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Leserstimmen (13)

Stephen King: Der Anschlag

Der Anschlag Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-26754-1

Erschienen: 23.01.2012
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Rezension zu Stephen King Der Anschlag

Von: Chrissis Corner Datum : 01.08.2017

chrissis-corner.blogspot.de/

Ich habe mein erstes Stephen King Buch gelesen! Wuhu, ich bin schon ein kleines Bischen Stolz auf mich, da das Buch ein ziemlich dicker Wälzer ist und das Englisch auch nicht immer ganz einfach. Doch dazu jetzt mehr.

Stephen King hat einen sehr speziellen und ausgewogenen Schreibstile. Er beschreibt sehr viel und ausführlich. Durch seine Wortwahl wird eine einzigartige Atmosphäre vermittelt. Ich habe mir noch nie so sehr gewünscht, in einem Buch dabei zu sein. Gerade am Anfang der Geschichte, wenn Jake Epping zum ersten Mal nach Derry kommt, ist es Stephen King unglaublich gut gelungen die Atmosphäre der 50er einzufangen. Ich habe damals noch nicht gelebt und trotzdem hat es sich angefühlt, als wäre ich selber dort gewesen.
Der Schreibstile von King ist grandios und sehr wortreich. Daher war das Buch, gerade zu anfang, sehr anstrengend zu lesen. Ich bin keine Native Speakerin, hatte aber Englisch als LK und habe bereits zwei Jahre im Ausland gelebt. Trotzdem war es sehr anstrengend zu lesen und nach längeren Abschnitten musste ich öfter eine Pause einlegen um mein Gehirn eine Pause zugönnen.
Ich würde das Buch wegen seines Schreibstyles fortgeschrittenen Lesern empfehlen, die mit der englischen Sprache sehr vertraut sind.

Während des Lesens hatte ich Phasen, in denen ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Die Geschichte wird langsam erzählt und Spannung wird nur langsam aufgebaut, bis zum Ende der Spannungshöhepunkt kommt. Kleiner Inszenierungen sorgen auf den über 600 Seiten vor dem großen Finale auch für Spannung und Abwechslung. Während des Lesens war mir nie "langweilig", sodass ich dachte, ich könte jetzt auch aufhören zu lesen. Trotzdem hat es sich an einigen Stellen gezogen und wurde etwas langatmig.

Die Handlung von 11.22.63 ist faszinierend! Ich habe schon einige Zeitreise Bücher gelesen und noch nie ist mir ein dermaßen ausgeklügelte Geschichte untergekommen. Die Art und Weise wie Stephen King mit den verschiedenen Zeitsträngen spielt ist gewieft.Es entsteht eine nicht vorraussehbare Geschichte mit einem bitter-schönen Ende.
Gerade da der Leser einen sehr großen Einblick in das Leben von Jake Epping bekommt und man von Seite 1 bis zur letzten Seite immer an seiner Seite bleibt, baut man eine starke Verbindung zu dem Protagonisten auf. Er ist ein herkömmlicher Englischlehrer an einer High School mit dem Herzen am richtigen Fleck. Er hat einen Sinn für Gerechtigkeit und seine Handlungen sind authentisch und nachvollziehbar.
Ein Gegenstück dazu bildet die exzentrische und temperamentvolle Sadie, obwohl sie sehr tollpatschig ist. Es ist schön zusehen, wie sie und Jake sich langsam annähren und eine einzigartige Liebesgeschichte zwischen den beiden entsteht, die keines Falls kitschig oder klischeebehaftet ist.

Von Anfang an ist klar, dass die Geschichte noch einen Haken haben muss und (leider) ist das der Fall. Das Ende ist bitter schön und hat mich zu Tränen gerührt.
Oft hört man in Verbindung mit Stephen King Büchern den Satz "Der Weg ist das Ziel", da seine Bücher sehr gut geschrieben sind, das Ende jedoch oft etwas enttäuschen ist oder es nicht das, vom Leser, erwünschte Finale gibt. 11.22.63 ist keins dieser Bücher, obwohl der Weg einer der bestumschriebensten und ungewöhnlichsten Wege ist. Das Ziel und der Weg sind absolute passend und stimmig.

Ein neuer und einzigartiger Blickwinkel auf das Thema Zeitreise. Sehr ausgeklügelt und spannend geschrieben mit Protagonisten, die man nur mögen kann. Eine Handlung, die sich langsam entwickelt, dies aber mit viel Charm und Anmut tut, das hierrin der Charme des Buches liegt!
Ich kann es jedem empfehlen!

Interessantes Gedankenspiel

Von: Frank Datum : 02.09.2016

https://familieimchaos.blogspot.de/

Zeitreisen sind faszinierend. Was könnten wir nicht alles machen, wenn wir die Möglichkeit hätten, in der Zeit zurückzureisen? Diese Idee greift Stephen King in seinem Buch auf und fokussiert sich auf die Frage, was passiert wäre, wenn der Anschlag auf John F. Kennedy im Jahre 1963 vereitelt worden wäre.

Dieses Ereignis verbinden viele US-Amerikaner mit einem Trauma. Sie sind davon überzeugt, dass ihr Land durch die Ermordung des Präsidenten in eine tiefe Krise gestürzt wurde. Genau darauf baut King auf, wenn er den Lehrer Jake Epping auf seinen todkranken Freund und Restaurantbesitzer Al Templeton treffen lässt, der ihn in ein Geheimnis einweiht.

Jake hat sich nämlich immer schon gefragt, wie das Restaurant überleben konnte. Bis Al ihm ein Portal in seinem Restaurant zeigt, mit dem man ins Jahr 1958 reisen kann. Kehrt man über das Portal in das Jahr 2011 zurück, so sind dort lediglich zwei Minuten vergangen. Al hat diese Reisen genutzt, um sich mit Nachschub für sein Lokal zu versorgen

Das Zeitparadoxon umschifft King, in dem er jede neue Zeitreise die Ereignisse der alten Zeitreise auslöschen lässt. Nur der Zeitreisende kann sich noch an alles erinnern.

Al ist besessen davon, das Attentat auf Kennedy vereiteln zu wollen, schafft es aber aufgrund seiner Krankheit nicht, die fünf Jahre bis zum Jahr 1968 zu überbrücken. Er überzeugt Jake davon, dass er es an seiner Stelle versuchen soll. Nach einigen Zeitreise-Testläufen und die Betrachtung der jeweiligen Folgen seines Handelns, beschließt er, einen Versuch zu wagen.

Wenn der Leser an dieser Stelle angelangt ist, wird er schon längst bemerkt haben, dass das eigentliche Attentat in den Hintergrund gerückt ist. Ebenso wie die Mythen, die sich um Oswald im Laufe der Zeit gebildet haben. Im Buch steht die us-amerikanische Gesellschaft der 60er im Vordergrund, die gerne glorifiziert wird. King zeigt aber recht deutlich, welche Risse diese Gesellschaft schon damals hatte und welche Probleme der Neuzeit in der Vergangenheit zu suchen sind.

Wer King kennt, wird wissen, dass es viele Nebenhandlungen gibt, die zudem Bezug auf vorhandene Schauplätze aus anderen Büchern haben. So wie mancher Filmregisseur immer wieder in seinen eigenen Filmen auftaucht, versucht King die Handlungen seiner Bücher ineinandergreifen zu lassen. Die Handlungsstränge in "Der Anschlag" sind dabei nicht derart komplex, als dass man den Überblick verliert.

Ebenso typisch für einen King sind die Längen, die seine Bücher aufweisen. Kann das Buch den Leser in dem ersten Drittel fesseln, verliert es danach merklich an Fahrt. Die Nebenhandlungen rücken zunehmend in den Vordergrund und man möchte dem Buch zurufen: "Komm auf den Punkt!" Erst gegen Ende nimmt die Geschichte wieder an Fahrt auf und kann den Leser wieder fesseln.

Es sollte klar sein, dass es sich bei diesem Buch um einen Thriller handelt. Ich kann entäuschte Rezensienten nicht verstehen, die ein Horrobuch erwartet haben. Sehr wohl kann ich aber enttäuschte Leser verstehen, die sich durch die Längen des Buchs gekämpft haben und am Ende vielleicht auch deswegen enttäuscht sind, weil so manches Zeitparadoxon dann doch nicht aufgeklärt wird.

Natürlich kennt der King-Leser die typischen Längen seiner Bücher, aber in diesem Buch verliert die Geschichte einfach zu viel an Fahrt. Dem Lesefluss hätte es sehr gut getan, wenn der Mittelteil deutlich gestrafft worden wäre. Ich kann das Buch nur bedingt empfehlen.

Gutes Buch, aber in der Mitte etwas langatmig

Von: Jiskett Datum : 07.07.2016

archive-of-longings.blogspot.de/

Der Anschlag war mein erstes Buch von King, da ich mit Horror überhaupt nichts anfangen kann. Das Thema dieses Buches klang aber sehr interessant, also habe ich mir vorgenommen, es zu lesen. Das habe ich jetzt getan und zu großen Teilen hat die Geschichte mir gut gefallen. Sie hat mich von Anfang an gepackt; King schreibt wahnsinnig gut und der Zeitreise-Aspekt tritt schon sehr früh auf, sodass die Handlung schnell spannend ist. Die Idee, dass es einen 'Kaninchenbau' gibt, durch den man in die Vergangenheit reisen kann, ist interessant und dass jede neue Reise ein Neustart zu sein scheint, grenzt schon gleich die Möglichkeiten ein. Auch die Hintergründe dafür, wie Jake überhaupt auf die Idee kommt, in die Vergangenheit zu reisen, wurden gut erklärt, auch wenn er meiner Meinung nach zu schnell bereit war, sein Leben (und sei es nur für eine begrenzte Zeit) aufzugeben. Allerdings fand ich gut, dass er dem Freund, der ihm davon erzählte, nicht sofort glaubte, sondern eine Art 'Test' durchführen wollte, da dies sehr realistisch war.
Das Leben in der Vergangenheit hat der Autor ebenfalls gut und für mich authentisch dargestellt (obwohl Jake hier wieder ein bisschen zu begeistert von allem war, anstatt sein altes Leben in irgendeiner Form zu vermissen) und auch die Charaktere waren gut ausgearbeitet, sodass schon Nebenfiguren bleibende erste Eindrücke hinterlassen haben. Der Protagonist war mir sympathisch und es hat mir gut gefallen, dass er real wirkte, indem er unsicher war, nicht alles wusste und Fehler gemacht hat.

In der Mitte der Geschichte gibt es einige Längen; die Schilderungen des Alltags und der Beschattungen waren für meinen Geschmack ein wenig zu lang und teilweise auch nicht wirklich von Bedeutung, aber sobald der Anschlag auf Kennedy kurz bevor steht, nimmt die Geschichte wieder an Fahrt auf, die geschilderten Ereignisse sind wieder relevant und je näher das große Ereignis rückt, desto spannender wird es; auch wenn ich nie wirklich daran gezweifelt habe, was passieren würde, hat der Autor es doch geschafft, so zu schreiben, dass man doch unsicher wird.
Das Attentat an sich hätte meiner Meinung nach noch etwas mehr behandelt werden können, doch das Ende fand ich sehr passend. Die offen gebliebenen Fragen wurden beantwortet, alle Fäden liefen zusammen und eigentlich hätte nichts anderes Sinn gemacht.

Gelungener Zeitreise-Thriller

Von: stellaclara Datum : 09.05.2016

www.stellabloggtfuereuch.wordpress.com

Inspiriert durch den Deutschland-Start der US-Serie "11.22.63 – Der Anschlag" habe ich vor kurzem die literarische Vorlage zu der Produktion gelesen. Zunächst war ich skeptisch, ob das Buch das Richtige für mich ist, da ich als Nicht-Amerikanerin nicht allzu viel mit John F. Kennedy am Hut habe und bisher auch noch keinen Roman des Autors gelesen hatte. Aber bereits während des ersten Kapitels war ich vollkommen begeistert, da die Geschichte schnell einen unwiderstehlichen Sog entwickelt hat, der mich komplett in seinen Bann gezogen und zum kontinuierlichen Weiterlesen motiviert hat.

Zur Story: Der todkranke Diner-Besitzer Al Templeton weiht den frisch geschiedenen Englischlehrer Jake Epping in ein Geheimnis ein – in der Vorratskammer des Diners gibt es ein geheimes Zeitreise-Portal ins Jahr 1958. Al bittet Jake darum, ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen: der Mittdreißiger soll durch das Portal steigen und das Attentat auf John F. Kennedy am 22.11.1963 verhindern. Nach einigem Zaudern und Zögern lässt Jake sich auf die Sache ein und taucht in die Vergangenheit ab…

Überrascht hat mich bei dem Roman, dass das Kennedy-Attentat gar nicht so sehr im Mittelpunkt der Handlung steht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Protagonisten Jake Epping und dessen Charakter-Entwicklung. Besonders unterhaltsam beim Lesen fand ich Jakes Bemühungen, sich in der Vergangenheit einzuleben und nicht unangenehm aufzufallen – gar nicht so einfach, wenn man es gewohnt ist, mal eben schnell mit Handy zu telefonieren oder dabei erwischt wird, wie man einen Song der Rolling Stones, der erst Jahre später veröffentlicht werden wird, vor sich hin singt. Die bildhaften Beschreibungen der späten 50er/ frühen 60er Jahre machen den Roman zu einem richtigen Schmöker, der sich jedoch nicht in idealisierender Nostalgie verliert, sondern die scheinbare Idylle immer wieder durchbricht. Jake begegnet auf seiner Reise vielen teilweise witzig-exzentrischen, teilweise grausamen, teilweise liebenswerten Nebenfiguren – besonders hervorgehoben sei hier sein Love Interest Sadie Dunhill. Gerade die Liebesgeschichte zwischen Sadie und Jake ist – wie ich finde – gut gelungen, ohne ins Kitschige abzudriften (wie es bei Zeitreise-Love Stories ja leider oft der Fall ist). Zudem werden sich Stephen King-Fans sicherlich darüber freuen, dass Figuren aus "Es" einen kleinen Cameo-Auftritt haben.

Ich empfehle den Roman allen Lesern, die Interesse an einer mentalen Zeitreise ins Amerika der 60er Jahre haben sowie allen Psychothriller-Fans, die offen für übernatürliche Elemente und ein historisches Setting sind und desweiteren natürlich allen Stephen King-Aficionados.

Ein episches Werk...

Von: KruemelGizmo Datum : 19.03.2016

https://www.facebook.com/tanjasbuecherwelt?ref=tn_tnmn

Dallas, Texas - 22.11.1963 - drei Schüsse
John F. Kennedy starb und die Welt veränderte sich für immer. Jake Epping kann in jene Zeit zurückkehren, und will den Anschlag um jeden Preis verhindern. Aber je näher er dem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Veränderung.

Der Anschlag von Stephen King gehört mit seinen 1056 Seiten auf jeden Fall in die Kategorie Wälzer.

Jake Epping, Lehrer von Beruf, wird von seinem Freund Al in ein sagenhaftes Geheimnis eingeweiht. Er kennt ein Portal das ihn in das Jahr 1958 führt. Al überredet Jake dazu zubenutzen um das Attentat auf JFK zu verhindern und damit die Weltgeschichte positiv zu verändern, da er selbst nicht mehr dazu in der Lage ist. Jake lässt sich darauf ein und geht in das Jahr 1958. Dort führt er nun ein ganz anderes, neues Leben als in der heutigen Zeit, aber schnell passt sich Jake an und verliebt sich auch unsterblich in die Bibliothekarin Sadie. Immer wieder hat er auch Lee Harvey Oswald im Blick um den richtigen Zeitpunkt zu finden um das Attentat zu verhindern. Aber die Vergangenheit lässt sich nicht gerne ins Handwerk pfuschen und so weht sie sich mit allen möglichen Mitteln gegen Jakes eingreifen.

Daß Buch lässt sich wirklich super flüssig lesen, und vor allem am Anfang flogen die Seiten nur so an mir vorbei. Die Idee mit dem Portal ins Jahr 1958 fand ich von Anfang an interessant und auch das Jake das Attentat auf John F. Kennedy verhindern will, aberein großer Teil der Geschichte handelt nicht wirklich davon, sondern es wird Jakes neue Lebensgeschichte erzählt. Jake baut sich im Jahre 1958 und in den folgenden Jahren eine neue Existenz auf, trifft viele Menschen, arbeitet als Lehrer, geht eine Liebesbeziehung ein, aber hier scheint die Vergangenheit nicht so ein ganz großes Problem damit zu haben das er alles verändert.

Die geschilderten Menschen und Persönlichkeit waren mir manchmal ein wenig zu klischeehaft geschildert, so als würde ich einen alten Film über den guten alten "American way of life" sehen.

Die Liebesgeschichte konnte mich nicht ganz so überzeugen, zu viel hin und her (was so gar nicht dem alten "American was of life" entsprach) ohne wirklich vorwärts zu kommen. Dabei gehen viele, viele Seiten ins Land ohne die Geschichte an sich voranzutreiben.

Beim Hauptprotagonist Jake fehlten mir manchmal die Grautöne, zu oft war es ein schwarz-weiß Denken, und auch ein Mord zu begehen um einen Mord zu verhindern ohne andere Lösungen intensiv in Erwägung zu ziehen, hinterließ einen kleinen schalen Nachgeschmack bei mir.

Etwas enttäuscht war ich über das kurze Abhanden des Schlusses, hier hätte ich wirklich gerne mehr von gelesen, mehr von erfahren, ein paar Seiten mehr hätten hier nicht geschadet.

Trotz all meiner kleinen Kritikpunkte fühlte ich mich wirklich sehr gut unterhalten und flog größtenteils durch die Seiten. Stephen King schafft es in diesem Buch die späten 50er und frühen 60er Jahre vor meinem geistigen Auge entstehen zu lassen und so konnte ich wirklich in die Geschichte abtauchen.
Trotz der Liebesgeschichte und andere Nebenschauplätze blieb für mich immer ein roter Faden bestehen, der mich an die Seiten fesselte, weil ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht.
Für mich wiedermal ein sehr gelungener King den ich echt gerne gelesen oder besser gesagt verschlungen habe.

Mein Fazit:
Ein toller Roman der mich trotz kleinerer Längen wirklich fesseln und begeistern konnte.

[Rezension] Der Anschlag

Von: Mareike Datum : 20.02.2016

buch-challenges.blogspot.de/

Lange bin ich nicht dazu gekommen, dieses Werk zu beginnen. Mich haben die 1056 Seiten immer wieder abgeschreckt, da ich in der meisten Zeit des Jahres in Prüfungsphasen befand und ich ein Buch in diesem Umfang nicht "mal eben zwischendurch" lesen wollte. Nein, als bekennender King-Fan ich wollte Der Anschlag genießen und ich wusste, ich würde nicht aufhören können, wenn ich einmal mit dem Lesen begonnen hätte. In meinen Prüfungsphasen wäre das kontraproduktiv gewesen. Dieser Gedanke hat mich auch nicht getrogen, denn ich konnte nach der ersten Seite schon nicht mehr aufhören. Ich konnte das Buch einfach nicht weglegen - nein, es ging einfach nicht - und bin gerade noch völlig geflashed von dem Roman, der so viel mehr als ein Roman über das Attentat an Kennedy ist. In Der Anschlag findet sich der Versuch die Geschichte um zu schreiben und zwar nicht nur für JFK, sondern viele weitere Menschen, denen Jake Epping begegnet. Gleichzeitig verfolgt man aber auch ein Stück weit Jake Eppings Leben und was er für diese wahnsinnige Aktion auf sich nimmt. So beginnt beim Lesen ein Gedankenspiel darüber, was wäre wenn...

Als jemand, der neben Germanistik auch vor allem Neuere Geschichte studiert hat, faszinierte mich natürlich das Thema von Beginn an. Wer sich für die Vergangenheit interessiert, wird wahrscheinlich schon einmal mit dem Mord an John F. Kennedy beschäftigt haben. Wie leicht wird sich da die Frage stellen, was gewesen wäre, wenn JFK nicht gestorben wäre. Wären die USA heute dennoch die Weltpolizei? Wie wäre der Vietnam-Krieg ausgegangen? Wäre der 11. September vielleicht gar nicht passiert, weil sich die Geschichte in eine völlig andere Richtung bewegt hätte? Und - wenn man diesen Mordanschlag tatsächlich verhindern könnte - so unvorstellbar das auch ist - würde man sich dafür entscheiden, diesen Weg zu gehen und selbst gute fünf Jahre seines Lebens dafür zu investieren?

Genau vor der Frage steht zu Beginn des Romans auch unser Protagonist Jake Epping. Jake ist eigentlich völlig normal und hatte nie die Ambition, die Vergangenheit zu verändern. Er ist Englischlehrer in einer Kleinstadt bei Maine und gerät zufällig (vielleicht wird er auch vom Schicksal ausgesucht?) in diese echt unglaubwürdige Geschichte. 11/22/63 ist der englische Titel des Romans und das Todesdatum Kennedys, so das direkt klar scheint, worum es in diesem Der Anschlag geht. Erst einmal geht aber nicht direkt um das Attentat. Man schlittert vielmehr mit Jake in die Geschichte, muss mit ihm überzeugt werden und macht sich dann mit ihm zu Experimenten auf. Natürlich geschieht alles mit dem Wissen, ob und wie man Lee Harvey Oswald stoppen kann und man fiebert bis zur letzten Seite mit, ob die Reise in die Vergangenheit erfolgreich ist. Dabei stellt man sich auch immer wieder die Frage, ob man selbst in dieser Situation die Chance nutzen würde und in wie weit das Schicksal eine Rolle spielt.

Zitat
Natürlich gibt es Zufälle, aber ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass sie ziemlich selten sind. Irgendwas im am Werk, okay? Irgendwo im Universum (oder dahinter tickt eine Maschine und lässt ihre fabelhaften Zahnräder schnurren. Ab und zu wird ein Joker aus dem Kartenstapel gezogen, aber die meisten Ereignisse laufen planmäßig ab. (Jake Epping in "Der Anschlag", S. 346)

Jake Epping ist als Charakter völlig authentisch gezeichnet. Ich habe ihm alles geglaubt und seine Gedanken, Gefühle, Wünsche und Sorgen immer nachvollziehen können. Genau wie man ins Jahr 1958 eintaucht, taucht man auch in seinen Charakter ein und identifiziert sich mit ihm. Man lernt ihn über die 1056 Seiten wirklich gut kennen. Stephen King ist hier ins Detail gegangen und bringt den Leser den Protagonisten sehr nahe. Oft musste ich auch laut auflachen, zum Beispiel, wenn sich Jake als "Zeitbeduine" bezeichnet. Es gibt so viele Szenen, die mich gerührt haben und nicht vergessen sind. Auch die weiteren Figuren sind glaubwürdig und authentisch gestaltet und bleiben im Gedächtnis. Ob das nun Diner-Inhaber Al Templeton ist, von dem Jake überhaupt von der Zeitreise-Möglichkeit erfährt, ob das die kleine Ellen ist, der Jake mehrfach begegnet oder ob das zwei Teenager sind, die einen Tanz für eine Schulaufführung einüben. Sie passen einfach perfekt in die Geschehnisse und sorgen dafür, dass dieser Roman trotz der Zeitreise des Helden so absolut realistisch erscheint.

Klasse fand ich abseits der Story, dass man sich beim Lesen fühlte, als sei man tatsächlich ins Ende der 50er gereist. Stephen King bringt viele Details über das Leben der 50er Jahre. Es wird viel darüber berichtet, was im Vergleich zur Gegenwart anders war und man begleitet Jake durch seinen Anpassungsprozess. Ich hätte mir zuvor nicht vorstellen können, dass es so einen großen Unterschied in der amerikanischen Lebensweise gab, aber für Jake begann sein Problem schon damit, dass es Biersorten noch gar nicht gab, die er kannte (und bestellen wollte). Man trifft auf Konventionen und Traditionen der damaligen Zeit, auf die Autos, den besseren Geschmack von Bier und Milch, der Hoffnungen der Jugend und die Verschwiegenheit von Kleinstädten, in denen jeder jeden kennt. Kurz gesagt: Man taucht in die Geschichte ein und vergisst, dass man im Jahr 2012 lebt.

Der Anschlag ist ein Genre-Mix. Hier finden nicht nur Liebhaber von historischen Romanen ihre Freude. In dem Roman finden sich genauso gut Aspekte aus Gesellschaft, Liebe, Fantasy, bis der Roman am Ende zum Thriller wird. Der Mix ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen, was auch daran liegt, dass man dem Autor anmerkt, wie viel Erfahrung er hat und wie genau er recherchiert hat. Es gibt von meiner Seite aus nicht den kleinsten Kritikpunkt an diesem Buch, denn es ist meiner Meinung nach einfach perfekt. Spannend, humorvoll und zur richtigen Zeit ernsthaft konnte mich Der Anschlag vollends überzeugen.

Bewertung
Der Meister hat wieder zugeschlagen: Stephen King schafft es einfach immer wieder, mich zu begeistern. Auch mit Der Anschlag legt er wieder ein Meisterwerk hin, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Trotz seiner stattlichen 1056 Seiten ist der Roman zu keiner Zeit langweilig, sondern an den genau richtigen Stellen humorvoll oder ernsthaft. Man braucht sich also nicht von seinem Umfang abschrecken lassen. Dazu kann immer wieder philosophiert werden, was wäre wenn Dieses oder Jenes anders passiert wäre. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und völlig zu Recht den WOW-Effekt.

King ist der King!

Von: Influenza Bookosa Datum : 12.02.2016

influenza-bookosa.de/der-anschlag-stephen-king/

Amerikanische Geschichte + Stephen King + David Nathan = einzigartiges Hörerlebnis
Ein Meisterwerk. Ein weiterer gewichtiger Grund, Literatur zu lieben.

"Es sind immer nur zwei Minuten"

Von: Analog 2.0 Datum : 14.01.2016

www.analogzweinull.de/

Meine Meinung:
Stephen King hat hier ein wirklich geniales Was-wären-wenn Szenario geschaffen, was wäre wenn man ein Ereignis das Amerika für lange Zeit geprägt hat ungeschehen machen könnte und die Zukunft dadurch verändert? Mit über 1000 Seiten ist dieses Buch natürlich ein ganz schöner Brecher, aber die Thematik und vor allem der eigene Drang am Anfang des Buches, endlich alle Zusammenhänge verstehen zu wollen, treibt einen ganz sicher durch die Seiten.
Die Hauptperson Jake Epping ist, finde ich, ein typischer Amerikaner wie er in jedem King Roman vorkommen könnte. Ein geschiedener Abendschullehrer mit Hauskatze. Von Freunden ist an dieser Stelle erst mal keine Rede, es sei denn man zieht Al Tempelton dazu, Besitzer des alten Diners den Jake gerne aufsucht. Eines Tages bittet ein total veränderter Al ihn seine Geschichte erzählen zu dürfen und diese bringt mit ein paar wenigen Erklärungen auch jede Menge Fragen mit sich. Ein Zeitportal mitten im Lebensmittellager! Ich finde es sehr sympathisch, das Jake nicht direkt alles glaub und auch als er es selbst ins Jahr 1958 "geschubst" wird, noch nicht alles sieht was um ihn herum passiert. Mit der Zeit erkennt Jake aber die Möglichkeiten die sich ihm plötzlich auftuen. Um zu testen ob Al's Theorie stimmt und er wirklich dazu in der Lage wäre ein großes geschichtliches Ereignis zu verhindern, versucht er zunächst das Leben einer seiner 2011 Schüler zu verändern um zu sehen, was dieser Eingriff in die Zeit nach sich zieht.
Die Geschichte selbst ist sehr spannend inszeniert, dadurch das die Zeit nicht verändert werden möchte bekommt der Leser ein ständiges auf und ab, ein Hoffen und Bangen. Ob er es am Ende schaffen wird und auf welche Weise sein Versuch endet werde ich natürlich nicht verraten, aber eins ist sicher, auch kleine Taten haben eine Auswirkung auf die Zukunft.
Was mich außerdem an diesem Buch so sehr begeistert sind die vielen kleinen Anspielungen auf andere Stephen Kind Werke. Wer die anderen Bücher nicht gelesen hat wird sie nicht bemerken und das ist auch gar nicht so schlimm. Wer allerdings schon den ein oder anderen King Roman gelesen hat, kann sich an Details erfreuen wie zum Beispiel das "Der Anschlag" teilweise in der Kleinstadt Derry spielt die man unter anderem au ES kennt. Hier trifft die Hauptfigur auch auf Personen die später in ES eine größere Rolle spielen werden, zeitlich gesehen spielt " Der Anschlag" nämlich vor "ES".
Der Anschlag auf John F. Kennedy nimmt übrigens keine Hauptrolle in diesem Buch ein. Es dreht sich eher um Al, Jake und das Zeitloch.
Fazit:
Spannende Lektüre vor geschichtlichem Hintergrund, sympathische wiederkehrende Charaktere mit ihrem ganz eigenen Charme. Von mir gibt es 5 Sterne, ich wünschte es gäbe mehr Bücher dessen Thema einen so sehr fesselt.

Wenn die Vergangenheit gnadenlos zuschlägt

Von: Andrea Hübner Datum : 19.10.2015

andreasbuecherblog.blogspot.com

1056 Seiten
Heyne Verlag
Erschienen am 23. Januar 2012
ISBN 978-3453267541

Klappentext:

Wenn die Vergangenheit grausam zuschlägt – Stephen King schreibt die amerikanische Geschichte neu
Am 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas, drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt veränderte sich für immer. Wenn man das Geschehene ungeschehen machen könnte – wären die Folgen es wert? Jake Epping kann in die Vergangenheit zurückkehren und will den Anschlag verhindern. Aber je näher er seinem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Änderung. Stephen Kings neuer großer Roman ist eine Tour de Force, die ihresgleichen sucht – voller spannender Action, tiefer Einsichten und großer Gefühle.
Jake Epping lebt ein normales Leben, bis sein Freund Al ihm ein großes Geheimnis enthüllt: Er kennt ein Portal, das ins Jahr 1958 führt. Und Al gewinnt ihn für eine wahnsinnige Mission. Jake soll in die Vergangenheit zurückkehren und das Attentat auf John F. Kennedy vereiteln, um den Gang der Geschichte positiv zu korrigieren. Und so beginnt für Jake ein neues Leben in einer für ihn neuen Welt. Es ist die Welt von Elvis und JFK, von großen amerikanischen Autos und beschwingten Highschool-Tanzveranstaltungen. Es ist die Welt des gequälten Einzelgängers Lee Harvey Oswald, aber auch die der Bibliothekarin Sadie Dunhill, die Jakes große Liebe seines Lebens wird – eines Lebens, das gegen alle normalen Regeln der Zeit verstößt. Und je näher Jake seinem Ziel kommt, den Mord an Kennedy rückgängig zu machen, desto bizarrer wehrt sich die Vergangenheit dagegen – mit aller gnadenlosen Gewalt, die sich auch gegen Jakes neue Liebe richtet ...


Mein Umriss:

Jake Epping ist Lehrer und unterrichtet unter anderem Erwachsene. Der Aufsatz von Harry Dunning dem Schulhausmeister über seine Jugend rührt ihn zu Tränen und lässt ihn nicht mehr los.
Als er in Al Templetons Diner geht um einen Hamburger zu essen, stellt er fest, das Al über Nacht schrecklich abgenommen hat und nur noch ein Schatten seiner selbst ist.
Kurz darauf bekommt Jake einen Anruf von ihm, in dem er ihn um ein Treffen bittet. Diese Bitte schlägt ihm Jake nicht aus. Er besucht ihn in seinem Diner, wo dieser ihm eine Geschichte erzählt, die er erstmal nicht glauben kann. Al tritt jedoch den Beweis an und Jake ist fasziniert. Jake tritt mit Als Hilfe seine erste Zeitreise in die Vergangenheit an.
Als Al kurze Zeit später merkt, dass er nicht mehr lange zu leben hat, bittet er Jake zu sich nach hause und überreicht ihm diverse Gegenstände und Geld. Damit soll er in die Vergangenheit reisen und das Attentat auf John F. Kennedy am 22.11.1963 verhindern.
Nach Als Information kann er sich jahrelang in der Vergangenheit aufhalten, aber keine Reise dorthin würde in der Gegenwart länger als zwei Minuten dauern.
Als Al stirbt will ihm Jake seinen Wunsch erfüllen und zugleich noch seinen eigenen. Er will die Familiengeschichte Dunnings auch beeinflussen und damit den Inhalt des Aufsatzes und Dunnings Leben als Gehbehindertem in andere Bahnen lenken.
Da er jedes Mal wenn er die unsichtbare Treppe im Lagerraum des Diners nach unten geht im Jahr 1958 landet, trifft er finanzielle Vorkehrungen indem er Als Geld auf ein Konto einzahlt und als Joker hat er Sportergebnisse von damals dabei, um notfalls Wetten abschließen zu können.
Er wartet in der Vergangenheit auf die Einreise Lee Harvey Oswalds, dem verblendeten Einzelgänger, beschatten ihn und seine Frau mit einfachsten Mitteln, lernt seine große Liebe Sadie kennen, findet viele Freunde und genießt das Leben der unbeschwerten Sechziger.
Doch alles wird schwieriger, als Jake sich das gedacht hat. Die Vergangenheit will sich nicht ändern lassen und wehrt sich gegen jede Aktion, die ein Veränderung herbeiführen soll.

Mein Eindruck:

Das bisher beste Werk Kings mit dem er unter Beweis stellt, dass er in seiner Arbeit als Autor sehr wandlungsfähig ist. Er zeigt den american way of life der beschwingten Sechziger, in denen es mit dem Land und dessen Bürgern immerzu nur aufwärts zu gehen schien. Das Leben machte einfach Spaß.
Aber King wäre nicht King, wenn er das Buch alleine darauf beruhen hätte lassen. Nein, er lässt die Vergangenheit um ihre Geschichte kämpfen. Sie will nicht geändert werden, und somit bekommt Jake so manchen schmerzhaften Schlag einzustecken.
Zum Attentat auf Kennedy und die Biografie von Lee Harvey Oswald hat er eine irrsinnige Recherchearbeit auf sich genommen, die sich jedoch im Ergebnis des Buches mehr als positiv niederschlägt.
Wie auch in seinen anderen Büchern verheddert sich King nicht in Nebensächlichkeiten. Er bleibt am Ball und verliert nie den roten Faden, dem der Leser leicht und stolperfrei folgen kann. Er hat dieses Buch so realistisch geschrieben, dass man als Leser das Gefühl hat, selber in die Zeit zu Anfang der Sechziger zurückversetzt geworden zu sein.
Dass er sich entschied, das Buch nicht wie ursprünglich geplant in den Siebzigern zu schreiben, sondern erst jetzt, lässt seinen Patriotismus seinem Land gegenüber erkennen. Er begründet das auch damit, dass er warten wollte, bis die Zeit reif war.
King tat mit diesem Buch einen Riesenschritt vom Horrorautor zum ernsten, nachdenklichen Schriftsteller.

Mein Fazit:

Kein Thriller und trotzdem ein spannendes, rundum gelungenes Werk, das auch zu mehrmaligem Lesen einlädt.

Ein Meisterwerk

Von: Christian Datum : 07.08.2015

bieberbruda.blogspot.de/

31 Stunden und 48 Minuten klingt nach einer langen Zeit! Bei Stephen King's "Der Anschlag" lohnt sich die Zeit aber auf alle Fälle...und sie vergeht wie im Flug!

Die Story:
Jake Epping ist 35, Englischlehrer und frisch von seiner Frau getrennt. Er lebt ein eher tristes Leben - bis sein Freund Al ihn in ein Geheimnis einweiht: In seinem Food-Truck befindet sich ein Portal, dass ihn ins Jahr 1958 führen kann. Nach ersten Erkundungstouren in die Vergangenheit beschließt er, in der Vergangenheit zu bleiben und ein historisches Ereignis zu verhindern: Das Attentat auf John F. Kennedy im Jahr 1963.
Die Jahre überbrückt er als Highschool-Lehrer einer Kleinstadt. Dabei lernt er die Bibliothekarin Sadie Dunn kennen und lieben. Doch je näher er dem Attentat kommt, desto mehr spitzt sich die Lage zu - denn die Vergangenheit wehrt sich gegen sein Eingreifen - mit aller Macht!

Meine Meinung:
Ich habe das Buch bereits vor etwa einem Jahr gelesen und war einfach nur begeistert! Nach einer längeren Pause an King-Büchern bin ich hier definitiv wieder auf den Geschmack gekommen.
Mit sehr viel Liebe zum Detail entführt einen Stephen King in das Leben der 50er/60er-Jahre in Amerika und schreibt durch die geniale Kombi eines Liebes-, Gesellschafts- und Zeitreiseroman ein weiteres Meisterwerk, dass man einfach gelesen oder gehört haben muss.

Das Hörbuch wird von David Nathan gelesen, der sich ja bereits als Leser anderer King-Romane etabliert hat. Seiner Stimme hört man einfach gerne zu und auch die weiblichen Passagen und emotionalen Szenen rückt er ins richtige Licht.

Fazit:
Nicht nur als Buch ein Muss - auch das Hörbuch zieht einen schnell in den Bann und lässt einen auch nach dem Hörgenuss nicht mehr los. Ein Meisterwerk! Ich vergebe 5 Sterne.

Ein fantastisches Buch!

Von: tamysbücherwelt Datum : 25.06.2015

www.tamysbuecherwelt.wordpress.com

Klappentext

Am 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas, drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt veränderte sich für immer. Wenn man das Geschehene ungeschehen machen könnte – wären die Folgen es wert? Jake Epping kann in die Vergangenheit zurückkehren und will den Anschlag verhindern. Aber je näher er seinem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Änderung.

Cover

Das Cover hat einen roten Hintergrund und die obere Hälfte besteht hauptsächlich aus Stephen Kings Namen, wie es bei allen Büchern aus die Auflage ist. Außerdem ist ein halber US-Dollar von 1963 zu sehen, mit der Prägung von John F. Kennedys Profil. direkt an der Münze ist ein Einschussloch. Dies ist genau genommen auch der Kernpunkt der Geschichte, da alles was der Protagonist in diesem Buch tut, darauf hinaus läuft, Kennedy vor dem tödlichen Schuss zu retten.

Worum geht es?

Tja, wie erzählt man kurz und knapp um was in einem 1048 Seiten Roman geht? :D

Ich beginne einfach mal am Anfang. Jake Epping, der Protagonist, ist Lehrer und hat gerade einer ziemlich schwere Zeit durch gemacht, da seine Frau sich von ihm getrennt hat. Eines Tages ruft Al Templeton ihn an, der ein Diner besitzt und bestellt ihn zu sich. Al hat ein Geheimnis. Das sieht Jake ihm schon an, denn er sieht alt und krank aus und das obwohl ihr letztes Treffen noch gar nicht so lang her ist. Er weiht ihn in sein Geheimnis ein, nämlich das in der Speisekammer seines Diners ein Portal ist, mit dem man ins Jahr 1958 reisen kann, genau genommen zurück zum 9. September 1958 und wenn man zurück kommt, sind in der Gegenwart nur zwei Minuten vergangen. Das klingt natürlich erst einmal unglaublich für Jake, doch Al erklärt ihm alles. Jake soll auf eine Mission zurück ins in die Vergangenheit gehen, um das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern, was, wie Al glaubt, die Zukunft bzw. ihre Gegenwart postiv beeinflussen soll. In der neuen Zeit ist Jake begeistert, alles viel besser, es ist günstiger und überall finden noch tolle Tanzabende statt. Während er darauf hinarbeitet seine Mission zu erfüllen, lernt Jake Sadie Dunhill, eine Bibliothekarin, kennen und lieben. Doch je näher Jake dem Ziel seiner Mission kommt, desto stärker wehrt sich die Vergangenheit selbst dagegen, geändert zu werden.

Kritische Auseinandersetzung

Wie schon bei so vielen Büchern ist Stephen King ein Meisterwerk gelungen. Ich habe bereits einige von ihm gelesen (naja, verschlungen :D) und es war bei “Der Anschlag” nicht anders.

Man ist eigentlich von Anfang an mitten geschehen und Jake Epping ist eine sehr sympathische Hauptfigur. King beschreibt die Vergangenheit sehr lebhaft und man hat das Gefühl, selbst im Jahr 1958 zu sein, obwohl viele, wie ich zum Beispiel, zu der Zeit noch lange nicht in Planung waren.

Es gibt ein paar Passagen, die sich etwas in die Länge ziehen, gerade zum Ende hin, aber das hat mich eigentlich nur noch neugieriger auf das Ende gemacht, ich wollte wissen, ob Jake seine Mission gelingt oder nicht.

Besonders gut haben mir auch die vielen Parallelen, beziehungsweise Andeutungen zu anderen Werken von King gefallen, zum Beispiel hält sich der Protagonist einige Zeit in Derry auf, die Stadt, die auch in “Es” vorkam. Zu “Es” gibt es noch viele weiter Andeutungen, aber ich möchte euch ja nicht alles vorweg nehmen. :D

Alles in allem ist “Der Anschlag” absolut gut durchdacht, was schon der Anfang zeigt, da Jake Epping nicht noch lange auf die Suche nach dem Portal gehen muss, sondern direkt dorthin geleitert wird und somit die eigentliche Geschichte auch direkt losgehen kann.

Fazit

Ich persönlich kann das Buch nur jedem weiterempfehlen, die Seitenzahl schreckt vielleicht erst mal ein wenig ab, aber wenn es dann zu Ende ist, hinterlässt das Buch einen mit einigen Fragen und Gedanken, was ich persönlich an einem Buch aber sehr gern mag. Einordnen in ein Genre finde ich schwierig, es ist ein Roman, es ist aber auch ein Thriller und auch Fantasy. Einfach von allem etwas und somit bestimmt auch für eine Vielzahl an Lesern geeignet Schaut euch dieses Buch auf jeden Fall mal an, scheinbar soll es ja sogar verfilmt werden, was ich wirklich toll finde, auch wenn dieser Film höchstwahrscheinlich nicht an das Buch reichen wird.

Der Schmetterlingseffekt

Von: Nino Datum : 23.06.2015

nyo-books.blogspot.de/

Inhalt: Am 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas, drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt verändert sich für immer. Jake Epping kann in jene Zeit zurückkehren und will den Anschlag verhindern. Aber je näher er seinem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Änderung.

Meinung: Das Buch ist in 5 große Teile unterteilt und mir haben alle gefallen bis auf Teil 3. Das Buch ist mitreißend und spannend. Jake ist ein Protagonist, den man lieben lernt und Stephen King baut wieder eine Liebesgeschichte ein, die er ganz auf seine Art und Weise erzählt. Sein wunderbarer Humor bringt mich oft zum Lächeln, doch finde ich, ist dies nicht eins seiner besten Werke. Mir waren zu wenige verschreckende oder bewunderte Momente darin, die ich bei „die Arena“ und „Shining“ so geliebt hatte. Es erinnerte mich oftmals auch zu sehr an einen Krimi, was nicht mein Genre ist. Ich liebte die Nebengeschichten darum. Die Geschichte mit Harry und die mit Sadie, waren natürlich am besten.
Teil 3 war mit zu lasch. Der Anfang war gut, doch dann fragte ich mich „Warum?“. King ist eigentlich für seine aufeinander passierenden Ereignisse bekannt. Hier hat mir irgendwie was gefehlt, was ich nicht beschreiben kann. Dieses Gefühl hatte ich schon bei „Puls“, doch „der Anschlag“ ist dennoch besser. Hier und da zieht es sich in Teil 4 noch etwas, aber das Ende ist wieder ganz Stephen King. King bleibt nun mal in jeder Faser seines Körpers ein Optimist, dass es schon ansteckend wirkt.
Die Geschichten um die eigentliche Hauptstory sind aber zu 90% einfach grandios.

Fazit: Dieses Buch ist kein muss, doch für Fans empfehlenswert. Wer sich an Dystopien, Thriller und Krimis erfreut ist hier richtig. Der geschichtliche Hintergrund ist auch bemerkenswert.

Lieblingshörbuch

Von: Kerstin Scheuer (so many books - so little time) Datum : 30.05.2015

www.kerstin-scheuer.de

Habt Ihr Euch je gefragt, wie unsere Welt heute wohl aussähe, wenn es den 11. September 2001 nicht gegeben hätte? Und mal angenommen, es gäbe eine Möglichkeit, die Ereignisse dieses Tages zu verhindern, würdet Ihr es tun?

Der 22. November 1963 war für die Generation unserer Eltern und Großeltern ein Datum mit Ereignissen ähnlichen Ausmaßes. An diesem Tag fielen in Dallas drei Schüsse und töteten den amerikanischen Präsidenten und Hoffnungsträger John F. Kennedy. Aber wäre unsere Welt ohne diesen Anschlag tatsächlich eine bessere? Hätte es den 11. September 2001 am Ende vielleicht gar nicht gegeben?

In „Der Anschlag“ wagt Stephen King dieses gedankliche Experiment. Das Buch ist ein meisterhafter Genre-Mix, der Spannung, Action und großen Gefühlen gleichermaßen bietet.

WORUM GEHT ES?

Durch ein Zeitportal im Foodtruck seines Freundes reist der 35jährige Englischlehrer Jake Epping zurück in das Jahr 1958, um das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern. Die 5 Jahre bis zum Anschlag überbrückt er möglichst unauffällig als Highschool-Lehrer in einer Kleinstadt. Dann jedoch verliebt er sich in die Schulbibliothekarin Sadie Dunn. Wohlweislich, dass er damit allen Regeln der Zeit widerspricht, lässt sich Jake auf eine Beziehung ein.

Aber er hat noch ein ganz anderes Problem: die Zeit ist nämlich „halsstarrig“ und versucht mit aller Macht sein Vorhaben zu verhindern. Je näher er sich auf das Jahr 1963 zubewegt, umso häufiger und dramatischer werden die Schwierigkeiten und Unfälle, die ihm widerfahren, bis schließlich auch Sadie ernsthaft in Gefahr gerät.

WARUM HABE ICH ES GEHÖRT?

„Der Anschlag“ von Stephen King steht schon seit ein paar Jahren auf meiner Wunschliste. Nach seinem Erscheinen konnte ich viele positive Rezensionen und Kritiken dazu lesen. Auch eine Kollegin, die es vor gut 1,5 Jahren las, war begeistert. Irgendwie schreckte mich dann aber doch immer die gewaltige Länge von mehr als 1.000 Seiten ab. Durch die häufigen und langen Bahnstreiks im Mai musste ich nun aber viel Auto fahren und nutzte die Zeit im Stau für das ungekürzte Hörbuch.

WIE WAR MEIN ERSTER EINDRUCK?

Der AnschlagStephen King lässt sich in „Der Anschlag“ viel Zeit, um die Geschichte ordentlich aufzu­bauen.

So lernt der Zuhörer Ich-Erzähler Jake zunächst ausführlich kennen. Hierbei beweist Stephen King wieder einmal viel Fingerspitzengefühl und Liebe zum Detail. Jake spricht zunächst über seine gescheiterte Ehe mit einer Alkoholikerin. Für den weiteren Verlauf der Geschichte hat diese Vergangenheit zwar keine Bedeutung; man gewinnt jedoch eine klare Vorstellung davon, was für ein Typ Mensch Jake eigentlich ist. Auch machte mir dieses Eingeständnis des eigenen Scheiterns Jake gleich sympathisch.

Anschließend folgt eine lange Episode, in der Jake sich mit dem Portal und der Vergangenheit vertraut macht. In seinen ersten Reisen zurück nach 1958 sieht er sich lediglich um und ver­sucht später kleinere Unfälle und eine Tragödie in der Familie des Schulhausmeisters zu ver­hindern, bevor er sich am Weltgeschehen versucht. All das ist spannend und packend geschrieben. Trotzdem kam bei irgendwann die Frage auf, was dies denn nun mit JFK zu tun habe und wann es endlich „richtig“ losging. Im Nachhinein betrachtet muss ich aber zugeben, dass diese „Vorgeschichten“ notwendig waren, um dem Zuhörer die Regeln zu vermitteln, nach denen die Zeitreisen in „Der Anschlag“ funktionieren.

Auch was den geschichtlichen Hintergrund angeht, wird der Zuhörer geschickt „abgeholt“. So war es mir, die ich einige Jahrzehnte nach dem Mord an John F. Kennedy geboren wurde, möglich, die Geschehnisse nachzuvollziehen und gesicherte Fakten von bloßen Vermutungen und nahezu sicheren Annahmen zu unterscheiden.

WIE FAND ICH DIE CHARAKTERE?

In „Der Anschlag“ wimmelt es von liebevoll gestalteten Charakteren. Nicht nur Haupt­protagonist Jake Epping konnte ich deutlich vor meinem geistigen Auge sehen. Auch Lee Oswald, Sadie Dunn und selbst die Nebenfiguren sind so individuell und detailreich gezeichnet, dass ich schnell das Gefühl bekam, sie alle selbst zu kennen.

Besonders beeindruckt hat mich das große Wissen über Lee Oswald, dass Stephen King für diesen Roman zusammentrug. Selten war eine seiner Geschichten so stark in der Realität verankert und damit nachprüfbar wie in „Der Anschlag“. Doch Stephen King hat gründlich recherchiert und präsentiert dem Zuhörer ein genaues Bild von Oswalds Leben sowie seinem familiären und gesellschaftlichen Umfeld. Man erlebt einen aggressiv-gewalttätigen Oswald, der sich nur allzu leicht beeinflussen lässt und sich zunehmend in immer abstrusere politische Ideen verrennt, während er im privaten Leben und seiner Ehe scheitert. So versteht man zwar nicht die Tat, aber zumindest die Triebfedern des Attentäters etwas besser.

Etwas schade fand ich hingegen, dass es in „Der Anschlag“ nur wenige weibliche Figuren gibt. Sadie Dunn ist die einzige weibliche Protagonistin. Sie wird als für ihre Zeit relativ emanzipiert, selbstbewusst und stark dargestellt und bietet damit den weiblichen Zuhörern gute Identifikationsmöglichkeiten.

WIE FAND ICH DAS HÖRBUCH INSGESAMT?

In „Der Anschlag“ verbindet Stephen King geschickt ein Stück der jüngeren amerikanischen Geschichte mit einer komplexen fiktiven Handlung. Das Ergebnis ist mehr als ein reiner Zeitreiseroman. (Über weite Strecken war ich mir beim Zuhören gar nicht mehr bewusst, dass Jake aus der Zukunft stammt.) Anders als in den Werken, mit denen Stephen King bekannt wurde, lauert das Grauen in „Der Anschlag“ nicht in Gestalt von schaurigen Clowns oder untoten Haustieren, sondern schleicht sich sehr viel subtiler in den Alltag der Menschen. Es sind die kleinen und großen Dramen des Lebens aber auch die menschlichen Abgründe, von denen „Der Anschlag“ handelt. So wird das Hörbuch zum spannenden Thriller gepaart mit einer zarten Liebesgeschichte und jeder Menge Action.

Aber „Der Anschlag“ ist auch eine Hommage an das Amerika aus Stephen Kings Kindheit und Jugend: die Zeit der großen amerikanischen Straßenkreuzer und Highschool-Bälle. Dabei wird jedoch nicht romantisiert. Auch die Kubakrise und vor allem die damit verbundenen Ängste der amerikanischen Bevölkerung vor einem Atomkrieg werden eindrücklich thematisiert. So entsteht ein sehr vollständiges Bild des Amerikas jener Jahre.

Einmal mehr beweist Stephen King sein erzählerisches Können, in dem er alle diese viel­fältigen Elemente und Handlungsfäden nicht ohne eine gewisse Leichtigkeit zu einer ausge­wogenen Geschichte mit stetem Spannungsverlauf verwebt und konsequent zu Ende erzählt. Die fünf Jahre, die Jake überbrücken muss, um in der Vergangenheit an den Punkt zu gelangen, an dem Oswald den Anschlag plant, sind eine lange Zeit. Stephen King gestaltet sie durch eine Menge unvorhersehbarer Ereignisse abwechslungsreich, spannend und bisweilen romantisch. Dabei ist sein Sprachstil so natürlich, seine Erzählung so detailreich und die David Nathans Lesung so lebendig, dass das Hörbuch „Der Anschlag“ tatsächlich zum Kinofilm für die Ohren wird.