Leserstimmen zu
2084 - Noras Welt

Jostein Gaarder

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Ich muss sagen, das ich ein bisschen zwiegespalten bin was dieses Hörbuch angeht. Auf der einen Seite behandelt es eines der wichtigsten Themen der Menschheitsgeschichte, auf der anderen Seite ist die Geschichte nicht immer hundertprozentig stimmig und schlüssig für mich gewesen. Aber fange ich von vorne an. Jostein Gaarder, der Autor dieses Hörbuches aus dem Hörverlag ist mir , wie vielen anderen Lesern und Hörern auch, durch seinen Welterfolg Sofies Welt und andere bekannte Werke ein Begriff. Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an ihn und die Geschichte. In diesem Fall befasst er sich mit dem immens wichtigen Thema Naturschutz, Klima und globale Klimaerwärmung und dessen Folgen. Durch Nora, seine Protagonistin , sollen wir die Welt und ihre Wunden in aller Deutlichkeit kennen und spüren lernen. Das es ein Thema von besonderem Interesse ist, war mir auch bewusst. Was mir aber nicht bewusst war, ist die unwahrscheinliche Tragweite des Ganzen. Das hat mir erst dieses Hörbuch verdeutlicht. In sofern ist die Botschaft , die der Autor absenden wollte , bei mir angekommen. Leider ist die Geschichte und auch die einzelnen Charaktere nicht immer hundertprozentig bei mir angekommen. Ich habe die Grundzüge, das Grobe und eben auch die Tragweite verstanden und auch realisiert, aber die Feinheiten und die Fülle von Informationen , Daten und Fakten waren mir unmöglich zu begreifen und zu behalten. Das ist auch einer der Kritikpunkte, die ich an diese Geschichte habe. Jostein Gaarder fängt viele Szenen, Momente und Gedankengänge an, die richtig und wie bereits mehrfach schon gesagt, auch wichtig sind, aber sie bleiben oft auch nur Träume, Gedanken Konstrukte oder reine Zahlen, Daten und Fakten und bieten mir als Hörer nichts handfestes für die Weiterverfolgung der Geschichte an. Es ist schlimm das anzuhören, sich das selber auszumalen keine Frage, aber die letzten Konsequenzen bleibt der Autor uns schuldig und damit bleibe ich mir selbst überlassen. Am Anfang war ich auch recht irritiert, durch die Zeitsprünge die Nora bzw. Nova unternehmen. Im Hörbuch ist es nicht immer übersichtlich und sofort verständlich in welcher Zeit man sich gerade befindet und welcher Charakter schlussendlich agiert. Zwar löst der Autor alle offenen Fragen zur Handlung, den Charakteren und auch zu den Abläufen selbst auf, das aber manchmal erst viele Szenen später. Zuweilen war ich dadurch ein wenig konfus und abgelenkt von der eigentlichen Sache. Den Nebenstrang , mit dem Psychologen und Nora, empfand ich persönlich als überflüssig und unrealistisch, da kein Teenager in dem Alter, trotz Weitsicht und Intelligenz mit seinem Arzt so sprechen würde. Alles an diesen Strang war unglaubwürdig und wenig nachvollziehbar. Die Charaktere , allen voran Nora, waren sicherlich liebevoll angelegt und auch ausgestaltet , aus der Sicht des Autors. Ich konnte mit Nora, nicht wirklich warm werden und mich auch nicht immer in sie und ihre Denkweise hineinversetzen. Auch Jonas blieb mir im Hörbuch einfach zu undeutlich und unscharf, als das ich große Sympathien für ihn gehegt hätte. Das Verhältnis der beiden blieb immer recht wage und ich hatte nicht wirklich ein Gespür dafür, was noch kindliche Spielerei oder schon Ernst war. Nur Uma, die alte Frau, war ein bisschen Balsam für die Seele und frischte das Sammelsurium der Charaktere deutlich auf. Die Sprecherin hat einen grundsoliden Job gemacht, mich aber auch nicht durch ihre Stimme reizen oder fesseln können. Mit kleinen Variationen in der Stimmmelodie hat sie die Geschichte in einem runter gelesen und ist große stimmliche Highlights in meinen Augen schuldig geblieben. FAZIT: Ich habe mir von dem Hörbuch aufgrund meiner Erfahrungen mit Büchern von Jostein Gaarder deutlich mehr versprochen. Die Geschichte war in der Hörbuchvariante, nicht immer schlüssig und nachvollziehbar zu hören. Die wahnsinnige Menge an Informationen haben manchmal die doch so wichtige Botschaft tot informiert und mich unschlüssig zurückgelassen. Die Charaktere waren in Ordnung , aber nicht außergewöhnlich, ebenso die Sprecherin. Insgesamt alles nur Mittelmaß , trotz eines so brisanten Themas.

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