Leserstimmen zu
Bis zum Schluss

Oliver Uschmann, Sylvia Witt

(2)
(2)
(0)
(0)
(0)

Einen sterbenden Familienangehörigen in den letzten Wochen seines Lebens zu begleiten, ist ein Gedanke, mit dem man sich nicht unbedingt beschäftigen möchte, solange man nicht betroffen ist. Und doch bin ich froh, dass ich dieses Buch von Oliver Uschmann und Sylvia Witt gelesen habe. ‚Wie man mit dem Tod umgeht, ohne verrückt zu werden’ lautet der Untertitel, und wie schwer sich dies gestaltet, beschreiben die beiden aus eigener Erfahrung. Der Autor erfährt, dass seine krebskranke Mutter nicht mehr lang zu leben hat, und verbringt ihre letzten Tage an ihrem Sterbebett im Hospiz. Er schildert offen und ehrlich, wie überfordert er sich in der Situation fühlt: Einerseits das erschreckende Bewusstsein, seine Mutter das erste Mal als Sterbende zu sehen; andererseits die Notwendigkeit, sich davon nicht lähmen zu lassen – im Gegenteil, entscheidungsfähig zu bleiben und besonders gegenüber unsensiblen und arroganten Ärzten als ‚Anwalt’ der Patientin zu fungieren. Dabei lassen die Autoren den Leser so nah an das Geschehen und an ihren Gefühlen teilhaben, dass man fast meint, man sei selbst vor Ort. Man merkt, dass sie hauptberufliche Satiriker sind, denn das beklemmende Thema wird durch ihren geistreichen Humor und guten Schreibstil angenehm aufgelockert. So fühlt sich Uschmann mitunter wie eine „lebendige Prothese mit Ohren zum Empfangen von Befehlen“, erleidet Qualen im Gästebett, wenn das Atmen seiner Mutter erst in Ächzen und Seufzen, später in Hecheln und Röcheln übergeht, und ist empört, dass sie im Schlaf nicht etwa nach ihrem Sohn, sondern nach ihrem Maler schreit. Die Autoren wechseln geschickt zwischen verschiedenen Ebenen wie ihre persönliche Geschichte, psychologischen Betrachtungen und Anleitungen, den Sterbenden behutsam „ins Ziel zu coachen“. Gut gefiel mir der Rat, kurz vor dem Tod des Betroffenen seine Lieblingsorte in Erinnerung zu rufen und ihm die Erlaubnis zu erteilen, loszulassen und zu gehen statt in einen Heulkrampf auszubrechen. Abgerundet wird das Ganze durch praktische Tipps wie eine Trauerfeier zu organisieren oder ein vergangenes Leben würdevoll aufzulösen. Ein durch und durch lesenswertes Buch, das mich auf die schwersten Momente im Leben sehr gut vorbereitet.

Lesen Sie weiter

Ich habe mich eine ganze Weile vor dem Buch gedrückt. Weil ich schon ahnte, dass die Lektüre nicht spurlos an mir vorbei geht. Und ich habe auch recht behalten. Gelohnt hat es sich trotzdem – oder gerade deswegen. Das Buch ist eine überaus interessante Mischung, die ich so tatsächlich noch nicht in der Hand hatte. Einerseits ein Ratgeber mit vielen wertvollen Tipps und andererseits eine sehr persönliche Geschichte über die schwerste Zeit im Leben: die Sterbebegleitung und den Umgang mit dem Tod. Im Großen und Ganzen eine sehr wertvolle Lektüre. Im Großen und Ganzen deshalb, weil ich persönlich beispielsweise bei der seitenlangen physikalischen Abhandlung zum Lebensende und der Seele, echt Mühe hatte, mich durchzukämpfen. Eine Abhandlung darüber, dass eben nichts einfach so endet bzw. ein Mensch nicht einfach so weg ist. Und die leider immer wieder kehrenden ellenlangen Schachtelsätze sind zusätzlich anstrengend. Auch in anderer Hinsicht war das Buch für mich keine einfache Lektüre. Oft habe ich mich beim Lesen an eigene Erlebnisse erinnert und war emotional sehr mitgenommen. So gesehen, konnte ich vieles nachvollziehen und den Ratschlägen auch zustimmen. Besonders hilfreich sind meiner Meinung nach die Tipps zur Haushaltsauflösung. Befindet man sich tatsächlich im Zustand der Trauer, finde ich diese Anleitung äußerst praktikabel. Trotz der vorgenannten Mankos gibt es eine klare Empfehlung von mir für „Bis zum Schluss“. Mag die Lektüre keine leichte sein, so finde ich das Thema mit der man sich dabei auseinander setzt überaus wichtig.

Lesen Sie weiter

In ihrem Buch "Bis zum Schluss - Wie man mit dem Tod umgeht ohne verrückt zu werden" erzählen Oliver Uschmann und seine Frau Sylvia Witt von der Erkrankung seiner Mutter bis zum Tod im Hospitz. Das Buch ist nicht nur ein Ratgeber wie man mit Sterbenden umgehen sollte, es ist auch ein Teil der persönlichen Lebens- und Sterbegeschichte. Es werden viele Themen rund um das Thema Sterben angeschnitten und aufkommende Fragen in dieser Situation werden beantwortet. Wie sollte man mit Sterbenden umgehen?, Wie geht man mit dem Tod um?, Wie organisiert man die Trauerfeier?, Was sollte man bei der Auflösung der Wohnung des Verstorbenen beachten? usw. Ich fand alles sehr informativ und keinesfalls trocken erzählt. Allerdings wurde mir manches zu ausführlich wiedergegeben und vieles nur in anderen Worten wiederholt. Da hätte man einiges kürzer beschreiben können. Gut finde ich das wichtiges noch einmal in Fettschrift versehen mit einem "Merke!" dargestellt worden ist. So kann man einiges nachschlagen ohne noch einmal das ganze Buch lesen zu müssen. Viele werden sich fragen was ein solches Buch soll, das Thema unterliegt ja einem Tabu und jeder schiebt es vor sich her. Aber nichts ist so sicher als das jeder einmal sterben muss und daher alle sich irgendwann damit auseinandersetzen müssen. Gut das man sich vorab schon einmal informieren kann und zumindest etwas davon für sich mitnimmt. Ist der Fall erst einmal eingetreten, dann hat man bestimmt weder die Zeit noch den Nerv dieses informative Buch zu lesen.

Lesen Sie weiter

Es gibt ein Thema im Leben, dem die meisten Menschen am liebsten ausweichen: allem was mit Sterben und Tod zu tun hat. Das einzige was mit tödlicher (sorry für den Wortwitz, der musste einfach sein) Sicherheit auf uns zukommt, ist der Tod. Der eigene und der von Verwandten und Freunden. Den eigenen Tod müssen wir nur sterben, aber wenn liebe Menschen todkrank sind und dann sterben, dann kommt mehr auf uns zu, als nur der seelische Schmerz. Bis zum Schluss – wie man mit dem Tod umgeht ohne verrückt zu werden ist das gerade erschienene Buch von Oliver Uschmann und Sylvia Witt. Auf 480 Seiten beantworten die Autoren fast jede Fragestellung, die im Zusammenhang mit Tod und Sterben auf die Angehörigen zukommt. Die Autoren wissen sehr genau, wovon sie schreiben. Oliver Uschmann hat seine sterbenskranke Mutter von der Mitteilung der Hiobsbotschaft bis zu ihrem Tod im Hospiz begleitet. Bis zum Schluss ist eine unglaublich gute Mischung zwischen Ratgeberbuch und persönlicher Geschichte. Sie nimmt die Scheu, sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen, zieht den Leser, die Leserin durch einen guten und spannenden Schreibstil in die Geschichte hinein und webt wirklich hilfreiche Regiehinweise und Ratschläge in den Text. Vom Umgang mit schnöseligen Oberärzten, den Mitarbeitern des Hospizes, den (Nicht-) Verhandlungen mit Bestattungsunternehmern bis hin zur Haushaltsauflösung lässt das Buch keine Frage offen. Sogar an eine Aufstellung wie welche Gegenstände vermarktet werden können ist gedacht. Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, den eins ist sicher, der Tag wird kommen, an dem man das geballte Wissen, das in diesem Buch steckt braucht, und dann werden einem mit Sicherheit die Nerven zum lesen fehlen. Einen Ratgeber zur Hand zu haben, den man durchgearbeitet hat, kann in den entscheidenden Tagen und Monaten wirklich hilfreich sein. Das Buch bekommt von mir 6 von 5 verfügbaren Sternen.

Lesen Sie weiter