VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Leserstimmen (35)

Teresa Simon: Die Holunderschwestern

Die Holunderschwestern Blick ins Buch

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 9,99 [D] inkl. MwSt.
€ 10,30 [A] | CHF 13,90*
(* empf. VK-Preis)

Taschenbuch, Klappenbroschur ISBN: 978-3-453-41923-0

Erschienen: 13.06.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub), Hörbuch Download

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

Kundenrezensionen

5 Sterne
(22)
4 Sterne
(12)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)

Ihre Bewertung

Leserstimme abgeben

Voransicht

Zwei ungleiche Schwestern in einer tragischen Epoche

Von: Bettina Hertz Datum : 26.08.2017

Katharina, Restauratorin, liebt ihren Beruf und hat sich einen Traum erfüllt: Zusammen mit ihrer Freundin Isi betreibt sie eine eigene Werkstatt. Eines Tages steht der Engländer Alex Bluebird aus London vor ihrer Tür und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny. Katharina ist sehr überrascht, sie hat ihre Urgroßmutter zwar noch kennengelernt, war aber selbst noch sehr klein. Geblieben sind von ihr die legendären Kochbücher, da sie selbst genauso leidenschaftlich kocht wie einst ihre Urgroßmutter. Die Tagebucheinträge reichen bis ins Jahr 1918 zurück. Fanny schildert ihre Erlebnisse in einer bewegenden Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg in München. Dort arbeitet sie als Köchin bei Familie Rosengart und es entsteht zur Tochter des Hauses, Alina, eine tiefe Freundschaft, sehr zum Verdruss ihrer eifersüchtigen Zwillingsschwester Fritzi. Was ist damals geschehen, dass Fannys Zwillingsschwester Fritzy bis zum heutigen Tage totgeschwiegen wird? Sie taucht immer tiefer in Fannys Aufzeichnungen ein und kommt einem unglaublichen Verrat auf die Spur.
Die Holunder Schwestern aus der Feder von Teresa Simon lässt eine sehr bewegende Zeit wieder zum Leben erwecken. Wie bei "Die Frauen der Rosenvilla" zeichnet sich auch dieser Roman durch einen einzigartigen Schreibstil aus. Er ist sehr spannend und gleichzeitig gefühlvoll zu lesen, durch eine wunderbare bildhafte Schreibweise lässt uns Teresa Simon vor allem München kennenlernen. Außerdem gibt es passend zum Thema Kochen wunderbare Rezepte herrlicher Gerichte.
Der Perspektivenwechsel zwischen der Vergangenheit und Gegenwart ist absolut gelungen. Die Erlebnisse von Fanny zwischen den beiden Weltkriegen sind hervorragend mit den historischen Fakten kombiniert. Die Charaktere sind sehr authentisch dargestellt und man fiebert mit Ihnen mit. Durch die Tagebucheinträge ihrer Urgroßmutter Fanny werden vor allem die Frauen aus Katharinas Familie zum Leben erweckt und sie setzt Puzzle um Puzzle zu einem Gesamtbild zusammen, das so manche Überraschung hervorbringt.
Der Roman hat mir wieder super gefallen, ich kann ihn sehr empfehlen und vergebe hierfür fünf Sterne. Ich freue mich schon auf Teresas nächsten Roman.

Eine spannende Familiengeschichte über zwei Zeitebenen

Von: lifetime-hours Datum : 21.01.2017

lifetime-hours.blogspot.de/

Meine Erwartungen:
Besonders gefreut habe ich mich neben dem deutschen Schauplatz vor allem die zwei verschiedenen Zeitebenen. Nämlich ab 1918 und im Jahr 2015. Außerdem habe ich gehofft, dass mir beide Hauptcharaktere in beiden Zeiten mir schnell ans Herz wachsen und ich mich in sie hineinversetzen kann. Zwar ist es ein recht dickes Buch mit seinen knapp 500 Seiten, aber wenn der Schreibstil gut ist, dann geht das ziemlich schnell.

Gedanken während dem Lesen:
Ich hätte erwartet, dass ich schneller durch das Buch komme, was jedoch nicht der Fall war. Ganze 4 Wochen hing ich an dem Buch, was aber definitiv nicht am Schreibstil oder der Geschichte lag. Nur muss ich zugeben, dass ich so historische Geschichten nicht so schnell durchsuchten kann, egal, wie spannend und abwechslungsreich sie sind. Denn ich habe dieses Buch wirklich sehr genossen und habe die ganzen Charaktere in mein Herz geschlossen. Die ganze Familie von Katharina ist zwar sehr unterschiedlich, aber alle in ihrer Art besonders und herzensgut.

Der Handlungsstrang in den Nachkriegszeiten des 1. Weltkrieges fand ich super spannend, da man in der Schule mehr oder weniger nur alles über den 2. Weltkrieg und was danach ablief, lernt und den 1. Weltkrieg bzw. das Danach nicht analysiert wird. Und gerade so persönliche Geschichten sind am spannendsten und machen die Zeit so interessant. Die Geschichte um Fanny und ihre Schwester Fritzi hat mich total mitgenommen, geschockt und auch ergriffen. Höhen, Tiefen und vor allem die Machtergreifung der Rechten war wirklich schleichend, aber irgendwann so präsent, das man schnell mitten drin war.

Gegen Ende wurde es dann nochmal richtig spannend - und das nicht nur in der früheren Geschichte, sondern auch bei Katharina privat. Spannend wurde es zwar, aber das Ende ging trotzdem ziemlich schnell bzw. wurde schnell erzählt.

Mein Fazit:
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen und Spaß gemacht zu lesen. Auch wenn ich etwas länger dafür gebraucht habe, kann ich sagen, dass es eine tolle Geschichte über viele Generationen ist, die mitreist und Spaß macht.

Das Nachwort der Autorin lässt nochmal alles intensiver wirken und die angehängten Rezepte von Fanny sind einfach wunderbar und ein kleiner Zusatz, den es nicht in jedem Buch gibt.

Die Holunderschwestern

Von: Klusi Datum : 12.01.2017

klusiliest.blogspot.de/

In der Rahmenhandlung geht es um die Restauratorin Katharina Raith, die zusammen mit ihrer Partnerin und besten Freundin Isi eine gut gehende Werkstatt betreibt. In ihrer Freizeit kocht Katharina sehr gerne, bevorzugt Gerichte aus der alten, handgeschriebenen Kladde, in der ihre Urgroßmutter Fanny ihre Rezepte und persönlichen Tipps aufgeschrieben hat. Franziska Raith, wie Fanny eigentlich hieß, hatte in jungen Jahren ihre Heimatstadt Weiden verlassen und war nach München gegangen, wo sie als Köchin arbeitete.
Eines Tages steht ein fremder junger Engländer vor Katharinas Tür. Alex Bluebird, wie er sich vorstellt, hat einige alte Fotos dabei und das Tagebuch von Fanny. Katharina ist völlig verblüfft und kann sich gar nicht vorstellen, wie das Tagebuch ihrer Urgroßmutter nach England gekommen sein soll. Neugierig beginnt sie zu lesen.

Zusammen mit Katharina tauchen wir, während sie in Fannys Tagebuch liest, in eine andere Zeit ein. Wir lernen Fanny kennen, als sie mit dem Zug nach München unterwegs ist. Während der Fahrt macht sie Bekanntschaft mit einer jüdischen Familie und freundet sich mit der Tochter Alina an. Es ist nicht leicht für die junge Frau, in München Fuß zu fassen, aber als Fanny ihren Arbeitsplatz als Weißnäherin verliert, nimmt die Familie Rosengart sie als Köchin bei sich auf. Sie verbringt eine glückliche Zeit bei Alina, die ihr zur besten Freundin wird und deren Familie. In der großen Stadt fühlt sie sich wohl, und bald kommt sie auch in Kontakt mit Münchner Künstlerkreisen und kocht für sie so manches Festessen. Eines Tages steht Fannys Zwillingsschwester Fritzi vor der Tür. Auch sie möchte in München bleiben und eine Anstellung finden. Es brechen schwierige Zeiten an, und einige tragische Ereignisse sowie Fritzis Eifersucht entfernen die Zwillingsschwestern immer mehr voneinander. Aber wie Fanny es ausdrückt: Es geht nicht mit ihr, aber auch nicht ohne sie.

Gerade die Einblicke in die Vergangenheit von Katharinas Familie, die man im Roman durch die detaillierten Schilderungen aus Fannys Tagebüchern erhält, haben mich fasziniert. Die frühere Handlung spielt im Zeitraum zwischen den beiden Weltkriegen. Es ist eine Zeit des Umbruchs, die Monarchie wird abgeschafft und vorübergehend entsteht eine Räterepublik. In dieser Zeit werden die Nationalsozialisten und ihr Einfluss immer stärker. Für die Familie Rosengart brechen schwere Zeiten an, denn Juden sind in München nicht mehr sicher.
Für mich waren die Schilderungen der damaligen Zeit besonders eindrucksvoll, weil es diverse Parallelen zwischen Fannys und meiner Familie gibt, denn auch meine Urgroßmutter war Köchin in München, und einige ihrer Rezepte von damals haben wir in der Familie bewahrt. Auch musste ich beim Lesen oft an meine Großeltern denken, die sich ebenfalls im Zeitraum der Handlung kennengelernt haben. Es sind mir daher immer wieder Details aus alten Erzählungen zu meiner eigenen Familiengeschichte eingefallen. Der Erzählstrang über die Vergangenheit hat mich absolut fasziniert, und mir ging es so wie Katharina mit Fannys Tagebüchern, ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Spannend fand ich auch die vielen Details zu Künstlern dieser Zeit, denn Fanny lernt nicht nur Paul Klee und seine Familie kennen, sondern viele weitere interessante Menschen, die damals in München gelebt haben. Hier wurde sehr viel Reales in die Handlung aufgenommen, und die detaillierten Beschreibungen der Schauplätze tun ein Übriges, den Leser zu fesseln.

Die Abschnitte, die in der Gegenwart spielen, sind für mein Empfinden wirklich nur ein netter Rahmen. Hier hatte ich manchmal den Eindruck, dass die Handlung mit Hilfe einiger Zufälle, die mir manchmal nicht so ganz glaubwürdig erschienen, zurechtgebogen wurde. Auch wurden hier im zwischenmenschlichen Bereich noch ein paar Dramen eingefügt, die für mein Gefühl unnötig waren, weil sie etwas konstruiert wirkten. Ich finde, die Tragödien der Vergangenheit hätten völlig ausgereicht. Leider geht aufs Ende zu alles ziemlich schnell, und einige Nebenzweige der Handlung verlaufen irgendwo im Nichts. Es klärt sich nicht alles, und zu manchen Ereignissen hätte ich gerne etwas mehr erfahren. Trotz meiner kritischen Anmerkungen hat mir der Roman aber insgesamt ausgesprochen gut gefallen, schon aus dem Grund, weil mich die Vergangenheit emotional sehr berührt hat. Auch gibt Fanny am Schluss noch einige bayerische Rezepte preis, und beim Lesen musste ich schmunzeln, denn alle hätten auch aus dem Kochbuch meiner eigenen Urgroßmutter stammen können.

Geheimnisvolle, spannend erzählte Familiengeschichte

Von: Biggi Friedrichs Datum : 09.01.2017

vergessenebuecher.blogspot.de/

Bei Katharina Raith, Single, Anfang 30 und Restauratorin in München, taucht plötzlich ein sympathischer Engländer auf, der ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter bringt. Katharina ist natürlich neugierig und beginnt diese Aufzeichnungen zu lesen. Die sehr geheimnisvollen Einträge bringt Katharina dazu, über das Leben ihrer Urgroßmutter Fanny, die 1918 von Weiden nach München gezogen ist, zu recherchieren.

Über die Tagebucheinträge erfahren wir die tragische Geschichte von Fanny und ihrer Zwillingsschwester Franzi.

Teresa Simon hat diese Familiensaga sehr fesselnd und spannend erzählt. Von der ersten Seite an war ich mitten im Geschehen und war gespannt darauf, ob am Ende der Geschichte wohl alle Familiengeheimnisse, die in der Story so nach und nach ans Licht kommen, aufgedeckt werden können.

Die Charaktere in dieser Familiensaga sind sehr lebendig gezeichnet. Fanny und Katharina sind sehr sympathisch.

Der Erzählstrang 1918 in München spielt zu einer düsteren Zeit und ist entsprechend für Tragödien in Geschichten prädestiniert. Die Autorin scheint über diese Zeit sehr genau recherchiert zu haben.

Am Ende der Geschichte sind einige von Fannys Lieblingsrezepten aufgelistet, die zum Nachkochen einladen.

5/5 Sterne für diese spannende, geheimnisvolle Familiengeschichte mit vielen Wendungen.

Ein wundervoller Roman zwischen zwei Zeiten

Von: Yvonne Santjohanser Datum : 08.01.2017

booksandevengel.blogspot.de

Inhalt:

1918 in München: Franziska – die von allen Fanny genannt wird – will weg von ihrer Heimat und ist auf den Weg nach München unterwegs. Auch so sehr Sie sich freut endlich von dort fliehen zu können, ist ihr Weg nicht nur mit glücklichen Augen zu sehen, sondern auch mit einem traurigen. Denn Fanny muss ihre Zwillingsschwester Friederike zurücklassen. Auch wenn es eine noch so schwere Entscheidung für Fanny war, musste Sie es einfach tun. Als Fanny nun endlich im Zug sitzt, dauert es nicht lange, bis eine reiche Witwe Namens Dora, in den Zug steigt. Nicht alleine, sondern mit ihren beiden Kindern. Zu diesem Zeitpunkt, weiß Fanny noch nicht, was das Schicksal alles für sie bereit hält.

München im Jahr 2015. Katharina bekommt einen seltsamen Brief zugestellt, der von ihrer Urgroßmutter Franziska sein soll. Doch als sie den Brief liest kommen ihr so manche Fragen in den Kopf. Warum werden die Briefe von Franziska in London verwahrt? Sie war ja nur eine einfache Köchin dort zu der damaligen Zeit.

Zum Cover:

Das Cover ist zauberhaft und schreit förmlich danach, das man es anfasst. Ein richtiger Hingucker.

Meine Meinung:

Es war mein erstes Buch, der Autorin, das ich gelesen hab. Aber es musste auch sein und ich hab mich schon riesig drauf gefreut, da ich schon soviel gutes gehört habe. Es war eine wundervolle Geschichte, die tief in das Jahr 1918 zurück geht. Auch da es in München und in Weiden spielt, war es für mich eigentlich schon fast ein Muss! Ich merke immer wieder das mir auch historische Geschichten, sehr gut gefallen. Sowie auch dieses Buch.

Es geht um Familien Geheimnisse, die Teresa Simon sehr spannend umsetzt. Die Autorin hat einen ganz besonderen Schreibstil, der einen wirklich festhält. Einfach nur außergewöhnlich.

Katharina hat mir sehr gut als Charakter gefallen, da sie fand ich, nicht die typische Frau ist. So ging es mir zumindest. Da sie ihren Traum erfüllt hat, der nicht wirklich typisch Frau ist, was mir gefallen hat. Ich selbst war sehr neidisch darüber, das sie diesen Job hat, den hätte ich auch sehr gerne gehabt.

Mich hat es auch überrascht und gefreut, das Namen von eigentlich bekannten Leuten drin vorkamen. Welche verrate ich natürlich nicht, das müsst ihr schon selbst lesen. ;) Aber das fand ich eine super tolle Idee.

Man bekommt auch sehr starke Einblicke, in die Zeit von früher. Was alles an Luxus war, was sich nicht jeder leisten konnte.

Kochtipps bekommt man auch genügend mit :D vor allem aber auch, echt viel Hunger ^^. Bei den ganzen leckeren Gerichten, kann da einem schon das Wasser im Mund laufen.

Wer einen schönen Tag verbringen möchte, mit einem guten Buch, würde ich auf alle Fälle zu diesem Buch raten. Es ist was fürs Herz, aber dennoch auch spannend, was das Geheimnis betrifft.
Man lernt viele tolle Charaktere kennen, die einen das Herz erwärmen.

anfangs schwächer aber zum Ende hin sehr stark

Von: beloved books by tine Datum : 24.10.2016

lovelybooksbytine.blogspot.de

München 1918. Die junge Fanny – Franziska – sitzt im Zug nach München und will der Provinz entfliehen. Ihre sensible Zwillingsschwester Friederike musste sie zurücklassen. Als die reiche Witwe Dora mit ihren beiden Kindern zusteigt, ahnt Fanny noch nicht, dass ein tragisches Schicksal seinen Anfang nimmt. München 2015. Katharina erhält einen Brief aus London: In einem Archiv wurden Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska gefunden. Katharina wird neugierig. Wie kommt es, dass die Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter, einer einfachen Köchin, in London verwahrt werden?




Eckdaten:
Taschenbuch: 512 Seiten - 9,99€
Kindle: 513 Seiten - 8,99€
Verlag: Heyne Verlag (13. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453419235
ISBN-13: 978-3453419230




Katharina ist Möbelrestauratorin in München. Sie und ihre beste Freundin haben ein eigenes Geschäft.
Eines Tages kommt ein junger Engländer namens Alex Bluebird zu ihr und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska aus dem Jahr 1918.
Dazu gibt es viele offene Fragen. U.a.: Warum wurden die Tagebücher in London verwahrt, warum weiß sie nichts von der Zwillingsschwester von Franziska und warum sind alle bei diesen Themen verschwiegen.
Nach und nach liest sie alle Tagebücher durch und es tauchen mit jeder Seite neue Fragen auf, die sich erst am Schluss beantworten lassen.
Was dahinter steckt müsst ihr selbst lesen.


Der Einstieg in diese Geschichte fiel mir sehr schwer. Dies liegt an folgenden Punkten:
1. Die Arbeit einer Restauratorin wurde gut recherchiert, doch es kam mir vor wie eine Anleitung in einem Lehrbuch. Es war eine stichpunktartige Beschreibung Schritt für Schritt, wann sie was warum macht und was dann passiert und wie es weiter geht usw. Das war alles zu viel, denn ich wollte einen Roman lesen und keine Restauratorin werden. Natürlich weiß ich, dass ein Roman ohne Recherche nicht authentisch wirkt, aber es war einfach zu viel und zu oft. Wäre Leidenschaft aus den Sätzen herauszulesen gewesen, hätte ich es durchaus toleriert.
2. Es wurde erst nach der Hälfte interessant. Es war schon spannend, aber auf eine langweilige Art und Weise erzählt. Es passierte viel, was wenig Sinn ergab, weswegen mir der Elan zum weiter lesen fehlte, dieses bestimmte Etwas.
Das kam erst ab Seite 300, als - ACHTUNG SPOILER! - Seiten fehlten - Dadurch wurden viele Sachen/Jahre übersprungen. Es kam die Zeit zum miträtseln und ich wurde hineingezogen.
Ich finde es sehr schade, dass es erst so spät kam.
3. Für die ersten Seiten brauchte ich ca 1 Monat und das finde ich eine sehr lange Zeit. Es war auch ab dem Anfang eine schöne Geschichte, aber die Spannung aus dem ersten Roman "Die Frauen der Rosenvilla", die von der ersten Seite an da war, durch die verschiedenen Briefe, die durcheinander gewürfelt waren und man nicht wusste, wer wann was geschrieben hat, war nicht drin. Ich hatte keinen Drang, sofort zu wissen, wie es weiter geht.


Trotz allem finde ich dieses Buch gut gelungen. Die Geschichte ich sehr bewegend und ich mag sie. (Im Großen und Ganzen betrachtet)


Der Schreibstil war wieder flüssig und alles wurde gut beschrieben, man hatte immer ein Bild vor Augen, an welchem Schauplatz man war.


Wenn von Teresa Simon ein weiteres Buch erscheint, werde ich es auf jeden Fall wieder lesen und hoffe, dass dann die Spannung von Anfang an wieder da ist.

Rezension zu "Die Holunderschwestern"

Von: Leben_in_den_Seiten Datum : 15.10.2016

www.lebenindenseiten.blogspot.de/

Titel: Die Holunderschwestern
Autorin: Teresa Simon
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-41923-0
Seitenanzahl: 494





Inhalt

Zwei ungleiche Schwestern.
Eine tragische Epoche.
Eine Liebe, die nicht sein darf.

München. Die talentierte Restauratorin Katharina Raith hat sich gerade einen Traum erfüllt und ihre eigene Werkstatt eröffnet. Da steht eines Tages Alex Bluebird aus London vor ihrer Tür und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny. Sie reichen zurück bis ins Jahr 1918, als Fanny nach München kam und sich in den vornehmen Kreisen einen Namen als Köchin machte. Ihre sensible Zwillingsschweste Fritzi ließ sie in der Provinz zurück. Doch eines Tages stand Frizti vor Fannys Tür - und setzte eine fatale Kette von Ereignissen in Gang ...


Wie kam ich zum Buch?

Ich habe über das Bloggerportal beim Heyne Verlag dieses Buch als Rezensionsexemplar angefragt und es glücklicherweise erhalten.

Meine Meinung

Wer meinen Blog verfolgt hat, wird vielleicht bemerkt haben, dass ich ein Interesse für Familiengeschichten entwickelt habe. Diese Geschichte hat mein Interesse nur weiter gesteigert, denn es wimmelt hier nur so von Geheimnissen und Tragödien.
Es wird aus 2 Sichtweisen und Zeitabschnitten erzählt. Einmal aus der Sicht Katharinas im Jahr 2015 in München und aus der Sicht Franziskas bzw. Fannys ab dem Jahr 1918 ebenfalls in München. Beide Geschichten waren sehr interessant und ich habe sowohl gerne etwas über Fannys Leben während des 1. Weltkriegs und zur Zeit des Nationalsozialismus als auch über Katharinas Leben mit der Schreinerei und Alex Bluebird erfahren.
Der Schreibstil ist wirklich angenehm und man taucht in diese Geschichte ein.
Die Personen sind sehr zahlreich, was mir das ein oder andere mal Probleme bereitet hat, da ich den Namen keiner Person zuordnen konnte, doch das stört nicht weiter. Desweiteren fand ich die Charakterentwicklungen sehr interessant, die im Verlaufe des Buches stattgefunden haben. Da wird ein Mann, der mir anfangs noch sympathisch und charmant erschien schnell zu einem widerwärtigen Ekelpaket. Doch das gehört nun einmal zum Leben dazu und deshalb fand ich es so toll, dass hier jede Person ihren ganz eigenen Charakter hat und dass man sehen kann, wie er durch die Zeit, in der sie leben, verändert wird. Grandios gemacht.
Gerade einige Passagen zu Zeiten Fannys haben mich sehr berührt und das ist wirklich nicht einfach.
Alles in allem hat mir das Buch wirklich unglaublich gefallen und wem wie ich solche Familiengeschichten gefallen, der sollte sich das Buch holen.
P.S. Hinten sind auch noch die Rezepte von Fanny aufgeschrieben. Also wer gerne in der Küche aktiv werden möchte, findet hier Anregungen .

Ein Familiengeheimnis aus der Vergangenheit spannend verpackt: Was will man mehr?

Von: Buchherz Datum : 21.09.2016

https://buchherz.wordpress.com

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1918 macht sich die junge Franziska auf den Weg von der Provinz nach München. Auf dem Weg in das Abenteuer ihres Lebens musste Fanny ihre sensible Zwillingsschwester Friederike zurücklassen. Schon im Zug nach München hat sie ihre erste schicksalhafte Begegnung mit der reichen Witwe Dora und ihren Kindern Alina und Bubi. Schon bald macht Fanny sich einen Namen als Köchin, bis durch die Ankunft ihrer Schwester eine Kette von unerwarteten Ereignissen ausgelöst wird.

In München im Jahr 2015 lebt die erfolgreiche Restauratorin Katharina und führt ein glückliches Leben. Bis sie eines Tages mit den Tagebüchern ihrer Urgroßmutter Franziska überrascht wird. Alex Bluebird ist extra aus London angereist, um Katharina die Bücher zu übergeben. Sofort ist Katharinas Neugier geweckt und sie beginnt die Vergangenheit ihrer Familie genauer unter die Lupe zu nehmen.

Meine Meinung

Die Holunderschwestern von Teresa Simon ist ein Familienroman mit zwei verschiedenen Handlungssträngen. Eine Handlung spielt ab dem Jahr 1918 in München aus der Perspektive von Franziska und der andere Strang ist im Jahr 2015 ebenfalls in München mit Katharina. Abwechselnd berichten beide jungen Frauen über ihre Leben, die so eng miteinander verknüpft sind und decken nach und nach ein Geheimnis auf. In einem angenehmen und leicht zu lesenden Schreibstil schafft die Autorin es, den Leser gänzlich in die Welt der beiden Frauen eintauchen zu lassen.

Beide Hauptcharaktere Fanny und Katharina sind starke, ruhige Persönlichkeiten, die jedes Problem, das sich ihnen in den Weg stellt bewältigen. Trotzdem haben beide Frauen auch ihre Schwächen und Ängste, die sie sich nicht so leicht eingestehen wollen. Dadurch wirken beide sehr sympathisch. Auch die Nebencharaktere sind liebevoll von der Autorin ausgearbeitet: Isi die beste Freundin und Geschäftspartnerin von Katharina ist vorlaut, impulsiv und selbstbewusst. Alex ist der perfekte englische Gentleman und Fannys Zwillingsschwester Fritzi ist unüberlegt und anhänglich.

Fanny und ihre Urenkelin Fritzi verbindet ein schreckliches Geheimnis aus der Vergangenheit. Die Auflösung des Familiengeheimnisses am Ende ist wirklich packend geschrieben, da die Spannung sich immer weiter zuspitzt. Leider war das Geheimnis für mich nicht überraschend, da ich schon vorher die richtige Lösung vermutet hatte.

Fazit

Die Holunderschwestern von Teresa Simon ist ein wundervoll leicht geschriebener Familienroman über ein schreckliches Geheimnis aus der Vergangenheit. Die wechselnden Perspektiven und Zeiten, von Fanny in der Vergangenheit und Katharina in der Gegenwart, gestalteten die Handlung extrem spannend und abwechslungsreich. Das Familiengeheimnis ist jedoch schon voraussehbar und wenig überraschend. Trotzdem ein fesselnder Roman für einige gemütliche Lesestunden an einem verregneten Herbsttag. ,Kurz nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1918 macht sich die junge Franziska auf den Weg von der Provinz nach München. Auf dem Weg in das Abenteuer ihres Lebens musste Fanny ihre sensible Zwillingsschwester Friederike zurücklassen. Schon im Zug nach München hat sie ihre erste schicksalhafte Begegnung mit der reichen Witwe Dora und ihren Kindern Alina und Bubi. Schon bald macht Fanny sich einen Namen als Köchin, bis durch die Ankunft ihrer Schwester eine Kette von unerwarteten Ereignissen ausgelöst wird.

In München im Jahr 2015 lebt die erfolgreiche Restauratorin Katharina und führt ein glückliches Leben. Bis sie eines Tages mit den Tagebüchern ihrer Urgroßmutter Franziska überrascht wird. Alex Bluebird ist extra aus London angereist, um Katharina die Bücher zu übergeben. Sofort ist Katharinas Neugier geweckt und sie beginnt die Vergangenheit ihrer Familie genauer unter die Lupe zu nehmen.

Meine Meinung

Die Holunderschwestern von Teresa Simon ist ein Familienroman mit zwei verschiedenen Handlungssträngen. Eine Handlung spielt ab dem Jahr 1918 in München aus der Perspektive von Franziska und der andere Strang ist im Jahr 2015 ebenfalls in München mit Katharina. Abwechselnd berichten beide jungen Frauen über ihre Leben, die so eng miteinander verknüpft sind und decken nach und nach ein Geheimnis auf. In einem angenehmen und leicht zu lesenden Schreibstil schafft die Autorin es, den Leser gänzlich in die Welt der beiden Frauen eintauchen zu lassen.

Beide Hauptcharaktere Fanny und Katharina sind starke, ruhige Persönlichkeiten, die jedes Problem, das sich ihnen in den Weg stellt bewältigen. Trotzdem haben beide Frauen auch ihre Schwächen und Ängste, die sie sich nicht so leicht eingestehen wollen. Dadurch wirken beide sehr sympathisch. Auch die Nebencharaktere sind liebevoll von der Autorin ausgearbeitet: Isi die beste Freundin und Geschäftspartnerin von Katharina ist vorlaut, impulsiv und selbstbewusst. Alex ist der perfekte englische Gentleman und Fannys Zwillingsschwester Fritzi ist unüberlegt und anhänglich.

Fanny und ihre Urenkelin Fritzi verbindet ein schreckliches Geheimnis aus der Vergangenheit. Die Auflösung des Familiengeheimnisses am Ende ist wirklich packend geschrieben, da die Spannung sich immer weiter zuspitzt. Leider war das Geheimnis für mich nicht überraschend, da ich schon vorher die richtige Lösung vermutet hatte.

Fazit

Die Holunderschwestern von Teresa Simon ist ein wundervoll leicht geschriebener Familienroman über ein schreckliches Geheimnis aus der Vergangenheit. Die wechselnden Perspektiven und Zeiten, von Fanny in der Vergangenheit und Katharina in der Gegenwart, gestalteten die Handlung extrem spannend und abwechslungsreich. Das Familiengeheimnis ist jedoch schon voraussehbar und wenig überraschend. Trotzdem ein fesselnder Roman für einige gemütliche Lesestunden an einem verregneten Herbsttag.

Eine sehr schöne Familiengeschichte.

Von: backmausi81 Datum : 13.09.2016

mausisleselust.blogspot.de/

Über das Buch:

Verlag: Heyne (Lin zum Buch)
Genre: Roman
Format: Taschenbuch
ISBN: 9783453419230
Preis: 9,99 Euro
Seiten: 511
Erschien: 2016
Originalsprache: Deutsch
Gelesen vom 1.9.-9.9.2016

Vielen Dank dem Bloggerportal und dem Heyne Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar!

Inhalt:

München 1918. Die junge Fanny – Franziska – sitzt im Zug nach München und will der Provinz entfliehen. Ihre sensible Zwillingsschwester Friederike musste sie zurücklassen. Als die reiche Witwe Dora mit ihren beiden Kindern zusteigt, ahnt Fanny noch nicht, dass ein tragisches Schicksal seinen Anfang nimmt. München 2015. Katharina erhält einen Brief aus London: In einem Archiv wurden Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska gefunden. Katharina wird neugierig. Wie kommt es, dass die Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter, einer einfachen Köchin, in London verwahrt werden?

Das Cover:

Das Cover ist so schön harmonisch und verträumt.

Die ersten 3 Sätze:

Wenn du entdeckst, was ich dir angetan habe, wirst du mich hassen bis in alle Ewigkeit. Deshalb bin ich schon fort, wenn du diese Zeilen liest, hoch in den Bergen jenseits der der Grenze, Im Schoß von Mutter Kirche, die seit jeher gefallenen Sünderinnen Obhut gewährt hat. Du wirst mich nicht finden, dafür habe ich gesorgt, auch wenn mir das Herz blutet angesichts dessen, was ich hier zurücklassen musss.

Meine Meinung:

Katharina bekommt die Tagebücher ihrer Großmutter. Und die Tagebücher ziehen Katharina so in den Bann, das alles andere vergessen wird. Die Tagebücher sind aber auch sehr spannend zu lesen. Man leidet richtig mit den Zwillingen Fanny und Fritzi mit. Was die alles durch machen mussten.
Das Buch ist flüssig zu lesen. Außerdem wird einem bei manchen Stellen im Buch richtig warm ums Herz. So schön sind sie geschrieben.
Aber ich finde es schön, das hier Familiengeheimnisse mit so vielen Verwirrungen, Freundschaften und Liebe aufgedeckt werden.
Der Roman spielt in zwei verschiedenen Jahren. Einmal Anfang von 1900 und einmal 2015. Vieles hat sich in den Jahren verändert, was die Autorin hier auch gut umgesetzt hat.
Fanny und Fritzi sind sehr unterschiedlich, obwohl sie Zwillinge sind. Fanny ist die ruhigere und vernünftigere. Fritzi dagegen ist schnell aufbrausend und sehr eifersüchtig. Am liebsten würde sie Fanny nur für sich behalten.
Wer es liebt, Geheimnisse aufzudecken und es Romantisch mag, sollte dieses Buch lesen.

Fazit:

Eine sehr schöne Familiengeschichte.

Über den Autor:

Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.

Die Holunderschwestern von Teresa Simon | Rezension

Von: nanshisbooks Datum : 13.09.2016

nanshisbooks.blogspot.co.at/

Heyne Verlag | 497 Seiten | € 9,99 (D)/ € 10,30 (A) | Leseprobe | Sternebewertung 5,0
Anfangs möchte ich gleich mal Paddi vom Booktube-Kanal Paddilovebooks danken, dass sie mir dieses Buch so schmackhaft gemacht hat in einem ihrer Videos, sodass ich gar nicht anders konnte als es mir zu holen. Was für ein tolles Buch!
In diesem Roman von "Teresa Simon", der Name ist ja bekannterweise nur ein Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin (wenn jemand weiß wer dahintersteckt, bitte ab in die Kommentare damit! Wäre super gespannt), geht es um die begabte Restauratorin Katharina Raith. Diese steht, bis auf kleinere Schwierigkeiten in Sachen Liebe und ständige Streitereien mit ihrer Mutter, mit beiden Beinen fest im Leben und führt in München mit ihrer besten Freundin Isi eine Werkstatt in welcher sie alten Dingen neues Leben schenken. Eines Tages jedoch wird ihr Alltag von einem Geschehniss unterbrochen, denn jemand steht auf einmal in ihrer Küche und hält etwas, wie Katharina feststellen wird extrem kostbares, in Händen. Der Londoner Alex Bluebird hat sich mit den Tagebüchern von Katharina's Urgroßmutter Fanny nach München begeben, um der Urenkelin die Tagebücher zu bringen. Zuerst versteht Katharina nicht, warum und weshalb, schnell wird aber klar wie wichtig es ist, dass Katharina die Aufzeichnung ihrer Vorfahrin liest. Fanny schrieb über die Zeit, als sie in München für eine jüdische Familie kochte und ein immer rauerer und kälterer Wind zu wehen begann, ...die Zeit nach dem Ersten- und vor dem Zweiten Weltkrieg. Auch über ihre anhängliche Zwillingsschwester Fritzi ist in den Aufzeichnungen die Rede und immer klarer tritt hervor, dass in Katharina's Familie sehr lange vieles todgeschwiegen worden ist.
Man sinkt zusammen mit Katharina in die Tagebucheinträge ein und somit in eine längst vergangene Zeit, will immer unbedingt wissen was als nächstes geschieht, aber auch Katharina's Geschichte in der Gegenwart ist alles andere als langweilig. Durch die unterschiedlichen Erzählweisen, ist die Geschichte wunderbar aufregend und durch die Zeitsprünge merkt man, wie verwoben das Vergangene mit dem Jetzt sein kann. Außerdem fand ich den Erzählstil wunderbar flüssig zu lesen und nicht ein einziges Mal musste ich damit kämpfen weiterzulesen, es war eher das Gegenteil der Fall.
Wie so oft, hat mich an diesem Buch ebenfalls das Nachwort sehr berührt. Die Weise in der die Autorin mit der Geschichte umgeht hat mich zutiefst begeistert, denn manchmal ist es, dass wenn man ein Buch über eine schwere Thematik wie den Krieg liest so, dass man gar nicht glauben kann, soetwas habe sich tatsächlich zugetragen. Die Nachworte beweisen aber das Gegenteil und so bekommt diese ganze Geschichte nocheinmal eine ganz andere Dimension.
Ich kann euch nur sagen: Wenn ihr gerne Geschichten lest, die in zwei unterschiedlichen Zeiten spielen, mit Herz und Spannung geschrieben, in welcher starke weibliche Charaktere einem die Sprache verschlagen und welche auch zum Nachdenken anregt, dann holt euch dieses wunderbare Buch.

xxx Anna

In einem Rutsch

Von: get lucky Datum : 31.08.2016

friendly-hearts.blogspot.de/

Schauplatz ist zum einen wieder München, dieses mal im Jahr 1918. Aus der Oberpfalz zieht es Fanny hinaus in die Metropole, ihre Zwillingsschwester Friederike lässt sie zurück. Bereits im Zug kommt es zu einer Bekanntschaft, die Fanny ihr Leben lang berühren wird.
Schauplatz der zweite, wieder München im Jahr 2015. Katharina, eine erfolgreiche Restauratorin erhält unbekannten Besuch aus London und die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny. Ihr Interesse ist geweckt und eine aufregende Suche beginnt.

Wie schon erzählt habe ich dieses Buch in beinahe einem Rutsch in herrlichster Umgebung gelesen. Mich haben beide Zeitschienen fasziniert. 1918 Fanny, eine begnadigte Köchin, die einem wie nebenbei auch noch das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt (am Schluss des Buches findet ihr übrigens den bayerischen Rezeptanhang), 2015 Katharina, eine Schreinerin/Restauratorin, mit viel Liebe für Holz, Heimat und Detail.

Es ist so herrlich flüssig, spannend und in Bann ziehend geschrieben, und durch das Wechseln der jeweiligen Epochen war ich immer wieder verleitet und neugierig, noch weiter zu lesen, wie´s weiterging.
Die aufkommende Kriegszeit, die Szenerie der Künstler, das Thema Zwillinge, Beziehungen, Emotionalität, alles Themen die sich zu einem runden Gesamten schließen.

Ich kann es euch diese unterhaltsame und fesselnde Familiengeschichte wirklich ans Herz legen!

Zwillingsbande

Von: Eliza Datum : 24.08.2016

https://elizasbuecherparadies.wordpress.com

Nach „Die Frauen der Rosenvilla“ ist dies der zweite Roman aus der Feder von Teresa Simon und die Autorin hat mich so unglaublich gefesselt, sodass ich das Buch in zwei Tagen ausgelesen habe. Denn wir Leser bekommen einen wundervollen Roman geboten, der uns in seinen Bann zieht und süchtig macht.
Das Cover finde ich sehr hübsch, es hat etwas Romantisches und dennoch wirkt es nicht kitschig. Die Geschichte, die die Autorin uns präsentiert ist einfach fantastisch. Wer Familiengeheimnisse mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Eine Geschichte die insgesamt vier Generationen umfasst und durch die Zeiten geht, von 1918 (Fanny und Fritzi) bis 2015 (Katharina). Die zwei Zeitebenen werden geschickt durch die Tagebücher miteinanderverwoben und beide Erzählstränge bekommen ihren Raum, um sich entfalten zu können.
Was mir an dem Roman so unglaublich gut gefallen hat, war die Verbindung von Einzelschicksalen zu einer gesamten Einheit, die Verbindung zwischen Historie und Liebe in all ihren Facetten.
Die Protagonisten agieren als überzeugende Figuren in dem Roman, die Autorin erweckt sie zum Leben. Geschichte wird hier an den Protagonisten lebendig, denn sie werden wie selbstverständlich zu Akteuren in ihrer Zeit, aber auch zum Spielball der Macht.
Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar leicht zu lesen, ohne dass er in die Umgangssprache abdriftet. Die Zeichnung der Charaktere geschieht nicht nur durch Worte sondern, vor allen Dingen durch Taten und dies macht es für mich noch authentischer. Das hat zur Folge, dass wir Leser uns nicht durch lange Beschreibungen und erzählende Passagen hindurchkämpfen müssen, sondern uns direkt auf die Reise begeben können.
Die Geschichte von Fanny und Fritzi ist logisch aufgebaut, man kann der Autorin zu jedem Zeitpunkt in dem Roman folgen und rätselt mit, was die beiden Zwillingsschwestern entzweit hat und welches Geheimnis sie verbindet. Aber auch mit Katharina fiebern wir mit, hat die Liebe in ihrem Leben noch eine Chance?
Diesen Roman kann ich nur allen Lesern empfehlen, die gerne Familiensagas lesen und einen historischen Background schätzen. Mich hat dieser Roman sehr berührt, denn er vermittelt auch ein klein wenig Lebensweisheiten und aus der Geschichte kann man immer lernen…
Am Ende des Buches befinden sich eine Reihe von Rezepten die Fanny aufgeschrieben hat, wer also selber zum Kochlöffel greifen möchte, kann dies gerne tun, denn Hunger bekommt man bei diesem Roman ganz sicher, soviel wie bei Fanny und Katharina gekocht wird.
Für mich eine ganz klare Leseempfehlung, die perfekte Lektüre für Urlaub, Garten, Balkon oder Couch, ein Buch das man so schnell nicht wieder aus der Hand legt. Ein Buch mit Happy-End-Garantie!
Vielen Dank an die Verlagsgruppe Random House und dem Heyne Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!

Holunder-Wunder

Von: Diane Jordan Datum : 19.08.2016

https://booksofloveblog.wordpress.com/

Schauplätzen inspirieren. Ich komme aus einem Forsthaus und wenn ich als Kind oder Jugendliche eine beginnende Erkältung in den Gliedern hatte, gab es dort heißen Holunderblütentee. Bei Halsweh auch gerne selbstgemachten Holundersaft und dazu ein heißes Bad, eingelassen von der lieben Mama. Gleich im Anschluss ging es dann ab ins Bett zum Schwitzen, Schwitzen, Schwitzen…
Und am nächsten Tag war man so gut wie neu ;-)
Holunder habe ich also in bester Erinnerung und daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass ich den Taschenbuch Roman „Die Holunder Schwestern“ von Teresa Simon für mich entdeckt habe. Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet. Man meint förmlich die fein duftenden Blüten zu riechen, mir geht es jedenfalls so. Das Buch bereitet dem Leser spannende Unterhaltung mit vielen tollen Holunder-Rezepten. Selten hatte ich beim Lesen so viel Appetit und so viel sei verraten, ich habe mir nun Marmeladengläser und Flaschen für den Herbst gekauft.
Aber lest selber und werdet wie ich, ein Holunder-Fan!
Zum Inhalt:
München 1918. Die junge Fanny – Franziska – sitzt im Zug nach München und will der Provinz entfliehen. Ihre sensible Zwillingsschwester Friederike musste sie zurücklassen. Als die reiche Witwe Dora mit ihren beiden Kindern zusteigt, ahnt Fanny noch nicht, dass ein tragisches Schicksal seinen Anfang nimmt. München 2015. Katharina erhält einen Brief aus London: In einem Archiv wurden Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska gefunden. Katharina wird neugierig. Wie kommt es, dass die Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter, einer einfachen Köchin, in London verwahrt werden?

Mehr zur Autorin:

Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen


Fazit: 5 Sterne*****
Der Roman “Die Holunder Schwestern“ ist im Heyne Verlag erschienen. Er hat 512 Seiten mit vielen Rezepten, die den Leser hungrig machen und kostet 9,99 Euro.

Dieses Buch habe ich zur Rezension kostenlos erhalten, dass hat aber keinerlei Einfluss auf meine ehrliche und faire Bewertung.

Schönes Buch für zwischendurch

Von: Erika on Tour Datum : 10.08.2016

https://www.youtube.com/user/Heanewarrior

Katharina Raith betreibt eine Werkstatt als Möbelrestauratorin gemeinsam mit ihrer Kollegin Isi. Sie entstammt einer Linie stolzer Frauen, am bekanntesten die Urgroßmutter Fanny von der alle mit großer Hochachtung sprechen und deren Erbe noch immer in der Familie spürbar ist. Als plötzlich ein charmanter Engländer vor Katharinas‘ Tür steht und ihr verschollene Tagebücher ihrer Urgroßmutter übergibt, droht das hohe Podest der Urgroßmutter zu bröckeln. Katharina erfährt durch die Tagebücher die ungeahnte Geschichte einer Frau, die in den „zerrissenen Jahren“ – den Jahren zwischen den großen Kriegen jung war und ihr Leben versuchte zu meistern.

Ihre Partnerin Isi hat ein Talent überteuerte Möbelruinen anzuschleppen, aber als sie eine Ladenzeile aus den 1920er Jahren auftut ahnen beide Frauen noch nicht wie eng ihr Schicksal mit dieser verwoben sein wird…

Teresa Simon verzauberte uns vor einem Jahr mit ihrem Debütroman „Die Rosenblütenvilla“. Ihr zweiter Roman ist ungefähr in der gleichen Zeitepoche angesiedelt und wieder geht es um eine Familiengeschichte, die ihre Schatten von der Mitte des vergangenen Jahrhunderts bis weit in die Gegenwart zu werfen vermag. Liebevoll ausgearbeitete Charaktere bewegen sich in einer hervorragend recherchierten Umgebung. Vergangenheit und Gegenwart fließen völlig natürlich ineinander.

Katharina ging in ihren eigenen Weg aus dem Schatten einer überkritischen Mutter heraus, die wie sich später herausstellt, durch übertriebenen Ehrgeiz ihre Unsicherheit und Selbstzweifel besiegen wollte, dass dabei die Beziehung zur einzigen Tochter auf der Strecke bleibt, stellen die beiden Frauen beinahe zu spät fest.

Interessant ist auch die Verbindung von Fanny und Fritzi den ungleichen Zwillingsschwestern. Während Fanny sich dem Leben stellt und ihm mit Kraft und Durchhaltevermögen begegnet, scheint Fritzi wie ein Blättchen im Wind vom Schicksal durchgewirbelt zu werden. Was die Schwestern verbindet, scheint sie auch zu trennen, denn sie neiden einander die Eigenschaften der jeweils anderen.

Die zerrissenen Jahre, also die Zeit zwischen den zwei großen Kriegen, werden erschreckend gut dargestellt, die aufkeimende Hoffnung der Menschen nach Ende des ersten Weltkrieges sowie die bittere Enttäuschung dieser Hoffnungen lässt die Leserinnen oft erdrückt innehalten. Mehr als einmal wünscht man sich einen alternativen Ausgang als die steile Karriere Hitlers, die mit seiner Machtergreifung ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Was Simon vor allem im letzten Drittel des Buches fehlt, ist eine klare Linie, die sie verfolgt um offene Erzählstränge zu einem stimmigen Ende zu bringen. Der Ausgang verschiedener Teilgeschichten bleibt völlig im Dunkeln. Zwar mutmaßen die ProtagonistInnen zu einigen Ereignissen über einen möglichen Ausgang, aber auch das wird nur halbherzig verfolgt.

Der obligatorische Kitsch-Schluss, den offensichtlich alle Frauenromane haben müssen hilft da leider auch nicht um die Leserin befriedigt zurück zu lassen. Trotzdem für Regenstunden oder einen Tag am Strand ein durchaus geeigneter und sehr schöner Roman.

Ein Buch mit einem Familiengeheimnis und Geschehnissen, die unter die Haut gehen

Von: Cinderellas Traumwelt Datum : 07.08.2016

https://www.youtube.com/channel/UCDQ_dTmgDRjCwt6D0k0w6DA



Meinung:

Diese dramatische Familiengeschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt und besteht zum großen Teil aus Briefen aus der Vergangenheit.
In der Gegenwart lernen wir Katharina Raith kennen , die mit ihrer besten Freundin Isi zusammen eine Werkstatt betreibt, die Möbel restaurieren und sich somit ihren Traum zum Beruf gemacht hat, ganz zum Leidwesen ihrer ehrgeizigen Mutter. Das Verhältnis zu ihr ist immer schon von einer gewissen Spannung geladen, da die Mutter sich ihre Tochter immer als erfolgreiche Akademikerin vorgestellt hat und das so gar nicht in Katharinas Welt zu passen scheint.
Eines Tages wird sie von einem Unbekannten Mann aus London namens Alex in ihrer Werkstatt überrumpelt, der ihr Tagebücher von Urgroßmutter Fanny bringt. Diese lebte zu einer schwierigen Zeit um 1918 in München, wo sie versuchte das triste Dorfleben und das beengte Verhältnis zu ihrer Zwillingsschwester Fritzi zu umgehen. Wie die Tagebücher nach London gelangten und warum ihre Familie so beharrlich schweigt über die Vergangenheit macht Katharina wahnsinnig und neugierig zu gleich und die verbringt jede freie Minute mit dem Lesen der fesselnden Aufzeichnungen und stößt dabei auf prekäre Informationen.

Die Geschichte wird aus der Perspektive der dritten Person erzählt und wir erfahren abwechselnd etwas über die Familiengeschichte der Raiths in der Gegenwart und dann während Katharina in die Aufzeichnungen eintaucht, die aus der Vergangenheit, was dem Roman einen interessanten Aspekt verleiht.
Katharina war für mich eine sehr glaubwürdige und angenehme Protagonistin, welche mir dadurch sympathisch war, jedoch zog mich der Erzählstrang aus der Vergangenheit doch mehr in seinen Bann aufgrund der interessanten Zeitepoche.
Die beiden Zwillingsschwestern Fanny und Fritzi haben eine sehr dramatische und belebte Beziehung zueinander, welche die Autorin unglaublich gut vermitteln konnte. Auch sonst war das Leben der beiden scheinbar alles andere als leicht und sie haben viel schlimmes erlebt und durchmachen müssen, was mir auch an einigen Stellen sehr unter die Haut ging. Abgesehen von der politisch unruhigen Zeit, zu welcher die Handlung spielt, hat mich auch sehr die Beziehung zu den jüdischen Arbeitgebern von Fanny und dessen berühmten Freunden interessiert. Eingeholt von einem Schicksalsschlag nach dem nächsten, versuchen die Geschwister dennoch irgendwie ein glückliches Leben zu führen, doch ob ihnen das gelingen konnte, müsst ihr selbst herausfinden.
In der Gegenwart umrankte die Handlung auch eine kleine Liebesgeschichte, in welcher Katharina zwei Männerherzen für sich einnimmt, was ich für mich persönlich nicht gebraucht hätte, aber es hat der Geschichte auch keinen Abbruch getan.
Als in der Hälfte auch noch ein altes Gemälde eines berühmten Künstlers in Katharinas Hände fällt, dass mit einer Widmung an ihre Urgroßmutter Fanny unterzeichnet ist, nimmt die Geschichte auch nochmal an Fahrt auf. Ebenfalls hat mir gut gefallen, dass die Autorin immer wieder das Motiv des Holunders mit in die Geschichte eingeflochten hat und sich dies durch das gesamte Buch zog, welches auch sinnvoll im Cover und Titel widerspiegelt.
Des weiteren bin ich sehr zufrieden mit der Auflösung der Geschichte, auch wenn diese mit viel Dramatik und schlimmen Ereignissen in Verbindung steht, da Katharina ihren Segen mit der eigenen angespannten Situation finden konnte und auch der Vater sehr schön mit eingebunden ist in die Aufklärung des Familiengeheimnisses.
Als letzten positiven Aspekt ist die schöne Aufmachung des Buches zu nennen, da wir auf der ersten Seite ein wundervolles kurzes Gedicht finden und anschließend der Prolog mit einem Brief eröffnet, den wir später in der Geschichte auch wieder zu lesen bekommen und dann auch den Verfasser und den Grund dazu erfahren. Auf den letzten Seiten sind typisch bayrische Rezepte zu finden, die von der Oma der Autorin stammen, uns aber als Fannys Rezepte in der Geschichte schon bekannt sind.
Insgesamt eine sehr schöne Geschichte und eine absolute Leseempfehlung.


Bewertung: 4 Sterne

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Von: Lizzy Datum : 07.08.2016

www.buecherfunke.de/

Katharina, eine junge Frau, deren Liebe dem Holz und der Restauration desselben gehört, erfüllt sich einen Wunsch und eröffnet mit ihrer Partnerin Isabel eine eigene Werkstatt, wo sie alten Schätzen zum neuen Glanz verhelfen.
Als auf einmal Alex Bluebird aus London überraschend bei ihr auftaucht und ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska Raith, geboren Haller, übergibt, da versinkt Katharina in der Vergangenheit und im Leben ihrer Ahnin, die in der ganzen Familie geliebt und verehrt wird, selbst nach ihrem Tod gilt sie als großartige Köchin und eine wundervolle Person.

In diesem Roman werden zwei Zeitstränge aufgemacht: Die Vergangenheit, in der Fannys Leben erzählt wird. Ihr Weg nach München, ihr Treffen mit ihrer später besten Freundin Alina Rosengart, die im Verlauf der Ereignisse zwischen 1918 und 1938 als Jüdin viel ertragen muss, ihrer Liebe zu einem Mann, den sie niemals in aller Öffentlichkeit haben kann und ihrer engen Bindung zu ihrer Zwillingsschwester Frederike, kurz Fritzi genannt, die ein echtes Talent für Schwierigkeiten zu besitzen scheint.
Und dann dem zweiten Strang: Der Gegenwart. Katharinas und Isabels Wunsch, mit ihrer Werkstatt groß rauszukommen. Katharinas Wunsch, das Familiengeheimnis zu lüften und mehr über die Vorfahren zu erfahren, über die ein Mantel des Schweigens gelegt wurde und den weder ihre Mutter Christine, noch ihre Großtante Paula brechen möchten. Doch genauso über ihr eigenes Herz und dem Weg, welches dieses geht.

Dieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Autorin schafft es, die Charaktere lebendig zu machen, die Gefühle wunderschön zu beschreiben und dabei gar nicht kitschig zu werden. Ich wurde mitgenommen in das frühe Deutschland des 20. Jahrhunderts, habe mit Fanny die Umbrüche miterlebt und mit ihr gebangt und gehofft. Teilweise schreibt Teresa Simon aus Fannys Sicht als Eintragung im Tagebuch, dann wechselt sie in die 3. Person Singular und beschreibt als allwissender Erzähler die Geschehnisse. Eine wunderbare und passende Mischung, weil sich die Tagebucheinträge wunderbar mit dem Fluss der Handlungen zu einem wunderschönen Gesamtbild zusammenspinnen und mich begeisterten.
So sehr, dass ich mir - Audible sei Dank - die ungekürzte Hörbuchfassung auf's Handy geladen habe, weil ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte, aber eben musste. So konnte ich abtauchen in Fannys Zeit, während sie miterleben musste, wie die Nazionalsozialisten an die Macht kamen, und dann, wenn ich im Haushalt beschäftigt oder auf dem Weg zur Arbeit war, hören, wie es weiter ging.

Ein historischer Roman, der diesen Titel auch verdient, allen voran, weil nicht nur die Beschreibung von Fannys Kochkünsten einem Hunger nach diesen Köstlichkeiten bereitet, sondern auch Katharinas Arbeit als Restauratorin beschrieben wird und man einen Einblick in diese Tätigkeit erhält, ohne, dass es langweilig dargestellt wird.

Fazit:
5 Sterne! Für einen wunderschön geschriebenen, gut recherchierten und einnehmenden Roman, der mir viel Freude bereitet und gut vor Augen geführt hat, wie machtlos doch viele waren, als die Nationalsozialisten wie eine geballte Welle über Deutschland hinweg schwappten. Einfach nur zu empfehlen!

Dampfnudeln mit Vanillesauce...

Von: Kathrin N. Datum : 03.08.2016

www.kathrins-home.de

Die Geschichte beginnt mit Dampfnudeln & Vanillesauce – na, das ist doch das richtige Buch für mich! Aber nein, hier handelt es sich nicht um ein Kochbuch (obwohl es 'juhu' Rezepte zum Nachmachen auf dem Lesezeichen gibt!), sondern um den neuen Roman von Teresa Simon, einer bekannten deutschen Schriftstellerin, die unter diesem Synonym schon den Spiegelbesteller „Die Frauen der Rosenvilla“ geschrieben hat.

Ganz so fluffig wie die Dampfnudeln ist die Geschichte aber eigentlich nicht: in zwei Erzählsträngen erleben wir die Geschichte der „Holunderschwestern“ Fanny und Fritzi, zwei Zwillingsschwestern, die zur Zeit des Dritten Reichs in München gelebt und gearbeitet haben. Der zweite Strang geht in die Gegenwart und beginnt mit Katharina im Jahre 2015, einer Nachkommin der Zwillings-Holunderschwestern. Sie arbeitet als selbständige Schreinerin mit ihrer Freundin zusammen, bekommt von einem bis dato Unbekannten aus England die Tagebücher ihrer Tante Fanny gebracht und vertieft sich – parallel zur Arbeit an einer Ladentheke, die ebenfalls mit der Geschichte zu tun hat – in die Tagebücher... bis sie merkt, wie sehr ihre eigene Geschichte doch mit den Tagebüchern verwoben ist.

Der wunderbar flüssige Schreibstil, die gut recherchierten historischen Daten und die schönen „romantischen“ Elemente haben mich sofort in die Geschichte der beiden Frauen mitgenommen und gefangen gehalten. Ehrlich gesagt fiel es mir schwer, das Buch zwischendurch mal wegzulegen... aber 512 Seiten in einem Rutsch durchlesen konnte ich leider nicht.

Der Verlauf war auch nicht immer vorhersehbar und so hat das Buch die ganze Zeit eine gute Spannung aufrecht erhalten. Auch die Entwicklung am Ende war meiner Meinung nach nicht vorhersehbar, was mir wirklich gut gefallen hat.

Übrigens, nicht nur die historischen Abläufe sind weitestgehend real, sondern auch die Rezepte und Geschichten dahinter: ich kenne gebackene Holunderblüten von meiner Mutter (ebenfalls einer Münchnerin) und so manches Romandetail hätte auch in meiner Familie so stattfinden können.

Ein Rätsel bleibt allerdings: Gerne hätte ich „die Sirenen singen“ von Paul Klee kennen gelernt... aber ein bisschen Fantasie soll uns LeserInnen wohl bleiben...

Danke für diesen schönen, umfassenden, informativen und unterhaltsamen Roman, den ich sehr gerne empfehle.

Familiengeheimnisse

Von: Silly2207 Datum : 28.07.2016

worldofbooksanddreams.blogspot.de/

Katharina Raith hat sich ihren Traum erfüllt und betreibt mit ihrer besten Freundin Isi eine gemeinsame Werkstatt, in denen sie alte Möbelstücke restaurieren. Eines Tages steht der Engländer Alex Bluebird vor ihrer Tür und erzählt ihr etwas von einer Verbindung zwischen ihren Familien, gleichzeitig überreicht er ihr das Tagebuch ihrer Urgroßmutter Fanny. Während Katharina das Tagebuch liest, stellt sich heraus, dass so einiges anders war, als gedacht und die Vergangenheit viel mehr Geheimnisse verbirgt, wie geglaubt. Auch ihre Großtante Paula, Fannys einzige noch lebende Tochter, hüllt sich in Schweigen. Was ist damals wirklich passiert? Mit dem geschriebenen Tagebuch beginnt auch der zweite Handlungsstrang, die achtzehnjährige Fanny flieht in einer Nacht- und Nebelaktion kurz nach dem Tod der Mutter aus dem Elternhaus, fort von ihrem strengen Vater und fort von ihrer bestimmenden Zwillingsschwester Fritzi. Auf ihrer Zugreise nach München lernt Fanny die jüdische Familie Rosengart???? kennen. Mit der ebenfalls achtzehnjährigen Tochter der Familie, Alina, verbindet sie eine innige Freundschaft und sie beginnt als Köchin der Roseng... Genau das war Fannys großer Traum, bis eines Tages Fritzi ihr folgt.
Meine Meinung:
Geschichten über zeitenübergreifende Familiengeheimnisse mag ich sehr und auch Teresa Simons Buch konnte mich innerhalb kürzester Zeit fesseln. Die Autorin hat einen wirklich großartigen Schreibstil, der gleich von Anfang an in die Geschichte zieht und neugierig macht. Mit viel Gefühl und Emotionen erzählt sie von der jungen Katharina in der Gegenwart und deren Urgroßmutter Fanny, in der Vergangenheit, genauer in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Die Geschichte ist spannend erzählt und dank der immer wieder abwechselnd erzählten Kapitel, mal aus Katharinas Sicht, mal aus Fannys Sicht, enden auch die einzelnen Kapitel immer wieder mit einem kleinen Cliffhanger und man ertappt sich dabei, dass man noch schnell ein Kapitel weiterlesen möchte, um zu erfahren, was denn passiert ist. Man erhält auch einen guten Einblick in das geschichtliche Geschehen und kann beobachten, wie die Nazis immer mehr Oberhand in Deutschland bekommen und das Grauen seinen Einzug erhält. Also ein sehr gut recherchierter historischer Hintergrund bietet hier eine interessante und spannende Perspektive.
Kurz erwähnen möchte ich auch die Einblicke, die die Autorin uns von Berühmtheiten aus der damaligen Zeit gibt. So ist Fanny z.B. als Köchin bei Familie Paul Klee tätig und lernt dort nicht nur Rainer Maria Rilke kennen, sondern auch Bertold Brecht.
Eingeläutet werden die Erzählungen aus der Vergangenheit immer durch Auszüge aus Fannys Tagebuch, so merkt man erst einmal gut, wenn die Perspektive sich wieder ändert und lernt zum anderen auch diese großartige Frau kennen und schätzen.
Die Charaktere des Buches sind facettenreich und sehr lebendig sowohl in ihren Handlungen als auch in ihrer ganzen Art. Dank vieler kleiner Details fühlt man sich mit den Protagonistinnen verbunden und hat auch das Gefühl nicht nur über sie zu lesen, sondern an ihrem Leben teilnehmen zu dürfen. Katharina ist eine sehr sympathische junge Frau, die oft an sich selber zweifelt, was auch an ihrer schwierigen Beziehung zur Mutter liegt, denn diese Frau ist in ihrer Art sehr unterkühlt und stellt Katharinas Leben immer in Frage. Zum Glück gibt es da ihre beste Freundin Isi, die hier eindeutig Katharinas Gegenpol ist, lebendig und vor Tatendrang nur so sprühend, reißt sie ihre Freundin immer wieder mit. Dadurch werden die beiden Frauen auch für den Leser immer lebendiger. Katharina gleicht nicht nur Fanny vom rein äußerlichen, sondern ist ihr auch in ihrer eher ruhigen, gefestigten Art sehr ähnlich und auch in der Wahl der besten Freundin gibt es Parallelen zwischen Katharin und Fanny, denn auch Fannys Freundin Alina ist eine vor Lebendigkeit nur so sprühende Persönlichkeit. Ganz im Gegenteil zu Fritzi, Fannys Zwillingsschwester, deren besitzergreifende und eifersüchtige Art sie nicht gerade zur Sympathieträgerin der Geschichte werden lässt. Sie ist hier ein ganz deutlicher Gegenpart zu Fanny, die ich persönlich so gar nicht mochte.
Mein Fazit:
Eine lebendig, spannend und glaubwürdig erzählte Geschichte, die mich als Leserin schnell in ihren Bann zog. Mit einem gut recherchierten historischen Hintergrund und lebendigen, facettenreichen Charakteren wirkt der ganze Roman wie eine Geschichte aus dem wahren Leben. Fanny, Alina, Katharina und deren Freundin Isi sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe gerne ihre Geschichte mit allen Geheimnissen verfolgt und war dank detailreicher Schilderungen mitten im Geschehen. Eine ganz klare Leseempfehlung an alle, die gerne spannende Sommerlektüren lesen. Fünf von fünf Sternen!

Gegenwart und Vergangenheit

Von: hessen liest Datum : 28.07.2016

hessen-liest.smoothdiary.com/

Katharina Raith hat sich ihren Traum erfüllt und hat zusammen mit ihrer Freundin Isabelle eine Restaurationswerkstatt in München eröffnet. Eines Tages steht der Engländer Alex Bluebird vor ihrer Tür und übergibt ihr die wertvollen Tagebücher ihrer Urgroßmutter Funny, die sich als Köchin einen Namen gemacht hat. Die Tagebücher reichen bis 1918 zurück.
Isabelle ist hauptsächlich unterwegs um alte Fundstücke zu ergattern, darunter eine alte, komplette Ladentheke, die noch eine wichtige Rolle spielen wird.
Fanny ist alleine nach München gezogen um dort bei einer jüdischen Familie als Köchin zu arbeiten, während ihrer Zwillingsschwester Fritzi zu Haus vor Sehnsucht vergeht und die ihrer Schwester bald nachreist. Von da ab kommt es zu einer fatalen Ereigniskette.
Die Erzählstränge wechseln immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit, ich könnte nicht sagen welcher Teil mir besser gefallen hat. Der ganzen Geschichte mangelt es nicht an Spannung und man möchte das ganze Buch am liebsten in einem Rutsch lesen. Ein wenig gestört an dem Buch hat mir nur die schriftweise in Kursiv, die sehr häufig vorgekommen ist, und die ich schlecht lesen kann.
Vom Thema und der Schreibweise her konnte mich die Story Voll und ganz überzeugen und ich kann es nur jedem weiter empfehlen der gerne Geschichten liest, die sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit spielen.

Die Holunderschwestern

Von: Buchmomente Datum : 24.07.2016

buchmomente.blogspot.com

Wer Romane mag mit verschiedenen Erzählsträngen zu unterschidlichen Zeiten mag, sollte sich diesen unbedingt mal anschauen – er ist spannend, leicht zu lesen und sehr unterhaltsam.

Es gibt zwei Handlungsstränge, einer spielt in der Gegenwart, der andere in den Jahren zwischen den Weltkriegen. In der Gegenwart ist die Restauratorin Katharina die Protagonistin, die zufällig die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny erhält und in ihnen zu stöbern beginnt. Dabei stößt sie auf einige Geheimnisse, die sie natürlich versucht zu lüften. Fanny hat in den 1920er und darauffolgenden Jahren kein leichtes Leben, immer wieder tauchen neue Hindernisse auf, und schnell zeigt sich, welche Menschen tatsächlich zu ihr stehen.

In der Vergangenheit habe ich mich richtig wohl gefühlt und mit Fanny gelitten – nicht nur, weil sie mir so sympathisch war mit ihrer liebenswerten und anpackenden Art, sondern weil ich diesen Erzählstrang einfach viel intensiver miterlebt habe und ihn authentischer fand. Hier hat die Autorin die damalige Stimmung sehr gut einfangen können und dem Leser Einblick gegeben in die schwierige Zeit zwischen den Weltkriegen – es gibt Klassenunterschiede, Aufruhr, Hass und Revolutionen; und genau mittendrin steht Fanny, die anfangs eher unbedarft wirkt, dann aber immer mehr ihre Frau zu stehen weiß. Nach und nach ergibt sich für den Leser ein Bild der damaligen Zeit, manches bleibt dabei zunächst ungeklärt und erst gegen Ende des Buches werden tatsächlich alle Geheimnisse gelüftet.

Den Erzählstrang der Gegenwart fand ich dagegen eher oberflächlich und konstruiert, hier war mir die Stimmung und Atmosphäre irgendwie zu locker und leicht, als das es zur Geschichte gepasst hätte. Die eingebaute Liebesgeschichte wirkte zudem sehr konstruiert und leider auch nicht glaubwürdig, so dass ich diesen Handlungsstrang leider nicht so gelungen fand. Dazu kommt, dass mir Katharina als Figur zu oberflächlich gestaltet war – irgendwie hatte sie keine Ecken und Kanten und mit ihr habe ich überhaupt nicht mitgefühlt. Um ehrlich zu sein, war sie mir egal und ich war froh, wenn es wieder in die Vergangenheit zu Fanny ging.

Der Schreibstil ist sehr leicht und lässt sich locker lesen, er erinnert eher an ein seichtes Sommerbuch. Die Seiten fliegen nur so dahin, weil die Geschichte durch viele Dialoge lebendig ist und zu keinem Zeitpunkt langatmige Passagen auftauchen. So bleiben leider auch Beschreibungen aus, die mir ein wenig gefehlt haben, denn leider sind beim Lesen bei mir nur wenige Bilder im Kopf entstanden.

Die Geheimnisse werden natürlich gegen Ende alle aufgelöst, wobei ich die Auflösung ein wenig vorhersehbar fand und das, was ich vermutet habe, tatsächlich auch eingetreten ist. Daher war ich am Ende auch etwas enttäuscht, sicherlich auch, weil das Buch zum Schluss doch ein wenig kitschig wirkt, da sich alle Probleme in Luft aufzulösen scheinen.

Nichtsdestotrotz habe ich die Geschichte gerne gelesen, und sie hat mich gut unterhalten – auch wenn es um ernste Themen geht, habe ich das Buch eher als leichte Unterhaltung empfunden und würde es vor allem denen empfehlen, die gerne mal in das Genre Familiengeheimnis auf zwei Zeitebenen reinschuppern wollen – ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternen.

Unterhaltsam, geheimnisvoll und spannend!

Von: Monika Schulte Datum : 15.07.2016

monikaschulte.blogspot.de

Die Restauratorin Katharina Raith bekommt eines Tages Besuch von Alex Bluebird aus London. Im Gepäck hat er die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny. Katharina beginnt zu lesen und wird sofort in den Bann des Geschriebenen gezogen.

Fanny war einst Köchin und hatte eine Anstellung in einem jüdischen Haushalt. Die Tochter des Hauses wurde ihr zur besten Freundin. Fannys Kochkünste sprechen sich herum und so bekocht sie nebenbei auch große Gesellschaften in Künstlerkreisen. Paul und Lily Klee, Rainer Maria Rilke - Fanny ist auf einmal in einer ganz anderen Welt Zuhause, doch nie vergisst sie den Holunderstrauch von Zuhause, ein Stück Heimat, an das sie immer wieder gerne zurückdenkt. Doch nicht nur Fanny verändert sich. Deutschland verändert sich. Die Nazis gewinnen immer mehr die Oberhand. Und dann steht plötzlich auch noch Fannys Zwillingsschwester Fritzi vor der Tür.

Katharina taucht immer mehr in die Geschichte ihrer Urgroßmutter und deren Zwillingsschwester ein, doch es ranken sich Geheimnisse um die beiden Frauen. Katharina stellt Fragen, doch ihre Familie will ihr keine Antworten geben. Was ist damals passiert, das niemand über Fritzi sprechen will?

"Die Holunderschwestern" - eine fesselnde und tief bewegende Geschichte, unterhaltsam, geheimnisvoll und unendlich spannend. Die Erzählung wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Dem Leser begegnen vielschichtige und interessante Persönlichkeiten. Die Autorin achtet liebevoll auf Details, so dass der Leser das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Die Autorin versteht es auch zu gut, den Personen Leben einzuhauchen.

"Die Holunderschwestern" - eine gefühlvolle und tragische Familiengeschichte. Vor meinem inneren Auge lief ein Film ab. Dieses Buch hat mich die Stunden nur so vergessen lassen. Eine wunderbare und packende Lektüre, die man sich nicht entgehen lassen sollte! Absolute Lese-Empfehlung!

Holunder für die Seele

Von: Carmen Dauer aus Ansbach Datum : 08.07.2016

Katharina Raith bekommt die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny und verliert sich in der Vergangenheit. Sie ahnt noch nicht, das dieses Tagebuch ihrer aller Vergangenheit neu schreiben wird. Fanny fängt in München ein neues Leben an, fern von ihrer Zwillingsschwester Fritzi und der Familie, die sie alle in Weiden zurück lässt. Sie liebt ihre Zwillingsschwester Fritzi zwar über alles, aber diese engt sie so ein und ist auf alles und jeden Eifersüchtig, so das sie in ihrer nähe nie ihr eigenes leben, leben kann. Doch alles kommt anders wie geplant, so ist das Leben.

Die Geschichte wird in zwei Zeit-ebnen erzählt und das gefällt mir sehr gut. Die Zwillinge Fanny und Fritzi, die im Jahr 1990 im ländlichen Weiden auf die Welt kommen, stehe im Mittelpunkt der Geschichte. Ihre Familie pflanzt kurz nach der Geburt einen Holunderstrauch, der ihnen immer Glück bringen soll.

Teresa Simon hat einen tollen Schreibstil und das Buch liest sich fast von alleine. Die meisten Charaktere sind lebensecht beschrieben und man kann sie einfach gut leiden. Die geschichtlichen Hintergründe, zwischen den beiden Weltkriegen, werden mit eingebunden und ich finde das macht es noch interessanter. Da hätte ich mir sogar gewünscht, das man den schrecken dieser Zeit, die Judenverfolgung, die Nazizeit noch tiefer in das ganze verankert hätte.
Mir persönlich war leider vieles einfach zu Oberflächlich und fast alles löst sich irgendwann in Wohlgefallen auf, es war einfach alles etwas unrealistisch. Das ist aber mein persönlicher Geschmack und ich kann nur jeden empfehlen, das Buch selbst zu lesen.

Auf den letzten Seiten finden sich dann sogar noch ein paar leckere Rezepte, die alle aus dem Kochbuch von Teresa Simons Großmama stammen.

Eine schöne und interessante Geschichte zwischen den zwei großen Kriegen

Von: Anika Cataldi Datum : 05.07.2016

zauberhaftebuecher.blogspot.de/

Inhalt:

München 1918. Die junge Fanny – Franziska – sitzt im Zug nach München und will der Provinz entfliehen. Ihre sensible Zwillingsschwester Friederike musste sie zurücklassen. Als die reiche Witwe Dora mit ihren beiden Kindern zusteigt, ahnt Fanny noch nicht, dass ein tragisches Schicksal seinen Anfang nimmt. München 2015. Katharina erhält einen Brief aus London: In einem Archiv wurden Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska gefunden. Katharina wird neugierig. Wie kommt es, dass die Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter, einer einfachen Köchin, in London verwahrt werden?

(Quelle Inhalt: Heyne Verlag)

Persönliche Meinung:

Auch der zweite Roman von Teresa Simon bezaubert schon auf den ersten Blick mit seinem wunderschönen Cover. Es ist wirklich sehr schön gestaltet und hat mich persönlich sofort angesprochen und ich habe es auch jedes mal eine Weile bewundert wenn ich das Buch zur Hand genommen habe.

Auch der Inhalt klang sehr vielversprechend und so freute ich mich sehr darauf, diese Geschichte zu entdecken.

Wie in diesem Genre meist üblich haben wir auch hier zwei Zeitstränge.
In der Gegenwart 2015 haben wir unsere Protagonistin Katharina. Katharina bekommt von dem Engländer Alex Bluebird die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny ausgehändigt. Dadurch gelangen wir in den zweiten Zeitstrang. Nämlich Fannys. Dieser beginnt im Jahr 1918.

Beide Zeitstränge haben mir gut gefallen. Den historischen fand ich allerdings besser als den in der Gegenwart. Ich hatte viel Spaß daran Fannys Leben zu erforschen und war immer voller Freude wenn ich sah, dass wir wieder in die Vergangenheit gehen.
Auch hat mir Fanny als Charakter mehr gefallen als Katharina. Katharina ist zwar auch eine sympathische Frau aber mit Fanny kann sie leider nicht mit halten. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass Fannys Leben natürlich viel spannender dargestellt ist als das von Katharina.

Die Tagebucheinträge belaufen sich auf die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen und ich fand vieles daran total spannend. In der Schule haben wir damals vor allem den 2. Weltkrieg wirklich bis sonst wohin durch gekaut, aber hier wurde eben viel berichtet über die Jahre davor und wie überhaupt alles entstand. Das hat mir wirklich gut gefallen und ich konnte mein Geschichtswissen damit auch noch etwas aufpolieren.

Leider muss ich sagen, dass ich die Geschichte ab einem gewissen Punkt sehr vorhersehbar fand und ab da habe ich auch nicht mehr mit so großen Eifer gelesen. Das Ende war daher auch nicht überraschend und konnte mich nicht ganz begeistern.

Dennoch ist dies ein Buch, was mir viel Freude bereitet hat. Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön und man kann sich so richtig in die Geschichte fallen lassen und sich wohl fühlen. Ein richtig tolles Buch um sich abends ein zu kuscheln und sich in vergangene Zeiten zu träumen.

Als besonderes Extra finden wir hinten in dem Buch noch die Rezepte um die es hier in der Geschichte geht. Das finde ich richtig toll und ich werde sicher das ein oder andere mal nachkochen :)

Fazit und Bewertung:

Eine wirklich schöne Geschichte, die ganz wundervoll geschrieben ist.
Wie schon erwähnt fand ich, dass das "große Geheimnis" zu stark angedeutet wurde, was mir etwas die Spannung nahm. Dennoch kann ich das Buch wirklich empfehlen.
Auch gefiel mir "Die Holunderschwestern" viel besser als der erste Roman von Teresa Simon.

Rezension - Die Holunderschwestern

Von: Books_and_Bakery Datum : 01.07.2016

https://www.youtube.com/user/Ciaramaryangel

Klappentext:

München. Die talentierte Restauratorin Katharina Raith hat sich gerade einen Traum erfüllt und ihre eigene Werkstatt eröffnet. Da steht eines Tages Alex Bluebird aus London vor ihrer Tür und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny. Sie reichen zurück bis ins Jahr 1918, als Fanny nach München kam um sich in den vornehmen Kreisen einen Namen als Köchin zu machen. Ihre sensible Zwillingsschwester Fritzi ließ sie in der Provinz zurück. Doch eines Tages stand Fritzi vor Fannys Tür - und setzte eine fatale Kette von Ereignissen in Gang ...

Meinung:

Ich habe letztes Jahr von der Autorin schon das Buch "Die Frauen der Rosenvilla" gelesen habe. Und das gehörte zu meinen absoluten Jahreshighlights! Ich liebe Geschichten über Familiengeheimnisse. :-)
Deshalb war ich umso mehr gespannt was mich bei diesem Buch erwartet.

Wie nicht anders als erwartet, ließ ich mich richtig in die Geschichte hineinziehen. Der tolle Schreibstil bewirkte bei mir, dass zu einem gewissen Zeitpunkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde mit der Autorin gelesen und die Leseabschnitte waren so super gewählt, dass man nach jedem Ende eines Abschnittest unbedingt weiterlesen wollte. Stück für Stück bekam man kleine Hinweise was nun das große Geheimnis ist. Das war sehr geschickt gemacht, weil dadurch blieb die Geschichte auch durchgehend spannend. Ganz toll ist es, dass wir die Geschichte aus beiden Perspektiven der Protagonisten lesen können. Wir haben einmal die Gegenwart die 2015 spielt und die Sicht von Katharina schildert und einmal die Vergangenheit die zwischen 1918-1936 erzählt wird von Fanny, an Hand ihrer Tagebücher. In welcher Zeitepoche wir uns gerade befinden, kann man leicht unterscheiden, da die Schriftart der Tagebucheinträge anders ist. Und auch noch zusätzlich der Ort, das Jahr und der Monat über das Kapitel steht.

Teresa Simon hat wundervolle Charaktere geschaffen, die einen wirklich ans Herz wachsen. Das Bild starker Frauen gefällt mir besonders. Gerade Fanny ist mir richtig ans Herz gewachsen. Als junge Frau war es in der Zeit von 1918-1936 kein einfaches Leben. Man mit ihr mitgefiebert oder mit gelitten. Auch die Nebencharaktere Alina und Ruben fand ich sehr gut gelungen. Ich hätte gerne noch viel mehr von ihnen gelesen.

Wieder war ich sehr begeistert, was für eine tolle Geschichte die Autorin erschaffen hat. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende mitreißen können. Es war unterhaltsam, ich habe mitgefiebert, mitgefühlt, mit gelitten, gelacht und ich hatte auch feuchte Augen. Es war rundherum eine sehr gelungene Lektüre, die ich auf jeden Fall sehr gerne anderen weiterempfehle. Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte von "Die Frauen der Rosenvilla" noch einen kleinen Ticken besser gefallen. Deshalb gibt es von mit "nur" 4,5 Sterne!
Aber ich freue mich auf viele tolle weitere Bücher der Autorin. :-D

Gestaltung:

Ich kann nur sagen, wie auch schon bei "Die Frauen der Rosenvilla" ist das Cover wirklich sehr gelungen. Sehr farbenfroh und immer passend zur Geschichte gewählt. Wie hier z.B. der Holunder auf dem Cover und im Vordergrund die junge Frau die Fanny darstellt. Ein Buch das ich gerne zur Hand nehme und das schöne Cover anschaue.

Fazit:
4,5 Sterne
Ein tolles und spannendes Familiengeheimnis-Buch! Für Fans von Lucinda Riley oder Kate Morton Bücher. Klare Leseempfehlung!!!
,Klappentext:

München. Die talentierte Restauratorin Katharina Raith hat sich gerade einen Traum erfüllt und ihre eigene Werkstatt eröffnet. Da steht eines Tages Alex Bluebird aus London vor ihrer Tür und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny. Sie reichen zurück bis ins Jahr 1918, als Fanny nach München kam um sich in den vornehmen Kreisen einen Namen als Köchin zu machen. Ihre sensible Zwillingsschwester Fritzi ließ sie in der Provinz zurück. Doch eines Tages stand Fritzi vor Fannys Tür - und setzte eine fatale Kette von Ereignissen in Gang ...

Meinung:

Ich habe letztes Jahr von der Autorin schon das Buch "Die Frauen der Rosenvilla" gelesen habe. Und das gehörte zu meinen absoluten Jahreshighlights! Ich liebe Geschichten über Familiengeheimnisse. :-)
Deshalb war ich umso mehr gespannt was mich bei diesem Buch erwartet.

Wie nicht anders als erwartet, ließ ich mich richtig in die Geschichte hineinziehen. Der tolle Schreibstil bewirkte bei mir, dass zu einem gewissen Zeitpunkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde mit der Autorin gelesen und die Leseabschnitte waren so super gewählt, dass man nach jedem Ende eines Abschnittest unbedingt weiterlesen wollte. Stück für Stück bekam man kleine Hinweise was nun das große Geheimnis ist. Das war sehr geschickt gemacht, weil dadurch blieb die Geschichte auch durchgehend spannend. Ganz toll ist es, dass wir die Geschichte aus beiden Perspektiven der Protagonisten lesen können. Wir haben einmal die Gegenwart die 2015 spielt und die Sicht von Katharina schildert und einmal die Vergangenheit die zwischen 1918-1936 erzählt wird von Fanny, an Hand ihrer Tagebücher. In welcher Zeitepoche wir uns gerade befinden, kann man leicht unterscheiden, da die Schriftart der Tagebucheinträge anders ist. Und auch noch zusätzlich der Ort, das Jahr und der Monat über das Kapitel steht.

Teresa Simon hat wundervolle Charaktere geschaffen, die einen wirklich ans Herz wachsen. Das Bild starker Frauen gefällt mir besonders. Gerade Fanny ist mir richtig ans Herz gewachsen. Als junge Frau war es in der Zeit von 1918-1936 kein einfaches Leben. Man mit ihr mitgefiebert oder mit gelitten. Auch die Nebencharaktere Alina und Ruben fand ich sehr gut gelungen. Ich hätte gerne noch viel mehr von ihnen gelesen.

Wieder war ich sehr begeistert, was für eine tolle Geschichte die Autorin erschaffen hat. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende mitreißen können. Es war unterhaltsam, ich habe mitgefiebert, mitgefühlt, mit gelitten, gelacht und ich hatte auch feuchte Augen. Es war rundherum eine sehr gelungene Lektüre, die ich auf jeden Fall sehr gerne anderen weiterempfehle. Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte von "Die Frauen der Rosenvilla" noch einen kleinen Ticken besser gefallen. Deshalb gibt es von mit "nur" 4,5 Sterne!
Aber ich freue mich auf viele tolle weitere Bücher der Autorin. :-D

Gestaltung:

Ich kann nur sagen, wie auch schon bei "Die Frauen der Rosenvilla" ist das Cover wirklich sehr gelungen. Sehr farbenfroh und immer passend zur Geschichte gewählt. Wie hier z.B. der Holunder auf dem Cover und im Vordergrund die junge Frau die Fanny darstellt. Ein Buch das ich gerne zur Hand nehme und das schöne Cover anschaue.

Fazit:
4,5 Sterne
Ein tolles und spannendes Familiengeheimnis-Buch! Für Fans von Lucinda Riley oder Kate Morton Bücher. Klare Leseempfehlung!!!

Ein außergewönliches tolles Buch

Von: Buchgeige Datum : 25.06.2016

https://www.youtube.com/channel/UCwI5BV0GzFnmHMgOuF_zOjA

Katahrina liebt das Kochen wie ihre Uhrgroßmutter Fanny .Da steht Plötzlich ein mann in ihrer Küche aus Londen und er hat die Tagebücher dabei die, die Geschichte von Fanny und ihrer Zwillingsschwester Fritzi erzählt das ganze beginnt 1918.Das Buch springt immer zischen 2015 und 1918 hin und her das ganze geht weider bis 1933 usw .Das ganze buch ist sooooooooooooooo toll geschrieben mir hat es sehr gut gefallen wie der 1 Roman die Frauen der Rosenvilla.Bitte noch mehr davon

Eine Ode an die Menschlichkeit

Von: hasirasi2 Datum : 23.06.2016

nichtohnebuch.blogspot.de/

Mich hat lange kein Buch mehr so gefesselt wie „Die Holunderschwestern“ – bereits die ersten 160 Seiten habe ich an einem Tag regelrecht verschlungen. Einmal angefangen, konnte ich es kaum mehr aus der Hand legen, es ist spannender als mancher Krimi!

Die zwei Hauptpersonen Fanny und Katharina wagen jeweils einen Neuanfang. Fanny geht 1918 nach dem Tod der Mutter ohne ihre eifersüchtige Zwillingsschwester Fritzi nach München, um als Köchin zu arbeiten.
Katharina erfüllt sich 2015 einen großen Traum und eröffnet zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Isi eine Restaurationswerkstatt. Die Verbindung zwischen den Beiden bilden Fannys Tagebücher, welche Katharina von dem Engländer Alexander Bluebird bekommt, denn Fanny war ihre Urgroßmutter. Wie Alex an die Tagebücher gekommen ist verrate ich hier natürlich nicht, denn das ist ein weiterer wichtiger Teil der Geschichte. Kurz darauf taucht auch noch eine Ladeneinrichtung aus den 20er Jahren auf, die wohl Fritzi gehört hat ...

Katharina wird von Fannys Tagebüchern fast magisch angezogen, versinkt immer tiefer in ihnen. Sie beschreiben die schwierige Zeit zwischen 1918 und 1936: das Ende des 1. WK, die Weltwirtschaftskrise und die Machtergreifung der Nazis. Fannys beste Freundin in dieser ganzen Zeit ist ausgerechnet die adelige Jüdin Alina. Dies ist nicht nur Fritzi ein Dorn im Auge, aber Fanny steht zu ihr, auch als es immer schwieriger wird. Dieser Teil der Geschichte hat besonders gut gefallen hat - zeigt er doch sehr eindrucksvoll, was echte Freunde bereit sind, füreinander zu tun.
Fanny lernt durch ihre Arbeit als Köchin bedeutende Künstler und Politiker kennen. Sie ist immer am Puls der Zeit, ihre Kochkunst wird geschätzt. Das ermöglicht ihr endlich ein eigenes, relativ freies Leben. Da taucht ihre Zwillingsschwester Fritzi in München auf: die kann einfach nicht loslassen und ist es gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen, gönnt Fanny ihren Erfolg nicht. Also drängt sie sich überall dazwischen und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Die Persönlichkeiten im Buch sind sehr facettenreich. Fritzi ist nicht nur eifersüchtig, egozentrisch und flatterhaft, sondern in wichtigen Momenten mutig und gewitzt; Fanny hingegen aufopfernd, pflichtbewusst und rücksichtsvoll – die Schwestern sind als Zwillinge natürlich eng verbunden, aber eher wie 2 Seiten einer Medaille. Es scheint gleichzeitig schön und kompliziert, ein Zwilling zu sein.

Auch in Katharinas Leben bewegt sich durch die Tagebücher und die Bekanntschaft mit Alex etwas. Die Beiden knüpfen zarte Bande, obwohl er vergeben ist.
Und je weiter sie in die Tagebücher eindringt, desto mehr erfährt sie über die Geheimnisse ihrer Familie und wird in einen regelrechten Strudel aus Verrat und Schuld gezogen. Noch immer wird ein Teil der Familiengeschichte totgeschwiegen, obwohl ihre Eltern und ihre Tante zumindest Fragmente davon wissen.
Und über all das wacht der Holunderstrauch, dem die Frauen der Familie eine große Bedeutung zumessen ...

Leider war die Geschichte trotz über 500 Seiten dann viel zu schnell erzählt und ich habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt. Es hat mich sehr beeindruckt.

„Die Holunderschwestern“ ist schon das zweite Buch von Teresa Simon (hinter dem Pseudonym versteckt sich eine für ihre historischen Romane und Krimis berühmte und von mir sehr verehrte deutsche Autorin). Ich fand es toll, dass sie hier immer wieder Hinweise auf den ersten Band „Die Töchter der Rosenvilla“ versteckt hat – es war meine persönliche Schnitzeljagd, sie möglichst alle zu entlarven. Die Bücher sind aber völlig autark, man muss sie nicht nacheinander lesen – aber glaubt mir, dann entgeht Euch was! Ich muss ehrlich sagen, die Bücher haben Suchtpotential und Teresa hat verraten, dass es nächstes Jahr einen weiteren Band geben wird – also ich bin schon angefixt!

Volle Punktzahl und eine unbedingte Leseempfehlung!

Die Kraft des Holunderstrauches

Von: Martinas Buchwelten Datum : 23.06.2016

martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

Bereits das erste Buch der Autorin "Die Frauen der Rosenvilla" konnte mich begeistern. Doch ihr neuerster Roman "Die Holunderschwestern" übertrifft ihr letztes Buch bei weitem! Es ist einfach großartig und hat mich von Anfang bis zum Schluss gefesselt. Innerhalb von nur zwei Tagen hatte ich die 512 Seiten gelesen.

Der Roman wird abwechselnd in zwei Zeitebenen erzählt, die sich wunderbar ergänzen und ineinanderfließen. Dieses Kunststück gelingt den wenigsten Autoren, denn meistens gibt es keinen fließenden Übergang oder eine der zwei Zeitebenen liest sich viel besser. Ich bevorzuge meistens die Geschichte aus der Vergangenheit....wie auch hier.
Während wir in der Gegenwart, im Jahr 2015, die Möbelrestaurateurin Katharina Haidt kennenlernen, wird in der Vergangenheit, die von 1918 bis 1936 spielt, von ihrer Urgroßmutter Fanny und dessen Zwillingsschwester Fritzi berichtet.
Die Geschichte beginnt mit Katharina, die eines Tages überraschenden Besuch bekommt. Der Engländer Alex Bluebird bringt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny, die sich seit Jahrzehnten im Besitz seiner Familie befinden. Katharina kennt bis jetzt nur die dicke Kladde mit Fannys wunderbaren Rezepten, die in ihrem Besitz ist und aus der sie immer wieder gerne kocht. Es gibt keinen Zweifel, dass die Tagebücher tatsächlich von ihrer Urgroßmutter stammen, denn das Schriftbild ist ident. Neugierig beginnt Katharina zu lesen und taucht in die Vergangenheit ihrer Vorfahren ein.....

Kurz nach Ende des ersten Weltkrieges beschließt Fanny den kleinen Ort Weiden zu verlassen. Ihre Zwillingsschwester nimmt ihr die Luft zum Atmen, denn diese fokusiert ihr Leben alleine auf sie. Fanny versorgt seit dem Tod der Mutter den Vater und ihre Geschwister und träumt davon in München als Köchin zu arbeiten. Ihr Bruder Georg verhilft ihr zu einem Zugticket und einer Stelle als Weißnäherin. Im Zug nach München lernt sie die jüdische Familie Rosengart kennen und freundet sich mit der gleichaltrigen Tochter Alina an, die ihr eine gute Freundin wird. Zu dieser flieht sie auch, nachdem ihre Arbeitgeberin sie nur ausnutzt und schlecht behandelt. Viel lieber würde Fanny ihr Hobby Kochen zum Beruf machen. Da erhält sie bei den Rosengarts die Chance als Hauswirschafterin und Köchin zu arbeiten. Durch sie lernt sie auch die Künstlerszene rund um Paul Klee kennen und darf für den Maler und seine Gäste aufkochen. Nachdem Fanny sich in München eingelebt hat, steht plötzlich Fritzi vor der Tür. Und diese kann Fanny's Freundschaft zu Alina so gar nicht akzeptieren....
In der Gegenwart erfährt so Katharina durch die Tagebucheintragungen einige Geheimnisse rund um ihre Familie, deren Fragen ihre Mutter bis jetzt immer ausgewichen ist....

Teresa Simon verbindet die geschichtlichen Fakten dieser schweren Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ganz wunderbar mit der fiktiven Geschichte rund um Fanny, Fritzi und Alina. Der Sturz der Monarchie und die darauffolgenden Machtkämpfe der einzelnen Parteien und die laufenden Unruhen erzeugen ein Bild eines völlig zerissenen Landes.
Der Mangel an Nahrungsmittel in dieser harten Zeit wird sehr bildhaft mit Fanny's Gerichten, die sie immer wieder zaubert, dargestellt. Man sollte allerdings beim Lesen nicht gerade wie ich auf Diät sein, denn die Mahlzeiten hören sich sehr lecker an.
Auch der Holunderstrauch, den Fanny's und Fritzi's Vater zu ihrer Geburt vor dem Haus gepflanzt hat, spielt eine wichtige Rolle und ist der rote Faden, der quer durch die Geschichte verläuft.

Charaktere:
Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und wirken herrlich lebendig. Fanny hat ein großes Herz und liebt das Kochen. Als Landmädel ist sie anfangs sehr unbedarft und besonders in der Liebe tappt sie viel zu schnell in die Falle. Nur die Freundschaft zu Alina hält - fern vom Standesunterschied und der politischen Situation. Fritzi hingegen fühlt sich ohne ihre Schwestern nur als halber Zwilling. Fanny ist ihr Zentrum und sie akzeptiert keine anderen Freundinnen. Und trotzalledem ist sie die Schillernde und Hübschere der beiden Schwestern, die sich auch gerne im Mittelpunkt sonnt.
Katharina hat mit ihrer Liebe zum Handwerk ihre Mutter vor dem Kopf gestoßen, die eine Akademikerin aus ihr machen wollte. So ist die Beziehung der Beiden nicht wirklich gut, während sie sich mit ihrem Vater und Tante Paula sehr gut versteht. Der Erfolg und die Liebe fehlen ihr allerdings noch im Leben.
Man hat hier Menschen aus dem realen Leben vor sich - keine schwarz/weiß Malerei, kein nur Gut oder Böse, sondern Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten, Geheimnissen und Problemen....und dazwischen noch reale Persönlichkeiten, wie Paul Klee.

Schreibstil:
Schon im letzten Buch war ich begeistert vom flüssigen und bildhaften Schreibstil der Autorin. Auch der Spannungsbogen baut sich wieder kontinuierlich auf. Man kann gar nicht aufhören zu lesen und lebt in dieser Geschichte einfach mit den Protagonisten mit. Die Tagebucheinträge sind in kursiver Schrift gehalten und so gut vom Rest zu unterscheiden
Die Erzählung ist authentisch und gut recherchiert. Teresa Simon hat ihre Großmutter als Vorbild für die Figur der Fanny genommen und am Ende des Buches werden noch ihre Rezepte wie "Gebackene Holunderblüten auf Vanilleschaum" oder "Dampfnudeln mit Vanillesauce" angehängt.

Fazit:
Ein wunderbarer und fesselnder Familienroman rund um Zwillingsschwestern und ein Familiengeheimnis, das bis in die heutige Zeit zurückreicht. Ein Buch, das neben den vielen Romanen über Familiengeheimnisse heraus sticht und einen besonderen Platz einnimmt. Geschichte, Politik, die Künstlerszene und nebenbei noch etliche Gaumenschmankerl sind nur einige Themen, die sich hier verbergen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ein absolutes Lesevergnügen!

Die Holunderschwestern

Von: Erdhaftig schmökert Datum : 20.06.2016

www.erdhaftigschmoekert.wordpress.com

Ein geschichtlicher Roman, der gleichzeitig eine Familiengeschichte auf zwei Ebenen birgt. Eine, die in der Gegenwart spielt, und eine, die zwischen den beiden Weltkriegen unterwegs ist. Erst am Ende dröselt sich spannende Knäuel zu einem glatten Strang auf.
Zwei, eigentlich drei, Geschichten spielen sich ab und erzählen aus der Sicht einer damals jungen Frau, wie es in München in Zeiten der Weimarer Republik zuging. Es ist ein Frauenroman, denn die Liebe spielt kräftig mit hinein. Gleichzeitig erfährt man viel darüber, wie Frauen sich über Wasser halten konnten, wenn sie ein uneheliches Kind an Kindesstatt annahmen. Wie das Landleben im Gegensatz zum Stadtleben damals wahrgenommen wurde und wie ein unkonventioneller, jüdischer Haushalt funktionierte. Auch die sich anbahnende Liebesgeschichte der in der Gegenwart lebenden Hauptpersonen lässt sich angenehm lesen. Keine Schmonzette sondern ein mit leichter Hand verfasster Schreibstil, der ein Eintauchen ohne zu stocken in beide Geschichten ermöglicht.

Das alles gemixt mit Herzenswärme, Humor und handfestem Handeln "nicht lang schnacken, handeln" ergab einen wunderbaren Schmöker, der eindeutig nicht für den Strand taugt. Wunderbar und köstlich sind auch Ergebnisse, probiert man die enthaltenen Koch- und Backrezepte aus ;-)

Ein wirklich schönes und berührendes Buch...

Von: unclethom Datum : 19.06.2016

mundolibris.blogspot.de

Teresa Simon haben wir mit ihrem Erstling entdeckt und waren gleich begeistert. So war es klar, dass wir auch diesen Roman lesen mussten.
Das Buch wird auf zwei Handlungsschienen erzählt, die eine im hier und jetzt und die andere spielt zwischen den beiden Weltkriegen. Wie schon im ersten Roman gelang es der Autorin die besondere Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen. Es waren durchaus nicht einfache Zeiten aber die Figuren haben das Beste aus der Situation gemacht.
Sehr gut gefielen mir auch dieses Mal wieder die sehr plastische Beschreibung der Figuren, sowie deren Dialoge, die mir persönlich sehr Authentisch erschienen. Sehr schön auch die Briefe von Fanny an ihre Schwester.
Wunderschön auch die Beschreibung der Schauplätze und der Einblick in die Münchner Künstlerszene der damaligen Zeit.
Mit jeder Seite, mit jeder Zeile und mit jedem Wort spürt man, dass dieses Buch der Autorin ganz besonders am Herzen gelegen hat. Entsprechend gut ist es auch gelungen und der Leser spürt diese Liebe. Ganz klare 5 Sterne von mir.

http://ullasleseecke.blogspot.de/2016/06/rezension-die-holunderschwestern.html

Von: Ulla Leuwer Datum : 19.06.2016

ullasleseecke.blogspot.de/

Meine Meinung:
Da mir das Buch "Die Frauen der Rosenvilla" gefallen hat, war ich gespannt und neugierig auf ein weiteres Buch der Autorin. Zumal mich auch diesmal das wunderschöne Buchcover sofort ansprach.
So kam es dann dazu, dass ich ein weiteres Mal in die Vergangenheit entführt wurde, diesmal war es in München, wo deutsche Geschichte geschrieben wurde.

Katharina bekommt eines Tages Besuch aus London, Alex bringt ihr Tagebücher, die ihrer Uroma Fanny gehört haben. Nun ist die Neugierde geweckt, wie kommen die Bücher nach London und was steht darin? Ich war natürlich genauso neugierig wie Katharina und konnte durchaus verstehen, dass sie am liebsten immer und so schnell wie möglich alles lesen wollte. Aber der Alltag fordert uns alle und so mussten wir beide Geduld aufbringen.
Teresa Simon hat es wunderbar verstanden und mich an das Buch gefesselt. Im Wechsel habe ich von Katharina in der Gegenwart und von Fanny in der Vergangenheit lesen können. Wobei ich die Erlebnisse ab 1918 in München ungemein interessant fand. Es hat mir die Zeit und auch einen Teil der deutschen Geschichte noch einmal näher gebracht.
Aber es ging nicht nur darum, zu erfahren, was damals im Allgemeinen so passiert ist. Die Geschichte von Fanny macht auch nachdenklich, wie hätten wir reagiert, wenn wir mitten in diesem Strudel gelandet wären. Sehr wichtig war die Freundschaft, die schwere Zeiten durchstehen musste. Mir tat Fanny etwas leid, umgeben von Menschen, die sich den Aufrufen verschiedener Personen anschlossen und von denen wir wissen, dass sie nichts gutes bewirkt haben, hat sie an ihrer Freundschaft zu Alina Rosengart festgehalten. Selbst ihre Schwester Fritzy, die mir eigentlich gar nicht so sympathisch war, hat sich von den Parolen verführen lassen und es Fanny gar nicht leicht gemacht. Auf der anderen Seite habe ich auch erfahren, dass es für Zwillinge nicht immer leicht ist, sich von dem anderen zu lösen. Aber nicht nur Fanny hat aufregende Zeiten erlebt, auch für Katharina hat sich einiges geändert. Allerdings möchte ich darauf nicht weiter eingehen, ich müsste dann zu viel vom Inhalt verraten.

Auf jeden Fall hat mich die Autorin mit ihrem Buch begeistern können. Wie ich schon erwähnte, wollte ich genau wie Katharina wissen, was in den Tagebüchern stand und konnte es ebenfalls kaum erwarten, Antworten auf Fragen zu bekommen.
Katharina und auch Fanny haben sehr gerne gekocht, wobei Katharina auf die Rezeptsammlung von Fanny zurück greifen konnte. Einen Teil der Rezepte befinden sich am Ende des Buches und geben einem so die Möglichkeit das eine oder anderen nachzukochen.

Ich erwähnte ja bereits, dass mir das Buchcover sehr gut gefallen hat. Es passt sehr gut zu dem Cover der Rosenvilla. Passend ist auch der Buchtitel, was ja nicht immer bei allen Büchern der Fall ist. Der Zusammenhang wird im Buch erklärt und der Holunder spielt denn auch eine wichtige Rolle in der Geschichte.

Fazit:
Gerne empfehle ich dieses Buch weiter. Mich hat es begeistert und da die Autorin anscheinend gerne in die Vergangenheit reist, freue ich mich auf weitere Bücher von ihr.

Spannende Familiengeschichte zwischen 1918 und 2015

Von: SR aus Kaarst Datum : 18.06.2016

Katharina bekommt im Jahr 2015 die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny überreicht, die 1918 aus Weiden nach München gekommen ist und ihr Glück gesucht hat. Das Buch handelt auf 2 Ebenen - der Katharinas und der Fannys. Verwoben werden diese Ebenen durch Fannys Tagebucheinträge.

Ab Seite 1 sind einem beide Protagonistinnen sehr sympathisch und man ist "angezündet". Wer mehr über die Geschichte Münchens ab 1918 und auch mehr über die bayerische Landeshauptstadt lernen möchte, für den hat die Autorin Teresa Simon alles detailliert recherchiert und auf leichte Weise eingebaut. Ebenso über die Arbeit von Restauratorin Katharina.

Das Buch bekommt eine Empfehlung von mir, denn ich habe es quasi nicht mehr aus der Hand gelegt - wer historische Romane mit Liebesgeschichten mag, der ist genau richtig.