Leserstimmen zu
Die Tochter des Uhrmachers

Kate Morton

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eBook
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Eine Geschichte die einen auf eine Reise durch Zeit und Raum nimmt. Wir erleben die Geschichte rund um Birchwood Manor aus der Sicht von vielen Bewohnern aus verschiedenen Zeiten. Und, auch wenn die Tochter des Uhrmachers eine der wichtigsten Personen im Buch ist, so finde ich diesen Titel nicht unbedingt passend. Ich fand es spannend immer von einer Person und ihrer Zeit zur nächsten zu springen. Währenddessen war ich sowohl in der neuen Geschichte gefangen, habe aber zugleich überlegt wie es bei der anderen Person weiter ging. Bis jetzt habe ich noch nie etwas von Kate Morton gelesen, aber mittlerweile schon viele neue Romane von ihr auf meine Wunschliste. Selten habe ich so eine tolle Geschichtenerzählerin erlebt wie Sie es ist. Denn obwohl wir durch so viele Geschichten reisen, erfahren wir den wahren Grund für den Vorfall von 1862 erst ganz zum Schluss…

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„Die Tochter des Uhrmachers“ von Kate Morton handelt auf mehreren Zeitebenen. Die Handlung beginnt in Birchwood Manor, einem Landhaus in England. Anfangs ist noch nicht ersichtlich, dass es sich bei der Ich-Erzählerin um die Titelfigur handelt. Geheimnisvoll angehaucht ist ihre Andeutung der Geschehnisse des Sommers 1892 in dem eine Gruppe Künstler das Haus zum Malen und Dichten benutzte. Unerwartete Gäste trafen ein und ein Schuss wurde abgegeben. Den Grund für diese Handlung und wer sie ausgeführt hat wird erst nahezu am Ende des Buchs genannt. In der Gegenwart entdeckt die 31-jährige Archivarin Elodie in einem Pappkarton, der jahrelang im Abstellraum gestanden hat, eine Aktentasche. Sie enthält neben anderen Dingen eine Dokumentenmappe, in der sich das Sepia-Foto einer jungen Frau findet. Außerdem enthält die Aktentasche ein Skizzenbuch aus dem ein Blatt Papier mit einer Liebesbekundung fällt. Eine Zeichnung im Buch fällt Elodie besonders ins Auge, ein Haus mit zwei Giebeln in der Nähe eines Flusses. Sie erinnert sich an eine Geschichte, die ihre verstorbene Mutter ihr als Kind erzählt hat, das darin vorkommende Haus entspricht genau der Zeichnung. Der Inhalt der Aktentasche geht Elodie nicht mehr aus dem Sinn. Hinter ihrer Neugier stehen sogar die Vorbereitungen zu ihrer Hochzeit zurück. Zu gerne möchte sie wissen, wer die Frau auf dem Foto ist und ob sie einen Bezug zu dem Haus in der Skizze hat. Außerdem ist es ihr wichtig zu erfahren, ob es die Landschaft aus der Geschichte ihrer Mutter tatsächlich gibt. Hat die Aktentasche einen Hinweis auf die Vergangenheit ihrer eigenen Familie enthalten? Während Elodie sich anhand ihrer Entdeckungen auf die Suche nach Antworten begibt, springt die Geschichte immer wieder zu Birdie, der Tochter des Uhrmachers. Die Kapitel, in denen Birdie ihr spannendes Leben erzählt, sind mit römischen Zahlen getitelt, während über den Ereignissen in der Gegenwart arabische Ziffern stehen. Doch im Verlauf des Romans kommen weitere Zeitebenen hinzu. Charaktere, die zunächst nur eine Nebenrolle spielten, oder auch neue Figuren stehen dabei im Mittelpunkt. Ohne zu viel darüber preiszugeben, sei angedeutet, dass Birchwood Manor Ende des 19. Jahrhundert zu einem Mädchenpensionat wurde. Später zieht für einige Zeit ein Kunststudent ins Haus ein, der seine Doktorarbeit über den Maler Edward Radcliffe schreibt und im Zweiten Weltkrieg wird es zur Zuflucht für eine Witwe mit ihren Kindern. Die Geschichte von Elodie verblasst, wenn Kate Morton sich immer mehr der Vergangenheit zuwendet. Dabei baut sie ihre Charaktere weiter aus und bindet sie in immer neue Abenteuer ein. Jede ihrer Figuren hat auf seine eigene Art Ecken und Kanten. Trauer und Freude sind mit Birchwood Manor verknüpft. Hier wird nicht nur gelebt, sondern auch gestorben und über allem liegt eine mysteriöse Legende. Die Autorin spinnt ihren Roman sehr geschickt, es dauert eine Weile bis sie ein Geheimnis preisgibt, dem sie sich auf unterschiedliche Weisen nähert und Motive für die jeweilige Handlung schildert. Allerdings zog sich die Geschichte dadurch im Mittelteil ein wenig. In einer ausdrucksstarken Sprache dreht der Roman sich immer wieder um Kunst und auch Poesie. „Die Tochter des Uhrmachers“ zeigt wieder einmal die Stärke von Kate Morton als Geschichtenerzählerin. Die Verknüpfung unterschiedlicher Zeitebenen und Erzählperspektiven macht den Roman sehr abwechslungsreich und einzigartig. Über allem liegt ein Hauch von Magie. Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es an Leser von Familiengeschichten mit Geheimnissen, die gerne ihre Fantasie spielen lassen, weiter.

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Zum Inhalt: Birchwood Manor 1862: Der talentierte Edward Radcliffe lädt Künstlerfreunde in sein Landhaus am Ufer der Themse ein. Doch der verheißungsvolle Sommer endet in einer Tragödie – eine Frau verschwindet, eine andere stirbt … Über hundertfünfzig Jahre später entdeckt Elodie Winslow, eine junge Archivarin aus London, die Sepiafotografie einer atemberaubend schönen Frau und die Zeichnung eines Hauses an einer Flussbiegung. Warum kommt Elodie das Haus so bekannt vor? Und wird die faszinierende Frau auf dem Foto ihr Geheimnis jemals preisgeben? (Kurzbeschreibung gem. Diana Verlag) Leseprobe Die Autorin: Kate Morton, geboren 1976, wuchs im australischen Queensland auf und studierte Theaterwissenschaften in London und Englische Literatur in Brisbane. Ihre Romane erschienen weltweit in 34 Sprachen und 42 Ländern und eroberten ein Millionenpublikum. Alle Romane sind SPIEGEL-Bestseller. Kate Morton lebt mit ihrer Familie in Australien und England. (Quelle: Diana Verlag) Meine Meinung: Die junge Archivarin Elodie Winslow findet in einem zufällig entdeckten alten Karton eine Aktentasche, ein altes Foto einer wunderschönen Frau und ein Skizzenbuch. In diesem Buch entdeckt sie die Zeichnung eines Hauses, das sie an eine Geschichte erinnert, die ihre verstorbene Mutter ihr früher immer erzählte. Wem mögen diese Dinge gehört haben und wer ist die schöne junge Frau auf dem alten Foto? Elodies Neugier und Ehrgeiz sind geweckt und sie möchte herausfinden, was es mit diesen Dingen auf sich hat. Im Jahr 1862 begegnet Birdie, die Tochter des Uhrmachers, in London dem Künstler Edward Radcliffe, der fasziniert von ihr zu sein scheint. Birdies Vater ging vor einigen Jahren nach Amerika und ließ Birdie in London bei einer Dame zurück, die das Kind zu einer Taschendiebin ausbildete und fortan ausnutzte. Doch diese Zeit ist für Birdie vorbei, als sie Edward begegnet. Sie stellt sich ihm als Lily vor und wird seine Muse. Obwohl Edward mit einer anderen Frau verlobt ist, verlieben sich beide ineinander. Edward bringt Birdie/Lily nach Birchwood Manor, seinem Landhaus an der Themse, wo an einem Abend eine Tragödie geschieht. Das Landhaus Birchwood Manor ist Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Im Verlauf gibt es weitere Geschichten rund um dieses Haus, das am Ende des 19. Jahrhundert ein Mädcheninternat wurde, das von Edward Radcliffes Schwester Lucy geführt wurde. Die kleine Ada, die in Indien aufwuchs, wird von ihren Eltern dorthin gebracht und zurückgelassen. Und auch aus der Zeit des 2. Weltkriegs erfährt der Leser einiges über die Bewohner dieses Hauses und über die Dinge, die in diesem Haus vor sich gehen. Das hört sich jetzt etwas verwirrend an und das war es für mich auch. Das Buch gliedert sich insgesamt in 4 große Teile, die in etliche Kapitel unterteilt sind. Dabei sind einige Kapitel mit römischen Ziffern und die anderen mit arabischen Ziffern gekennzeichnet. Das bietet zwar eine gewisse Abtrennung zwischen den Handlungssträngen, aber durch sehr häufige Wechsel zwischen den Handlungssträngen und zusätzlich Sprüngen in den Zeitebenen entsteht doch eine Menge Verwirrung. Kaum hatte mich ein Erzählstrang gefesselt, wurde dieser unterbrochen und es erfolgte ein Wechsel. Das hat dazu geführt, dass mich keiner der Handlungsstränge so richtig packen konnte und ging zu Lasten der Spannung. Auch das Kennenlernen der einzelnen Charaktere wird dadurch erschwert, so dass ich zu keinem eine richtige Nähe entwickeln konnte. Besonders Elodie blieb sehr blass, denn der Handlungsstrang in der Gegenwart im Jahr 2017 ist sehr klein gehalten. Man erfährt nicht viel über Elodies Recherchen und erst am Ende wird der Handlungsstrang dazu genutzt, alle Fäden zusammen zu führen. Das wirkte auf mich ein bisschen lieblos und irgendwie hat mir da noch ein Abschluss gefehlt. Nicht so ganz meinen Geschmack getroffen hat auch ein etwas mystischer Teil des Romans. Es gibt eine „Off-Stimme“ die einige Teile der Geschichte erzählt. Schnell ist klar, dass es sich um eine verstorbene Person handeln muss und nach einer Weile wird auch erkennbar, um wen es sich handelt. Begeistert hat mich, wie schon in vorherigen Romanen der Autorin, ihr schöner Schreibstil und die verwendete Sprache. Es gibt viel poetisches, bildhafte und detailreiche Schilderungen und eine wunderschöne einfühlsame Ausdrucksweise. Das macht es leicht und angenehm, die Geschichte zu lesen. Der Plot dieses Romans ist sehr komplex und erstreckt sich über einen langen Zeitraum, so dass ich es manchmal etwas schwierig fand, den roten Faden nicht zu verlieren. Die Autorin hat meinen Respekt, dass sie den Faden beim Schreiben nicht verloren hat. Insgesamt ist es eine interessante, vielschichtige Geschichte in der damaligen Welt der Künstler mit einem landschaftlich schönen Setting. Sie erzählt nicht nur die Geschichte des alten Landhauses Birchwood Manor sondern behandelt auch Familiengeheimnisse, die ihre Auswirkungen weit bis in die Gegenwart haben. Trotz meiner Kritikpunkte hatte ich unterhaltsame Lesestunden mit diesem geheimnisvollen und teilweise mystischen Roman! Fazit: 3 von 5 Sternen

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Oh diese Sprache! Wundervoll! Man ist sofort im Geschehen, ohne langes Vorgeplänkel, das mag ich ja. Ich dachte ich bin irgendwo 1800 aber nein es spielt auch im jetzt... naja 2017. Es ist wunderbar. Elodie ist im Jahr 2017 zu Hause, anfangs dachte ich sie ist ein junges Mädchen mit einer großen Affinität zur Vergangenheit. Daher arbeitet sie auch in einem Archiv. Sie ist ein wenig naiv aber durchaus sympathisch. Doch Schock schwere Not! Sie ist ü30... ohne Witz, so wirkt sie nicht. An ihr verzweifel ich auch ein wenig, ihre Geschichte reizt mich nicht. Sie ist seltsam, verlobt mit einem Typen, mit dem sie nicht zusammen wohnt, lässt ihre Hochzeit von ihrer Schwiegermutter organisieren... mit Elodie kann ich nichts anfangen... ganz komisch. Aber durch ihre Kapitel muss ich durch um an 'ich/sie' zu kommen. 'Ich' ist vermutlich aus dem. 19. Jahrhundert und bei ihr bin ich nicht sicher was sie ist, sobald ich bei ihr bin. Ah doch ich weiß. In Teil III noch vor Seite 100 erfährt man es. Ihre Geschichte ist spannend, ihre Geschichte macht sehr viel Spaß und ist wirklich vielseitig. Immer wieder hat man auch solche aha Momente. Es ist wirklich großartig. 'Ich' hat auch mehrere Namen, die alle nach und nach in Erscheinung treten. Sie macht mir am meisten Spaß, hat sie doch so viel zu erzählen ... Zwischendurch lernt man noch Ada kennen, sie ist ein kleines freches, neugieriges und verdammt stures sowie kluges Mädchen. Lasst euch von ihr einfach überraschen! Da ab hier noch viele weitere Charaktere erzählen und es ein großes ganzes wird, bin ich froh in der Vergangenheit verweilen zu können. Eben weil ich Elodie nicht gerne erzählen lasse. Ich weiß, ich werde zu ihr zurück kehren und dann wird das Kunstwerk vom Schnipsel zum Bild aus vielen Mosaikstückchen.  Das Bild verdichtet sich und sobald das passiert, ist auch Elodie besser drauf. Auch ihre Zeit lässt sich nun gut lesen / erfahren. Ich reise weiter durch die Zeit und lerne das Leben und das Schicksal zu akzeptieren. Die Kapitel sind verschieden gekennzeichnet, so weißt du immer, bei wem du dich aufhältst. Es ist ein unheimlich dickes Buch, mach dich darauf gefasst. Das eBook hat knapp 500 Seiten und das Print wohl noch mehr. Da ich persönlich immer denke, ein eBook zu dem Preis gehört mir ja doch nicht...würde ich immer den Print kaufen. Obwohl der sehr schwer ist. Das Buch ist wirklich sehr schön und wird mich noch einige Zeit begleiten, obwohl mich das Ende etwas ratlos zurücklässt...

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