Leserstimmen zu
Die Gestirne

Eleanor Catton

(2)
(1)
(1)
(0)
(0)
€ 14,00 [D] inkl. MwSt. | € 14,40 [A] | CHF 20,50* (* empf. VK-Preis)

„Die Gestirne“ von Eleanor Catton ist ein großartiger Roman mit einem besonders breiten und auffälligen Panorama. Goldgräbermythos, Western, Abenteuerroman, Seemannsgarn und nicht zuletzt Kriminalroman. In diesem Buch ist wirklich für jeden Leser etwas dabei. Wir schreiben den 27. Januar 1866 und stolpern sogleich ins Raucherzimmer des Crown Hotel in Hokitika, Neuseeland, wo wir einem Zusammentreffen von zwölf absolut ungleichen Männern beiwohnen. Diese möchten die Zusammenhänge und Geschehnisse rund um die tragische Nacht des 14. Januar auf den neuesten Stand bringen. Als unerwartet Walter Moody, ein junger, gutaussehender Schotte mit Ambitionen zum Goldgräber dazu stößt nimmt das Treffen einen unerwarteten Verlauf. Ohne es zu ahnen wird er in den Reigen aus Betrügereien, Mord und Todschlag hinein gezogen. Aber was ist wirklich an besagtem Tag passiert? Zwei Wochen vor dem Zusammentreffen stirbt der Einsiedler und Säufer Crosbie Wells an scheinbar natürlichen Umständen, daher wird sein Besitz auch möglichst schnell weiter veräußert. Da findet sich plötzlich Gold im Wert von mehr als 4.000 Pfund in seinem Haus und die Witwe des Verstorbenen taucht gefühlt aus dem Nichts auf. Als diese gegen den Verkauf des Besitzes vorgeht, fragen sich nun endgültig alle Beteiligten, wem das Gold wirklich gehört? Und was haben die betroffenen Personen mit dem Verschwinden des reichsten Mannes in Hokitika zu tun? Ist auch er tot? Der Sprachstil ist klar und verständlich. Die langen, verschachtelten Sätze passen perfekt zu der historischen Zeit und die bildlichen Beschreibungen runden das ganze Erzählbild sehr harmonisch ab. Dennoch muss man sich konzentrieren, um keine Einzelheiten zu verpassen. Zu Beginn erfahren wir breit gefächert den Grundstock aus den unterschiedlichen Sichtweisen der 13 Männer, die sich dann immer feiner zu drehen und verweben beginnen, bis sie am Kern der Geschichte angelangt sind. Wir springen von einem interessanten Gespräch zum Nächsten. Geheimnisse werden enthüllt und doch werden wir wegen der komplexen Verstrickungen nicht klüger! Leider geht der endgültigen Auflösung dann doch ein bisschen die Luft aus, aber sie ist durchaus verständlich und schlüssig. Da wir es hier mit 13 Haupterzählern und noch einigen wichtigen Protagonisten mehr zu tun haben, sollte man den Roman nicht nebenbei lesen. Er fordert definitiv seine Aufmerksamkeit! Neben meinem Lob, muss ich aber doch gestehen, dass ich den astrologischen Aspekt des Buches nicht ganz verstanden habe. Zu Beginn eines jeden der zwölf Teilstücke gab es ein Diagramm mit Figuren und Sternzeichen. Außerdem wurde zu Beginn jedes Kapitels jeweils eine Planetenkonstellation genannt. Ich kenne mich mit sowas leider überhaupt nicht aus, daher konnte ich daraus nichts ablesen.

Lesen Sie weiter

Die Gestirne von Eleanor Catton Die Gestirne: Roman von [Catton, Eleanor] TB 14,99€ btb-Verlag 1040 Seiten Inhalt: Neuseeland zur Zeit des Goldrausches 1866: Als der Schotte Walter Moody nach schwerer Überfahrt nachts in der Hafenstadt Hokitika anlandet, trifft er im Rauchzimmer des örtlichen Hotels auf eine Versammlung von zwölf Männern, die eine Serie ungelöster Verbrechen verhandeln: Ein reicher Mann ist verschwunden, eine opiumsüchtige Hure hat versucht, sich das Leben zu nehmen, und eine ungeheure Summe Geld wurde im Haus eines stadtbekannten Säufers gefunden. Moody wird bald hineingezogen in das Geheimnis, das schicksalhafte Netz, das so mysteriös ist wie der Nachthimmel selbst. Meine Meinung: Lange bin ich hin und her gerissen gewesen, ob dieses Buch etwas für mich ist und ob ich es schaffe die über 1000 Seiten zu lesen.... was soll ich sagen???? JAAAAAA und es waren großartige über 1000 Seiten und es war zweifelsohne eines meiner Highlights in diesem Jahr. Wir reisen als Leser in das Jahr 1866 nach Neuseeland und erleben die Zeit des Goldrausches mit. Das Cover lässt davon nicht allzu viel erahnen und gibt wenig vom Inhalt preis. Im Raucherzimmer eines Hotels in Hokitika an der Westküste der neuseeländischen Südinsel treffen im Januar 1866 13 Männer aufeinander, die alle ihren Teil der Geschichte erzählen, die sich in der Zeit von Mai 1865 bis zum 27.Januar 1866 in Hokitika und an der Ostküste zugetragen hat. Gemeinsam ergibt sich ein Anflug eines Bildes: Zwei Wochen vor dem Zusammentreffen stirbt ein Einsiedler an scheinbar natürlichen Umständen, sein Besitz wird schnell weiter veräußert. Da findet sich Gold im Wert von mehr als 4000 Pfund im Haus. Kurz darauf erscheint die Frau des Verstorbenen und geht gegen den Verkauf des Besitzes vor. Aber woher kam das Gold? Wem gehört es wirklich, was haben die erzählenden Personen mit dem Verschwinden des Mannes des Ortes zu tun? Ist er auch tot? Was hat es mit dem rohen und undurchsichtigen Schiffskapitän Carver auf sich? Irgendwie hängt alles zusammen! Im Laufe des Buches löst sich dieses Geheimnis auf. Die Personen im Buch sind sehr detailliert und authentisch dargestellt. Dem Leser werden sie im Buch zu Bekannten, mit denen er das Geheimnis lüftet und verschiedene Schicksale kennen lernt. Besonders interessant und mal wirklich anders fand ich den Zusammenhang zwischen den Personen und den Sternzeichen. In vielen von ihnen entdeckt man Charakterzüge wieder, die einem Sternzeichen zugeschrieben werden. Besonders toll fand ich den so besonderen Schreibstil der jungen Autorin, mit dem sie es schafft eine Welt im 19, Jahrhundert so vielversprechend und bildhaft darzustellen, dass ich als Leser das Gefühl hatte dort anwesend zu sein. Ein wirkliches tiefgreifendes und zurecht so gefeiertesWerk der Literatur, was Lust auf mehr macht!!!! Ein wirkliches literarisches Meisterwerk mit viel Intellekt und großem Kino! 5 von 5 Herzen <3 <3 <3 <3 <3

Lesen Sie weiter

Rätselhafte Verbrechen, Geheimnisse und die Suche nach der Wahrheit... Neuseeland im Jahre 1866: Es ist die Zeit der Goldgräber. So ist das Küstenstädtchen Hokitika inzwischen ein begehrter Anlaufpunkt für viele Goldsucher. Eines Tages trifft auch der junge Walter Moody dort ein. Nach einer anstrengenden Überfahrt möchte er eigentlich nur noch etwas Ruhe im Hotel genießen. Doch der erste Abend in der Hafenstadt gestaltet sich anders als erwartet: Im Rauchzimmer des Crown-Hotel trifft er auf zwölf Männer, die sich nicht zufällig dort getroffen haben. Sie wollen sich über einige rätselhafte Verbrechen, die sich in kürzester Zeit in Hokitika ereignet haben, unterhalten. Nach und nach erfährt Moody die ganze Geschichte und wird, eher er sich's versieht, mitten in die Geheimnisse und mysteriösen Verstrickungen hineingezogen... "Die im Rauchzimmer des Crown Hotel versammelten zwölf Männer wirkten, als hätten sie sich dort zufällig eingefunden. Aus ihrem Betragen und ihrer Kleidung zu folgern - Gehrock, Frack, Seemannsjacken mit Gürtel und Beinknöpfen, gelber Moleskin, Kammertuch und Serge -, hätten sie zwölf Fremde in einem Eisenbahnwaggon sein können, jeder von ihnen auf dem Weg zu einem anderen Viertel einer Stadt mit genug Nebel und Wasserläufen, um sie voneinander zu trennen." -Seite 19, eBook ...mit diesem Satz beginnt die besondere und umfangreiche Geschichte von Eleanor Catton, die im 19. Jahrhundert während der Goldgräberzeit angesiedelt ist. Schon auf den ersten Seiten merkt man, das dieser Roman sehr ausführlich und mit vielen kleinen Details ausgestattet ist - wie beispielsweise Walter Moodys erster Eindruck von den zwölf so unterschiedlichen Personen, die die sich im Rauchzimmer des Hotels versammelt haben - Ihr Aussehen, ihre Handlungen und ihre Position im Raum wird genauestens beschrieben. Gerade dieses hat mir unheimlich gut gefallen und gibt einen ersten Einblick in die außergewöhnliche Schreibweise der Autorin. Die erste Hälfte des 1.040 Seiten starken Roman erfährt man aus vielen Blickwinkeln alles über die rätselhaften Verbrechen und Vorkommnisse, die sich jüngst in Hokitika ereignet haben. Man lernt die zwölf Männer und auch Walter Moody sehr gut kennen, bekommt einen informativen Einblick in deren einzelner Leben. Und auch über die Zeit des Goldrauschs, der in diesen Jahren auf dem Höhepunkt ist, gibt es ein paar interessante Fakten. Das Besondere an diesem Roman: Man weiß lange überhaupt nicht, in welche Richtung die Geschichte gehen könnte und was noch so alles passieren wird. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber sie nimmt aufgrund der ganzen Verstrickungen einen wirklich sehr interessanten Verlauf... Damit man bei der umfangreichen Handlung nicht den Überblick verliert, gibt es immer wieder hilfreiche Zusammenfassungen der Geschehnisse, dieses fand ich sehr gut. Dazu gibt es auch ein kleines Personenregister am Anfang des Buches. Wie schon gesagt, sticht hier die einzigartige Schreibweise hervor: Lange verschachtelte Sätze, bildhafte, ausführliche Beschreibungen und durch die ungelösten Verbrechen auch ein kleiner Krimi - Gerade durch diese ganzen Elemente ist dieser Roman etwas besonderes. "Im Rauchzimmer des Crown Hotel trat Schweigen ein - ein Schweigen, das wirkte, als hielte für einen Augenblick jeder Anwesende den Atem an und als verharrte sogar der Rauch, der von den Pfeifen, Zigaretten und Zigarren aufstieg." - Seite 331, eBook Mein Fazit: Ein außergewöhnlicher und atmosphärisch sehr dichter Roman, der mir sehr gut gefallen hat! Es ist unheimlich spannend zu sehen, wie sich die Geschichte entwickelt. Es gibt anfangs viele lose Fäden - wie sich einiges dann zusammensetzt, ist völlig überraschend. Nach und nach kommt man schließlich hinter so manches Geheimnis. Toll geschrieben, doch es ist kein Buch für zwischendurch - es erfordert an vielen Stellen vollste Konzentration und vielleicht auch etwas Durchhaltevermögen - doch es lohnt sich auf jeden Fall! Auch wenn es zwischendurch immer mal kleinere Längen gab, hat "Die Gestirne" mir sehr gefallen und kann es allen empfehlen, die mal ein etwas anderes Buch lesen wollen. Von mir gibt es hierfür 4,5 Sterne.

Lesen Sie weiter

Neuseeland, 1866: der Goldrausch ist in voller Blüte und das Küstenstädtchen Hokitika erlebt seine große Stunde. Viele vielversprechende Goldfelder werden hier vermutet, das zieht sowohl ehrenwerte als auch verruchte Gestalten in den kleinen Ort. Bald sorgt eine Reihe von ungelösten Verbrechen für Besorgnis. Eine opiumsüchtige Hure wird halbtot auf der Straße gefunden, ein reicher Geschäftsmann verschwindet und im Haus eines armen Säufers wird ein Goldschatz entdeckt. Daraufhin treffen sich zwölf besondere Männer, um dem Treiben auf den Grund zu gehen… Mit der Versammlung dieser schillernden Gestalten beginnt „Die Gestirne“ und hat im ersten Drittel des Romans eine ganz besondere Konstruktion. Die Handlung an sich ist sehr reduziert, alles passiert unendlich langsam. Mich hat dies einerseits sehr begeistert, mir andererseits all meine Geduld abgerungen. Statt tatsächlicher „Handlung“ scheint die Zeit stillzustehen, wir bewegen uns in unzähligen Rückblenden, (inneren) Monologen und Dialogen durch die Geschichte. So vergeht im ersten Drittel des Buches für die Protagonisten gerade mal ein Abend, für den Leser gern mehrere Tage. Trotzdem hat mich dieser Abschnitt der Geschichte am Meisten begeistert. Denn trotz der statischen Handlung wird es nie langweilig. Jede Rückblende wird spannend gestaltet, es ist interessant Stück für Stück die Bewohner Hokitikas kennenzulernen und die mysteriösen Geschehnisse zu entdecken. Nach dieser Phase des scheinbaren Stillstands beginnt im zweiten Drittel des Romans die Suche nach der Wahrheit, der Auflösung der Verbrechen und eine Reihe von Mutmaßungen. Dieser Teil des Buches hat mich schier zum Verzweifeln gebracht. Tatsächlich waren die Übergänge der einzelnen Erzählstränge und Vermutungen für mich sehr anstrengend auszumachen. Zwar kommen ständig neue spannende Theorien, doch manchmal gingen diese so nahtlos ineinander über, dass ich ein wenig die Orientierung in der Geschichte und vor allem zwischen den Personen verloren habe. Ich habe schließlich tatsächlich mitgeschrieben und mir Verbindungen und Konflikte notiert, um noch länger folgen zu können. Es ist beeindruckend „Die Gestirne“ zu lesen, weil es sprachlich und atmosphärisch nicht aus unserer Zeit zu sein scheint. Die Erzählweise ist so authentisch, dass ich immer wieder an alte Western erinnert wurde. Selbst die enorme Länge des Buches passt zu diesem Thema: schließlich dauern gute alte Western auch mal mehrere Stunden, ihrer Spannung tut das keinen Abbruch! Wer Geduld aufbringt, wird im letzten Abschnitt des Buches übrigens noch einmal belohnt. Die Fäden der Geschichte werden dort umfassend und schlüssig verbunden. Jede Figur erhält noch einmal eine Würdigung und Einordnung in die Geschichte. Einzig der dort recht künstlerische Kniff die Zusammenfassung der Kapitel stetig länger werden zu lassen, als die Kapitel an sich, hat mich nicht ganz überzeugt. Das wirkte etwas aufgesetzt. Unterm Strich habe ich mit „Die Gestirne“ ein Wechselbad der Gefühle erlebt, habe mich teilweise durch das Buch kämpfen müssen, häufig über die Sprache geschwärmt und die Geschichte dann doch gemocht.

Lesen Sie weiter