Leserstimmen zu
Schattenjunge

Carl-Johan Vallgren

Katz-Westin-Serie (1)

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Nüchtern

Von: wal.li

10.06.2017

Danny Katz wird von einer jungen Frau kontaktiert. Ihr Ehemann ist seit ein paar Tagen verschwunden und sie hat den Eindruck, dass die Polizei kein großes Interesse hat, die Ermittlungen einzuleiten. Man geht dort von einem freiwilligen Verschwinden aus. Joel Klingberg hat das Verschwinden seines älteren Bruders nie verwunden, auch nicht nach über vierzig Jahren. Katz kennt den Verschwundenen aus seiner Militärzeit, gemeinsam wurden sie zu Übersetzern ausgebildet. Doch kann das auf der Suche nach dem Vermissten hilfreich sein? Möglicherweise ist Danny Katz mehr durch den Fall angerührt als ihm lieb sein kann. In seinem ersten Fall wird Danny Katz mit einem Teil seiner Vergangenheit konfrontiert. Seine Zeit beim Militär hat ihn schon geprägt, obwohl er einiges nicht durchblicken konnte und ihm Hintergrundwissen vorenthalten wurde. Die Wege seines Kameraden Joel hat er nicht mehr weiter verfolgt. Umso rätselhafter ist nun sein Verschwinden. Hegt Klingberg auch nach den langen Jahren noch den Wunsch, das Schicksal seines Bruders zu klären? Oder hat ihn noch etwas anderes veranlasst, sein Haus zu verlassen? War es überhaupt ein freiwilliges Geschehen? Schnell bekommt Katz den Eindruck, dass nicht alle Fragen, die er stellt, ehrlich beantwortet werden. Ähnlich geht es der Staatsanwältin Eva Westin. Zwar ist es nicht zwingend notwendig, die Bände der Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen, aber Sinn macht es natürlich schon. Aber auch wenn man den Folgeband bereits kennt, vermag auch dieser erste Teil zu fesseln. Allerdings muss man der Thematik, die der Autor wählt, eine gewisse Offenheit entgegen bringen. Man mag nicht glauben, dass es im vermeintlich beschaulichen Schweden so hart hergehen kann. Was vom Menschen übrig bleibt, scheint nicht allzu viel, wenn er die Mühlen durchlaufen hat. Doch müsste nicht jemand etwas merken? Allerdings fällt einem dann doch schnell wieder ein, dass man den Leuten bekanntlich nur vor den Kopf kucken kann. Auch wenn vielleicht noch nicht alles ganz rund läuft, hat der Autor doch einen interessanten Ermittler in einem besonderen Umfeld vorgestellt, der in seinem ersten Fall schon gut beginnt und im zweiten zu noch besserer Form aufläuft.

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Erst nach 100 Seiten nimmt die eigentliche Handlung des Thrillers ein wenig Fahrt auf. Nur hält das leider nicht an ... Leider kam ich mit dem Buch so gar nicht zu Recht und kann nur 2 Sterne verteilen ...

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In den überfüllten Gängen der Stockholmer U-Bahn versucht ein Vater, mit seinen Kindern den Zug zu erreichen. Sie sind spät dran, der Jüngste im Kinderwagen brüllt, sein siebenjähriger Bruder weigert sich, mit dem Fahrstuhl zu fahren. Er quengelt so lange, bis eine fremde Frau anbietet, ihn die Treppe mit hinaufzunehmen. Widerstrebend willigt der Vater ein. Er sieht seinen Sohn nie wieder. Viele Jahre später verschwindet auch der Bruder des Jungen unter mysteriösen Umständen. Danny Katz wird von der Frau des Verschwundenen auf den Fall angesetzt. Und er ist nicht allein. Je tiefer er in die Machenschaften eines mächtigen Familienimperiums eintaucht, umso komplexer wird der Fall. Zunächst einmal zur Handlung. Eine ähnliche Idee kannte ich als Buch noch nicht, allerdings habe ich sofort etwas mit dem Film "7th Floor" verbunden. Und der hat mir eigentlich ganz gut gefallen, weshalb ich diesen Thriller lesen wollte. Die Handlung begann recht interessant, flachte dann aber viel zu schnell ab. Die ganze Ermittlung ist recht einseitig, von Spannung, geschweige denn "Hardcore" (wieso ist das Buch in diesem Verlag erschienen?) . Die Geschwindigkeit der Handlung war einer seits recht langsam, andererseits gegen Ende dann auch recht verwirrend. Der Schluss war dann wieder ganz ok. Die Charaktere sind ganz gut gestaltet. Einzig "Katz" ist mir ein wenig zu emotionslos. Er btrachtet alles nüchtern, als schiene es ihm egal. Die andere Protagonisten sind passend zum Buch, so verhalten sie sich auch und handeln dementsprechend. Wie gesagt, das Buch ist stellenweise recht verwirrend. Die Kapitellängen sind in Ordnung, schade ist allerdings, dass sie nur durch den ersten fettgedruckten Buchstaben der neuen Seite erkenntlich gemacht werden. Teilweise fand ich es auch schwierig die Beziehung der Charaktere bzw. deren Namen wieder herzustellen. Die vielen schwedischen Namen könnte man am Ende oder Anfang des Buches kurz in Zusammenhang stellen. Fazit: Das Buch konnte mich leider nicht fesseln. Es hatt zu viel Langatmigkeit. Auch mit Protagonist Katz konnte ich mich nicht unbedingt anfreunden. Schade, denn die Idee fand ich spannend, die Umsetzung weniger...

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Carl-Johan Vallgrens erster Krimi erschien in Schweden zunächst einmal unter Pseudonym, da er bisher überwiegend als Autor von anderen belletristischen Werken in Erscheinung trat. Nun hat er sich dem Genre des Kriminalromans zugewandt und macht seine Sache gut! Vor vierzig Jahren verschwand der Enkel des schwedischen Großunternehmers Pontus Klingberg an einer Stockholmer U-Bahn-Station. Der Junge tauchte nie wieder auf. 2012 verschwindet nun der andere Enkel Pontus Klingbergs spurlos. Die verzweifelte Ehefrau des Verschwundenen wendet sich an Danny Katz, einen Privatermittler, der völlig am Boden darnieder liegt. Eine Freundschaft verbindet ihn und den Verschwundenen, weswegen Katz nicht lange zögert, um sich hinter das Verschwinden zu klemmen. Was er in der Familiengeschichte der Klingbergs entdeckt, hätte er so nicht erwartet und droht ihn in einen tödlichen Strudel zu reißen. Bei seinem ersten Kriminalroman folgt Vallgren überwiegend den Konventionen des skandinavischen Krimis: Ein kaputter Ermittler (Erinnerungen an Jo Nesbos Harry Hole werden wach), ein dunkles Geheimnis, ehrbare Männer der Gesellschaft, die keineswegs unbescholten sind - all diese Zutaten mixt der Schwede zu einem schnellen Krimi. Die Geschichte liest sich eingedenk der großen Schriftgröße und des hohen Schreibtempos schnell weg. Man verzeiht dem Autor auch einige Griffe in die Klischeekiste und gerade im letzten Drittel einige nicht unbedingt sonderlich plausible Wendungen (besonders was den zweiten Erzählstrang einer alten Freundin von Danny angeht). Aber dafür ist der Roman spannend und dies ist schließlich was zählt. Carl-Johan Vallgren beherrscht auf jeden Fall sein Handwerk und unterhält den Leser gekonnt. Weiter Fälle für Danny Katz dürfen nicht ausgeschlossen werden, wenn man die letzten Seiten des "Schattenjungen" liest - von mir aus sehr gerne!

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Schattenjunge verspricht viel, dass kann man dem Cover entnehmen und entlässt damit den Leser mit einer knallharten Vision des Buches. Die Messlatte liegt hoch, sehr hoch für meinen persönlichen Geschmack, glaubt man Worten wie „Thriller der Extraklasse“, „süchtig“ und „höllisch spannend“. Spannend um bei der Wortwahl zu bleiben, ist der Thriller in der Tat, dennoch möchte ich nicht so weit gehen ihn als höllisch spannend zu bezeichnen, da haben Autoren wie Chris Carter oder James Hayman Spannung ganz anders definiert. Man erfährt zunächst zu Beginn des Romans eine Menge über die Figuren. Ihr Leben, Schaffen und Wirken wie ich es gerne nenne. Ganz behutsam ohne Crashmomente , wird dem Leser Zeit gegeben sich mit der Situation und dem beginnenden Plot zu befassen. Rückblicke in die wichtige Zeit “1970” vervollständigen das Bild, dass der Leser erhält. Mehrheitlich findet die Handlung in Stockholm und Umgebung statt – ein waschechter nordischer Thriller- sozusagen. Die Namen der Straße und Orte waren sehr gewöhnungsbedüftig für mich, da ich absolut keine Ahnung hatte, wie die Namen klingen sollten oder gelesen werden. Dafür waren der Stil und die Schreibweise des Autors sehr angenehm, ja fast schon europäisch. Die ansonsten sehr verquere ,abstruse Schreibweise der nordischen Bestseller Autoren sucht man hier vergebens. Das machte es mir als Leserin natürlich leicht der Geschichte zu folgen und den Figuren ihre Rollen abzunehmen. Die Spannung ,die allmählich immer weiter anstieg ,wurde zeitweise in “Pageturner Manier” nahezu unerträglich. Der Autor schafft es mit seinem Debüt den Leser zu reizen, der Leser will wissen was passiert, wie geht es weiter und welche Figuren schaffen es. Das “wie- geht- es- weiter”und “wer- schafft- es” ar jedoch gegen 2/3 des Buches für mich als Bücherwurm mit entsprechender Erfahrung vorhersehbar. Zu deutlich waren in dieser Phase des Buches die Andeutungen und Handlungen der Figuren. An dieser Stelle merkte man das Debüt des Autors,dassansonsten an vielen Stellen unerkannt und unbemerkt für mich blieb. FAZIT: Die Erwartungen die auf dem Cover geschürt werden,konnte das Buch meiner persönlichen Meinung nach nicht erfüllen, dennoch handelt es sich um einen spannenden gut lesbaren nordischen Thriller mit guten Szenen. Mit ein bisschen mehr Phantasie und Mut kann der Autor ab seinem zweiten oder dritten Roman ganz oben in der Liga der nordischen Autoren mitmischen.

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http://youtu.be/_kSTbCBoYq0

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Carl-Johan Vallgren zählt in Schweden zu den bekanntesten Autoren des Landes, hat sehr erfolgreich zahlreiche Romane veröffentlicht und wurde 2002 für „Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe“ mit dem renommierten, schwedischen Literaturpreis „August“ ausgezeichnet. Bisher eher in literarischen Gefilden unterwegs, wagt er mit „Schattenjunge“ nun den Wechsel ins Spannungsgenre und plant eine ganze Thriller-Serie um die Hauptfiguren Danny Katz und Eva Westin. Und ich fange bei diesem Buch mit den positiven Dingen an, nicht, weil noch so viele negative folgen, sondern weil mich das bei diesem Buch am stärksten beeindruckt hat und es letztlich ausschlaggebend für die Bewertung mit 4 Sternen war. Es ist nämlich das Erzählen Vallgrens, das für mich die Stärke dieser Geschichte ausmachte. Inhaltlich bietet sie zwar auch einige interessante Aspekte, aber vor allem stilistisch fühlte ich mich hier einfach sehr gut aufgehoben. Man merkt dem Autor eine gewisse Schreibroutine an, eine gute Routine, keine abgestumpfte, viel mehr eine geschliffene. Die Formulierungen sitzen einfach, die Sätze fließen, die Atmosphäre passt und der Stil lässt eine gewisse persönliche Note erkennen. Das liest sich einfach gut. Die Story selbst, nun ja, die wartet nicht mit allzu vielen Novitäten auf. Die Handlung setzt zunächst 1970 ein und man wird Zeuge, wie im Getümmel einer Stockholmer U-Bahnstation ein Vater versucht, mit seinen zwei Kindern den Zug zu erreichen. Eile ist geboten, aber während der jüngere Spross im Kinderwagen weint, weigert sich der ältere Bruder, in den Fahrstuhl zu steigen. Eine Frau hat schließlich Erbarmen mit dem überforderten Vater und bietet ihm an, den Sohn auf der Treppe zu begleiten. Und das war es, der eine Moment, der Leben zerstören kann, der Vater sieht seinen Sohn nie wieder. Dann erfolgt ein Zeitsprung und die Handlung wird 2012 fortgesetzt. Der Vater des damals entführten Jungen ist inzwischen tot, Selbstmord, und der jüngere Bruder Joel, inzwischen erwachsen und verheiratet, wird seit drei Wochen vermisst. Seine Ehefrau beauftragt Danny Katz, die Umstände seines Verschwindens zu untersuchen. Während der Ermittlungen wirbelt Katz viel Staub auf und wühlt tief in der Famielengeschichte Joels. Und hinter der Fassade der Großindustriellenfamilie verbirgt sich jede Menge Schmutz und Dreck. Die Hauptfigur Danny Katz ist ein Typ, den es in diesem Genre eigentlich zu häufig gibt: Ein halbgarer Privatermittler, der eigentlich keiner ist. Er hat eine kriminelle Vergangenheit samt Heroinabhängigkeit und ist dabei aber ein schlaues Köpfchen, das ihm nach der Jugendstrafanstalt eine Ausbildung beim Militär und eine Anstellung beim Abschirmdienst als Dolmetscher und Computerexperte eingebracht hat. Heute betreibt er ein kleines Übersetzerbüro in Stockholm. Vom Saulus zum Paulus also? Wohl kaum, Danny Katz kämpft noch immer mit seinen inneren Dämonen, trägt eine alte Wut mit sich herum und stößt nun im Zuge seiner Ermittlungen auch noch auf seine Jugendliebe Eva Westin, mit der ihn vor allem eine gemeinsame Drogenvergangenheit verbindet. Eva Westin ist geschieden, Mutter von zwei Kindern und Staatsanwältin im Wirtschaftsdezernat und wird auf ganz bizarre Weise in den Fall von Danny Katz verwickelt. Und bei diesen Verwicklungen kam mir vieles konstruiert vor, in der Figurenkonstellation und in der Plot-Entwicklung. Es gibt diese Geschichten, bei denen überraschender Weise jeder mit jedem zu tun hat, Person X und Person Y waren schon in der Schule befreundet, Person A und Person B hatten sich in der Ausbildung mal getroffen, Person A hat aber auch Person X mal das Fahrrad geklaut und Person Y kannte wiederum Person B noch von einer früheren Kur. Also alles ist irgendwie miteinander verknüpft, über drei Ecken kennen sich die Figuren, hatten mal mehr oder weniger miteinander zu tun und haben natürlich noch eine Rechnung miteinander offen oder sind sich einen Gefallen schuldig geblieben. Das kann funktionieren, hier waren mir die Verstrickungen aber einen deutlichen Tick zu unwahrscheinlich und daher konnte ich nicht zu hundert Prozent in die Geschichte eintauchen. Fazit: Mich hat „Schattenjunge“ vor allem mit seinem Stil überzeugt, da man hier an einen Autor gerät, der sein Handwerk versteht, beherrscht und anzuwenden weiß. Die Formulierungen sitzen, die Worte fließen, es liest sich einfach angenehm. Inhaltlich teile ich mich hier 50/50 auf, die eine Hälfte fand ich kreativ (Stichwort alter Vodoo-Kult aus der Karibik) und die andere Hälfte war abgenutzt (Stichwort Familiengeheimnisse wohlhabender Großindustrieller). Alles in allem fügt sich das aber zu einem Thriller, der sich gut lesen lässt und gewohnt skandinavisch unterhält.

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