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Jodi Picoult: Kleine große Schritte

Kleine große Schritte Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-10237-4

Erschienen:  02.10.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Nicht perfekt, aber wichtig!

Von: Marie Datum : 25.10.2018

wortmalerei.org

Ruth Jefferson ist die einzige schwarze Hebamme in dem Krankenhaus, in dem sie arbeitet und eigentlich war das nie ein Problem für sie und ihre Kollegen. Als sie dann jedoch das Baby eines rassistischen Ehepaars untersucht und dieses ihr untersagt, in die Nähe ihres Kindes zu kommen, ändert sich die Situation. Durch einen unglücklichen Zufall ist Ruth alleine auf der Station, als das Neugeborene plötzlich keine Luft mehr bekommt – entgegen der Anweisungen entscheidet Ruth sich, dem Baby zu helfen, doch ihre Hilfe kommt zu spät und Ruth wird für den Tod des Neugeborenen verantwortlich gemacht…

Was ist Rassismus – und wo fängt er an?

Die Antwort auf diese Frage scheint auf den ersten Blick einfacher zu sein, als sie es tatsächlich ist; die vielen Facetten von Rassismus sind jedoch oft viel näher an der eigenen Wahrnehmung, als man glaubt oder es sich wünschen würde. Wenn Jodi Picoult mit „Kleine große Schritte“ etwas beweist, dann ist es das: wir sehen und erkennen Rassismus, wenn er extrem ist – unseren eigenen Alltagsrassismus nehmen wir jedoch kaum als solchen wahr. An dieser Einstellung möchte Picoult mit ihrem Roman etwas verändern und weiße Menschen für die Thematik sensibilisieren und darauf aufmerksam machen; so ist das Buch auch merklich an eine weiße Zielgruppe gerichtet. Doch besonders in dieser Hinsicht hat der Roman einige kleine Probleme – viele liegen in der Übersetzung begründet, manche in der Verwendung von Stereotypen und Handlungskonstrukten.

Zunächst muss an dieser Stelle die Übersetzungsproblematik genannt werden, die zwar schon oft behandelt wurde, jedoch nicht ungenannt bleiben darf. Als Anti-Rassismusroman werden in der deutschen Übersetzung meiner Ausgabe (ich weiß nicht, inwiefern neuere Ausgabe dementsprechend angepasst wurden) rassistisch geprägte Begriffe aus der Kolonialzeit verwendet, die dem Inhalt des Buches definitiv widersprechen: neben der Bezeichnung „Farbige/r“, kommt auch das Wort „Rasse“ immer wieder vor. Insbesondere in der schnelllebigen Zeit des Internets, hätten solche Fehler durch einfaches recherchieren von vorne herein verhindert werden können, um Leser des Buches auch sprachlich zu sensibilisieren.

Plakativ, aber wirksam

Natürlich bedient Picoult in „Kleine große Schritte“ Klischees und Stereotypen, sodass viele Szenen plakativ und konstruiert wirken, allerdings ist es wohl auch genau das, was letztlich aufrüttelt. Die vielen Kommentare, Sätze und Aussagen, die den Alltagsrassismus darstellen, sollen den Leser über eigene Aussagen grübeln lassen, sollen dafür sorgen, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und sich deutlich zu machen, dass Rassismus klein anfängt. In diesem Sinne empfinde ich Picoults Umsetzung durchaus als gelungen, auch wenn sie nicht unbedingt die dreidimensionalsten Figuren erschafft. Weit problematischer wird es da schon eher mit konstruiert wirkenden Szenen, insbesondere die am Ende des Buches, die überzogen und unrealistisch wirken. Selbst ein so umfangreiches Buch wie dieses, kann solch komplexe Themen nicht so verarbeiten, wie es nötig wäre.

Trotz der vielen kritischen Anmerkungen hat mir „Kleine große Schritte“ gefallen – es liest sich schnell und mitreißend, ist spannend und fesselnd erzählt. Auch die Szenen vor Gericht, die wohl eine Art Markenzeichen für Jodi Picoults Bücher sind, haben mich gut unterhalten können. Die Figuren, wenn auch meist sehr stereotypisch, wachsen dem Leser ans Herz und lassen ihn mitfiebern, hoffen und wütend werden, ob der Ungerechtigkeit. „Kleine große Schritte“ ist kein perfektes, aber ein wichtiges Buch. Eines, das einen ersten, kleinen großen Schritt in die richtige Richtung gehen möchte und Probleme verdeutlicht und thematisiert. Eines, das eine spannende Geschichte mit einer relevanten Botschaft erzählt und insbesondere eine weiße Zielgruppe anspricht und für das Thema Rassismus sensibilisieren möchte. Liest man das Buch kritisch und differenziert, wird man definitiv etwas für sich mitnehmen können.

Ein Buch über Mut und Gerechtigkeit

Von: Michaela Datum : 27.09.2018

www.lesenswertebuecher.de

Klappentext
Ruth Jefferson gehört zu den besten und erfahrensten Säuglingsschwestern des Mercy-West Haven Hospitals in Connecticut. Als sie eines Tages ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern des Babys gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an und wollen nicht, dass eine Schwarze ihr Kind anfasst. Doch als Ruth einmal allein in der Säuglingsstation Dienst hat und der Junge eine Atemnot erleidet, gerät sie in ein moralisches Dilemma. Darf sie sich der Weisung widersetzen und dem Kind helfen? Nach kurzem Zögern folgt sie ihrem Gewissen - aber für den Jungen kommt jede Hilfe zu spät. Und es wird noch schlimmer: Der Vater verklagt Ruth, schuld am Tod des Babys zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eins offenbart: den Selbstbetrug, dem die moderne westliche Welt unterliegt, indem sie den unterschwelligen täglichen Rassismus verleugnet ...

Einstieg ins Buch
Das Wunder ereignete sich an der West 74th Street, in dem Haus, in dem Mutter arbeitete. ...

Meine Meinung
Ruth ist eine der besten Hebammen am Mercy-West Haven Hospital in Connecticut und seit über zwanzig Jahren im Dienst. Eines Tages wird ein Baby geboren, dessen Eltern überzeugte Rassisten sind. Sie wünschen nicht, dass ihr Baby noch einmal von Ruth oder einer Hebamme mit ihrer Hautfarbe, angefasst und behandelt wird. Ruth ist die einzige afroamerikanische Hebamme im Hospital und fühlt sich diskriminiert, als die Klinikleitung dem Wunsch der Eltern nachkommt. Als es bei dem kleinen Jungen nach einem einfachen Eingriff zum plötzlichen Atemstillstand kommt, ist nur Ruth in seiner Nähe. Sie versucht ihr Bestes, doch es reicht nicht um den jungen Davis zu retten. Kaum ein paar Tage alt, stirbt der Junge unter den Händen der erfahrenen Hebamme. Doch die Eltern des Jungen glauben nicht an einen plötzlichen Tod. Sie geben Ruth die Schuld und beschimpfen sie als Mörderin. Ruth wird festgenommen und ein zermürbender, nervenaufreibender Prozess beginnt. Nicht gegen das Hospital und auch nicht gegen die Ärzte, die das junge Leben nicht retten konnten. Nur gegen die einzige schwarze Hebamme, die zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort war.

Dieses Buch reflektiert und kritisiert die amerikanische Bevölkerung. Und dennoch kann man die Verhaltensweisen, sowie die Denkmuster auf jedes Land und auf alle Menschen projizieren.  Es geht um die altbekannte Rassenfrage - weiß gegen schwarz. Jodi Picoult hat dieses Thema nicht mit Samthandschuhen angefasst, sondern geht ganz direkt auf das Thema ein. Sie behält sich trotz des schweren Themas einen Schreibstil bei, der flüssig zu lesen ist. Indem sie den Alltag von Ruth erzählt, die immer hart gekämpft hat und erfolgreich war, die gut in dem ist, was sie tut, die trotzdem demütig und dankbar ist und nur das Beste für ihren Sohn möchte, öffnete sie mir die Augen für die Selbstverständlichkeiten, mit denen Weiße durch die Welt gehen. Denn trotz ihrer harten Arbeit musste Ruth sich gegen Hass und Vorurteile durchsetzen, die seit über 400 Jahren in den Köpfen der Menschen verankert sind. Und das jeden Tag!

Turk und Brittany Bauer, die Eltern des kleinen Davis dagegen, sinnen nur auf Rache und brauchen einen Schuldigen, um ihre Wut und Trauer an ihm auslassen zu können. Sie standen schon immer für die weiße Rasse und sehen sich jetzt bestätigt, als eine schwarze Hebamme ihr Kind tötet. Ich konnte ihren Hass auf die ganze Welt förmlich spüren.

Kennedy ist die Pflichtverteidigerin von Ruth und versucht alles, um einen Freispruch für ihre Klientin zu erwirken. Doch am Ende kommt alles ganz anders, als sie es erwartet hat. Ich bin begeistert von diesem Charakter, weil sie die Chance ergreift, sich selbst zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Besonders spannend fand ich hier, dass die Autorin immer wieder zwischen den einzelnen Perspektiven gewechselt hat und ich als Leser immer direkt in die Gedankenwelt der einzelnen Figuren eintauchen konnte.

Dass es im 21. Jahrhundert immer noch Rassismus gibt überrascht nicht. Doch, dass viel zu wenig dagegen getan wird und viel zu wenig hinterfragt wird in unserer zivilisierten Welt, überrascht doch ein bisschen. Dieses Buch öffnete mir die Augen auch passiven Rassismus zu erkennen, z. B. dass ein Bettler mit weißer Hautfarbe öfter ein bisschen Geld zugeschoben bekommt, während um den schwarzen Bettler vorsichtshalber ein weiter Bogen gemacht wird. Wenn wir alle in unserem Alltag auf kleine Anzeichen achten und uns selbst mal vor Augen führen, warum wir nicht hinterfragen und viele Dinge als selbstverständlich hinnehmen weil wir, die Weißen, immer noch privilegiert sind, können wir unsere Verhalten ändern und die Welt in kleinen Schritten, die für andere aber ganz groß sind, etwas besser machen.

Mich hat das Buch sehr nachdenklich gemacht und an manchen Stellen war ich wütend, manchmal sehr traurig, oft demütig bei Stellen, die mich meiner selbst reflektieren ließen und ab und zu bekam ich eine Gänsehaut. Emotional hat mich dieses Buch und dieses Thema sehr gepackt und es hat mir wieder einmal eins verdeutlicht: Rassismus geht uns alle etwas an!

Vielen Dank an das Team vom bloggerportal für dieses  Rezensionsexemplar!

Zitat
Als Christina meine Hand hielt und Ms. Mina die Hand meiner Mutter hielt, gab es einen Moment - einen Herzschlag, einen Atemzug lang -, in dem alle Unterschiede in Ausbildung, Vermögen, und Hautfarbe verpufften wie Luftspiegelungen in der Wüste. Wo wir alle gleich waren und es nur eine Frau gab, die einer anderen half. (Seite 13)

Fazit
Ein mutiger Roman, der den Leser zur Selbstreflektion anregt und einen passiven Rassismus offen legt, der jeden Tag selbstverständlich zur Kenntnis genommen wird. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

Rassismus geht uns alle an!

Von: Love & Life Datum : 25.08.2018

rezensionenvonmanuskripte.blogspot.de

Das Buch habe ich vom Bloggerportal zurVerfügung gestellt bekommen und war super fröhlich, dass ich es bekommen habe. Leider lag es jetzt hier schon eine gefühlte Ewigkeit rum und ich habe erst neulich dazu gegriffen. Wofür ich mir dann echt in den Arsch gebissen habe.

Zum Buch
Ruth Jefferson ist Afroamerikanerin und seit 20 Jahren Säuglingsschwester im Mercy-West Haven Hospital in Connecticut, aber es passiert ihr zum ersten Mal , dass der Vater eines Neugeborenen ihr den Umgang mit diesem Kind verbietet aufgrund ihrer Hautfarbe. Als dieses Kind dann nach einem eigentlichen simplen Eingriff stirbt und Ruth die Wiederbelebung vornimmt, wird sie anschließend von dem Vater vor Gericht gebracht. Die Anklage lautet auf vorsätzlichen Mord.


Meine Meinung
Es ist schon sehr auffallend, dass in letzter Zeit viele Bücher auf dem Büchermarkt auftauchen , die das Thema Rassismus behandeln, amerikanische Autoren, aber auch Autoren anderer Ländern rütteln auf mit diesem Thema. Mag es daran liegen , dass wir einen Herrn Trump in Amerika an der Regierung haben und viele Rechtspopulisten auch hier in Europa? Umso wichtiger ist es, dass Rassismus zum Thema gemacht wird und dies auch in der Belletristik, denn diese Bücher lesen viele Menschen eher als ein Sachbuch.
Auch Jodi Picoult hat sich dieses Themas in ihrem neuen Buch angenommen und herausgekommen ist ein einfühlsames und sehr nachdenklich machendes Buch.
Obwohl das Buch recht dick ist, sind die Seiten für mich nur so verflogen. Gerade während des eigentlich Gerichtsprozesses konnte ich es nicht mehr weglegen und musste eine halbe Nacht durchlesen. Die Spannung, mit der dieses Buch geschrieben ist, schaffen nur wenige Autorin so zu vermitteln und ich kann das Buch sowohl als Roman, als auch als wichtiges Zeugnis unserer Gesellschaft absolut weiterempfehlen.
Eine Verfilmung ist mit Viola Davis und Julia Roberts geplant - bis dahin sollte man das Buch unbedingt gelesen haben.

Fazit
Rassismus geht uns alle an und Jodi Picoult schafft es mit diesem Buch, dies allzu gut zu verdeutlichen. Zudem wird große Spannung aufgebaut und man beginnt sich und deine Haltung immer wieder zu hinterfragen.
★ ★ ★ ★ Sterne von 5 möglichen Sternen

Zum Autor
Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin versteht es meisterhaft, über ernste Themen unterhaltend zu schreiben. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire. ©amazon.com

Klappentext
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Jeder sollte es lesen

Von: Sarah Datum : 09.08.2018

https://booksenia.wordpress.com

Inhalt:

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …



Meinung:

Jodi Picoult hat mit ihrem Buch ein wichtiges Thema auf gegriffen. Rassismus ist ein wichtiges und aktuelles Thema, sowohl in Amerika als auch in anderen Ländern der Welt. Es ist globales Problem, was ich in unserem Zeitalter einfach nur traurig und schade finde. 

Das Cover gefällt mir. Es wirkt so ruhig und auch die Farben passen perfekt zusammen. Mich stört es nur, dass der Autorenname größer als der Titel des Romans ist. 

Schon ganz am Anfang des Romanes war die Spannung sehr hoch und emotional. Diese beiden Gefühle haben den ganzen Roman mutbegleitet. 

Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle und ich habe sehr mit Ruth mitgelitten. Im Allgemeinen war Ruth eine tolle Protagonistin, die mir direkt sympathisch war. Ihr Schicksal und ihr Gerichtsprozess steht für ganz viele andere, reale Schicksale, die es heute leider immer noch gibt. 

Der Schreibstil ist flüssig und leicht. Aber die Thematik ist das wichtigste an dem Roman. 

Alles in allem ist dieser Roman von Jodi Picoult ein toller lesenswerter Roman, der sich mich einem Thema beschäftigt, welches aktueller den je ist.

Ein unheimllich wichtiges und aktuelles Thema, aber...

Von: Monika Schulte Datum : 07.08.2018

monikaschulte.blogspot.de

Was habe ich mich auf diesen Roman gefreut! Endlich ein neues Buch von Jodi Picoult, einer Autorin, die es immer wieder schafft, mich mit ihren Geschichten in den Bann zu reißen, die mich dazu bringt, schlaflose Nächte zu haben, die mich immer wieder überrascht. Nun also "Kleine große Schritte".

Am Anfang war ich - wie immer - gebannt. Die Spannung hatte mich gepackt. Doch als ich noch nicht einmal die Hälfte erreicht habe, fing ich nach und nach an quer zu lesen.

Das Thema des Buches ist Rassismus in Amerika. Schwarze und Weiße. Ein unheimlich wichtiges Thema, aktuell wie nie, nicht nur in Amerika!

Die Säuglingsschwester Ruth bekommt die Anweisung, das neu geborene weiße Baby nicht zu berühren. Als das Baby aufhört zu atmen, gerät Ruth in einen Gewissenskonflikt. Soll sie sich der Anweisung widersetzen und dem Kind helfen oder nicht? Sie hilft, doch es ist bereits zu spät. Ruth wird angeklagt.

Die Personen blieben mir jedoch fremd. Von Jodi Picoult bin ich es eigentlich gewöhnt, dass sie mit meinen Gefühlen spielt, dass ich einmal mit der einen, ein paar Seiten weiter mit der anderen Person fühle. Das fehlte mir hier gänzlich.

Wie so oft in ihren Romanen, nimmt ein Großteil der Geschichte ein Gerichtsprozess ein. Hier ist dieser Teil eindeutig zu lang geraten. Die Spannung verflog.

Fazit: Ein sehr, sehr wichtiges Thema, für mich nicht ganz so ideal umgesetzt. Ich habe viele Bücher der Autorin gelesen und die älteren Romane empfinde ich immer noch als die besten.

Anhand der unzähligen Rezensionen auf diversen Portalen sieht man aber, dass das Buch unzählige Anhänger hat. Es ist halt nicht meine Geschichte.

Eine emotional aufwühlende Geschichte

Von: paperlove Datum : 17.07.2018

https://mrspaperlove.blogspot.ch/

Ich habe die Geschichte völlig unvoreingenommen begonnen - ja ich habe sogar vorher nicht mal die Inhaltsangabe gelesen. Das Einzige, das mir vor dem Lesen bekannt war, war der Umstand, dass das Buch auf Goodreads überdurchschnittlich gute Bewertungen hat. Das war für mich Grund genug herausfinden zu wollen, woran das lag. Und eines kann ich schon mal vorneweg verraten: Ich teile die vielen begeisterten Stimmen zum Buch und war positiv überrascht, wie nachdenklich mich das Buch immer wieder gestimmt hat. Bei dem Cover hätte ich eher mit einer seichten Chick-Lit Lektüre gerechnet, aber tatsächlich gelesen habe ich eine tiefgreifende, emotionale Story, die sich mit vielen Facetten von Rassismus befasst.

Zu Beginn lernen wir die afroamerikanische Hebamme Ruth bei ihrer Arbeit im Krankenhaus kennen. Seit Jahren hilft sie hier tagtäglich gebärenden Frauen ihre Kinder in Empfang zu nehmen. Sie arbeitet seit Jahren in ihrem Beruf und ist sehr erfahren in dem, was sie tut. Doch das soll keine Rolle spielen, als sie eines Tages mit Turk und Brit Bauer - einem rechtsextremen Ehepaar - konfrontiert wird, die ihr jeglichen Kontakt mit ihrem neugeborenen Sohn Davis untersagen. Sie wollen nicht, dass ihr Neugeborenes von einer afroamerikanischen Hebamme untersucht oder behandelt wird, denn das würde ihrer Ideologie widersprechen. Und sie machen keinen Hehl daraus, dies auch genauso zu kommunizieren.
Ihrem Wunsch wird nachgekommen, was den Bauers letztendlich zum Verhängnis wird. Davis gerät einige Zeit später in eine Notsituation und da es Ruth untersagt ist, das Neugeborene überhaupt anzufassen, zögert sie, als es um die notwendigen Wiederbelebungsmassnahmen geht. Obwohl kurze Zeit später weitere Leute aus dem Behandlungsteam eintreffen und Ruth eindeutige Anweisungen geben, das Kind durch eine Herzdruckmassage wiederzubeleben, kommt die Hilfe zu spät und Davis stirbt. Für das Ehepaar Bauer ist klar: Ruth hat Schuld am Tod des Kindes. Und sie setzen alles daran, um dies auch vor Gericht zu beweisen.

In den darauffolgenden Monaten erwartet Ruth einen nervenaufreibenden Gerichtsprozess. Unterstützt wird sie dabei von der Pflichtverteidigerin Kennedy, die ein besonderes Interesse an dem Fall entwickelt. Was anfänglich eine professionelle Arbeitsbeziehung ist, entwickelt sich mit der Zeit mehr und mehr zu einer tiefergehenden Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Kennedy will den Fall strikt von rassistischen Hintergründen trennen, denn sie ist überzeugt davon, dass dies zum Nachteil von Ruth ausgelegt werden kann und sie den Fall so verlieren würden.
Doch nach und nach muss sie feststellen, dass Rassismus sich nicht nur in einer einzigen, aktiven Form (wie bei Turk und Brit Bauer) äussert, sondern ganz viele Facetten haben kann und sich nicht einfach so von Ruths Geschichte abtrennen lässt. Sie muss sich eingestehen, dass Ruth nicht nur bei ihrem Aufeinandertreffen mit den Bauers, sondern in tagtäglichen Situationen mit Vorurteilen und Ablehnung konfrontiert ist, selbst wenn dies manchmal nur unterschwellig wahrnehmbar ist.
Immer wieder beginnt sie ihre eigenen Einstellungen zu überdenken und sieht den Fall bis zum Schluss in einem ganz anderen Licht. Die neugewonnene Freundschaft verhilft ihr so zu einer neuen Perspektive zu gelangen, von der sie bisher gar nicht angenommen hatte, dass sie bei ihr verborgen war.

Zuletzt überschlagen sich die Ereignisse und im Fall von Ruth wird ein überraschendes Urteil gefällt, mit dem sie – und auch ich als Leser – wahrscheinlich nicht gerechnet hätte.

Den Verlauf der Geschichte fand ich sehr gut und nachvollziehbar aufgebaut. Ich habe mit Ruth emotional mitgelitten und sehr viel Mitgefühl für sie entwickelt. Während sich die Geschichte sehr gemächlich entwickelt, war mir das Ende dann im Vergleich etwas zu schnell abgehandelt. Bevor man weiss was passiert, ist das Urteil plötzlich gefällt und man wird gleichzeitig noch mit Enthüllungen aus dem Leben der Bauers überhäuft, die für mich etwas zu viel des Guten waren und auch ein wenig unglaubwürdig wirkten. Für mich hätte die Geschichte auch ohne diese Entwicklungen in den letzten Kapiteln funktioniert und es wirkte für meinen Geschmack teilweise etwas zu konstruiert, was sich die Autorin da noch alles ausgedacht hat, was die Schicksale von Britt und Turk Bauer angeht. Deshalb würde ich dem Buch letztendlich „nur“ 4.5 Sterne vergeben.

Fazit:
Eine eher ruhige und trotzdem emotional aufwühlende Geschichte über eine afroamerikanische Frau, deren Geschichte sinnbildlich für ganz viele Schicksale aus den USA steht, die tagtäglich mit Rassismus konfrontiert sind. Mich konnte Ruths Geschichte von Anfang an packen und ich habe bis zuletzt emotional mitgelitten. Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

Jodi Picoult bestes Buch!

Von: eulenmatz liest Datum : 02.07.2018

https://eulenmatz-liest.com/

INHALT:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

MEINUNG:
Seit vielen, vielen Jahren bin ich Jodi Picoult Fan und habe fast alle ihre Bücher gelesen. Ich denke, dass ich sagen kann, dass sie meine absolute Lieblingsautorin ist. Bisher sind mir nur wenige Schriftsteller begegnet, die so abwechslungsreich und vor allem eindringlich schreiben. Jodi Picoult ergreift oft Themen, die unbequem sind und man windet sich plötzlich in seiner eigenen Haut. Bei Themen, zu denen man vorher eine klare Meinung hattet, wird man durch ihre Romane häufig ein wenig erschüttert und gezwungen auch andere Seiten zu betrachten. In ihren Romanen gibt kein Weiß und Schwarz.

Kleine große Schritte ist ein Buch auf das ich mich sehr gefreut habe, aber seit Erscheinen im Oktober hatte ich lange Zeit nicht das Gefühl bereit für die Geschichte zu sein. Ich ahnte, dass es in Form des Rassismus eine schwere Thematik werden würde und dass es genauso ein Buch ist, durch das man auch wieder mit sich selbst, seiner Meinung und hier besonders mit der eigenen Stellung in der Gesellschaft konfrontiert wird.

Das Buch wird aus drei Sichten erzählt. Die Sicht von Kennedy, Ruths Anwältin, gefiel mir am besten und ich konnte mir hier auch am besten mit identifizieren. Die Sicht von Turk was für mich die Schlimmste, weil es für mich zum Teil unerträglich zu lesen war. Der Sicht von Ruth stand ich mit gemischten Gefühlen gegenüber, denn ich fand einerseits ihren Beruf so interessant, aber ihre Sichtweise aufs Leben war neu und ungewohnt für mich. Ich gab mich eigentlich bis jetzt der Vorstellung hin, dass zwischen Weißen und Schwarzen kein so großer Unterschied sein kann, jedenfalls nicht mehr heute, aber ich habe mich geirrt, wie das Buch mir aufzeigte.

Jodi Picoults Schreibstil ist sehr gehaltvoll und voll mit Informationen, die man erstmal verarbeiten muss. Es ist auf jeden Fall ratsam, dass Buch Stück für Stück zu lesen und Pausen zu lassen. Diese habe ich auch häufig genutzt, um noch parallel ein paar Sachen nachzulesen. Die Geschichte besteht zum größten Teil aus der Gerichtsverhandlung gegen Ruth, die des Mordes angeklagt ist. Ich bin großer Fan von Romanen, in denen es um Justiz und Anwälte geht. Schon alleine deswegen habe ich das Buch inhaliert. Ruths Fall ist nicht einfach, denn sowohl sie als auch der Leser erkennt das moralische Dilemma, in dem sie steckt. Was wiegt mehr? Der Wunsch der Eltern, dass ihr Kind nicht von einer Afroamerikanerin berührt und behandelt wird oder ihr Eid, der sie beschwor alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Leben zu retten? Auch mir fiel es sehr schwer, wie so häufig in Jodi Picoults Romanen, hier einen klaren Standpunkt zu finden, weil am Ende beide Entscheidungen zu Ruths Verhängnis geworden sind bzw. geworden wären. Dennoch litt ich mit ihr. Beim Lesen krampfte sich mein Herz zusammen, so viel Ungerechtigkeit, wie ihr hier wiederfährt.

Rassismus wird zum zentralen Thema des Buches. Ich finde es eine unfassbare Leistung, wie Jodi Picoult hier aus den drei Ich-Perspektive geschrieben hat. Man spürt, wie viel Recherche hier geleistet worden ist. Auch Kennedy und Ruth reiben sich aneinander, auch sie auf einer Seite stehen. Ruth führt Kennedy immer vor Augen, wie privilegiert sie durch ihre Hautfarbe ist. Das Buch schafft es einem die Augen zu öffnen.

FAZIT:
Kleine große Schritte ist für mich das beste Buch, was Jodi Picoult je geschrieben hat. Es ist für mich ein Buchs fürs Leben. Ich kann nur jedem raten das Buch zu lesen, ganz besonders auch dann, wenn sich für Rassismus (in den USA) interessiert. Die Geschichte wird lange nachklingen und regt zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Ein Buch das unter die Haut geht

Von: Bambee Datum : 07.05.2018

https://bambeesworld.wordpress.com

Dies ist mein erstes Buch von Jodi Picoult und der Schreibstil gefiel mir beim ersten lesen sehr gut.
Das Buch liest sich sehr flüssig und man verschlingt die Seiten.
In dem Buch erlebt ihr ein Achterbahn fahrt der Gefühle.
Die erzählende Geschichte geht mitten ins Herz und lässt euch des öfteren das Herz schneller schlagen.
In dem Buch wird das Thema Rassismus in der heutigen Zeit offen gelegt und uns gezeigt wie tief der Hass geht.
Es ist sehr traurig denn wir alle sind aus Fleisch und Blut, egal welche Hautfarbe, Religion, … .
Grade in der heutigen Zeit kann ich den Hass nicht mehr verstehen.
Hat man nicht daraus gelernt ?

Die Geschichte ist bewegend und absolut empfehlenswert zu lesen !

Herausragend

Von: angi.dreambook Datum : 01.05.2018

https://angi-dreambook.blogspot.co.at/

Das war mein erster Roman von Jodi Picoult und ich war von Anfang bis Ende durchgehend beeindruckt und gefesselt von der Geschichte!
Zu Anfang hatte Angst, dass diese ernste Thematik über Rassismus mich zu sehr aufwühlen und ich das ganze zu emotional betrachten könnte. Man spürte zum Auftakt der Story, dass ein Sturm heranziehen und das Leben der fleißigen Ruth Jefferson, einer afroamerikanischen Hebamme, komplett auf den Kopf stellen würde. Man wusste zwar durch die Inhaltsangabe worauf man sich einlässt und das dieses Werk von Rassismus und der Ungerechtigkeit die Ruth widerfährt in Kraft treten würde, dennoch bangt man vom ersten Satz an, dass am Ende für alle Beteiligten die Geschichte gut ausgeht.
Ich konnte es gar nicht erwarten bis zum Ende zu kommen und habe das Buch regelrecht verschlungen!
Ich habe mit Ruth mitgefiebert und dafür gebetet, dass Kennedy, ihre Anwältin, alles regeln würde. Es war schwer vorstellbar von einer so engagierten Frau wie Ruth zu glauben, dass sie einen unschuldigen Säugling mit Absicht schaden würde. Egal wie rassistisch seine Eltern auch sein mögen. Für mich war es von vornherein klar, dass ich auf der Seite von Ruth stehen würde, umso mehr erschütterten mich die Kapitel zu Turk Bauer, dem Vater des toten Babys. Seine Geschichte und die seiner Frau zu lesen, lässt einen teilweise nur mit dem Kopf schütteln und man versucht zu verstehen, wie viele Probleme so ein Mensch in sich tragen muss, um diesen Frust und diese aufgestaute Wut an anderen Unschuldigen auszulassen.
Dieses Buch ist kein Buch, das man einfach nebenher liest. Um diese Thematik richtig zu verinnerlichen, ist es wichtig sich dafür Zeit zu nehmen und darüber nachzudenken, was man da eigentlich gerade gelesen hat.
Ich habe schon länger kein so gutes Buch gelesen und bin teilweise einfach nur sprachlos, wie viel Mühe und wie viele Gedanken sich die Autorin zu diesem Buch gemacht hat. Dafür verdient sie meinen größten Respekt und Anerkennung!

Fazit

Man findet die weiblichen Protagonisten auf Anhieb sympathisch und auch wenn man mit den Fachbegriffen im Bezug auf die Arbeit der Hebammen und anderen ärztlichen Begriffen, nicht sofort begreift, stört es den Lesefluss nicht im geringsten.
Ich würde jedem dieses Werk ans Herz legen, der auf eine ergreifende Geschichte hofft.
Ich für meinen Teil, werde auf jeden Fall weitere Bücher von Jodi Picoult lesen.

Interessanter Roman

Von: Evas_Bücherwelt Datum : 26.04.2018

https://www.instagram.com/eva.books0310/

Ein interessantes und schwieriges Buch zugleich.

Ein Buch das einem die Augen öffnet

Von: Fantasticbookwords Datum : 30.03.2018

fantasticbookwords.wordpress.com

Eigene Meinung
Jodi Picoult schreibt meistens Bücher, die einem noch nach Jahren in Erinnerung bleiben, so auch bei ,,Kleine große Schritte". Ich habe lange gebraucht, bis ich mich diesem Rezensionsexemplar gewidmet habe, denn ich wollte in diesem Buch völlig versinken.

Ihr müsst Wissen, dass ihr das Buch nicht nebenbei lesen, oder mit 5 anderen Büchern lesen könnt. Diese Geschichte ist herzzerreißend, schockierend und barmherzig zugleich. Ihr werdet ein großes Gefühlschaos in euch haben, dass noch lange nach dem Buch anhalten wird. Jodi Picoult hat es geschafft den Rassismus in der heutigen Zeit, uns ein bisschen näher zu bringen und es schockiert mich, wie dieses Thema immer noch so aktuell sein kann. Jodi Picoult ist meine unumstrittene Lieblingsautorin und das bewies sie mit ,,Kleine große Schritte", noch ein bisschen mehr.

Dieses Buch bekommt von mir 5 von 5 Sternen.

Ich Danke dem Bloggerportal und dem C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Kleine große Schritte - Jodi Picoult

Von: Mimiszeilenliebe Datum : 24.03.2018

https://mimiszeilenliebe.blogspot.de/

Dieses Buch ist das ersten Buch welches ich von Jodi Picoult gelesen habe.
Das Cover des Buches ist meiner Meinung nach ein Traum. Es sieht sehr schön aus mit den Blumen und hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt.
Auch das Thema dieses Buches hat mir sehr zugesagt, denn ich finde das in dem Buch eine sehr wichtige Angelegenheit thematisiert wird.
Und in diesem Zuge möchte ich mich auch gegen Rassismus aussprechen.
Jeder hier auf dieser Welt ist gleich und jeder Mensch auf dieser Welt sollte das Recht auf ein freies und unbeschwertes Leben haben.
Denn nicht die Hautfarbe sagt über uns etwas aus, wir sind alle gleich und ich finde es erschreckend, dass auch heute noch Menschen wegen Ihrer Hautfarbe oder Nationalität diskriminiert werden.
Da mir dieses Thema sehr am Herzen liegt wollte ich unbedingt dieses Buch lesen und das Jodi Picoult dieses Thema in einem Buch aufgegriffen hat bewundere ich sehr.
Dennoch muss ich sagen, dass ich anfangs leider überhaupt nicht in die Geschichte eintauchen konnte.
Die abwechselnden Sichtweisen der Pflichtverteidigerin und des Vaters des verstorbenen Babys fand ich dennoch gut und das hat mir sehr gefallen. Ich mag es generell sehr eine Geschichte aus zwei Perspektiven zu lesen, deshalb hat mir diese Schreibweise in dem Buch auch sehr gefallen.
Den Gerichtsprozess fand ich im Allgemeinen gut geschrieben, dennoch haben sich manche Parts gezogen und es ist schwer geworden zu folgen.
Trotzdem regte dieses Buch mich sehr zum Nachdenken an und das fand ich sehr gut.
An den Schreibstil musste ich mich zunächst gewöhnen.
Manchmal wechselt sie sehr schnell zwischen Gedanken an die Vergangenheit und der Gegenwart, zumindest am Anfang, und das war ein wenig verwirrend.
Dennoch finde ich es toll wie sie die Charaktere beschreibt und man bekommt ein genaues Bild von den Personen.
Das Buch lässt einen Mitfiebern und man möchte unbedingt wissen wie Das Gericht letztendlich über diesen Fall bestimmen wird.

Im großen und ganzen fand ich das Buch echt okay.
Der Schreibstil war okay, dennoch finde ich es sehr toll das Jodi Picoult sich dieses wichtige thema angenommen hat.
Ich fand manche stellen haben sich sehr gezogen. Aber im Endeffekt war ich die ganze zeit über sehr gespannt wie die Geschichte endet und ich musste immer weiter lesen um herauszufinden was passiert.
Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen.

Ein fesselnder Roman, der einen auch nach dem Lesen nicht loslässt

Von: Chrissi66 Datum : 24.03.2018

chrissisbuntelesecouch.wordpress.com

Ich habe von Jodi Picoult bereits „Bis ans Ende der Geschichte“ und „Die Spuren meiner Mutter“ gelesen und war da schon von ihrem Erzählstil und den gewählten Themen sehr begeistert.
Beschreibung des Buches:
„Kleine große Schritte“ ist im C. Bertelsmann-Verlag 2017 als Hardcover erschienen. Das Buch hat 588 Seiten. Das Cover ist in Altrosa gehalten, es zeigt Zweige mit blühenden Blumen.
Kurze Zusammenfassung:
Ruth Jefferson ist seit über 20 Jahren mit Leib und Seele Säuglingsschwester und hilft, Babys auf die Welt zu bringen. Eines Tages wird ihr die Pflege eines Babys aufgrund ihrer Abstammung (Afroamerikanerin) von dessen Eltern verwehrt. Als das Kind im Säuglingszimmer einen Atemstillstand bekommt und Ruth ganz alleine mit der Verantwortung ist, gerät sie in ein Dilemma. Darf sie das Kind überhaupt anfassen und sich somit der Anweisung ihrer Chefin widersetzen – es stirbt und Ruth wird angeklagt. Was folgt ist ein Prozess … wie werden sich die Geschworenen entscheiden?
Mein Leseeindruck:
Dieses Buch fesselt. Es ist kein leichter Roman, den Jodi Picoult hier geschaffen hat. Sie brauchte mehrere Ansätze, bis sie dieses Buch fertig hatte. Ihre Recherchen dauerten Jahre. Im Anhang findet man darüber einiges in ihrem Nachwort und die Liste der Bücher, die sie als Grundlage für diesen Roman nutzte ist lang. Ein Artikel über den Tod eines Säuglings in einem Krankenhaus bewog sie, dann doch diesen Roman zu entwickeln und zu schreiben.
Jodi Picoult erzählt die Geschichte um Ruth, ihre Familie und die Familie des verstorbenen Säuglings aus drei verschiedenen Perspektiven. Zum einen aus der Sicht von Ruth, von ihrer Pflichtverteidigerin und Anwältin Kennedy und aus der Sicht von Turk, dem Vater des Kindes. Damit gelingt es ihr, mich als Leser immer in die jeweilige Gedankenwelt der Protagonisten hineinzuversetzen.
Aufgeteilt ist das Buch in drei Stadien (wie bei einer Geburt), „vorzeitige Wehen“, „Presswehen“ und „Nachgeburt“. Genau so fühlt man sich, während man den Roman liest. Man durchläuft die verschiedensten Phasen und wartet, dass sich eine „glückliche“ Lösung findet…
Es geht in diesem Roman nicht nur um die Frage von Tötung oder unterlassener Hilfeleistung, von Wut, Hass oder Rache sondern auch um das Thema Diskriminierung und Rassismus. Ich war ständig im Zwiespalt darüber, ob man das Baby hätte retten können, wenn bestimmte Zwänge in Gedanken, aber auch in der Konditionierung von Menschen anders gelaufen wären.
Die Geschichte macht betroffen, man muss sie intensiv lesen und kann dabei nicht in Gedanken abschweifen. Es fesselt einen, weil man die unterschiedlichen Beweggründe der Beteiligten erkennen möchte und versucht, sich ein eigeneabschließendes Urteil zu bilden – was mir letztendlich nicht gelungen ist.
Ich mag die Romane von John Grisham, die meistens von Anwälten und Gerichtsverfahren handeln. Auch dieser Roman von Jodi Picoult tendiert in diese Richtung, aber er ist viel intensiver, zeigt die verschiedenen Ansichten und Gedanken der beteiligten Menschen, er geht unter die Haut.

Fazit:
Dieser Roman ist kein Lesestoff zum „Abschalten“. Hier wird man hineingezogen, leidet mit, könnte heulen und aufschreien über manche Ungerechtigkeit, die man verspürt.
Trotzdem hat er mir sehr gut gefallen, ganz besonders aufschlussreich fand ich das Nachwort der Autorin, ihre Beweggründe, ihre Recherchen und den Hinweis, dass sie mehrere Anläufe brauchte, um diese Geschichte zu schreiben und zu veröffentlichen.

Ein wichtiges Thema

Von: Verrückt nach Büchern Datum : 22.03.2018

https://verrueckt-nach-buechern.blogspot.de/

Ruth Jefferson arbeitet schon seit Jahren als Säuglingsschwester. Sie hat viel Erfahrung in diesem Beruf und sie tut immer ihr bestes, damit es ihren kleinen Patienten und den Eltern gut geht. Mit viel Freude macht sie ihren Job. Dann trifft sie auf Turk Bauer und seine Frau Brit, die beiden wollen nicht, dass ihr Kind von einer Afroamerikanerin angefast wird und die Klinikleitung wird informiert. Kurze Zeit später klebt ein Zettel auf der Akte des Kindes. Keine Behandlung durch afroamerikanisches Personal. Nach der Beschneidung des kleinen Kindes ist Ruth mit ihm alleine in einem Zimmer, als das Baby einen Atemstillstand erleidet. Ruth weiß nicht, wie sie handeln soll. Trotz der Bemühungen des Klinikpersonals verstirbt das Baby und die Eltern finden in der schwarzen Hebamme einen Sündenbock und sie sorgen nicht nur dafür, dass Ruth nicht mehr arbeiten darf, sie zeigen sie auch bei der Polizei an.

Jodi Picoult spricht in diesem Buch ein ernstes Thema an, den die Bauers sind offene Rassisten und Ruth sitzt nur aufgrund ihrer Hautfarbe vor Gericht.

Das Buch startet sehr spannend und interessant. Es ist schrecklich in die Gedankenwelt der Bauers einzutreten. Ich habe mich bei einigen Gedanken richtig erschrocken, denn es gibt ja leider wirklich Menschen die genauso denken, wie Turk Bauer.
Die Kapitel werden nicht nur aus der Sicht von Ruth und Turk erzählt, sondern auch von der Rechtsanwältin und Brit. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt.

Der Prozess nimmt einen ziemlich großen Raum in dem Buch ein und ab da fand ich das Buch nicht mehr ganz so spannend. Es zieht sich alles wahnsinnig in die Länge und ich musste mehr als einmal zwingen das Buch wieder in die Hand zu nehmen.

Picoult gibt sich Mühe auch den unterschwelligen Rassismus, dem alltäglichen herauszuarbeiten, dennoch habe ich das Gefühl, dass sie über viele Sachen einfach hinweg geschrieben hat. Turk ist relativ klischeehaft und das gefiel mir nicht so gut.
Das Ende des Buches passte überhaupt nicht zu dem, was ich erwartet hatte. Es war komplet merkwürdig und sehr unbefriedigend.

Das Nachwort der Autorin ist sehr lesenswert.
Mich konnte das Buch nicht überzeugen, wenn man schon so ein Thema wählt, dann bitte in allen Facetten und ohne Klischees.

Ich habe das Buch von Bloggerportal bereitgestellt bekommen und bedanke mich herzlich dafür.

Kleine große Schritte

Von: Buchkonfetti Datum : 19.03.2018

https://www.buchkonfetti.com/

Der Roman Kleine große Schritte von Jodi Picoult ist 2017 Im C. Bertelsmann Verlag erschienen. Die englischsprachige Ausgabe small great things erschien erstmalig 2016.

Lange habe ich nichts mehr von Jodi Picoult gelesen - umso gespannter war ich auf das Buch, das mit einer heftigen, wichtigen und schwierigen Thematik wartet. Doch worum geht es?

Im Kern ist der Roman eine Auseinandersetzung mit Rassismus heutzutage in den USA. Die farbige Krankenschwester und Hebamme Ruth Jefferson wird des Mordes am Neugeborenen Davis Bauer angeklagt. Davis ist das Kind zweier Rechtsextremisten, die die Behandlung „durch afroamerikanisches Personal“ untersagen. Ruth steht während einer Notsituation im krassen Konflikt mit sich selbst, ob sie den Anweisungen ihrer Vorgesetzten Folge leisten oder sich ganz an ihren abgelegten Eid als Krankenschwester halten soll. Es kommt zu einem nervenaufreibendem Gerichtsprozess, der die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zieht.

Abwechselnd erzählt Jodi Picoult die Geschichte aus der Sicht Ruths, ihrer Pflichtverteidigerin Kennedy und dem Vater des verstorbenen Babys Turk. Sie taucht ein in den passiven Rassismus, in Ansichten und die unmenschlichen Weltanschauungen der White Power Bewegung, hebt heraus wie schwer ein „normales“ privilegiertes Leben für Farbige in den USA ist und appelliert an die soziale Gerechtigkeit und Gleichheit. Alles wird durchzogen mit der Frage, ob Rassismus Thema im Gericht sein darf oder sogar sein muss?

Ich finde trotz dieser unglaublich wichtigen Thematik schwer in das Buch rein. Und doch baut sich eine Spannung auf und ich will wissen, wie die Geschichte zu Ende geht. Ich werde Teil eines Gerichtsprozesses und einer höchstaktuellen Rassismus Debatte. Das Ende hätte der Roman meiner Meinung nach nicht gebraucht - aber lest selbst.
Was mich hingegen sehr beeindruckt hat, ist das unglaublich ehrliche und selbstreflektierende Nachwort Jodi Picoults.

Zusammenfassend finde ich es unglaublich mutig und wichtig, dass sich Picoult dieses schweren Themas angenommen hat - ein Thema, das eigentlich nicht schwer sein sollte, da Rassismus heutzutage einfach nicht mehr existieren dürfte. So ist es aber leider nicht. Zu oft wird Rassismus offen ausgelebt oder schlummert ganz untergründig in den Menschen.

Sie schafft es einen spannenden Gerichtsprozess zu beschreiben und doch sind mir manche Darstellungen zu klischeehaft - auch wenn ich natürlich nicht ihre Nachforschungen betrieben habe. Das Buch lässt einen mit gemischten Gefühlen zurück. Auch wenn ich mich diesem Buch nicht voll hingeben konnte, so lässt es mich trotzdem nach der letzten Seite nicht los und ich erahne das Jodi Picoult dann doch etwas ganz entscheidendes geschafft hat: ich denke über dieses Thema nach!

Schwieriges Buch

Von: kleine_welle Datum : 07.03.2018

www.lese-welle.de/

Ruth ist Hebamme und das seit zwanzig Jahren. Sie hat schon einiges erlebt und kennt sich in ihrem Beruf sehr gut aus. Doch dann wird sie einer Patientin zugeteilt, deren Mann verlangt, dass Ruth ihren gemeinsamen Sohn nicht anfassen soll. Der Grund: Ruth ist schwarz.

Das Cover wirkt sehr nett und ich frage mich, ob es zu einem Thema über Rassismus passend ist.
Der Schreibstil von Jodi Picoult ist wirklich wundervoll. Man kann den Text sehr fließend lesen und ihre Art ist ruhig und einfach nur gut zu lesen.
Und genau das war mir manchmal etwas zu viel.
Denn leider weiß ich nicht so genau, was ich von dem Buch halten soll. Wie gesagt, vom Schreibstil her gibt es nichts auszusetzen, aber wegen dem Inhalt bin ich nie ganz so in die Geschichte hineingekommen und konnte mich dem Buch nicht ganz hingeben.
Zunächst beginnt man mit Ruths Sichtweise und hier fing das schon ein bisschen an. Jodi Picoult ist weiß und ich habe mich so häufig gefragt, inwieweit eine weiße Frau, die noch nie miterlebt hat wie sich Afroamerikaner fühlen, inwieweit diese sich in Ruth hineinversetzen konnte.
Dazu kommt, das mir Ruths Charakter manchmal etwas zu viel gewesen. Klar scheint sie sehr angepasst und möchte bloß nicht auffallen, aber dadurch wirkte sie auf mich zu unterwürfig und nimmt die Opferrolle nur zu gerne an. Warum ist sie nicht wütend?
Dann wechseln wir zwischendrin zu der Sichtweise von Turk. Turk ist der rassistische Vater von dem Baby, das dann letztendlich stirbt. Und genau da ist der Knackpunkt. Diesen Verlust schreibt Jodi Picoult sehr emotional und man kann sich schon in die Eltern hineinversetzen. Wenn z.B. Turk versucht die Wiederbelebung fortzuführen und sein Kind nicht aufgeben möchte. Und da könnte man fast seinen Hintergrund vergessen. Aber möchte man das als Leser? Ich fand das sehr schwierig und deshalb fiel es mir zunehmend schwer mit der Geschichte zu verschmelzen.
Kennedy hingegen finde ich als Charakter sehr gelungen. Sie ist die weiße Anwältin und diese Rolle habe ich der Autorin am besten abgenommen. Hier hatte ich manchmal beim Lesen das Gefühl, dass sie sich auf sicheren Terrain bewegt.
Die Fakten zum Prozess der dann folgt sind wirklich sehr interessant und man bekommt einen guten Einblick in das amerikanische Rechtssystem.
Ich möchte hier nichts gegen die Idee des Buches sagen, denn diese ist durchaus sehr gut und wie oben schon erwähnt schreibt Jodi Picoult einfach gewohnt wundervoll, aber manchmal konnte ich ihr die Verhaltensweisen der Charaktere nicht so abnehmen. Ich weiß auch nicht genau warum. Es war einfach sehr schwierig für mich das Buch zu lesen.
Obwohl ich sagen muss, dass sie mich nach dem Ende schon sehr nachdenklich zurückgelassen hat und das ist auf jeden Fall wieder ein Pluspunkt. Denn sie schafft es, alles was man denkt und wie man sich verhält in Frage zu stellen und zu überdenken. Ein sehr intensives und gelungenes Ende.
Das Nachwort von ihr fällt dann auch etwas länger aus und ist durchaus aufschlussreich. Hier erfährt man nochmal etwas über ihre Recherchen und vielleicht hätte ich mir dieses zuerst durchlesen sollen, denn danach konnte ich doch einiges besser nachvollziehen. Wer weiß, ob ich das Buch mit anderen Augen gelesen hätte.

Mein Fazit: Für mich war das Buch schwierig zu lesen, denn mit einem Charakter wollte ich mich nicht so recht identifizieren und der andere Charakter kam mir manchmal etwas zu inszeniert vor. Ich konnte mich die meiste Zeit nicht richtig auf das Buch einlassen, obwohl das Ende einen doch extrem nachdenklich stimmt. Wer Jodi Picoults Schreibstil mag kommt hier wieder voll auf seine Kosten, aber wenn man etwas über Rassismus lesen möchte, sollte man vielleicht doch lieber zu einem anderen Buch greifen.

Sehr überzeugend

Von: Sabine Krass Datum : 01.03.2018

tausendléxi.de/

Inhalt :

Ruth ist seit 20 Jahren Säuglingsschwester und Hebamme in einem Krankenhaus in Conneticut. Bei einem Routineeingriff stirbt ein Neugeborenes. Man gibt der dunkelhäutigen Ruth die Schuld. Der weiße Kindesvater hatte Ruth verboten sein Kind zu berühren. Rassismus wird in diesem Buch offen und ohne Glacehandschuhe thematisiert. Jedoch werden hier beide Ansichten und Glaubensgrundlagen von Ruth und von ihrem späteren Prozessgegner, dem weißen Turk, dargelegt. Jodi Picoult hat es mit ihren Worten ermöglicht , beide Meinungen zu respektieren und auf die wahre Gerechtigkeit hoffen zu dürfen. Die Seiten lesen sich allesamt sehr flüssig, was natürlich dem poetischen Stil der Autorin geschuldet ist. Dieser Roman passt prima in die Kategorie > Pageturner <und hat mit mir einen neuen Fan gefunden.

Ein tolles Buch über Rassismus und dem Kampf dagegen!

Von: Vanessa´s Bibliothek Datum : 27.02.2018

vanessasbibliothek.blogspot.de/

Ich bin durch Zufall auf die Autorin gekommen, da wir im englisch Unterricht "Beim Leben meiner Schwester" einen Auszug gelesen haben und ich mir das schon gefallen hatte. Dann hab ich das Buch entdeckt und hatte vorher "The hate u give" gelesen, auch ein Buch über Rassismus. Daher war ich im Thema und dachte ich mach mit diesem weiter und es hat mich echt begeistert. Diese Geschichte ist so toll aufgebaut und hat unterschwellig so viele tolle Lehren und vermittelt so viel. Zudem ich das ganz toll finde, dass wirklich alle Perspektiven beleuchtet werden. Von der Rassistischen bis zur Anwältin und auch dem Opfer Ruth. Alle lernen etwas aus dieser dunklen Situation.

Und ich finde Ruth schon in dem Punkt klasse, weil sie nicht aufgibt. Andere hätten resigniert, aber sie macht weiter, kämpft und nimmt sogar einen Job bei McDonalds an, weil sie zu stolz ist, Sozialhilfe anzunehmen.

Das Buch hat mich echt beeindruckt und dadurch das der Schreibstil auch einfach und flüssig zu lesen ist, die Geschichte toll war, die Charaktere interessant, wird das nicht mein Letzter Picoult sein.

Großartig!

Von: Influenza Bookosa Datum : 22.02.2018

influenza-bookosa.de/kleine-grosse-schritte-jodi-picoult/

Mein erstes Buch von Jodi Picoult ist mir noch lange nach dem Beenden im Gedächtnis geblieben. Die Art der Auseinandersetzung mit der ernsten Thematik aus Bis ans Ende der Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen. Hinzu kommt der wunderbar leicht zu lesende und fesselnde Schreibstil. Ähnlich erging es mir nun mit ihrem neuen Buch.

Auch hier wählt die Autorin bewusst eine Thematik, mit der sie sich selbst und ihre Leser herausfordert: Rassismus. Leider nach wie vor brandaktuell. Die erfahrene Hebamme Ruth trifft auf das Ehepaar Bauer. Ruth ist Afroamerikanerin, die Bauers sind Nazis. Insbesondere in den USA ist der Konflikt zwischen schwarz und weiß nie ganz abgeklungen. Nach all den Jahren der Aufklärung gibt es noch immer Vereinigungen wie den Ku-Klux-Klan, dem auch das Ehepaar Bauer indirekt angehört.

Als sie der Pflegeleitung zu verstehen geben, dass sie eine Betreuung durch eine dunkelhäutige Hebamme ablehnen ist der Grundstein für eine spannende Geschichte gelegt. Die Situation spitzt sich zu, als es zu einem Notfall kommt und Ruth eingreifen muss, obwohl es ihr vorher untersagt wurde. Oder muss sie das gar nicht?

Jodi Picoult beleuchtet diese intensive Geschichte aus allen Blickwinkeln und stellt so ihre Komplexität hervorragend dar. Was ist richtig und was falsch? Ist die Hebamme Schuld oder nicht? Gibt es überhaupt eindeutige Antworten auf solche Fragen? Einzig an der Übersetzung habe ich mich an mancher Stelle gestört. Wäre es doch korrekt Ruth als Hebamme und nicht als Säuglingsschwester zu betiteln. Der Geschichte hat die mittelmäßige Übersetzung allerdings nichts von ihrer Qualität genommen.

Ein schwieriges Thema

Von: My book world Datum : 17.02.2018

https://www.instagram.com/my_book_world._/

Ruth arbeitet im Krankenhaus, doch eines Tages stirbt ein neugeborene Baby. Der Schuldige ist auch schnell gefunden. Ruth, denn sie hat, obwohl es verboten war, das Baby berührt. Es war ihr verboten weil sie dunkelhäutig ist. Ein Verfahren wird gegen Ruth eingeleitet und der Rassismus zeigt sich in seiner vollen Stärke.
��In diesem Buch zeigt Jodi Picoult, dass der Rassismus immer noch vorhanden ist. Der Autor versucht den Lesern Denkanstöße zu geben und ihnen zu zeigen wie sich die Person fühlt, wenn sie nur wegen ihres Aussehens oder ihrer Herkunft ausgegrenzt wird.
��Das Buch ist ursprünglich in Englisch geschrieben, deshalb wurde es ins Deutsche übersetzt. Das wurde keineswegs schlecht gemacht aber an manchen Stellen war es doch etwas holprig.
��Ein gutes Buch mit einem schwierigen Thema, das sicher sehr lehrreich sein kann.

Nachwort unbedingt zuerst lesen

Von: Nelly Datum : 17.02.2018

nellysleseecke.de

Jodi Picoult ist bekannt dafür, dass sie immer wieder heiße Eisen anpackt. Ob es Amokläufe an Schule in Neunzehn Minuten war oder das „Züchten“ eines genidentischen Kindes, um ein anderes Kind zu retten in Beim Leben meiner Schwester war, immer sind es schwierige und viel diskutierte Themen. Und auch in ihrem neusten Roman macht sie es sich alles andere als einfach. Dabei weist dieses Buch einen großen Fehler auf. Nämlich dass das Nachwort eben hinten steht.

Klappentext

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Meine Meinung

Ruth ist in den Vierzigern, allein erziehende Mutter und arbeitet als Kinderkrankenschwester und Hebamme. Ihren Beruf erledigt sie mit Freude und seit Jahren immer sorgfältig und zufriedenstellend. Auch an dem Morgen, an dem Turk Bauer und dessen Frau Brit in ihr Leben tritt, will sie eigentlich nur ihrem Job nachgehen und deren neugeborenen Sohn untersuchen. Doch Turk Bauer ist rechtsextrem und sieht in der schwarzhäutigen Hebamme eine Beleidigung. Er wendet sich an Ruths Vorgesetzte und bewirkt, dass Ruth sich nicht mehr um den kleinen Davis kümmern, geschweige denn ihn anfassen darf. Doch als Ruth mit dem Baby alleine ist, erleidet der Säugling einen Atemstillstand. Ruth ist hin und her gerissen. Soll sie helfen oder sich an die Anweisung halten, das Kind nicht anzufassen?

Dem Baby ist schließlich nicht mehr zu helfen und für die Familie Bauer ist ein Sündenbock schnell gefunden. Deren Hass geht soweit, dass sie der Hebamme nicht nur die Lizenz entziehen lassen, sondern sie auch bei der Polizei anzeigen. In dem darauf folgenden Prozess stellt sich immer wieder die Frage: wurde die Mutter lediglich aufgrund ihrer Hautfarbe vor Gericht gezerrt?

In diesem erklärt Picoult ihre Motivation für diese Geschichte. Denn dort erklärt sie, dass sie dieses Buch vor allem für ihre eigene Gemeinschaft, die Weißen, geschrieben hat. Dies führte allerdings während des Lesens bei mir immer wieder dazu, dass ich das Gefühl hatte, dass wichtige Dinge einfach unausgesprochen blieben. Hinzu kam, dass einen das Gefühl beschleicht, dass Ruth selbst sehr viel mehr Potenzial in Bezug auf ein so wichtiges Thema gehabt hätte. Vielleicht hätte dies einfach an den Anfang des Buches gehört, um dem Leser begreiflich zu machen, welche Intention hier verfolgt wird. So ärgert man sich halt während der Lektüre das ein oder andere Mal, während das total unnötig gewesen wäre.

Die Geschichte an sich ist allerdings spannend. Ruth verliert ein Baby, welches unter ihrer Obhut steht und das nur, weil sie aufgrund ihrer Hautfarbe von der Behandlung ausgeschlossen wurde. Ihr Gegenspieler, Turk Bauer, ist ein Rechtsextremist der ganz besonderen Sorte. Denn nicht nur er lebt für seine Überzeugungen. Auch seine Frau und sein Schwiegervater sehen die Welt ganz genau wie er. Für mich als Leser war es erschreckend in diese Gedankenwelt einzutauchen und verstärkt wurde dieses Gefühl auch dadurch, dass die handelnden Charaktere alle aus der Ich-Sicht erzählen. Man ist mittendrin, statt nur dabei.

Zur Wort kommt neben Turk auch dessen Frau Brit, Ruth und die Rechtsanwältin. Damit wird die ganze Geschichte von allen Seiten beleuchtet. Wie schon gesagt kam Ruths Sichtweise da an einigen Stellen einfach sehr kurz, was aber eben Picoults Motivation geschuldet ist. Auch die Kehrtwende in der Sichtweise ihrer Anwältin Kennedy vollzieht sich sehr versteckt und scheint plötzlich einfach da zu sein.

In einigen Rezensionen habe ich die Kritik gelesen, dass sich das Hauptaugenmerk in dem Prozess gegen Ruth findet. Das empfand ich ehrlich gesagt gar nicht so. Natürlich schwebt er als ein großes Problem über den Köpfen aller Beteiligten. Doch der eigentliche Prozess hätte für meinen Geschmack gerne noch etwas mehr Raum einnehmen dürfen. Zumal das amerikanische Gerichtssystem sich in großen Teilen von unserem unterscheidet und hier gerne noch die ein oder andere Erklärung hätte kommen dürfen.

Trotz aller dieser Kritikpunkte wird mir die Geschichte trotzdem positiv in Erinnerung bleiben. Durch den ständigen Perspektivenwechsel erhält man Einblick in jede ganz eigene Geschichte. Man lernt den jeweiligen Charakter nicht nur in der aktuellen Krisensituation kennen, sondern erfährt auch viel aus deren Vergangenheit. Damit erhält das ganze Buch einen angenehmen Tiefgang.

Mein Fazit

Jodi Picoult schafft es einmal mehr, ein wichtiges Thema, das nicht totgeschwiegen werden darf, in eine spannende und unterhaltsame Geschichte zu verarbeiten. Wer sich an dieses Buch ranwagt, sollte das Nachwort allerdings zuerst lesen. Denn nur dann hat man Picoults Beweggründe auch vor Augen Andernfalls ärgert man sich eventuell über das ein oder andere Detail. Mit dem Blick auf dem Umstand, dass dieses Buch gerade für Weiße geschrieben wurde, bekommt man dann aber ein spannendes und bewegendes Buch.

Leider nicht überzeugend genug...

Von: librovore Datum : 16.02.2018

https://www.librovore.de

Klappentext
„Als ein Neugeborenes nach einem Routineeingriff im Krankenhaus stirbt, scheint schnell klar zu sein, wer daran schuld ist. Die dunkelhäutige Säuglingsschwester, der untersagt war, das Baby anzufassen. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den alltäglichen Rassismus, der in unserer modernen westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist…“


Meinung
Dieses Buch wurde fast ausschließlich in den Himmel gelobt und hat unglaublich viele positive Kritiken bekommen. Und eben durch dieses positive Feedback von allen Seiten habe ich mir ein deutlich spannenderes, aufwühlenderes, emotionaleres Leseerlebnis erhofft…

„Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult ist das zweite Buch der Autorin, welches ich gelesen habe (vom ersten Buch „Die Spuren meiner Mutter“ war ich sehr begeistert!) In beiden Werken hat sie einen einfachen, flüssigen, aber durchaus gelungenen Schreibstil.
Der Roman wird aus drei Blickwinkeln geschildert: Ruth, die angeklagte Krankenschwester. Kennedy, die Anwältin von Ruth. Und Turk, der Vater des verstorbenen Säuglings. Turk war der mit Abstand unsympathischste Charakter im Roman, aber leider auch der authentischste. Ruth ist zwar eine sympathische Frau, ihre Geschichte ging mir zu Herzen, aber sie wirkte dennoch sehr oft abweisend, gefühlskalt auf mich - als hätte sie mit der ganzen Sache irgendwie nichts zu tun.
Kennedy ist eine sympathische Anwältin, die sich mit dem Thema alltäglicher Rassismus erst 100% entgegenstellt, als sie sich mit Ruth anfreundet und sie Kennedy spüren lässt, was Rassismus wirklich heißt.

Was mir bei Jodi Picoult’s neuestem Werk sehr missfallen hat, waren die vielen, vielen Längen, die den Roman so unglaublich langatmig gemacht haben. Ich war kurz davor, das Buch abzubrechen, bin aber standhaft geblieben. Im Mittelteil von „Kleine große Schritte“ ist es mir am schwersten gefallen, durchzuhalten. Ich bin das Gefühl nicht losgeworden, dass im Roman absolut gar nichts passiert, obwohl die Handlung voran ging.

Das Thema (alltäglicher) Rassismus ist aktueller denn je! Leider hat es die Autorin nicht geschafft, auch ein brandaktuelles Buch über dieses wichtige Thema zu schreiben. Die Washington Post (hier der Link: https://www.washingtonpost.com/entertainment/books/small-great-things-is-the-most-important-novel-jodi-picoult-has-ever-written/2016/10/12/f18e0fdc-7eb4-11e6-8d13-d7c704ef9fd9_story.html?utm_term=.260118310fc5) hat geschrieben, dass es das wichtigste Buch ist, welches Jodi Picoult geschrieben hat. Ja, das wichtigste Buch in jedem Fall, aber sicherlich nicht das beste - schon gar nicht über Rassismus.


Fazit
„Kleine große Schritte“ ist ein eher mittelmäßiges, durchschnittliches Buch über Rassismus. Es fehlen herausstechende Figuren, überraschende Wendungen und ein großartiges, vielleicht auch mutigeres Ende. Mir fehlten Emotionen und Gefühle, dafür hätte ich mir weniger Drama gewünscht. „Kleine große Schritte bekommt von mir zweieinhalb von fünf Sternen.



Weitere Informationen
Originaltitel: Small Great Things
Verlag: C. Bertelsmann, Verlagsgruppe Random House - https://www.randomhouse.de/Buch/Kleine-grosse-Schritte/Jodi-Picoult/C.-Bertelsmann/e461164.rhd
ISBN: 978-3-570-10237-4
Preis: 20,00€
592 Seiten
deutsche Erstausgabe: 02. Oktober 2017

sehr emotional

Von: mylittlebookworld Datum : 13.02.2018

https://mybookworldsite.blogspot.de

Meine Meinung:
Erst einmal möchte ich mich sehr beim Bloggerportal und Verlag bedanken, dieses tolle, ernste Buch als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen zu haben.

Ich wusste, dass Jodi Picoult´s Bücher oft ernste Themen aufgreifen und bin durch stöbern auf dieses Aufmerksam geworden. Der Klappentext hat mich sofort angesprochen, da Themen wie diese mir oft sehr nahe gehen und ich mit sehr viel Interesse lese.

Die Kapitel waren sehr abwechslungsreich und ich habe viel über Ruths Leben, aber auch viel über Turks Leben erfahren. Turk ist ein Rechtsextremer der krassesten Sorte und durch ihn konnte man sehr viel über die Rechtenszene lernen. Picoult hat versucht die Welt aus seiner Sicht zu sehen, was sehr spannend, aber auch schwer, zu lesen war. Wenn einem Themen wie diese nahegehen wird man, wie auch ich, einige Zeit brauchen um es durch zu bekommen. Immer wieder wurde ich während des lesens einfach nur sauer, weil mir Ruth leidtat oder ich Turk und seine Frau einfach nur schrecklich fand.

Sehr interessant waren außerdem die Kapitel aus der Sicht der weißen Verteidigerin Kennedy, die sich Ruths Fall unbedingt annehmen wollte.


Fazit:
Dieses Buch hat viele verschiedene Eindrücke bei mir hinterlassen und mich oft sprachlos gemacht. Die Recherchearbeit seitens Picoult sind wahnsinnig gut und ihr Schreibstil ist angenehm zu lesen. Allerdings hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Ich hatte extrem Hohe Erwartungen die zwar erfüllt wurden, aber Luft nach oben gelassen haben. Ich gebe "Kleine große Schritte" dewegen 4,5/5 Sterne

Bewegender und realistischer Roman, der schon jetzt einer meiner Jahreshighlights ist!

Von: jasminsbooks Datum : 12.02.2018

https://www.instagram.com/jasminsbooks/

Titel: Kleine große Schritte
Autorin: Jodi Picoult
Verlag: C. Bertelsmann
Seitenanzahl: 589 Seiten

Vielen lieben Dank an den C. Bertelsmann Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. ♥

Inhalt/Klappentext:

Als ein Neugeborenes nach einem Routineeingriff im Krankenhaus stirbt, scheint schnell klar zu sein, wer daran schuld ist. Die dunkelhäutige Säuglingsschwester, der untersagt war, das Baby anzufassen. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den alltäglichen Rassismus, der in unserer modernen westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist.

Mein Fazit:

Wow, was für ein bewegender und fesselnder Roman. Schon jetzt im Februar kann ich von mir behaupten, dass dieses Buch einer meiner absoluten Jahreshighlights 2018 sein wird. "Kleine große Schritte" ist mein erstes Buch von Jodi Picoult gewesen und ich bin einfach begeistert. Der Schreibstil der Autorin ist so fesselnd und trotz allem sehr flüssig zu lesen, dass ich auf jeden Fall noch mehr Bücher von ihr lesen möchte. Darüber hinaus schreibt sie sehr gefühlvoll und detailreich, sodass man sich alles bildlich vorstellen kann.

Das Buch ist in verschiedene Perspektiven unterteilt, was das Ganze meiner Meinung nach noch interessanter macht, um sich in die verschiedenen Situationen hineinzuversetzen. Die Handlung wird aus den Perspektiven von der Krankenschwester Ruth, Turk, dem Vater des Babys und Kennedy (Anwältin von Ruth) erzählt.

Mit dem Thema Rassismus in unserer heutigen Zeit, hat Jodi Picoult ein wirklich sehr realistisches Buch geschrieben. Genau solche Situationen können heutzutage leider immer noch vor der eigenen Haustür vorkommen. Gerade durch diese realitätsnahe Handlung, war dieses Buch für mich umso spannender zu lesen. Auch fand ich es gut, dass dem Leser dadurch noch einmal mehr die Augen geöffnet werden. Man sollte Menschen nicht immer gleich wegen ihres Aussehens, Herkunft, Beruf oder vielleicht auch einer Krankheit verurteilen.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass mich dieses Buch wirklich nachdenklich zurück gelassen hat und mich auf jeden Fall noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Ich kann dieses Buch wirklich von ganzem Herzen empfehlen. Ich glaube, ich bin vorher noch nie so schnell mit einem fast 600 Seiten dicken Buch fertig geworden, wie mit diesem hier. Wenn man einmal damit angefangen hat, ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit es aus der Hand zu legen. Wenn ich könnten, würde es noch mehr Sterne bekommen, aber so heißt es natürlich klar und deutlich 5 von 5 Sterne!

Ein wichtiges Thema, aber nicht immer gut umgesetzt

Von: -Leselust Bücherblog- Datum : 07.02.2018

leselustbuecher.blogspot.de

Kurzmeinung:
Obwohl ich sonst ein großer Picoult Fan bin, kann ich mich dieses Mal der Begeisterung nicht 100%ig anschließen. Zwar ist das Thema sehr wichtig und die Intention sehr gut, die Umsetzung allerdings fand ich nicht so gelungen.

Meine Meinung:
"Kleine große Schritte" behandelt ein sehr wichtiges Thema –Rassismus– und ich bin froh, dass es geschrieben wurde und viel gelesen wird. Dennoch bin ich nicht so richtig warm mit der Geschichte geworden und ich habe einige Kritikpunkte.
Zum einen würde ich mir gerade zu diesem Thema lieber mehr "own voice" Bücher wünschen. Obwohl Picoult im Nachwort ganz gut beschreibt, dass sie sich der Problematik bewusst ist und was ihre Gründe waren, dieses Buch dennoch zu schreiben:

"Ich schreibe für meine eigene Gemeinschaft –Weiße–, die kein Problem haben, einen Neonazi als Rassisten auszumachen –den eigenen Rassismus aber nicht erkennen." S. 583

Außerdem ist die Übersetzung an mancher Stelle nicht gut gelungen. Zum Beispiel wird in dem Buch sehr oft das Wort "Farbige" verwendet, welches eine Fremdbezeichnung aus der Kolonialzeit ist. Also wird ein rassistisches Wort in einem Anti-Rassismus-Roman verwendet. Da muss man sich schon echt wundern, wie dass dem Verlag passieren konnte. Ich hoffe, dass wird in zukünftigen Ausgaben noch geändert.

Aber auch die gesamte Geschichte hat mir nicht so gut gefallen. Für mich wirkten viele Szenen sehr konstruiert und man konnte genau erkennen, warum diese Handlung gerade nötig ist, um uns einen bestimmtem Aspekt von Rassismus zu erklären. Dadurch wirkte der Roman für mich aber oft unauthentisch und die Personen kamen mir nicht sehr nahe. Da war für mich zu viel erhobener Zeigefinger dabei.
Manchmal fiel es mir aber auch schwer, die Geschichte zu akzeptieren, weil manche Situationen für mich so unvorstellbar waren, dass ich sofort eine gewisse Reaktanz gespürt habe. Ein bisschen "Kann das wirklich so sein, oder ist das nicht etwas übertrieben?" Und genau deswegen finde ich dieses Buch eben trotz meiner Kritikpunkte so wichtig. Denn es hat mich dazu gezwungen, mir immer wieder bewusst zu machen, dass es zwar nicht meine Lebensrealität ist, aber die von vielen anderen Menschen auf der Welt. Und dass auch Ignoranz schon ein Privileg ist.

Fazit:
Insgesamt ist es ein Buch, das man gut lesen kann und gerade für Picoult Zielgruppe (privilegierte, weiße Leser_innen) bestimmt sehr viel Lehrreiches und Denkanstöße enthält. Ich hatte mir aber mehr von dem Roman erhofft und war daher und wegen der angesprochenen Kritikpunkte etwas enttäuscht.

Fun Fact:
Zu dem Buch gibt es auch ein kleines Prequel, "Das Mädchen mit den roten Schuhen", das nur als eBook erschienen ist. Darin wird die Kindheit der Protagonistin Ruth beschrieben wird. Ich finde es eine gute Idee und eine sinnvolle Ergänzung zu der Geschichte.

Ein echtes Highlight

Von: Corinna Pehla Datum : 05.02.2018

kapitelleserin.blogspot.de/

Ruth ist Hebamme aus Leidenschaft. Seit 20 Jahren bringt sie die Kinder auf die Welt, hat wundervolle Momente, aber auch Schicksalsschläge miterleben dürfen.
Und auch dieser Tag startet ganz normal. Es geht um die Nachsorge eines frisch geborenen Jungen. Der Haken: Die Eltern des Jungen verweigern Ruth die Versorgung, weil diese eine dunkle Hautfarbe hat.
Die Vorgesetzten winken diesen Wunsch der Eltern durch, doch als der Junge kurz darauf verstirbt, steht Ruth bei den Eltern als Mörderin da. Eine Hetzjagd beginnt.



Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir als Buchflüsterin der Seite Buecher.de zur Verfügung gestellt wurde. Ich möchte mich auf diesem Wege dafür bedanken.

Jodi Picoult hat mich vor ca. zwei Jahren schon mit ihrem Buch „19 Minuten“ überzeugen können und nachdem ich den Klappentext von „Kleine große Schritte“ gelesen habe wusste ich, dass es sich hier ebenfalls um ein Buch mit einer schweren Thematik handelt.

Das Thema Rassismus ist etwas, was uns ja nicht nur mit dem Finger in Richtung USA zeigen lässt, sondern auch bei uns vor der Haustür stattfindet.
Da dieses Buch allerdings in den Vereinigten Staaten spielt, gehe ich einfach mal auf die dortige Situation ein.

Schon durch andere Bücher (u.a. Der Klang der Zeit – Richard Powers) und durch diverse Filme, hatte ich den Hauch einer Ahnung, wie tief diese Feindlichkeit zum Teil bei „Weißen“ und „Schwarzen“ Menschen sitzt. Auch das Vorwort der Autorin zeigte mir, dass es deutlich tiefer geht, als aus der Ferne zu erahnen ist.
Für mich war dieses Buch sehr erschütternd in manchen Teilen und auch so, dass ich diese bestimmten Blickwinkel mit meinen eigenen verglich. Doch beginnen wir ganz vorne.

Ruth ist Krankenschwester und sehr schnell steht nicht mehr ihre Kompetenz, sondern ihre Hautfarbe im Vordergrund. Wir erleben ihren Arbeitstag, ihre Herabstufung und auch den Tod des Babys ein paar Tage später.
Ich war erschüttert, wie es dann weitergeht. Allerdings begleiten wir sie aus ihrem Blickwinkel und wissen, wie genau sie ist, wie ihr Leben verläuft und wie sie reagiert.

Dann gibt es noch Turk, den Vater des Kindes. Sein Schmerz ist absolut präsent, aber auch sein Hass, seine Verachtung und seine Geschichte. Man erlebt wie er zu diesen Ansichten kam und wie extrem sie sind.

Und zum Schluss dürfen wir auch den Blickwinkel von Kennedy erleben. Die Pflichtverteidigerin, die sich als ganz normale Frau ohne Vorurteile sieht und mit dem Fall von Ruth durch Zufall in Kontakt kommt.

Sie alle sind dieses Buch. Ihre Blickwinkel wurden von Jodi Picoult so gut beleuchtet, dass man versteht, sich fürchtet, erschüttert ist und mitkämpft.
Zu keinem Zeitpunkt war klar, wie die Geschichte ausgehen wird und nie wusste ich, ob es eine Chance für Gerechtigkeit und Menschlichkeit gibt.

Was ich allerdings merkte war, dass es zwei verschiedene Bevorzugungen von Menschen gibt und nicht jede Person gleich behandelt wird.
Für mich selber gibt es hier etwas, was ich dadurch aus der Geschichte mitnehme. Aus meiner Sicht bin ich nämlich sehr tolerant und offen, was Menschen angeht. Aber aus dem Blickwinkel von Ruth betrachtet gehe ich nun durch die Welt und versuche an mir zu arbeiten, wenn mir eigene Defizite auffallen. Denn nach dieser Geschichte finde ich, dass auch eine vorhandene Toleranz durchaus noch ausbaufähiger in ihren Kleinigkeiten und Abstufungen sein kann, die vielleicht nicht auf den ersten Blick selber zu erkennen sind.

Ich verspreche hier allerdings, dass dieses Buch so schnell nicht loslassen wird. Es unterhält wunderbar und bringt einen Nachklang mit sich, der besser und wichtiger nicht sein könnte.

Mein Fazit:
Ein sehr bewegendes Buch und erschütternd, wie schnell sich das Leben ändern kann. Für mich ist „Große kleine Schritte“ ein Buch, welches ganz sicher ein Highlight ist und ein Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Kleine große Schritte

Von: Laura Datum : 04.02.2018

https://buecherhipster.wixsite.com/buecherhipster

Ein Buch zum Nachdenken. Meine Meinung wird ausführlich auf meinem Blog beschrieben.

Ein wichtiges Thema, sehr gut behandelt

Von: Sabs Bookparadise Datum : 31.01.2018

sabsbookparadise.blogspot.ch/

Jodi Picoult hat wieder ein Thema aufgegriffen, das die Geister scheiden wird, was allgegenwärtig ist und ein immer grösser werdendes Problem wird: Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit.
In 'Kleine grosse Schritten' wird das Thema durch die Geschichte der Hebamme Ruth geschildert. Sie liebt ihre Arbeit, ist seit über 20 Jahre in ihrem Beruf. Dann treten eines Tages Eltern eines frischgeborenen Jungen in ihr Leben. Sie darf den Jungen nicht mehr anfassen, aufgrund ihrer afroamerikanischen Wurzeln. Dann gerät die Hebamme in ein moralisches Dilemma, der Junge stirb. Die Eltern geben ihr die Schuld daran und die folgenden Monate zeigen deutlich auf, dass die Rassenunterschiede noch lange nicht überwunden sind.

Mir hat die Geschichte um Ruht unheimlich gut gefallen. Ich konnte mich in sie hineinversetzen, aber auch in ihre Anwältin. Manche Aussagen und Ereignisse haben mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ich sehe mich als Nicht-Rassisten, bin sehr tolerant. Und doch habe ich mich selbst reflektiert und muss sagen: Bin ich vielleicht zum teil passiv rassistisch ohne es zu wissen? Immerhin stellen wir 'weissen' uns oft nicht die Fragen, die sich ein Afroamerikaner vielleicht jeden Tag stellt. Das fand ich sehr erschreckend. Wir nehmen viele Dinge für selbstverständlich hin, dabei sind sie das gar nicht - wir gehen einfach davon aus.

An Ruths Beispiel kann man sehen, wie viel durch Rassismus zu Bruch gehen kann, welche Wellen er schlagen kann. Dabei sind wir Menschen alle gleich? Oder nicht? Wir können nichts für unsere Herkunft. Niemand sucht sich aus, wie er geboren wird. Wir werden quasi auf die Welt gezwungen und müssen in dieser klar kommen.

Und was passiert, wenn nicht alles so ist, wie es scheint. Wenn genau der Hass, der einen immer weiter treibt, am Ende auf einen selbst zurückschlägt? Auch mit dieser Frage beschäftigt sich Jodi Picoult in diesem Buch. Mir haben die Wendungen, vor allem gegen Ende des Buches, wirklich gut gefallen.

Die Charaktere waren für mich sehr glaubhaft, was ich bei diesem Thema unheimlich wichtig finde. Ich mochte alle Charaktere, selbst die unsympatischen. Sie waren authentisch und genau das macht für mich ein gutes Buch aus.

Generell fand ich es sehr faszinieren, dass die Autorin als Weisse ein Buch über eine Afroamerikanerin schreibt, die durch Rassismus eines Verbrechens beschuldigt wird. Dies auch noch glaubhaft dem Leser zu vermitteln, stelle ich mir alles andere als einfach. Vielleicht haben mir daher die Emotionen gefehlt - der einzige Punkt, der mich an dem Buch gestört hat. Ich konnte mich zwar in die Charaktere eindenken, aber ich konnte nicht fühlen, was sie fühlen. Das fand ich sehr schade, es hätte dem Ganzen das I-Tüpfelchen aufgesetzt.

Das Cover gefällt mir unheimlich gut, auch wenn rosa sonst nicht wirklich meine Farbe ist.

Fazit

Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

Ein bedeutsames Buch

Von: geschichtenträumerin Datum : 21.01.2018

geschichtentraeumerinnen.blogspot.de/?m=1

Dank des wunderbaren Verlags bzw. des Bloggerportals durfte ich „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult lesen und habe damit diese wunderbare Autorin für mich entdeckt. Dieser Roman, der sich mit den Themen Rassismus, Vorurteile und moralisches Dilemma auseinandersetzt, ist am 02.10.2017 im C. Bertelsmann-Verlag erschienen.

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist…

Als erstes habe ich diesen Roman als Empfehlung bei einer anderen Bloggerin, thatweirdbookgirl, gesehen und wurde sofort von diesem für mich eher ungewöhnlichen Buch angezogen. Daher war meine Freude über die Bestätigung dieses Rezensionsexemplars dementsprechend sehr hoch.
Zuvor habe ich noch kein Buch der Autorin Jodi Picoult gelesen und auch noch nichts Großes von ihr gehört. Nun kann ich allerdings sagen, dass ich mich ab jetzt zu ihren „Fans“ zähle und unbedingt auch ihre weiteren Bücher lesen möchte.
Fangen wir doch ganz von vorne an: Abgesehen von diesem wunder, wunderschönen Cover hat mich der Inhalt auf Anhieb angesprochen. Es kommt selten vor, dass ein Autor das Thema Rassismus in seinem Buch verarbeitet, und es kommt noch seltener vor, dass es auf diese besondere Art und Weise geschieht. Die Verarbeitung der Vorurteile Afroamerikanern wie Ruth gegenüber als Geschichte einer Säuglingsschwester, die aufgrund ihrer Mitmenschen und ihrer Rasse in ein moralisches Dilemma gerät, ist rundum gelungen. Auf der einen Seite dient der Roman dem Leser dazu, sich die Augen öffnen zu lassen. Wie der Klappentext verrät, wird Ruth vor dem Gericht angeklagt. Infolge des Prozesses erfährt der Leser nicht nur aus ihrer Sicht, sondern auch aus der Sicht der „weißen“ Pflichtverteidigerin Kennedy und des Neonazis Turk, wie sehr Rassismus heutzutage immer noch eine Rolle spielt. Das Buch ist unfassbar informativ, hält dem Leser klar vor Augen, dass auch er selbst mit seinem Verhalten zur Diskriminierung beiträgt, verpackt diese wichtige Nachricht aber in eine äußerst emotionale, packende, rührende und vor allem spannende Geschichte.
Den Schreibstil von Jodi Picoult würde ich persönlich als sehr angenehm beschreiben, da sie sich in ihrer Wortwahl sowie bezüglich des Inhalts viel Zeit nimmt, dass sich die verschiedenen Charaktere richtig entfalten können und gleichzeitig ein nachwirkender Eindruck der Botschaft vermittelt wird. Aus meiner Sicht schwingt in dem Schreibstil der Autorin immer eine gewisse Ernsthaftigkeit und
„Gewähltheit“ (es wirkt, als hätte sie wirklich lange an ihren Ausdrücken gefeilt, um tatsächlich das Richtige mit ihren Worten zu erreichen) mit, welche sehr zur Geschichte zu passen scheint.
Manche würden das Fortschreiten von Ruths Geschichte als zäh und zu langsam bezeichnen. Ich bin allerdings der Meinung, dass diese langsamen Schritte in Richtung Ende bei diesem wichtigen Thema genau richtig gewählt sind, da die Autorin so nebenbei Informationen zu Vorurteilen, Alltagsrassismus, Beweggründen von Rassisten etc. miteinfließen lassen konnte und den Charakteren so die nötige Tiefe verliehen hat.
Wie bereits erwähnt wird das Buch abwechselnd aus Ruths Sicht, der der Pflichtverteidigerin Kennedy und der des Rassisten Turk erzählt, wodurch die Gedanken, Emotionen und Beweggründe dieser Charaktere besonders klar ersichtlich für den Leser sind. Durch das langsame Fortschreiten gelingt es der Autorin ebenfalls, fast allen auftauchenden Charakteren ihr eigenes Leben einzuhauchen. Da der Roman von Ruths Leben erzählt, möchte ich diese Hauptperson noch einmal gesondert ansprechen: Bei Ruth handelt es sich in so vielerlei Hinsicht um einen Menschen, für den ich im echten Leben sehr viel Respekt aufbringen würde. Trotz der immensen Steine, die die Menschen ihr aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes in den Weg legen, gibt sie nie auf, kämpft weiter für sich, ihren Beruf und ihren Sohn, den sie als alleinerziehende Mutter aufgezogen hat. Als Leser dieses Buchs kann man sicherlich an der Darstellung ihrer Persönlichkeit sehr wachsen, in dem man sich eine Scheibe ihrer bewundernswerten Eigenschaften abschneidet oder sich seine eigenen Fehler vor Augen führt.
Zusammengefasst kann ich sagen, dass mich „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult noch immer nicht loslässt, obwohl ich es bereits beendet habe. Die in dem Buch erzählte Geschichte muss meiner Meinung nach von so vielen Leuten wie möglich gehört werden, weshalb ich euch den Roman wirklich sehr ans Herz lege.
Vielen Dank an den C. Bertelsmann-Verlag und die Verlagsgruppe Random House bzw. die Betreiber des Bloggerportals für dieses Rezensionsexemplar!

Rassendiskriminierung - aktuell wie eh und je

Von: World of books and dreams Datum : 21.01.2018

worldofbooksanddreams.blogspot.de/

Ruth Jefferson ist seit zwanzig Jahren als einzige afroamerikanische Hebamme in einer kleinen Klinik tätig. Stets war sie pflichtbewusst und immer auf ihre Patienten bedacht. Doch dann kommt in der Klinik der kleine Davis zur Welt, dessen Eltern Brittany und Turk zur White Power Bewegung gehören. Turk untersagt Ruth ihren Sohn auf irgendeine Art und Weise zu behandeln, was sogar mit einem Post it Zettel in Davis' Akte vermerkt wird. Als Davis nach einem Routineeingriff auf der Säuglingsstation überwacht werden soll, ist ausgerechnet Ruth diejenige, die mit ihm allein gelassen wird. Doch der Routineeingriff ergibt Komplikatonen und Davis verstirbt. Ruth wird beschuldigt, das Baby getötet zu haben und es kommt zu einer Gerichtsverhandlung. Dabei wird sehr schnell klar, dass auch in unserer heutigen Gesellschaft Rassismus leider noch zu alltäglich ist.
Meine Meinung:
Würde ich nur von der Optik dieses Buches ausgehen, hätte ich so gar nicht mit dem Inhalt gerechnet, doch schon der Klappentext verrät, dass sich Jodi Picoult wieder einem Thema gewidmet hat, vor dem wir nur allzu gerne unsere Augen verschließen.
Mittlerweile habe ich mehrere Bücher der Autorin gelesen, aber dieses hier konnte mich doch gleich von Beginn an fesseln. Jodi Picoults Schreibstil ist sehr einnehmend, auf ihre eigene Weise und unverkennbar, beschreibt sie das Geschehen und lässt den Leser tief in der Geschichte versinken.
Ich fühlte mich, vor allem im ersten Drittel, sehr tief in die Geschichte gezogen, denn ich konnte deutlich spüren, dass sich Picoult mit vielen Thema auseinander gesetzt hat. So beschreibt sie zunächst Ruth Tätigkeit und ich bekam einen guten Einblick auf Ruth Umgang mit den Patienten. Umso mehr ging es mir zu Herzen, als sie von der Behandlung des kleinen Davis abgezogen wird und ich konnte richtig gut nachempfinden, wie sich Ruth dabei gefühlt haben muss. Doch nicht nur mit diesem Moment zeigte Picoult mir, dass es immer noch eine Menge Vorurteile gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe gibt. Sei es in der Unterhaltung mit Ruth's Vorgesetzter Marie, die mit einem kleinen Kommentar, den sie unbedarft von sich gibt, ihre Vorurteile Preis gibt oder mit weiteren Szenen, die die Autorin immer wieder mit einbaut. All das ließ mich hier während des Lesens mit gemischten Gefühlen zurück. Ich war mit Ruth gemeinsam wütend, konnte teilweise nur den Kopf schütteln und vor allem spürte ich ganz viel Verbundenheit mit Ruth, denn immer wieder kreiste die Frage durch meinen Kopf: wie würdest du dich in dieser Situation fühlen?
Inhaltlich habe ich anhand des Nachwortes herausgefunden, dass Picoult sich zu Recherchezwecken auch mit ehemaligen Mitgliedern der White Power Bewegung unterhalten hat. Dadurch konnte sie dem Leser sehr glaubhaft den Part von Davis Vater Turk darstellen. Inwieweit diese Szene heute in den USA agiert, kann ich nicht nachvollziehen, doch das, was die Autorin beschreibt, hat mir zeitweise eine Gänsehaut bereitet.
Die gesamte Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt, doch Jodie Picoult wechselt hier die Perspektiven zwischen Ruth, der beschuldigten Krankenschwester, Turk, dem Kindsvater und Kennedy, der Anwältin. Alle drei sind auf den ersten Blick doch recht stereotyisch, doch genau dies regt auch immer wieder dazu an, innezuhalten und nachzudenken. Dadurch, dass Jodi Picoult die selben Szenen dann durch unterschiedliche Personen wiedergibt, erfährt man auch, wie ein und das selbe Ereignis von verschiedenen Charakteren auf unterschiedliche Weise wahrgenommen wird.
Spannend wird es dann vor allem im letzten Teil, als Jodi Picoult die Gerichtsverhandlung mit in die Geschichte einbaut. Hier habe ich die Seiten nur so verschlungen und konnte doch nicht schnell genug lesen.
Durch die Charaktere und deren Verhalten war ich sehr schnell von einer Person eingenommen. Genau das denke ich, war hier auch so gewollt. So habe ich mit Ruth gehofft, gezittert und gebangt und letzten Endes auch gekämpft. Turks Verhalten war hier recht typisch beschrieben, auch sein Denken und wie er sich für manche Handlung rechtfertigt, fand ich ein wenig zu vorhersehbar. Die wohl größte Entwicklung lag hier bei der Anwältin Kennedy, die hier wohl auch den "typischen" Weißen verkörpert, der sich für wenig voreingenommen hält und dem so nach und nach doch die Augen geöffnet werden.
Mein Fazit:
Alles in allem konnte mich Jodi Picoult trotz oder gerade wegen ihrer gewählten Charaktere an die Seiten fesseln, denn auch wenn mich keiner von ihnen großartig mit seinem Verhalten überraschen konnte, war ich doch hier mitten in der Geschichte und konnte mitfühlen, miterleben und nachempfinden. Durch den flüssigen und fesselnden Schreibstil verflogen die Seiten nur so beim Lesen und ich habe das Buch an nur einem Tag, trotz seiner über 570 Seiten, beendet. Mich konnte die Autorin mit ihrer Geschichte sehr bewegen und abholen und deshalb sag ich nur: Leseempfehlung!

Rassendiskriminierung - aktuell wie eh und je

Von: World of books and dreams Datum : 21.01.2018

worldofbooksanddreams.blogspot.de/

Ruth Jefferson ist seit zwanzig Jahren als einzige afroamerikanische Hebamme in einer kleinen Klinik tätig. Stets war sie pflichtbewusst und immer auf ihre Patienten bedacht. Doch dann kommt in der Klinik der kleine Davis zur Welt, dessen Eltern Brittany und Turk zur White Power Bewegung gehören. Turk untersagt Ruth ihren Sohn auf irgendeine Art und Weise zu behandeln, was sogar mit einem Post it Zettel in Davis' Akte vermerkt wird. Als Davis nach einem Routineeingriff auf der Säuglingsstation überwacht werden soll, ist ausgerechnet Ruth diejenige, die mit ihm allein gelassen wird. Doch der Routineeingriff ergibt Komplikatonen und Davis verstirbt. Ruth wird beschuldigt, das Baby getötet zu haben und es kommt zu einer Gerichtsverhandlung. Dabei wird sehr schnell klar, dass auch in unserer heutigen Gesellschaft Rassismus leider noch zu alltäglich ist.
Meine Meinung:
Würde ich nur von der Optik dieses Buches ausgehen, hätte ich so gar nicht mit dem Inhalt gerechnet, doch schon der Klappentext verrät, dass sich Jodi Picoult wieder einem Thema gewidmet hat, vor dem wir nur allzu gerne unsere Augen verschließen.
Mittlerweile habe ich mehrere Bücher der Autorin gelesen, aber dieses hier konnte mich doch gleich von Beginn an fesseln. Jodi Picoults Schreibstil ist sehr einnehmend, auf ihre eigene Weise und unverkennbar, beschreibt sie das Geschehen und lässt den Leser tief in der Geschichte versinken.
Ich fühlte mich, vor allem im ersten Drittel, sehr tief in die Geschichte gezogen, denn ich konnte deutlich spüren, dass sich Picoult mit vielen Thema auseinander gesetzt hat. So beschreibt sie zunächst Ruth Tätigkeit und ich bekam einen guten Einblick auf Ruth Umgang mit den Patienten. Umso mehr ging es mir zu Herzen, als sie von der Behandlung des kleinen Davis abgezogen wird und ich konnte richtig gut nachempfinden, wie sich Ruth dabei gefühlt haben muss. Doch nicht nur mit diesem Moment zeigte Picoult mir, dass es immer noch eine Menge Vorurteile gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe gibt. Sei es in der Unterhaltung mit Ruth's Vorgesetzter Marie, die mit einem kleinen Kommentar, den sie unbedarft von sich gibt, ihre Vorurteile Preis gibt oder mit weiteren Szenen, die die Autorin immer wieder mit einbaut. All das ließ mich hier während des Lesens mit gemischten Gefühlen zurück. Ich war mit Ruth gemeinsam wütend, konnte teilweise nur den Kopf schütteln und vor allem spürte ich ganz viel Verbundenheit mit Ruth, denn immer wieder kreiste die Frage durch meinen Kopf: wie würdest du dich in dieser Situation fühlen?
Inhaltlich habe ich anhand des Nachwortes herausgefunden, dass Picoult sich zu Recherchezwecken auch mit ehemaligen Mitgliedern der White Power Bewegung unterhalten hat. Dadurch konnte sie dem Leser sehr glaubhaft den Part von Davis Vater Turk darstellen. Inwieweit diese Szene heute in den USA agiert, kann ich nicht nachvollziehen, doch das, was die Autorin beschreibt, hat mir zeitweise eine Gänsehaut bereitet.
Die gesamte Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt, doch Jodie Picoult wechselt hier die Perspektiven zwischen Ruth, der beschuldigten Krankenschwester, Turk, dem Kindsvater und Kennedy, der Anwältin. Alle drei sind auf den ersten Blick doch recht stereotyisch, doch genau dies regt auch immer wieder dazu an, innezuhalten und nachzudenken. Dadurch, dass Jodi Picoult die selben Szenen dann durch unterschiedliche Personen wiedergibt, erfährt man auch, wie ein und das selbe Ereignis von verschiedenen Charakteren auf unterschiedliche Weise wahrgenommen wird.
Spannend wird es dann vor allem im letzten Teil, als Jodi Picoult die Gerichtsverhandlung mit in die Geschichte einbaut. Hier habe ich die Seiten nur so verschlungen und konnte doch nicht schnell genug lesen.
Durch die Charaktere und deren Verhalten war ich sehr schnell von einer Person eingenommen. Genau das denke ich, war hier auch so gewollt. So habe ich mit Ruth gehofft, gezittert und gebangt und letzten Endes auch gekämpft. Turks Verhalten war hier recht typisch beschrieben, auch sein Denken und wie er sich für manche Handlung rechtfertigt, fand ich ein wenig zu vorhersehbar. Die wohl größte Entwicklung lag hier bei der Anwältin Kennedy, die hier wohl auch den "typischen" Weißen verkörpert, der sich für wenig voreingenommen hält und dem so nach und nach doch die Augen geöffnet werden.
Mein Fazit:
Alles in allem konnte mich Jodi Picoult trotz oder gerade wegen ihrer gewählten Charaktere an die Seiten fesseln, denn auch wenn mich keiner von ihnen großartig mit seinem Verhalten überraschen konnte, war ich doch hier mitten in der Geschichte und konnte mitfühlen, miterleben und nachempfinden. Durch den flüssigen und fesselnden Schreibstil verflogen die Seiten nur so beim Lesen und ich habe das Buch an nur einem Tag, trotz seiner über 570 Seiten, beendet. Mich konnte die Autorin mit ihrer Geschichte sehr bewegen und abholen und deshalb sag ich nur: Leseempfehlung!

Ein wichtiges Buch über Rassismus in der heutigen Welt

Von: sinaunknown Datum : 21.01.2018

https://sinaunknown.blogspot.ch/

Nach "Die Spuren meiner Mutter" war "Kleine grosse Schritte" der zweite Roman von Jodi Picoult, den ich las und obwohl mich bereits "Die Spuren meiner Mutter" überzeugen konnte, ist meine Achtung für Jodi Picoult im Laufe dieses Buches noch einmal um hundert Prozent gestiegen. In dieser Geschichte, die den immer noch existierenden Rassismus thematisiert, ist so viel Material, welches zum Nachdenken anregt, eingepackt, dass es mir schwer fällt, meine Gedanken in Worte zu fassen.

Zum einen ist es Picoult gelungen, unheimlich starke Charakteren zum Leben zu erwecken. Die Protagonistin Ruth Jefferson ist eine Frau, die stets für ihre Träume kämpfen musste und obwohl sie immer alles richtig gemacht hat, nun verhaftet wird. Ihre Anwältin Kennedy ist Pflichtverteidigerin, weil sie auf der Welt für mehr Gerechtigkeit sorgen will, merkt aber im Laufe des Buches, dass auch sie selbst nicht einfach nur perfekt ist und an sich arbeiten muss - das Tolle an ihr ist aber, dass sie sich ihren eigenen Fehlern stellt, diese erkennt und daran arbeitet, anstatt sie zu ignorieren oder zu verleugnen. Auch die übrigen Charakter, unter anderem natürlich Turk Bauer, der Vater des verstorbenen Kindes, und Edison, Ruth`s Sohn, der in einer Welt aufwachsen muss, die etwas gegen ihn zu haben scheint, sind unheimlich detailliert beschrieben und man kann sich wirklich ein sehr klares Bild von ihren Gedankenvorgängen machen, was ich extrem schätzte.

Toll finde ich auch, dass die Autorin ein typisches "Gut und Böse" vermieden hat. Natürlich liegt es auf der Hand, dass die Handlungen von Turk Bauer schrecklich sind, jedoch bekommt man auch einen genauen Einblick in seine Entwicklung und erfährt so, wieso er zu der Person geworden ist, die er heute ist. Dadurch verschwimmen die Linien zwischen Gut und Böse etwas und es zeigt auch, dass aus den meisten "normalen" Leuten sehr wahrscheinlich jemand völlig anderes werden kann, wenn nur genug Schlimmes in ihrem Leben passiert.

Ich bewundere Jodi Picoult sehr dafür, wie sie in diesem Buch Themen angesprochen hat, die nicht nur heikel sondern auch höchst unangenehm sind. Es ist auf jeden Fall keine leichte Unterhaltung, die man einfach so an sich abperlen lassen kann und ich mochte ihre Herangehensweise sehr.

Der einzige Makel, den die Geschichte für mich ein Stück weit hat, ist das Ende. Ohne zu viel preis zu geben, kann ich sagen, dass das Ganze auf mich etwas sehr Unrealistisch wirkte, wobei es mich gleichzeitig auch sehr glücklich und zufrieden zurückliess. Um zu verstehen, was ich meine, müsst ihr das Buch einfach selber mal lesen.

"Kleine grosse Schritte" ist für mich eindeutig eine fünf Sterne Geschichte.

Eine bewegende Geschichte

Von: zauberblume Datum : 17.01.2018

https://www.lovelybooks.de/mitglied/zauberblume/

"Kleine große Schritte" aus der Feder der Bestsellerautorin Jodi Picoult ist für mich das erste Buch - und bestimmt nicht das letzte Buch - das ich von dieser außergewöhnlichen Autorin gelesen habe. Sie hat sich ja mit einem Thema beschäftigt, das auch in der heutigen Zeit noch eine große Rolle spielt.

Wir lernen eine ganz besondere Protagonistin kennen, und zwar Ruth Jefferson. Sie gehört zu den besten und erfahrensten Säuglingsschwestern des Mercy-West Haven Hospitals in Connecticut. Eines Tages passiert jedoch etwas ganz außergewöhliches. Eines Tages wird ihr von der Klinikleitung untersagt, sich um ein Neugeborenes zu kümmern. Die Eltern des Babys gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an und wollen nicht, dass sich eine Schwarze um ihr Kind kümmert. Dann kommt es zu einer brisanten Situationen. Als Ruth einmal allein in der Säuglingsstation ist, bekommt das Neugeborene Atemnot. Wie soll sie sich verhalten? Doch Ruth folgt ihrem Gewissen. Doch der Junge stirbt. Und dann wird Ruth von dem Vater verklagt, denn Ruth soll Schuld am Tod seines Kindes sein.

Ich habe dieses Buch mit einem weinenden Auge zur Seite gelegt, so berührt hat mich diese ganze Geschichte. Die Autorin hat einen ganz besonderen Schreibstil, der den Leser sofort in die atemberaubende und spannende Geschichte eintauchen lässt. Die wird abwechselnd aus der Sicht von Ruth, dem Pflichtverteidiger und Turk - für mich ein absoluter Unsympath, mit ihm will man nichts zu tun haben - erzählt.
Die Charaktere werden auch so bildlich beschrieben, dass ich jeden einzelnen vor meinem inneren Auge habe. Ruth ist für mich ein warmherziger Mensch, dem das Wohlergehen der anderen am Herzen liegt. Und dann kommt sie so in die Mühlen der Justiz. Einfach unglaublich. Ab und an hatte ich beim Lesen richtiges Gänsehautfeeling. Man kann das Gelesene oft gar nicht glauben. Und beim Lesen stellen sich einem viele Fragen, auf die man oft keine Antwort findet. Einfach ein geniales und gefühlvolles buch

Für mich ist diese Lektüre ein Lesehighlight. Die Autorin setzt sich ja mit dem Thema Rassismus auseinander und lässt den Leser nachdenklich zurück. Für mich eine ganz besondere Geschichte. Gerne vergebe ich 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Roman der Autorin.

Wichtig, aber zäh!

Von: CuddlyBooknerd Datum : 16.01.2018

https://cuddlybooknerd.blogspot.de/

Biografische Angaben:
Name: Kleine Große Schritte
Autor: Jodi Picoult
Verlag: C. Bertelsmann
Seitenzahl: 592 Seiten
Preis: 20,00€
Genre: Roman
Reihe?: Nein

„Der Grund weshalb wir nicht über Rasse sprechen, ist der, dass wir keine gemeinsame Sprache sprechen.“ (Ruth, S. 336)

Inhalt:
Ruth ist Säuglingsschwester im Mercy-West Haven Hospitals. Normalerweise würde sie sagen, sie mache ihren Job gut. Doch eines Tages soll sich um das Kind von Turk und Brittany Bauer kümmern. Die beiden haben aber ein Problem mit ihr auf Grund Ruths Hautfarbe. Die Eltern des Kindes gehören einer rassistisch motivierten Gruppe an. Sie hassen andere Menschen, die nicht weißhäutig sind. Also beschweren sie sich bei Ruths Vorgesetzten, sodass Ruth sich nicht mehr um das Baby kümmern darf.
Kurze Zeit später ist sie die einzig verfügbare Kraft, die auf das Baby nach der Beschneidung aufpassen kann. Zu diesem Zeitpunkt geschieht das Dilemma: Das Baby gerät in Atemnot. Ruth weiß nicht was sie tun soll. Soll sie sich den Anweisungen widersetzen und dem Baby helfen? Oder soll sie sich beugen und nichts tun? Nach kurzen Zögern hilft sie dem Kind, aber es ist schon zu spät. Es stirbt und Ruth wird dafür verklagt. Der Vater, dass sie zur Rechenschaft gezogen wird.

Meine Meinung:
Ich finde das Cover schön, aber es hat auch nichts mit dem Inhalt zu tun. Das finde ich wirklich Schade, weil ich so ein Cover nicht passend finde und es demnach nicht stimmig ist. Schlichtheit passt zwar zur Grundstimmung des Buches, ich finde es aber besser, wenn das Cover die Thematik des Buches besser aufgegriffen hätte.
Der Schreibstil von Jodi Picoult ist wirklich zäh. Zuerst dachte ich, sie würde es spannend machen, doch schon bald stellte ich fest, dass mir zu viele Informationen geliefert werden. Es werden Ereignisse beschrieben, die nicht viel zum Plot beitragen und daher unnötig sind. Das hat mir wirklich die Laune verdorben. So habe ich mich immer wieder selbst ermutigen müssen weiter zu lesen. Dies ändert sich auf den letzten hundert Seiten. Dort konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, denn alles entwickelte sich endlich und man musste weiterlesen. Im Allgemeinen finde ich ihren Schreibstil aber weniger fesselnd.
Die Geschichte entwickelt sich auch eher langsam. Man bekommt immer mehr einen Eindruck von Rassismus und Vorurteilen, aber ich finde man muss auch bei Äußerungen von Adisa nachdenken, ob es nicht schon an Rassismus gegenüber Weißen grenzt. Das Buch öffnet Augen, ganz klar. Es zeigt Privilegien auf und hinterlässt einen nachwirkenden Eindruck. Vorurteile werden immer mehr aufgeklärt über das Problem.
Die Charaktere sind wirklich tiefgehend. Es gibt nur wenige, bei denen ich sagen kann, dass sie flach blieben. Es müssen aber auch nicht alle Charaktere explizit herausgearbeitet sein.
Ruth ist eine bewundernswerte starke Frau. Trotz der Katastrophe in ihrem Leben, versucht sie das Beste daraus zu machen, für ihren Sohn. Sie ist eine alleinerziehende Mutter, die sich gegenüber ihren Teenager-Jungen durchsetzen muss. Natürlich ist dies nicht einfach, aber sie gibt ihr Bestes und das ist das Wichtigste. Trotz der Rückschläge lässt sie sich nicht herunterkriegen und sucht nach Möglichkeiten für sich selbst sorgen zu können. Ich habe Respekt vor ihr und konnte wirklich mitfühlen.
Turk finde ich sehr interessant. Das Buch ist auch aus seiner Sichtweise geschrieben und deswegen enthält man einen sehr guten und tiefen Einblick in seine Vergangenheit. Man versteht, wieso er rassistisch denkt und was seine Beweggründe sind. Genau das finde ich auch wichtig. Einen angeborenen Rassismus gibt es nicht, weswegen ich die Aufarbeitung von Turk als sehr gelungen empfinde. Denn wir lernen mit ihm eine Ursache kennen, wie Menschen in eine rassistische Bewegung mithineingezogen werden. Dennoch waren mir ein paar Rückblicke zu viel des Guten. Sie haben einfach nichts zum Verlauf des Buches beigetragen und waren meiner Meinung nach unnötig. Seine Entwicklung im Laufe des Buches ist sehr interessant und wirklich angenehm zuzuschauen. Am Ende musste ich mit ihm fühlen und freute mich über die paar späteren Plottwists, die ich nicht kommen sah.
Seine Frau Brittany dagegen blieb etwas oberflächlich dagegen. Wir bekamen keinen so tiefen Einblick in sie, aber dennoch konnte man mit ihr fühlen. Man merkt, wie sie im Buch leidet und welchen Schmerz sie fühlen könnte. Auch ihre Beweggründe sind genannt.
Als letztes ist da noch Kennedy. Ich verstehe nicht ganz, warum Picoult sich entschieden hat, auch Kapitel aus ihrer Sichtweise zu schreiben, aber so ist es nun. Bei den Szenen mit Kennedy lernt man eher Alltagsrassismus kennen, den sie aber durch Ruth erst bemerkt. Ihre Bemühungen als Ruths Anwältin sind aber spannend zu verfolgen. Denn auch Kennedy entwickelt sich im Laufe des Buches weiter und muss immer mehr auf Ruth zukommen. Es gibt Dinge, die Kennedy im Prozess nicht aussprechen will, Ruth aber schon. Der Konflikt ist sehr spannend.

Fazit:
Ein gutes und wichtiges Buch, bei dem man aber zu viele Informationen teilweise erhält. Der Schreibstil ist nicht ganz spannend. Der Inhalt dagegen ist aber sehr wichtig! Eine kleine Empfehlung meinerseits.

Meine Bewertung:
4 / 5 Sternen


fesselnder Roman über aktiven und passiven Rassismus

Von: huckleberryfriendz Datum : 16.01.2018

https://huckleberryfriendz.wordpress.com/2018/01/16/fesselnder-roman-ueber-aktiven-und-passiven-rassismus/

Jodi Picoult hat basierend auf einem Fall, von dem sie in der Zeitung las, die Geschichte der 44 jährigen Ruth Jefferson erdacht, einer verwitweten, alleineziehenden afroamerikanischen Hebamme und Säuglingsschwester, die seit über 20 Jahren hervorragende Arbeit in einem Krankenhaus leistet.
Als ein rechtsradikales Ehepaar ihr untersagt, ihrem neugeborenen Sohn Davis zu behandeln und auch nur zu berühren, erhält sie von den Vorgestzten eine dementsprechende Dienstanweisung. In einer problematischen Situation steht sie vor einer schwierigen Situation, denn sie muß sich entscheiden, sich dieser Dienstanweisung zu widersetzen als dieser Junge, nach einem Eingriff und der kurzen alleinigen Überwachung durch sie, aufhört zu atmen. Egal, wie sie sich entscheidet, es wird für sie negative Konsequenzen haben. So wird sie nach erfolgloser Reanimation durch das gesamte Notfallteam von Davis Eltern angezeigt und vom Krankenhaus, ihrem Arbeitgeber, als schwarzes Bauernopfer hingehängt.
Der Roman wird kapitelweise aus der Sicht der verschiedenen Betroffenen erzählt; sowohl Ruth als auch der Kindsvater Turk kommen zu Wort, berichten über ihr Leben, ihre Kämpfe, ihren Werdegang. Man liest über Ruths lebenslange Versuche einfach nicht aufzufallen, dazuzugehören, immer alles bestmöglich und gewissenhaft zu erledigen, genauso wie von Turk, wie sich sein Hass entwickelt hat, wie rekrutiert und im Untergrund gearbeitet wird und wie beide, samt ihrer Familien, die Trägödie erleben und samt Rechtsbeistand vor Gericht agieren.
Der Erzählstrang Ruths Pflichtverteidigerin Kennedy zeigt ihre Ermittlungen, die Taktik im Prozeß und ihre eigene veränderte Wahrnehmung von Rassismus, die keinesfalls immer aktiv stattfinden muß, auf. Die Beschreibungen der ehemaligen Skinheads, die ihre Bewegung verlassen haben, über ihre Erfahrungen und Hassverbrechen und die eigene Wahl und Möglichkeit, diesen Hass in Liebe zu verwandeln, berichten, machen Mut und zeigen eine mögliche Wendung auf.

Insgesamt war dieser Roman von Jodi Picoult wieder sehr spannend erzählt, das Thema äußerst vielschichtig betrachtet; man merkt ständig, wie intensiv sie vorab recherchiert und wie einfühlsam sie sich mit dem Thema auseinandergestzt hat.
Gerade die Beschreibungen der passiven, meist unbedachten oder ignorierenden Aspekte, des selber meist gar nicht wahrgenommenen Rassismus fand ich äußerst interessant; so stimmen die vielen Details beim Lesen doch sehr nachdenklich und wirken nach.

Rassismus in kleinen und in großen Dosen

Von: miss_mandrake Datum : 14.01.2018

www.live-breath-words.de

Inhalt

Ruth Jefferson arbeitet seid 20 Jahren leidenschaftlich und mit voller Hingabe als Hebamme im Mercy-West Haven Hospital. Sie hilft Kindern auf die Welt zu kommen, kümmert sich um die Neugeborenen und assistiert bei OP’s.
Dass sie schwarz ist war bisher nie ein Problem. Bis zu dem Tag, als ein Elternpaar Ruth untersagt, ihr weißes Baby anzufassen. Sie ist schockiert, wütend und fassungslos, doch auch die Stationsleitung gibt ihr die Anweisung, sich ab sofort von dem kleinen David fernzuhalten. Sogar in die Patientenakte wird vermerkt, dass bei diesem Säugling keine Betreuung durch afroamerikanisches Personal gestattet ist. In einer ihrer Schichten wird Ruth jedoch von einer Kollegin gebeten die Aufsicht für den Kleinen zu übernehmen, da sie im OP dringend verlangt wird. Ausgerechnet in dieser kurzen Zeit kommt es zu einem Atemstillstand bei David. Ruth ist hin und hergerissen. Kann und will sie verantworten, das Baby durch unterlassene Hilfeleistung sterben zu lassen, oder soll sie ihren Job riskieren und ihn behandeln?
Trotz aller Maßnahmen stirbt der kleine David und die bisher unbescholtene Ruth wird wegen Mordes angeklagt.


Meine Meinung

Jodi Picoult lässt den Leser die Geschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Ruth, ihre Anwältin Kennedy und Turk, der Vater des Jungen, schildern teils emotional, teils beklemmend wirkend ihre Sichtweise der Ereignisse.
Wie von der Autorin gewohnt sind die Protagonisten durchweg glaubwürdig, der Schauplatz sehr lebendig und der Schreibstil wundervoll flüssig.
Gerade der leider sehr ernste Hintergrund der Story rüttelt einen wach und gegen Ende fragt man sich tatsächlich: Handelen viele Menschen unbewusst tatsächlich immer noch so rassistisch? Man wird als Leser feststellen, dass es oft die kleinen, alltäglichen Diskrimierungen sind, die doch so viel ausmachen: Wie viele Bilderbücher gibt es mit farbigen Kindern? Wo sind die Werbespots mit farbigen Frauen?
Ausgrenzung und Rassismus begegnet uns eigentlich jeden Tag auf unterschiedlichste Weise und genau darauf geht Jodi Picoult ein.
Ein durchweg glaubwürdiges Buch bis hin zum absoluten Höhepunkt: Kennedys Abschlussplädoyer. Eine denkwürdige Rede vor den Geschworenen, die dazu aufruft Privilegien zu hinterfragen und die eigene Wahrnehmung gegen die alltäglichen Ungerechtigkeiten zu schärfen.


Fazit

Ein bewegender und wichtiger Roman, der noch lange nachklingt. Ein sensibles Thema, dass die Autorin mit viel Fingerspitzengefühl umgesetzt hat.