Leserstimmen zu
Verdammnis

Stieg Larsson

Millennium (2)

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Nachdem Lisbeth Salanders Vormund und zwei freie Mitarbeiter der Zeitschrift „Millenium“ ermordet werden, gerät Lisbeth unter Mordverdacht. Mikael Blomqvist scheint der Einzige zu sein, der an ihre Unschuld glaubt. Nachdem mir die Hörbuchversion von „Verblendung“ gut gefallen hat, habe ich mich kurz darauf dem Nachfolger „Verdammnis“ gewidmet. Auch hier wird die Hörbuchversion von Dietmar Bär gesprochen, der mit schon beim ersten Band positiv aufgefallen ist. Auch in „Verdammnis“ verleiht der Sprecher den verschiedenen Charakteren durch unterschiedliche Betonung und Akzente jeweils eigene Stimmen, sodass gut zwischen den Figuren unterschieden werden kann. Inhaltlich ist „Verdammnis“ ein klassischer Mittelband einer Trilogie. Während der erste Band „Verblendung“ noch gut für sich alleine stehen konnte, hat „Verdammnis“ kein abgeschlossenes Ende sondern bereitet den Weg für den nächsten Band „Vergebung“ vor (die Reihe war vom Autor Stieg Larsson ja auf 10 Bände angedacht, dennoch fühlt es sich nach klassischer Trilogie an). Beim Hören dachte ich zunächst, ich hätte aus Versehen das letzte Kapitel von meinem Handy gelöscht, doch bei der Nachkontrolle im (gedruckten) Buch stellte ich fest, dass der Schluss wirklich vom Autor so abrupt gestaltet wurde… Zum Schreibstil von Stieg Larsson gibt es im Vergleich zu „Verblendung“ nichts neues zu berichten: auch hier zieht sich die Einleitung ewig in die Länge, immer noch bleiben die meisten Figuren blass un dunglaubwürdig, die Dialoge sind immer noch hölzern, das ständige Erwähnen von Vor- und Nachnamen einer Person, die unnötigen Aufzählungen (welche IKEA-Möbel Lisbeth für ihre Wohnung ausgesucht hat oder welche Dinge sie im Supermarkt einkauft) und das Apple Product Placement nerven. Aber dennoch hat es Stieg Larsson auch im zweiten Band geschafft, mich mitzureissen und mit Lisbeth Salander mitfiebern zu lassen (wenngleich für den Leser/Hörer von Anfang an klar ist, dass Lisbeth nicht die gesuchte Täterin sein kann). Hier werden die Hintergründe von Lisbeth näher beleuchtet, woher sie kommt und was mit ihr geschehen ist. „Verdammnis“ ist eindeutig als Teil einer Reihe zu betrachten, als Einzellektüre kann ich den Krimi nicht empfehlen. Wie erwähnt hört das Buch mitten in der Geschichte auf, und auch wenn die Handlung wohl auch ohne Vorkenntnisse verständlich wäre, werden dennoch oft Details erwähnt, die nur dann Sinn ergeben, wenn man als Leser/Hörer weiss, was in „Verblendung“ geschehen ist. Mein Fazit Gute Krimi-Unterhaltung mit abruptem Schluss. Als Einzelband nicht zu empfehlen, die gesamte Reihe ist aber (auch dank des Sprechers) sehr hörenswert.

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Ich fand die Grundidee der Geschichte auf bedrückende Art und Weise sehr spannend. Bedrückend deswegen, weil sie leider so nahe an der Realität ist! Menschenhandel und moderne (Sex-)Sklaverei gibt es auch in den aufgeklärtesten Ländern der Welt. Sehr interessant fand ich auch, wie geschickt der Autor ganz nebenher immer wieder einfließen lässt, dass Frauen auch abseits dieser Extreme immer noch darum kämpfen müssen, respektiert und ernst genommen zu werden. Ob das jetzt die Polizistin ist, die sich mit einem sexistischen Kollegen herumschlagen muss, der scheinbar nicht über Frauen reden kann, ohne sie mit abfälligen Schimpfworten zu bezeichnen, oder die junge Frau, deren Vater ihre ganze Kindheit hindurch die Mutter verprügelt und beschimpft hat, ohne dass das jemals Konsequenzen für ihn gehabt hätte... Also bei aller Spannung ein Buch mit Gesellschaftskritik? Ja, dabei aber keine trockene Abhandlung, sondern ein Krimi voller unerwarteter, origineller Wendungen. Ich habe bewusst "Krimi" gesagt und nicht "Thriller", weil das Buch sich viel Zeit lässt, um die verschiedenen Charaktere, die Grundsituation und die diversen Konflikte vorzustellen. Seitenweise erlebt man als Leser detaillierte Ausschnitte aus dem Alltag der handelnden Personen, von so trivialen Dingen wie Einkaufen oder Kochen bis hin zu versteckten Geheimnissen oder halb verdrängten Traumata. Dementsprechend baut sich die Spannung auch eher gemächlich auf. Allerdings will ich damit überhaupt nicht sagen, dass das Buch langweilig wäre! Tatsächlich habe ich das Buch mit seinen 768 Seiten verschlungen, ohne jemals das Gefühlt zu haben, dass auch nur eine einzige Seite überflüssig ist. (Ich kann es mir selber nicht erklären, aber ich fand sogar eine Schilderung eines ausgedehnten IKEA-Einkaufs unterhaltsam.) Es ist sicher kein Buch für nebenher und zwischendurch, sondern eines, auf dass man sich einlassen und dem man Zeit geben muss, aber dafür bietet es eine wirklich intelligente Spannung und eine einzigartige Atmosphäre. Die Charaktere hatten mir im ersten Band schon ausnehmend gut gefallen, und auch in diesem Band war ich von ihnen sehr beeindruckt! Da ist in meinen Augen keiner dabei, der flach und eindimensional wäre; ich hatte immer den Eindruck, dass sie alle authentische Menschen mit ihren ganz eigenen Hintergrundgeschichten sind. Im Mittelpunkt stehen wieder Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander. An Mikael liebe ich seinen Einfallsreichtum und seinen Mut, aber vor allem seine grenzenlose Loyalität. Er scheut keine Gefahren und keine Mühen, um Lisbeths Unschuld zu beweisen - und das, obwohl sie ihn ohne Begründung komplett aus ihrem Leben gestrichen hat. Dieses Mal erfährt der Leser auch viel mehr über Lisbeth - dieses rätselhafte, antisoziale Genie mit der dunklen Vergangenheit. Ich war immer wieder überrascht, wie sehr ich mit ihr mitfieberte, denn eigentlich macht sie es einem nicht einfach! Sie hat nicht die geringste Ahnung, wie man mit anderen Menschen umgeht, sie ist verschlossen und misstrauisch, oft sogar feindselig und aggressiv... Und trotzdem mochte ich sie. Außerdem wurde mir mit jedem Kapitel klarer, dass sie nur das Produkt einer albtraumhaften Kindheit ist, in der sie vollkommen im Stich gelassen wurde von den Menschen, deren Aufgabe es eigentlich gewesen wäre, sie zu beschützen. Mein einziger Kritikpunkt an Lisbeth wäre, dass sie in vielen Dingen für meinen Geschmack etwas zu perfekt ist. Sie ist eine brilliante Computerhackerin, sie kann schießen und kämpfen (obwohl sie winzig und schmächtig ist), sie löst nebenher mathematische Probleme, über die sich Mathematiker 400 Jahre lang den Kopf zerbrochen haben... Gegen Ende gibt auch es eine Situation, wo ich es dann doch ziemlich unglaubwürdig fand, wie sie für Lisbeth ausgeht! (Mehr kann ich hier noch nicht verraten.) Aber im Großen und Ganzen ist Lisbeth für mich ein unglaublich interessanter, komplexer und spannender Charakter. Der Schreibstil ist für einen Krimi oder Thriller sehr ruhig, mit klar strukturierten Sätzen und meist eher gelassenen Tempo. Aber ich fand ihn dennoch nicht trocken oder langweilig - mir gefiel diese ruhige Klarheit! Fazit: Es geht um Mädchenhandel, sexuelle Gewalt, Sexismus - und die unendliche Bereitschaft der Menschen, wegzuschauen. "Verdammnis" bietet eine intelligente Handlung voller großartiger Wendungen, schwierige, sperrige, wunderbare Charaktere und eine Spannung, die sich zwar langsam aufbaut, mich aber vollkommen in ihren Bann gezogen hat. Für mich ist das Buch ganz zu Recht ein moderner Klassiker, denn die Geschichte hat etwas Episches an sich, dass ich unwiderstehlich fand.

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Die Zeitschrift Millennium hat eine aufregende Story am Haken: Mädchenhandel! Mädchen und junge Frauen werden aus dem Ostblock nach Schweden geschleust, ihnen werden die Pässe genommen, sie werden unter Drogen gesetzt, zur Prostitution gezwungen... Als zwei der, tief in der Recherche steckenden, Personen erschossen aufgefunden werden, gerät ausgerechnet Lisbeth Salander (Mikael Blomkvists Mitstreiterin aus dem ersten Teil) unter dringenden Tatverdacht, aber was hatte sie überhaupt mit den beiden zu tun? Als eine dritte Leiche erschossen aufgefunden wird, die mit Lisbeth in regelmäßigem Kontakt stand, steht für die Polizei fest, dass sie schuldig ist an allen drei Morden. Die Fahndung nach ihr läuft auf Hochtouren und doch scheint die - eigentlich doch auffällige - junge Frau spurlos verschwunden zu sein. Lisbeth selbst fällt aus allen Wolken, als sie plötzlich überall als Dreifach-Mörderin gesucht wird. Aber nicht umsonst gilt sie als eine Spitzen-Ermittlerin - sie macht sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Auch Lisbeths....'Freunde' können es nicht glauben, dass ausgerechnet sie die Täterin sein soll. Allen voran macht sich Mikael Blomkvist auf die Suche - sowohl nach Lisbeth, als auch nach der Wahrheit. Was ist wirklich passiert? Hängen die Morde überhaupt zusammen? Hat es etwas mit dem Mädchenhandel zu tun? Und wie hängt die Geschichte mit Lisbeth zusammen? Fazit Hier kommt mein Zalando-Schrei: Aaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhh!!! Was für ein tolles, spannendes, interessantes Buch mit einer absolut durchdachten, ausgefeilten Story! Ich bin begeistert !!! Lisbeth Salander - die Figur, die im ersten Teil eher im Schatten stand - wird hier ganz klar zur Protagonisten. Dabei gelingt es Stieg Larsson wieder mühelos eine zunächst einfache Geschichte ganz plötzlich in eine spannende, sich-selbst-überschlagende Story zu verwandeln, die den Leser mitreißt und nicht mehr loslässt. Wie nebenbei wird die schwedische Gesellschaft, ihre Politik, der unterschiedliche Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und denen von Anderen beleuchtet - und hier ist schwedisch natürlich x-beliebig austauschbar - leider! Ich kann die Bücher einfach nur empfehlen und - obwohl ich den dritten Teil noch nicht gelesen habe - weite ich mein Urteil schon auf die komplette Trilogie aus - ein Muss für Leser spannender Bücher!!! Es ist zu schade, dass der Autor bereits verstorben ist und das er die Veröffentlichung und den Erfolg, den er mit seinen Bücher erzielt hat, nicht mehr erlebt hat - und für uns Leser ist es traurig, dass wir von diesem Mann nichts mehr zu Lesen bekommen Viele Grüße von der Numi

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Die Millenium Trilogie (, die ja eigentlich eine Reihe von zehn Büchern werden sollte,) hat mich gereizt, seit ich das erste Mal von ihr gehört habe und war daher schon lange auf meiner Leseliste. Letztes Jahr habe ich dann den ersten Band "Verblendung" von der lieben Steffi zugeschickt bekommen und konnte mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören. Die spannende Geschichte fesselte mich total und war eines meiner Jahreshighlights 2014. Mit einer entsprechend hohen Erwartung begann ich mit dem folgenden Band "Verdammnis". Leider musste ich feststellen, dass er nicht an "Verblendung" heranreichen kann. Das liegt zum einen daran, dass die Hauptcharaktere aus dem ersten Teil dieselben bleiben und nun schon bekannt sind. Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist sind beides sehr spezielle, eigenartige Personen. Liest man von ihnen zum ersten Mal, so fällt es anfangs schwer insbesondere Lisbeth einzuordnen. In "Verblendung" macht es Spaß langsam alle Facetten und die Denkweise der beiden kennenzulernen. Beim Lesen des zweiten Bandes empfand ich dagegen Mikaels Verhalten, der ein gutmütiger und respektvoller Mensch ist, als sehr voraussehbar, fast schon ein wenig langweilig. Lisbeth hat mir dagegen vor allem in der ersten Hälfte des Buches gut gefallen. Ich fand es spannend zu sehen, wie sie mit ihrem neuen Reichtum umgeht, ihre Möglichkeiten auslotet und sich auch ein wenig in der Denkweise gegenüber ihren Bekannten verändert. Gegen Ende der Geschichte wird dieser neuen Facette aber kein Raum mehr gegeben. Die Geschichte an sich war wie im ersten Teil ein großes Rätsel, das den Leser zum mitgrübeln einlädt. Die Idee und auch die Auflösung haben mir dabei wieder sehr gut gefallen. Dagegen haben mich die unzähligen Wiederholungen gestört, die dadurch entstehen, dass Stieg Larsson verschiedene Handlungsstränge nacheinander aus mehreren Sichtweisen erzählt. So stoßen zum Beispiel Lisbeth und einige "Bösewichte" aneinander. Dies wird erst aus Lisbeths Sicht wiedergegeben. Dann wird das Zusammentreffen von ortsansässigen Polizisten rekonstruiert. Anschließend macht sich der Polizeichef seine Gedanken. Der nächste sieht es dann im Fernsehen... Dabei ist mein Problem nicht die Tatsache dass wir mitbekommen wer was weiß und was er darüber denkt, sondern, dass jedes Mal der Handlungsstrang aufs Neue erzählt wird. Gerade wenn Lisbeth und Mikael sich unterhalten und die Gespräche dann zwei mal neu aufgeführt werden, war ich oftmals versucht, die Seite einfach zu überspringen. In solchen Fällen hätte ich es besser gefunden, wenn einfach nur die neuen subjektiven Gedanken der anderen Person aufgezeigt werden, anstatt alle Tatsachen nochmals neu zu unterbreiten. So empfand ich gerade den größten Teil der Geschichte, nämlich der Ermittlungen, streckenweise als langatmig. Nichts desto trotz konnte auch dieser Band mich fesseln und wurde innerhalb weniger Tage durchgelesen. Die Geschichte und Stieg Larssons prägnanter Schreibstil machen sehr viel Spaß. Obwohl die Figuren meist klassisch entweder gut oder böse und nichts dazwischen sind, schwingt eine gute Prise an Gesellschaftskritik in Larssons fiktiver Geschichte mit.

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