Leserstimmen zu
Dunkle Wasser

Louise Doughty

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Man benötigt schon ein gewisses Faible für einen langsamen Beginn, während dessen nicht unbedingt klar wird, was denn eigentlich das Problem dieses Mannes inmitten der indonesischen Regenzeit eigentlich ist. „In den letzten beiden Nächten hatte die Angst zugenommen. Die Geräusche auf dem Dach wandelten sich. Jetzt schreckte er von Nacht zu Nacht heftiger aus dem Schlaf hoch, fest davon überzeugt, dass es Schritte auf den Holzdielen hörte.“ Es braucht somit eine Weile, zu begreifen, dass dieser Mann, John Harper, kein „unbeschriebenes Blatt ist“. Einige Krisenherde der letzten Jahrzehnte waren für ihn auch ein Einsatzgebiet. Was zum einen seine persönliche Angst vor Entdeckung und „Kaltstellung“ erläutert, aber auch kompliziert wird, als er eine Beziehung mit einer Frau in Indonesien beginnt. Denn die Gefahren, auf die er sich vorbereitet, werden nicht halt machen vor, auch noch so unschuldigen, „Begleitpersonen“. Zudem ist diese, seine Geschichte, vor langer Zeit bereits, bevor er „aktiv“ wurde, angelegt gewesen. Im familiären Umfeld, in manchen Ortswechseln und doch immer wieder auch mit einer Verbindung zu diesem Indonesien. Wobei, und das macht es dem Leser mit diesem Buch nicht einfach (außer man ist hochgradig an Indonesien interessiert), Doughty wenig Neigung entfaltet, den zugesagten Thriller-Anteilen dieses Buches zu entsprechen. Vor allem sprachlich bleibt der Roman doch überaus gleichförmig und ruhig im Stil. Die Auslotung der Tiefe der Person des John Harper demgegenüber nimmt einen breiten Teil des Romans ein und folgt dem Mann in so gut wie jede innere Verästelung. Das ist klug beobachtet und überzeugend geschrieben, wenn es denn dem Leser gelingt, an John Harper tieferes Interesse zu finden. Zwingend ist das nicht, folgt man dem langsamen Sprachfluss in die Lebensgeschichte Harpers. So verbleibt am Ende eher so etwas wie ein „Schicksalsroman“ denn ein Thriller oder eine Spionagegeschichte vor exotischer Kulisse, der mit einer gleichförmigen, ruhigen Sprache und wenig Höhepunkten doch auch verschiedentlich große Längen produziert.

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Es ist wirklich ein etwas anderes Buch, ganz anders wie das, was ich sonst lese. Das Cover gefällt mir gut, deswegen habe ich es auch beim Blogger-Portal angefragt. Vielen Dank dafür :) Der Klappentext hat mich sofort angesprochen und ich musste das Buch haben. Die Autorin hat 3 sehr lange Kapitel in das Buch eingebaut, die wirklich etwas zu lang meiner Meinung nach sind. Ich lese lieber kurze, knappe und spannende Kapitel. Trotz der wenigen Seiten bei diesem Buch, war es für mich schwierig das Buch zu beenden. Das erste Kapitel spiegelt die Begegnung mit Rita wieder, der jungen Frau in die sich John Harper verliebt und eine Affäre anfängt. Er hat Angst davor alleine zu sein, alleine im Dschungel fest zu sitzen. Genauso hat er Angst davor Rita weh zutun. Er wurde von seinem Vorgesetzten aus Jakarta nach Bali versetzt, fürchtet dann dort aber um sein Leben. Rita und er lernen sich in einer Bar kennen, und verbringen mehrere Nächte miteinander. Die „Liebesbeziehung“ der beiden ist sehr romantisch. Im dritten Kapitel wird die Geschichte der beiden wieder aufgenommen. „Nie würde er seinen eigenen Gesichtsausdruck in den Minuten vor seinem Tod kennen, ihn nie im Gesicht eines nahe stehenden Menschen gespiegelt sehen.“ (Seite 31) „Erst kamen die Massaker, dann die Waffen, das Geld und die Wirtschaftsberater, dann die Start- und Landebahnen – und schließlich die Touristen.“ (Seite 80) Die Autorin Louise Doughty beschäftigt sich im zweiten Kapitel mit Krieg, wie die Geschichte von Indonesien und der Welt ihren Lauf nimmt und John Harpers Vergangenheit. Die Geschichte von Harper seiner Kindheit wird genau wiedergegeben, und man versteht wie er aufgewachsen ist. Deswegen ist dieses Kapitel auch so wahnsinnig lang. Mir war es zu lang. John Harper hat keine leichte Kindheit, er war alleine mit seiner Mutter, als die sich neu verliebt und einen anderen Mann heiratet kommt sein Bruder auf die Welt. Harper hat endlich eine kleine Familie, wozu auch Poppa und Nina gehören. Das Schicksal meint es aber nicht gut mit Haprer – er verliert seinen Bruder. Seine Ausbildung absolvierte Harper in Amsterdam und war offiziell ein Konjunkturforscher am Internationalen Wirtschaftsinstitut. Die Aufgaben bestanden darin, die Zeitungen zu lesen, wirtschaftliche Prognosen zu treffen und Gutachten zu verfassen. „Was auch immer er alles damals gelernt hatte, war dies seine wichtigste Lehre: Wenn man in menschlicher Gesellschaft unerkannt bleiben will, muss man in Bewegung bleiben.“ (Seite 160) Kapitel drei drehte sich wieder ausschließlich um das Jetzt, wie Harper in seiner Hütte in Bali lebte, wie er sich weiterhin in Rita verliebt und wie es zwischen den beiden zum Bruch kommt. Es ist schon alles sehr eintönig und ist immer das selbe. Trotzdem finde ich den Hintergrund der Geschichte sehr gut, deswegen habe ich es auch lesen wollen. Im Großen und Ganzen war das Buch recht spannend, etwas langatmig wegen der Kriegsszenen, aber das erste und letzte Kapitel waren interessant. Ich gebe dem Buch daher 3/5 Sterne.

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Harper wohnt zur Zeit in einer Hütte in den Bergen, da er von seiner Firma freigestellt wurde. Er fürchtet sich Nachts, da er glaubt, er würde demnächst Nachts ermordet werden. Als der eine Woche in der Hütte verbracht hat beschließt er, in die Stadt zu gehen um ein wenig für Abwechslung zu sorgen. Dort lernt er Rita kennen und die beiden unterhalten sich in einem Restaurant. Rita und Harper sind sich gleich sehr sympatisch und beginnen ein Verhältnis. Doch auf Harper lastet seine Vergangenheit und sie holt ihn immer wieder ein. Kann er in die Zukunft blicken oder lassen seine grausamen Erinnerungen ihn nie wieder los? Harper ist etwas über 50 Jahre alt und ist Angestellter bei einer Firma, um die er ein großes Geheimnis macht. Er denkt nicht oft an das Geschehene, das ihn so sehr verstört, doch wenn, dann nimmt es ihn mit. Er ist ein einfühlsamer aber auch spontaner, sprunghafter Mann. Der Schreibstil der Autorin war für mich nicht einfach. Ich bin nicht leicht in dieses Buch hinein gekommen, was zum einen am Schreibstil und zum anderen am Altersunterschied zwischen mir und dem Protagonisten liegt. Er war mir nicht wirklich sympatisch, doch er hat ein tragisches Schicksal. Durch Rita wurde er zu einem besseren Menschen. Zudem hatte ich von der Geschichte etwas anderes erwartet und wurde im Endeffekt leider ein wenig enttäuscht. Ich würde das Buch eher Lesern im mittleren Alter empfehlen. Meine Bewertung: 2/5

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