Leserstimmen zu
Wer sich verändert, verändert die Welt

Christophe André, Jon Kabat-Zinn, Matthieu Ricard, Pierre Rabhi

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Ich schließe das Cover und fahre mit der rechten Hand sanft über den Buchrücken. In Gedanken noch tief in den Worten versunken, blicke ich auf. Ich bin umgeben von drei meiner besten Freunde. Alle sind beschäftigt. Einer liest, der andere programmiert, der dritte schaut eine Doku. Es sind die ersten Tage, bevor das Corona Virus wirklich in Deutschland ausbricht. Erste Fälle wurden registriert, unterschwellige Panik hat die Gesellschaft ergriffen. Wir sind unsicher. Aber ruhig. Eigentlich sollten wir in Holland sein. Eine Woche von Stadt zu Stadt fahren. Zuletzt dann ein Geburtstag in Amsterdam. Doch Menschenmengen wollten wir angesichts der neuen Situation meiden. Stattdessen eine Woche in Deutschland. Ein kleiner Kurort am Meer. Stille. Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein, um das Buch von Christophe André, Jon Kabat-Zinn, Matthieu Ricard und Pierre Rabhi zu lesen. Wer sich verändert, verändert die Welt. Das Werk der vier Autoren ist kurzweilig. Besteht aus sechs Kapiteln, die verschiedenste Arten von Texten enthalten. Es geht um Meditation und Mitgefühl, Konsum und Kontrolle, Achtsamkeit und Anthropozän und nicht weniger als die Frage, wie die Zukunft der Menschheit aussehen wird. Viele Gedanken sind nicht zum ersten Mal gedacht oder aufgeschrieben, werden jedoch liebevoll miteinander verknüpft und durch praxisnahe Handlungsvorschläge ergänzt. Oft schaue ich auf. Verliere mich in Gedanken. Finde zurück zum Text und mache mir Notizen. Wer keine Scheu hat vor Veränderungen wird belohnt. Vier Wochen später schließe ich erneut das Cover und fahre mit der rechten Hand sanft über den Buchrücken. In Gedanken noch tief in den Worten versunken, blicke ich auf. Ich sitze in meiner Wohnung. Meine Freunde sitzen in ihren Wohnungen. Alle sind beschäftigt. Einer liest, der andere programmiert, der dritte schaut eine Doku. Die Welt verändert sich auch ohne uns. Warum kommen wir ihr nicht zuvor?

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Diese Buch befasst sich mit Achtsamkeit. Es zeigt uns, dass jeder Mensch etwas dafür tun kann, um unsere Welt besser und schöner zu machen. Wir sollten mit uns selber klar kommen und Achtsamkeit praktizieren. Nur so können wir etwas bewirken. Die Gier nach Macht und Besitz ist leider sehr weit verbreitet. Gerade reiche Menschen sind oft sehr unglücklich. Übermässiger Konsum macht immer nur kurzfristig glücklich. Die Autoren Christophe André, Jon Kabat-Zinn, Matthieu Ricard und Pierre Rabhi zeigen Möglichkeiten auf, um mit uns und unserer Umwelt in Einklang zu kommen. Der Natur wieder näher zu kommen. Ihre Worte spenden Trost. Den können wir wirklich gebrauchen. Sie zeigen uns, dass wir gar nicht so machtlos sind, wie es den Anschein hat. Wann waren wir eigentlich das letzte mal richtig Dankbar? Wann haben wir das letzte mal geholfen, ohne an unseren eigenen Vorteil zu denken? Ich habe dieses Buch mehrmals zur Seite gelegt und das Gelesene sacken lassen. Habe mich gefragt, wann unsere Umweltkatastrophen endlich auch unsere Politiker eingreifen lassen. Nicht nur mit leeren Worten. Taten will ich sehen. Und zwar sofort! Es ist nicht 5 vor 12. Es ist 5 nach 12! Dennoch darf man nicht resignieren. Meditation und Altruismus sind die beiden Zauberworte, um der Achtsamkeit mit jedem Tag ein Stück näher zu kommen. Das Buch beginnt mit einer indischen Legende. Darin geht es um einen Kolibri, der seinen winzigen Schnabel immer wieder mit Wasser füllt, um einen großen Waldbrand zu löschen. Ein Gürteltier verspottet ihn deswegen. Der Kolibri lässt sich nicht aus der Fassung bringen. Recht hat der Kolibri. Wenn er auch den Brand nicht alleine damit löschen kann, so gibt er doch sein Bestes! Man findet mehrere Legenden, die die Thematik auf den Punkt bringen. Im Alltag hört man oft so Dinge wie: >>Was bringt es, wenn ich auf die Umwelt achtgebe, und in anderen Ländern kennt man noch nicht einmal das Wort Umweltschutz<<? Da ich nun mal in unserem Land lebe, eine eigene Meinung habe und das Wort Umweltschutz kenne, versuche ich mein Bestes zu geben. Wenn ich mir heute ein super-teures Auto kaufen würde, gäbe es bestimmt viele Menschen, die es auch haben wollen. Wenn ich statt Duschgels (in Plastik verpackt!) die gute alte Seife verwende, gibt es absolut keine Neider. Wir wissen eigentlich alles, was die Autoren uns in diesem Buch vermitteln. Wir wissen was hoher Fleischkonsum mit unserer Umwelt anrichtet. Das Methan, welches Nutztiere ausscheiden, belastet unsere Umwelt enorm. Das Massensterben dieser Nutztiere ist auch nicht mehr tragbar. Dieses Thema hat mich am meisten gepackt. Wer kein Mitgefühl für Tiere hat, hat es auch nicht für Menschen! Fazit Empathie, Altruismus und Meditation bringen uns der Achtsamkeit mit jedem Tag ein Stück näher. Wir sind nicht machtlos. Politiker sind mächtig. Wir sind jedoch in der Überzahl! Wenn jeder für sich täglich das Beste gibt, kann unsere Welt (Natur) besser werden. Wer ehrenamtliche Aufgaben übernimmt, ist auf dem besten Weg die Welt liebenswerter zu machen. Im Anhang befinden sich Adressen verschiedener Umweltorgansiationen. Besonders die Umwelterziehung für Kinder und die Kolibri-Bewegung (2007 von Pierre Rabhi gegründet) sind erwähnenswert. Des weiteren bekommt man Tipps für informative Lektüre und wo man sich ehrenamtlich einbringen kann. Eine klare Empfehlung von mir.

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Ermutigungen tun gut. Angesichts einer bedrohten Welt sind Ermutigungen zu selbstwirksamen Veränderungen, die wiederum heilsam auf die Welt ausstrahlen, erfreulich lebensdienlich. Wir können und wir dürfen vom Kleinen zum Großen hin wirken. Achtsamkeitsübungen und Meditation sind dann keineswegs Weltflucht, sondern geistiges Muskeltraining gegen die mentalen Umweltgifte unserer Zeit. Wenn durch innere Sammlung, klärende Selbst-erkenntnis und Präsenz sowohl unser Mitgefühl für uns selbst als auch unser Mitgefühl mit anderen Menschen und Mitgeschöpfen wächst, finden wir zu einem konstruktiveren Umgang mit den uns gegebenen Möglichkeiten und Bedingungen. Im ersten Kapitel benennen die Herausgeber Ilios Kotsou und Caroline Lesire die unge-rechte Wirtschafts- und Sozialordnung, die Ausbeutung und Zerstörung von Natur, Tieren und Menschen, die Fehlentwicklungen und gefährlichen Umweltveränderungen in Hinsicht auf „Klimawandel, Abbau der Ozonschicht, Landnutzung, Süßwasserverbrauch, Verlust der Artenvielfalt, Übersäuerung der Ozeane, Stickstoff- und Phosphoreintrag in Biosphäre und Meere, Aerosolgehalt der Atmosphäre, Belastung durch Chemikalien“ (Seite 33/34) sowie „die Irrwege der industriellen Fleischproduktion“ (Seite 35). In den folgenden Kapiteln beschreiben Christophe André, Jon Kabat-Zinn und Matthieu Ricard u.a. anhand aktueller psychologischer Studien, wie Achtsamkeitspraxis und Medi-tation unseren Geist vor den schädlichen Ablenkungen, Zwängen und gewollten Frustra-tionen des Materialismus, der künstlichen Unzufriedenheit, des Zeitdrucks, des Egoismus und Konkurrenzdenkens schützen können und zugleich hinführen zu mehr Altruismus, Dankbarkeit, Einfachheit, Großzügigkeit, Heilung, Gemeinwohlorientierung und sozialer Verbundenheit sowie zu einem langfristigen Denken, das wesentlich größere Zusammen-hänge einbezieht als das sekundenkurze Denken der globalen Finanzwelt. Pierre Rabhi erweitert den Achtsamkeitsaspekt auf den Umgang mit der Erde und die Kultivierung von Humus, um die Lebenskraft und Fruchtbarkeit der Böden zu bewahren. Durch das kooperative Miteinander zwischen Menschen sowie zwischen Mensch und Natur kommen wir zudem einem zyklischen Zeitverständnis wieder nahe, finden zu „glücklicher Genügsamkeit“ und sind nicht länger bewußtlose Konsummarionetten auf der sinnlosen Jagd nach Selbstwertprothesen. Die von den Autoren angeregte „Achtsamkeitsrevolution“ wirkt der Natur- und Selbstentfremdung entgegen, nährt und bestätigt die in uns angelegten Samen der Liebe, Güte und der Empathie und fördert unsere ganzheitliche Erkenntnisfähigkeit. Das harmonische Zusammenwirken von Geist und Herz führt zu mehr Gelassenheit und Zufriedenheit. Jeder der Autoren verweist ergänzend auf für ihn vorbildliche Persönlichkeiten, die ihn inspirieren und wartet mit ganz praktischen, unkomplizierten Anregungen für den Lebensalltag auf. Der Anhang zum Buch informiert kurz und bündig über vielfältige „Projekte, die die Welt bewegen“, nebst entsprechenden Linkadressen und Literaturhinweisen. »Die Utopie zu leben, das heißt vor allen Dingen zu akzeptieren, dass etwas im Werden begriffen ist. Ein Geschöpf voller Achtsamkeit und Mitgefühl zu sein, ein Geschöpf, das mit seiner Intelligenz, seiner Fantasie und seinen Händen dem Lob des Lebens dient … « (Seite 157)

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Wenn wir unsere Erfolge und unsere Misserfolge reflektieren und mit den Zielen abgleichen dann taucht auch er immer wieder auf, der Wunsch die Anderen sollten doch ... Da hilft alles anordnen, wünschen, hoffen und bangen nichts; die Anderen werden sich nicht durch unsere Wünsche verändern - schon eher durch unser eigenes tun. Gerade in den unglücklichen Momenten, den Stunden des Misserfolgs und der Niederlage finden sich gerne „nette“ Mitmenschen, die uns ungefragt ihre Empfehlungen „schenken“: „Wenn Du immer wieder im Epizentrum des Problems stehst dann bist möglicherweise, Du das Problem. Dann musst Du dich ändern !“ Genau das wollten wir jetzt hören ;-( Doch am Ende des Tages wird uns doch bewusst, dass genau diese Erkenntnis, des Pudels Kern ist. Diese Erkenntnis, ob sie nun alleine gefunden wurde oder durch den schmerzlichen Stups eines lieben Mitmenschen, bringt uns aber noch nicht weiter. Doch wie und wo beginnen? Wie wäre es ´mal mit dem aller nächsten Umfeld? Nein, nicht die Familie oder unsere Firma ist gemeint - noch viel näher müssen wir ´ran. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, den eigenen Werten und der eigenen Weltanschauung ist es, die uns weiter bringt. Und dann? Lassen wir uns vielleicht helfen? Und wenn ja, von wem? Wie in vielen anderen Belangen auch, höre ich lieber jenen Menschen zu, die es in ihrem Bereich schon recht weit gebracht haben, Schwätzer dürfen gerne weiter ziehen ... Und beim konkreten Thema gilt es natürlich auch wieder zu differenzieren. Jene „Weltverbesserer“ die von einem Impulsvortrag zum nächsten jetten, brauche ich da nicht unbedingt. Schon eher die stillen Denker und die konkreten Umsetzer. Einige der besten (wie mir scheint) habe ich im Buchprojekt von Caroline Lesire & Ilios Kotsou kennen gelernt. Der Arzt und Psychotherapeut Christophe André, der Visionär, Pionier und Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn, der Denker, Schriftsteller und Pionier für nachhaltige, ökologische Landwirtschaft, Pierre Rabhi und der Buddhistische Mönch, Fotograf und promovierte Doktor der Zellgenetik, Matthieu Ricard. Denker, dieses Formats könnten Impulsgeber und Inspirator für innere uns äußere Veränderung sein, für mich sind sie das ohne jeden Zweifel ! Dieses Buch ist eine klare Empfehlung. Allerdings nicht vorzugsweise an den Politiker, den Manager oder den Unternehmer sondern an den jeweiligen Menschen selbst !

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