Leserstimmen zu
Wenn nicht wir, wer dann?

Philipp Ruch

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Am Anfang ich habe gedacht, das ganze Buch ist über Flüchtlinge, aber es ist eigentlich ein Buch über politische Schönheit. Der Autor lädt uns alle ein, um Initiative zu nehmen, damit die Politiker und die mächtigen Leute etwas gegen die verschiedenen Konflikte auf dieser Welt machen. Wir sollen nicht warten auf jemanden, der ändert die Welt, sondern wir sollten die Welt ändern.

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Philipp Ruch vertritt in seinem neuen Buch »Wenn nicht wir, wer dann?« eine sehr eigenwillige Meinung, die ich sehr schlecht nachvollziehen und auch nicht vertehen kann. Diese Art von Antimodernismus ist für mich nicht nachvollziehbar.

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Philipp Ruchs Haupttheorie ist, dass eine Gesellschaft die individuell denkt, nicht sozial handeln kann. Konzentration in Medien auf negative Ereignisse und auf schlechte Eigenschaften, lassen ein Menschenbild entstehen, das vom Verlust der Empathie geprägt ist. So entsteht eine Gesellschaft, in der nur das Individuum existiert, keine Gemeinschaft mehr vorhanden ist. Blinde Wissenschaftsgläubigkeit kritisiert er ebenso wie er auch manche angeblich objektiven Ansprüche als von Ideologien gesteuert entlarvt. Und er fragt, ob und warum Psychoanalyse als Nabelschau stehen bleibt, statt in Handeln zu münden. Sein Hauptanliegen dieses Buches ist es, eine grundlegende 'Schönheit' in der Gesellschaft zu verankern. Das heißt für Philipp Ruch unser Denken und Handeln auf positive Aspekte zu richten. Klingt ein bisschen nach einem esoterischen Konzept. Aber brauchen wir das nicht in unserer sogenannten modernen Welt, in der uns „längst nicht mehr nur Gleichgültigkeit und Vergesslichkeit […] umtreibt, sondern attestierbare, tatsächlich vorhandene Sinnlosigkeit. […] in der wir „ uns als wertlos empfinden, nicht weil wir wertlos sind, sondern weil unser Tun als Bewohner einer der mächtigsten Länder der Welt keinen Sinn ergibt. Es könnte anders sein.“ (Seite 112) Ich sehe hinter seinem Konzept einen radikalen Humanismus, bei dem es nicht um Optimierung geht. Humanismus ist kein fades Überbleibsel aus der Vergangenheit, sondern die Überlegung, dass die kühle Analyse des Modernismus eine Welt bar jeden Zaubers schafft. Er stellt so das kühle Ich, das gesellschaftlich akzeptiert werden will dem warmen Ich gegenüber, das auch mal wieder in den Arm genommen werden möchte. Eine kompromisslose Weltansicht? Mag sein. Aber lohnt es sich nicht, den erniedrigten Menschen endlich wieder in das Zentrum der Welt zurückzubringen? Kompromisslos ist das Buch auch, weil in sein Menschenbild auch und vor allem Selbstverantwortung mit beinhaltet. Und weil er sich gegen die Zweiteilung der Menschen in Macher und Opfer richtet. Das Buch liefert keine alltagstauglichen Rezepte zum Widerstand und auch keine aktuelle Analyse deutscher Politik. Es ist eher ein Essay, als ein politisches Manifest. Trotzdem ist es lesenswert, weil es uns klar macht, dass jeder selbst entscheidet, welches Menschen- und Weltbild und damit auch welches Selbstbild er haben will. "Wir müssen uns entscheiden. Jeder Einzelne muss sich bekennen." (Seite 197) Mich hat überzeugt, dass sich jeder der eigenen Rolle in unserer Gesellschaft bewusst werden muss. Menschen wie Sophie Scholl, Oskar Schindler oder Willi Brandt bei seinem Kniefall haben getan, was sie getan haben, weil sie wussten, dass es auf sie selbst ankommt. Wenn Sie daran zweifeln, dass es auf sie persönlich ankomme, dann lesen Sie dieses Buch. Jeder kann handeln und jeder kann die Welt verändern. Wir brauchen uns nur dafür zu entscheiden.

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Ich wünschte, ich hätte das Buch damals, mit 18, 19 zu Weihnachten geschenkt bekommen. Ruch räumt mit der Ideengeschichte auf und macht einem klar, dass man selbst entscheidet, was man für ein Menschen- und Weltbild und letztendlich auch Selbstbild hat. Seine Abrechnung mit den Naturwissenschaften ist keine Verneinung der durch sie gewonnenen praktischen Fähigkeiten, sondern der Hinweis darauf, dass das Bild vom Menschen der aus "80% Wasser" besteht, höchstens die halbe Wahrheit sein kann. Was wir wie selbstverständlich verinnerlicht haben, wird hier einem Bild vom Menschen mit Seele, mit Würde, mit einem der Menschheit eigenen Wert entgegengesetzt. Der Aufruf zur Größe und Schönheit und dazu, sich der eigenen Rolle in der Geschichte bewusst zu werden, ist großartig. Leute wie Sophie Scholl oder Oskar Schindler haben getan, was sie getan haben, NUR weil sie wussten, dass es auf sie selbst ankommt, einen Unterschied zu machen. Wer heute daran zweifelt, dass es auf ihn ankomme, der lese dieses Buch. Wir sind handlungsfähig und wir werden die Welt verändern. Alles, was wir tun brauchen, ist, uns dafür zu entscheiden. Grandiose Einsichten, philosophisch, pädagogisch und therapeutisch absolut wertvoll! Lesenswert für jeden, ich denke aber insbesondere für junge Menschen ab 17 ein Muss.

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Das zumindest ist eine der Haupttheorien dieses Manifests. Anhand mehr oder weniger bekannter Argumentationen von Locke bis Freud schlüsselt Philipp Ruch auf, dass eine Gesellschaft, die sich individualisiert denkt, nicht sozial interagieren kann. Er sieht das Problem vor allem in der Zentrierung auf schlechten Eigenschaften, die vorausgesetzt werden bei der Betrachtung des Mitmenschen. Damit einher geht der Verlust der Empathie, am Ende steht eine Gesellschaft, in der nur das Individuum existiert, keine Gemeinschaft mehr vorhanden ist. Ein Anliegen des Manifests ist es, eine grundlegende 'Schönheit' in der Gesellschaft zu verankern, eine Betonung des Denkens und Handelns auf positive Aspekte zu verlagern. Was nach einem esoterischen Konzept klingt, leitet sich als Gegenpunkt zur Betrachtung materieller Kräfte ab und basiert auf dem eigentlich klassischen Substanzdualismus. Allerdings holt Ruch die Thematik in ein modernes Heute mit modernen Problemen. Natürlich wird hier auch die Problematik rund um die Aufnahme und Unterbringung von Kriegsflüchtlingen aufgegriffen. Aber viel mehr als eine auf selbstständiger Moral basierende Gesellschaft wünscht sich Ruch eben eine 'schöne' Politik. Wer sich das Buch zulegt, um eine Lösung für die Fragen rund um die Integration von Flüchtlingen, den deutschen Waffenhandel oder die europäische Politik zu finden, wird gegebenenfalls nach dem zweiten Vorwort geistig aussteigen. Was das Buch ebenfalls nicht tut ist, in irgendeiner Weise die Aktionen des ZPS näher zu besprechen oder gar zu rechtfertigen. Das Buch ist nur ansatzweise ein Manifest, nur teilweise politisch und auch wenig praxisbezogen. Es setzt voraus, dass der Leser sich irgendwann schon einmal auf das Gedankenlevel begeben und hinterfragt hat. In dieser Funktion als Essay ist das Buch empfehlenswert und sympathisch geschrieben. Ich würde dem Buch die Leser wünschen, die es gern hätte, zweifle jedoch stark, dass es seine Zielgruppe erreicht. Das liegt zum einen daran, dass der Verlag beschlossen hat einen “ZPS”-Sticker auf das Cover zu klatschen, zum anderen am Klappentext, der darauf schließen lässt, dass es in diesem Buch um Flüchtlinge gehen wird. Sollten Sie das Buch also am Bahnhof auf einem Büchertisch zwischen Ulfkotte, Sarrazin und den Memoiren irgendeines Kanzlers finden, retten Sie es bitte!

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Ja, Politik muss zurück in die Hände derer, die einiges ändern wollen! Ruchs Streitschrift ist anregend für alle, die jenseits von Parteipolitik und Egozentrismus dem Gemeinwohl Priorität geben werden. Der Streitschrift fehlt leider die Umsetzung, die konkreten Schritte. Dazu könnte die Konvivialismus-Debatte etwas beitragen. Selbst die lässt eine Realisierungsstrategie vermissen. Die ist zu finden beim Politkünstler und der aufgehenden Sonne Carl Maria Schulte. Er setzt sich ein für einen BÜRGER-Verfassungskonvent 2016 für D und die EU. Zur Hälfte gewählt vom Volk und zur Hälfte gelost. So bekommen wir mehr Citoyens mit Kreativität und innerer Unabhängigkeit. Konventsaufgaben: Reduzierung Bundesländer spart 500 Millionen Euro, 2. Kammer BÜRGER-Senat implementieren, gerechtes Finanzsystem etc.. Wenn nicht JETZT, wann dann? Gemäß den Songs von Patti Smith, John Lennon und Bob Marley z.B: Power to People NOW! SMITH: where there were deserts I saw fountains / exchanging visions / we can turn the world around... Ullrich in der ZEIT: Ruchs Text ist kein dadaistisches Manifest und keine literarische Phantasie. Es ist das "Manifest" von einem, der mit aller Gewalt in die Geschichte eingehen will ...

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