Leserstimmen zu
Die Gebannte

Kai Meyer

Die Alchimistin (3)

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Zwar hat sich ihre große Liebe Gillian noch weiter von Aura Institoris entfernt, doch als sie erfährt, dass dieser in einer Irrenanstalt gefangen gehalten und gequält wird, macht sich die Unsterbliche gemeinsam mit ihrem gemeinsamen Sohn Gian sofort auf, um ihn zu retten. Doch sie muss auch die Hintergründe der Entführung aufdecken – ein Weg, der sie unweigerlich nach Prag führt... Seine beiden Romane um die Alchimistin Aura Institoris lagen bereits einige Jahre zurück, dennoch hat sich Kai Meyer dazu entschlossen, einen weiteren Band zu schreiben. Herausgekommen ist „Die Gebannte“, und schon nach wenigen Seiten ist man wieder völlig in der ebenso geheimnisvollen wie düsteren Atmosphäre gefangen, wird in die Weltd er Alchemie hereingezogen und fiebert mit Aura mit, die wieder mit ihren Ecken und Kanten der eindringlich beschrieben ist. Alles beim alten, könnte man meinen, zumal sich die Situation zwischen ihr und ihrer Familie zunächst nicht sonderlich anders darstellt als zu Beginn des zweiten Bandes. Und dennoch hat Meyer hier eine gänzlich eigenständige Handlung erschaffen, führt diese über andere Stimmungen zum Ziel, lässt neue Figuren ebenso auftauchen wie alte Bekannte, die sich jedoch in einem anderen Kontext positionieren. Das ist so spannend geschrieben wie die vorigen Bände und begeistert mich mit seinen Wendungen, auch das Leitmotiv präsentiert sich erneut sehr stark. Und dann ist da natürlich noch Aura, weiter als starke Frau dargestellt, die zwar ihre Ziele erreicht hat, aber dadurch vieles verloren hat, die Gutes schaffen wollte und doch so viel Leid verursacht hat – auch für sich selbst. Doch sie tritt hier keineswegs auf der Stelle, entwickelt sich weiter und zeigt neue Facetten von sich. Gepaart mit der sehr intensiven Atmosphäre wird daraus ein sehr starker Ausdruck. Insbesondere gilt dies für die Szenen in Prag, die Stadt entsteht unweigerlich vor dem inneren Auge des Lesers, mysteriös und eingängig. „Die Gebannte“ entfaltet den vollen Reiz dabei natürlich, sofern man die Ereignisse der beiden Vorgänger noch kennt. Und dann ist es sehr faszinierend, wie Meyer sowohl die Stimmung der beiden Vorgänger aufgreift, aber wieder ganz neue Elemente hinzufügt und neue Szenarien hinaufbeschwört, die Handlung konsequent weiterentwickelt. Das ist äußerst spannend geworden und sehr lesenswert!

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