Leserstimmen zu
Tod in Weimar

Dominique Horwitz

(4)
(2)
(0)
(0)
(0)
Taschenbuch
€ 10,00 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

Vor kurzem hatte ich das Vergnügen Dominique Horwitz an einem seiner Brel-Abende als Sänger zu genießen. Dynamisch, sinnlich, dramatisch, anrührend, bedingungslos leidenschaftlich, frech, witzig, mitreißend – ein unvergessliches Erlebnis. Da kam mir sein Debüt-Roman „Tod in Weimar“ gerade recht. Um es kurz und knapp auszudrücken: Dominique Horwitz schreibt genauso wie er singt. Um was geht es: Roman Kaminski, ein Eremit und Eigenbrötler, war ehemals Schauspieler. Jetzt lebt er als Kutscher und Reiseführer in Weimar. Dort gibt es die Villa Gründgens, ein Alterssitz für Bühnenkünstler. Und dann stirbt auf einmal der Hausmeister dieser Seniorenresidenz. Trixi Muffinger, die Leiterin, bittet Roman Kaminiski dessen Aufgaben zu übernehmen. Doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen: plötzlich stirbt einer nach dem anderen. Was geht hier vor sich? Welche Rolle spielt der Arzt des Hauses? Und was hat Trixi Muffinger zu verbergen? Kaminski ermittelt auf eigene Faust. Die teils skurrilen Charaktere sind herrlich skizziert. Ob die Leiterin der Villa Gründgens, Trixi Muffinger oder Laura Hartmann, die Wirtin der Wilhelm-Meister-Schänke; ob Mucken-Michi oder der olle Bamberger, und nicht zu vergessen die köstlichen alten Villa-Insassen von der Staatsschauspielerin Elfriede Sasse über Wuttke, die Stimme des Volkes bis hin zu Oberst Lehndorff, die Rache der Vertriebenen und Werktätigen, bei allen weiss Dominique Horwitz wovon er redet. Einfach lebensecht und mit Tiefgang. Besonders gelungen scheint mir Roman Kaminski zu sein. In ihm steckt viel von Dominique Horwitz. Nicht nur vom Äußeren her. „Die abstehenden Ohren und das kurz geschorene Haar machten ihn allerdings nicht gerade zu einem George Clooney.“ (Seite 14) Und natürlich Frettchen, ein 14-jähriges Mädchen. Aber lesen sie selbst. Dominique Horwitz erfreut seine Leser mit einer sehr guten Geschichte um Liebe, Tod, Alter, Politik und Vergangenheit. Das ganz wohl verpackt in die klassische Kulisse von Weimar. Und der Lokalkolorit dieser Stadt ist dem Autor besonders gut gelungen. Der Roman ist gut aufgebaut, weitgehend aus Sicht des Kutschers/Hausmeisters Roman Kaminski erzählt. So ist der Leser immer genau auf der Höhe des Geschehens, ohne mehr zu wissen als der Erzähler. Das Buch führt uns auf viele falsche Fährten bis hin zum überraschenden Ende. Eine gute Mischung aus Spannung und Unterhaltung. Frech und witzig. Humorvolle und doppelsinnig. Abwechslungsreich, spannend, mit viel Herz und augenzwinkernder Ironie. Dominique Horwitz ist Schauspieler und Sänger, Vorleser und Regisseur. Jetzt auch Autor. Und alles kann er gleich gut. Ich freue mich auf die Fortsetzungen seiner „Schreibe.“ Ein ausgesprochenes Lesevergnügen mit hinreißenden Dialogen. Sehr zu empfehlen.

Lesen Sie weiter

Der ehemalige Schauspieler Roman Kaminski verdient sich seine Brötchen als Kutscher und Reiseführer in Weimar. Doch sein gemächliches Leben ändert sich schlagartig, als ihn Trixi Muffinger, die Leiterin des örtlichen Seniorenheimes "Villa Gründgens" bittet, für den unter ungeklärten Umständen verstorbenen Hausmeister dieser Einrichtung einzuspringen. Leider bleibt es nicht bei diesem Todesfall, das Sterben unter den betagten Bewohnern geht weiter. Zusammen mit dem ihm verhassten Kommissar Marc Westphal versucht Kaminski Licht ins Dunkel zu bringen... Dies ist das Erstlingswerk von Dominique Horwitz, den ich bisher vor allem als hervorragenden Schauspieler kannte. Ich finde, sein Debütkrimi kann sich sehen lassen. Die Handlung ist gut durchdacht und logisch aufgebaut. Spannung bieten für mich dabei nicht nur die Krimielemente, sondern auch die Einblicke in Literatur und Geschichte. Das alles verpackt in einer lebendigen Sprache mit spritzigen Dialogen, lassen keine Langeweile aufkommen. Gerade die Szenen und Gespräche mit Frettchen sind für mich immer wieder ein Highlight und zwar im witzigen, wie auch im nachdenklichen Sinne. Zum Lesevergnügen tragen ebenso die gut ausgearbeiteten, teils skurrilen Charaktere bei. Besonders die oftmals schrulligen Bewohner des Seniorenheimes finde ich klasse. Auch Roman Kaminski selbst ist eine sympathischer Figur mit Ecken und Kanten. Als großer Fan von Zitaten wurde ich in diesem Buch fast schon ein wenig überversorgt. Dennoch habe ich mich jedes Mal gefreut, wenn ich wieder ein Zitat entdeckt hatte. Insgesamt habe ich diesen Krimi gerne gelesen, denn die Mischung aus Spannung und Unterhaltung passt hier perfekt zusammen. Sollte es einen weiteren Roman von Dominique Horwitz geben, werde ich ihn sicher lesen.

Lesen Sie weiter

Tod in Weimar

Von: Heidi

08.02.2016

Zum Inhalt : Der ehemalige Schauspieler und Philosoph Roman Kaminski verdient sein Geld mit Kutsch Fahrten und Führungen in Weimar . Seine Hilfsbereitschaft bringt ihm den Job des Hausmeisters in der Senioren Residenz "Villa Gründgens " ein . Dort ist zuvor der Hausmeister verstorben . Trixi Muffinger die Leiterin des Heims kümmert sich um die Belange der greisen Bühnenkünstler die dort noch ihre verbleibenden Jahre verbringen möchten .Selbige möchten noch einmal das Stück "Die Räuber von Schiller auf die Bühne bringen. Und so entsteht der Schiller-Zirkel. Allerdings geschehen dort in kürzester Zeit mehrere Todesfälle . Da die Todesfälle sehr gehäuft auftreten , tritt der smarte Kommissar Marc Westfal auf den Plan. Um an die fehlenden Informationen zu kommen , erpresst Westfal , Kaminski mit ungerechten Beschuldigungen und zwingt ihn beim lösen des Falls . Er soll durch das Vertrauen der Bewohner an Informationen kommen Nach kurzer Zeit scheint es wohl doch so zu sein das alle Todesfälle einen natürlichen Hergang entspringen und die Akte der "Villa Gründgens" soll geschlossen werden . Kaminski ist erleichtert dem Kommissar keine Informationen mehr liefern zu müssen . Und entdeckt das doch nicht alles so ist wie es auf den ersten Blick scheint . Kaminski will es wissen und recherchiert auf eigene Faust . Mein Fazit : Ein klasse Roman für einen verregneten Sonntag . Das Buch liest sich super runter . Keine Schnörkel und keine Ösen an den Figuren .Man kann sie sich sehr gut im realen Leben vorstellen . Ebenso hat es mir sehr gefallen das es im Roman voran geht . Auf große Ausschweifungen oder Verstrickungen wurde hier verzichtet . Allenfalls können einen die philosophischen Zeilen ein wenig stören . Mir haben die einzelnen Zitate von Schiller sehr gefallen . Ebenso das die Handlung logisch und nachvollziehbar geschrieben worden ist . Dieser Roman hat genau die Länge die es braucht um einen schönen Nachmittag zu verbringen . Von mir gibt es 5 ***** und eine Kaufempfehlung Psssst ... übrigens ist das Ende anders als erwartet ;)

Lesen Sie weiter

Der Ein oder Andere kennt Dominique Horwitz aus den Weimar Tatorten als den Kutscher Kaminski. Jetzt hat er einen Krimi geschrieben, in dem der Kutscher Kaminski die Hauptrolle spielt. Ein super Krimi, mit viel Witz :-) Der Kutscher Kaminski hat ein sehr einfaches Leben in Weimar. Er verbringt die Tage damit, Touristen durch Weimar zu fahren und ihnen etwas zur Geschichte zu erzählen. Abends muss er sich um seinen verlassenen Hof kümmern, den er vom Großvater geerbt hat und der ihn zurück nach Weimar gebracht hat. Parallel kümmert er sich noch um eine wilde Pubertierende, die auch so ihre Probleme mit sich rumschleppt. Durch seine Gutmütigkeit kommt er zu einem Hausmeisterjob in der Seniorenvilla Gündgens. Hier verbringen die Reichen und nicht mehr so berühmten alten Herrschaften ihren Lebensabend und sterben plötzlich wie die Fliegen. Kaminski soll jetzt als Undercover-Polizist für einen ehrgeizigen Kommissar Westphal arbeiten, der ihm so manche Tat unterstellt und es auch noch auf Kaminskis Traumfrau Laura abgesehen hat... Hier ist wirklich von allem etwas dabei. Sehr viel Witz und Charm. Man kann sich wunderbar Dominique Horwitz als Kutscher durch Weimar fahrend, vorstellen. Und auch die anderen Charaktere sind sehr authentisch.

Lesen Sie weiter

Theatersaison im Seniorenheim

Buchhandlung beim Augarten Inh. Dr. Lieselotte Stalzer

Von: Dr. Lieselotte Stalzer aus Wien

25.08.2015

Roman Kaminski fährt Besucher der Goethe-Stadt Weimar mit seiner Kutsche zu den wichtigsten Schauplätzen der Stadt. Mit einem Zitat des Dichters „Wir haben genug Zeit, wenn wir sie nur richtig verwenden“ nimmt er seine Fahrgäste auf, zeigt ihnen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Schillers Wohnhaus, in dem heute das Schillermuseum untergebracht ist, das Goethe- und Schiller-Denkmal, das Weimarer Stadttheater. Manchmal führt ihn die große Tour zur KZ-Gedenkstätte Buchenwald. An einem Morgen, an dem „der Winter schon den Herbst umarmt“ erwartet ihn Frau Dr. Trixi Muffinger, Leiterin des Seniorenheims ‚Villa Gründgens‘ zu einer Ausfahrt mit potenziellen Kunden. Ein starker Ristretto in der Wilhelm-Meister-Schenke, kurze Zeit später steht er vor der Leiterin der Seniorenresidenz. Die Herrschaften sind jedoch etwas skeptisch, was den baulichen Zustand der Villa anbelangt und stellen angesichts des unerwarteten Ablebens des Hausmeisters die Frage, wer sich jetzt um die täglichen kleineren und größeren Arbeiten kümmern wird. Der Weimarkenner, Touristenführer und Kutscher Kaminski, verspricht vorübergehend auszuhelfen und tritt am kommenden Tag seinen Dienst an. „Haben die einen Theaterfundus geplündert und alles hier abgeladen?“ Die ‚Villa Gründgens‘ ist tatsächlich mit dem Theater verbunden, sie ist ein Alterssitz für Bühnenkünstler. Durch den „plötzlichen Herztod“ des Hausmeisters, werden die Probenarbeiten des „Schiller-Zirkels“ – sie planen ‚Die Räuber’ zu spielen - jäh unterbrochen: Weitere Todesfälle, die das Ensemble unter mysteriösen Umständen dezimieren, folgen. Da taucht Kommissar Westphal auf, der die Aufklärung der Todesfälle als Gelegenheit betrachtet, sich zu profilieren. Was hat er gegen Kaminski in der Hand, dass sich dieser als Undercover Detektiv für den (dem Leser unsympathischen) Ermittler zur Verfügung stellt? Bühnenreife Auftritte der Figuren und pathetische Dialoge vermitteln spannungsgeladene Theateratmosphäre. Weil es im Theater nie ohne Regisseur geht, gibt es diesen auch in Horwitz Kriminalroman. Seine Interpretation der Schillerschen Räuber wäre eine sehr moderne, „ein Brüller … wir rocken das Ding“. Das Ensemble widerspricht: „Aber die Sprache ist bei Schiller das Wichtigste.“ Dass dem nicht nur bei Schiller so ist, beweist der Autor auf jeder Seite. Die Charaktere des „Schiller-Zirkels“ tragen ihre Rollen auch im Alltag des Seniorenheims vor: leidenschaftlich, streitlustig, feierlich, mit großen Gesten unterstrichen. Einen deutlich anderen Sprachduktus haben der (wenn es um die Liebe geht) unsichere Kutscher Roman Kaminski, der karrieresüchtige Kommissar und eine vernachlässigte Jugendliche, genannt „Frettchen“. Dominique Horwitz hat seinen Beruf als Schauspieler mit großartiger, künstlerisch-kreativer Leichtigkeit in einen Kriminalroman, in dem auch komödiantische Elementen nicht fehlen, übertragen. „Der Mut wächst mit der Gefahr.“ Schillers ‚Räuber‘ sind dank dieses Romans im 21. Jahrhundert gut angekommen. Unbedingte Leseempfehlung.

Lesen Sie weiter

Roman Kaminski verdient seinen Lebensunterhalt mit Kutschfahrten durch Weimar. Als Weimarkenner ist er der ideale Touristenführer. Sein Weg führt ihn auch immer wieder an der Villa Gründgens, einer Seniorenresidenz für ehemalige Schauspieler, vorbei. Die Leiterin Trixi Muffinger hat ein Auge auf ihn geworfen und lässt Roman das auch unmissverständlich spüren. Sie hat ständig Sonderwünsche, die er auf der Stelle erledigen soll. Als plötzlich der Hausmeister der Villa tot aufgefunden wird, glaubt man zunächst noch an eine natürliche Ursache. Als sich die ominösen Sterbefälle mehren, hat Kommissar Westphal in Kaminski einen hilfreichen Partner. Dominique Horwitz wählt für seinen Krimi eine anspruchsvolle Sprache. Der Schauspieler spickt seinen ersten Krimi mit Zitaten der großen Schriftsteller wie Goethe und Schiller. Bei eingeworfenen Sätzen wie „Wär nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt es nie erblicken“, muss man den ansonsten recht turbulenten Krimi kurz unterbrechen, um sie auf sich wirken zu lassen. Die beschriebene Umgebung der heimlichen Hauptstadt der Literatur passt dazu optimal. Der Fall ist logisch konstruiert und folgt klassischen Strukturen. Der Mord wird nach der Vorstellung der Figuren entdeckt und bevor der Kommissar die richtigen Schlüsse zieht, treibt der Täter weiter sein Unwesen. Dem Leser werden dabei einige falsche Fährten geboten, die die Neugier auf das Ende erhöhen. Damit hat der Kriminalroman einen hohen Unterhaltungswert. Die Figuren sind mit Wiederkennungswert ausreichend gezeichnet, sodass man sich bald lesend heimisch fühlt. Immer wieder passieren dem Protagonisten aus Sorglosigkeit und seiner gutmütigen Art kleine Peinlichkeiten, die für Lacher sorgen. Auch die Bühnendarsteller des Schiller-Zirkels haben außerhalb des Theaters ein Eigenleben, das durchaus als Mordmotiv gelten kann. Der bei Weimar lebende Autor lässt hier seiner Begeisterung für die Stadt freien Lauf, ohne den ortsunkundigen Leser zu überfordern. Sprache, Handlung und Spannung passen hier wie ein gut eingespieltes Ensemble zusammen und ließen mich zufrieden zurück. Da der Augenblick aber nicht verweilte, hoffe ich, dass Kaminski nochmal Zeit hat, dem Kommissar zu helfen.

Lesen Sie weiter