältnis wird. Aus einer schwächlichen Rohrflöte ist noch nie ein voller Ton gekommen. (Zitat - Seite 17) Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zu Cover und Klappentext loswerden. Das Cover wirkt durch seine Schlichtheit schon wieder mächtig, fast schon pompös. Ob es mir jedoch in der Buchhandlung aufgefallen wäre, wage ich zu bezweifeln. Der richtige Eyecatcher fehlt hier einfach. Der Klappentext: tja, was soll ich hier sagen, so richtig wird gar nichts erzählt. Außer, dass ich dadurch erfahren habe, dass es sich um eine Trilogie handelt. Ob man jetzt im Klappentext den Autor derart loben und hervorheben muss - darüber kann man sich bestimmt streiten. Ich plädiere eher dafür, etwas über die Story zu erfahren, statt über den Autor. Lesespaß oder Lesefrust? Ich habe mir wirklich viel Mühe gegeben, das Buch zuende zu lesen. Deshalb bin ich nun auch zu dem Entschluß gekommen, auf weitere Romane des Autors zu verzichten. Mittlerweile bin ich wirklich etwas frustriert, da ich mit seinem Schreib-/Erzählstil einfach nicht klarkomme. Klar, man hat immer mal wieder ein Buch, das einem nicht gefällt. Aber hier liegt es eindeutig am Autor. Oder anders ausgedrückt, mir ist sein Schreibstil zu langweilig.Für die Harris-Fans ist dieses wahrscheinlich völlig unverständlich, aber dennoch werde ich meine Lesezeit lieber anderen Autoren widmen.

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Der Name Cicero war für mich eine vage Erinnerung aus dem Lateinunterricht, als ich mich vor einigen Wochen auf die Suche nach einer passenden Reiselektüre für ein Wochenende in Rom machte. Bei Robert Harris, den ich erst im November als Stargast der BuchWien erlebt hatte, bin ich fündig geworden, und ich war begeistert. Harris widmet dem römischen Staatsmann eine Trilogie, in der sich der freigelassene Sklave Tiro im Alter von fast 100 Jahren an seine Zeit als Privatsekretär des Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v. Chr.), erinnert, „eine anfangs aufregende, dann überraschende, später mühsame und schließlich äußerst gefährliche Aufgabe„. Sowohl diesen Tiro (er war der Erfinder der Kurzschrift) als auch seine Biographie des Cicero hat es tatsächlich gegeben, und Robert Harris lässt das verlorengegangene Werk in Romanform wiederauferstehen. In Teil I Imperium erinnert sich Tiro an die Zeit von den gemeinsamen Studienreisen bis zu Ciceros Wahl zum Konsul im Jahr 63 v. Chr. Soweit ich das beurteilen kann, sind alle handelnden Personen geschichtlich belegt, und Harris erzählt unter anderem einiges über die politischen Anfänge von Caesar, Pompeius und Crassus, die später das erste Triumvirat bildeten. Der Roman ist nicht nur eine unterhaltsame Geschichtsstunde, sondern gleichzeitig auch eine Lektion in politischer Bildung. Cicero gelingt es mit Scharfsinn, Menschenkenntnis, rhetorischen Kniffen und Ausdauer, durch immer neue Allianzen und Schachzüge seine Gegner auszumanövrieren und seine politischen Ziele zu erreichen. Vergleiche mit aktuellen politischen Geschehnissen und heutigen Politikern drängen sich auf und haben nur bedingt dazu beigetragen, mein Vertrauen in demokratische Prozesse zu stärken. Der Erzähler Tiro ist hochgebildet (was ebenfalls den geschichtlichen Tatsachen entspricht), und als persönlicher Vertrauter Ciceros verfügt er über Hintergrundinformationen, die er in einer sehr modernen Sprache mit uns teilt und dabei auch persönliche Gefühle und Informationen über den Alltag im Antiken Rom einfließen lässt. Dadurch habe ich mehr über römische Geschichte und Kultur erfahren, als mir 6 Jahre Lateinunterricht vermitteln konnten.

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Vor vielen Jahren, als Jugendlicher, hatte ich zuletzt ein Buch von Robert Harris in der Hand. Außer dem 1992 erschienenen Vaterland, das mit der Fiktion spielt, die Deutschen hätten den Zweiten Weltkrieg gewonnen, war mir der britische Autor nicht mehr unterkommen. Diesen Sommer bin ich über die eigentlich schon nicht mehr brandneue Cicero-Trilogie gestolpert – und war begeistert. Die Trilogie besteht aus den Romanen Imperium (2006), Titan (2009) und Dictator (2015), die alle bei Heyne erschienen sind. Als ich den ersten Band aufschlug, war ich mir nicht einmal sicher, dass die Geschichte mich durch alle Seiten tragen wird und erst recht dachte ich nicht, alle drei Teile in kürzester Zeit zu lesen. Aber es ist phänomenal, wie es Harris gelingt, die Antike wieder aufleben zu lassen und wie er uns bei Marcus Tullius Cicero leidenschaftlichem Kampf um die römische Republik dabei sein lässt. Robert Harris schildert die Handlung aus der Perspektive von Ciceros Haussklaven Tiro, mit dem der Römer ein fast freundschaftliches Gefühl verbindet und dessen Existenz historisch verbürgt ist. Der erste Band schildert den Aufstieg des Juristen Cicero bis hin zum Senator und Ädil. Inhaltlicher Schwerpunkt bildet der berühmte Prozess gegen den korrupten Statthalter von Sizilien Gaius Verres. Titan beschreibt Ciceros Kandidatur als Prätor und seine Wahl zum höchsten Amt, das die römische Republik zu bieten hat: dem Konsulat. Es ist ein hochspannender Polit-Thriller erster Güte, wenn Cicero unter größter Gefahr und mit geschicktem Ränkespiel die Verschwörung des Catilina niederschlägt. Im dritten Band, Dictator, kann auch Cicero den Untergang der Republik nicht mehr aufhalten. Als Leser begleitet man nicht nur Cicero durch sein Leben, sondern stößt auf zahlreiche Charaktere, die seine Wege kreuzten, für die römische Antike zentral sind und bis heute jedem geläufig sind: das Triumvirat mit Pompeius und Grassus, Cato der Jüngere, Catilina und und und… Episch ist der Machtkampf zwischen Cicero mit Gaius Julius Caesar. Den Diktator begreift Harris nicht länger als antiken Helden, sondern als gestörten Soziopathen. Die Sympathien des Autoren sind klar verteilt. Bemerkenswert und teils ernüchternd sind die Parallelen zwischen der heutigen Zeit und Ereignissen, die vor 2.000 Jahren stattfanden und so lange her zu sein scheinen, dass man kaum glauben mag, noch heute Lehren daraus ziehen zu können. Denn wenn Harris beschreibt, wie die Republik untergeht, hat uns das auch in der Gegenwart viel zu sagen. Eine große Verantwortung tragen die (römischen) Bürger, die gelangweilt und gesättigt, ihre Versklavung in der Diktatur regelrecht herbeizusehnen scheinen. Es sind die immer gleichen Populisten, die unter Verweis auf die angebliche Bedrohung des Staates die Menschen korrumpieren und Notstandsrechte für sich beanspruchen und missbrauchen. Ich kann alle drei Bücher nur empfehlen – nur selten gelingt es Autoren so eindrucksvoll, eine untergegangene Epochen so plastisch wieder lebendig werden zu lassen .

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Im ersten Teil seiner Romantrilogie über den berühmten Politiker und Redner Cicero setzt Robert Harris zu Beginn der Karriere des großen Staatsmannes ein. Der junge Cicero will sich als Anwalt einen Namen machen, um Aussicht auf ein einflussreiches Amt in der römischen Republik zu haben, doch er kommt in seinen Reden nicht zum Ende und leidet unter seinem Stottern. Gemeinsam mit Tiro, einem Sklaven seines Vaters, der in den kommenden Jahrzehnten als Ciceros Sekretär arbeiten wird, macht er sich auf den Weg nach Griechenland. Dort leben die wichtigsten Lehrer der Redekunst und dort feilt der junge Mann an sich und seiner Sprache. Doch auch mit frisch erlernter Redegewandtheit lässt sich die Karriere zunächst schleppend an: Cicero ist schließlich ein Homo Novus, ein neuer Mann. Er entstammt nämlich nicht einer der alteingesessenen Aristokratenfamilien Roms und so kann er bei seiner Karriere nicht auf deren Unterstützung hoffen; diese Männer sind schließlich sehr darauf bedacht, die Macht in ihren Händen zu behalten. Einer von ihnen ist Hortensius, der nicht nur Senator ist sondern sich auch, wie Cicero, als Anwalt betätigt. Hortensius gilt als bester Anwalt Roms; Cicero wird bald als Zweitbester gehandelt. Die Rivalität zwischen den beiden Männern gipfelt in dem Gerichtsverfahren, mit dem Cicero sich einen Namen machen wird und das ihn endlich für ein höheres Amt ins Rennen bringt: er vertritt eine Gruppe von sizilianischen Kaufleuten, die unter dem korrupten Statthalter Siziliens, Verres, zu leiden haben, von ihm drangsaliert und enteignet werden. Verres wird von Hortensius verteidigt. Fieberhaft arbeitet Cicero an diesem Fall, er leiht Geld von seiner Frau um eine Reise nach Sizilien zu finanzieren und nötiges Beweismaterial zu beschaffen. Immer dabei: der treue Tiro, der nebenbei die erste Kurzschrift entwickelt um mit dem schnellen Redefluss seines Herren Schritt halten zu können. Tiro ist es auch, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird und das ist eine sehr gute Idee von Robert Harris. Würde Cicero als Erzähler fungieren, so wäre der Ton schlicht zu ernsthaft und besonders in den kommenden Teilen, zu denen die Rezensionen im Lauf des Wochenendes folgen, auch zu salbungsvoll und einseitig. Denn Cicero hat seinen Stolz und ist überzeugt von seinen Talenten. Tiro bewundert seinen Herren zwar, aber er erzählt eben hier und da mit leichter Ironie von peinlichen Szenen, denen sich Cicero zu stellen hat - von Aristokraten die ihn bei öffentlichen Ereignissen ignorieren zum Beispiel, aber auch von Situationen in denen Cicero sich schlicht verrechnet hat und in denen Ereignisse völlig anders eintreten als von ihm erwartet, erhofft und geplant. Ciceros Leben ist den meisten - zumindest in Grundzügen - wohl bekannt, und so verrate ich kein Geheimnis wenn ich sage, dass Cicero zum Schluss dieses ersten Buches seinen Traum erfüllt: er erreicht das Imperium, was im Lateinischen (politische, offizielle) Macht bedeutet. Er wird im zweiten Buch das höchste Amt der römischen Republik bekleiden: das des Konsuls. Spannend bleibt es trotzdem, zeichnet sich doch Gefahr ab: selbst als Konsul ist Cicero schließlich nicht unantastbar und vielen Aristokraten ist er weiterhin ein Dorn im Auge... Sprecher des Hörbuchs ist Christian Berkel, dem man gerne zuhört. Gekonnt setzt er Pausen und bedient sich in den Tonlagen teils leichter Ironie, teils genau der Prise Wehmut, die man erwarten sollte von Tiro, der sich nun, zu Ende seines Lebens, daran macht, seine Jahre an Ciceros Seite Revue passieren zu lassen. Es handelt sich bei diesem Hörbuch um eine gekürzte Version der Romanvorlage, doch in den sechseinhalb Stunden wird trotzdem nicht nur Ciceros Aufstieg zum Konsul erläutert, sondern nebenbei auch das politische System der römischen Republik erklärt - wie funktionieren die Wahlen, welches Amt ist mit welchen Rechten und Vollmachten versehen, welche Rolle spielen die Frauen der wichtigen Männer im Staat? Das wird nie langweilig oder zu trocken, denn Harris wahrt die Balance und erklärt stets nur so viel wie für ein Verständnis des Geschehens nötig ist.

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dieses Mal war Harris wieder dabei, denn die Cicero-Serie hatte mich auf Englisch so begeistert, dass ich sowohl den ersten Teil nochmal lesen wollte wie auch wissen wollte, wie es weiter geht. Während Teil I (Imperium) den Aufstieg Ciceros zum Konsul beschreibt, geht es bei Teil II (“Titan”, bzw. auf Englisch “Lustrum”) um die darauf folgenden 5 Jahre. Beide Bände bestechen einfach durch die, wie immer bei Robert Harris, extrem gut recherchierten Hintergründe, hier: des Alten Rom, und eine sehr detaillierte Geschichte. Hier stehen alle möglichen römischen Politiker und Gruppierungen gegeneinander, gehen Allianzen ein, brechen sie, nehmen neue auf… es ist unübersichtlich, aber sehr spannend. Wobei ich sagen muss, dass Teil I etwas spannender war als Teil II, denn hier ist doch etwas mehr Handlung während in “Titan” die politischen Intrigen doch eindeutig im Vordergrund stehen. Aber generell sind beide sehr politische, sehr moderne und überraschend aktuelle Bücher. Aus diesem Grund freue ich mich auch schon auf Teil III: Dictator!

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