Leserstimmen zu
Die Sturlungen

Einar Kárason

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Hardcover
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Die Wikingerzeit interessiert mich schon länger und ich habe daher natürlich auch bereits einige Bücher zu dem Thema gelesen. Dieses aber ist besonders. Es handelt vom Aufstieg und Fall eines isländischen Clans, den Sturlungen. Die Isländer haben im Gegensatz zum Rest von Europa schon im Mittelalter einen sehr eigenen Kopf gehabt. Sie haben nämlich Bücher geschrieben und zwar in ihrer Landessprache. In einer Zeit, wo im Rest der Welt kaum jemand lesen und schreiben konnte, wo allenfalls in den Klöstern aufwendig religiöse Texte hergestellt und wenn überhaupt, dann auf Latein geschrieben wurde, wurden auf einer kleinen rauhen Insel ganze Sagas auf Isländisch bzw Altnordisch niedergeschrieben, wurde aus der mündlichen Überlieferung tatsächlich auch eine schriftliche. Und diesem Umstand verdanken wir auch die Texte über die Sturlungen, mehr noch, einer ihrer Anführer, genannt Skalden-Sturla, hat eine Chronik hinterlassen, die genauestens den Werdegang seiner Familie beschreibt. Über zehn Jahre hat sich Einar Karason der Übertragung und Bearbeitung der Saga in eine modernisierte Form gewidmet. Und ich kann sagen, es war die Zeit wert! Mit Karasons Hilfe wird die Sturlungen-Zeit wieder lebendig, erlebt man Schlachten, Intrigen und Kämpfe hautnah. Man liest fassungslos vom Untergang Sturla Sighvatssons und fast seiner ganzen Sippschaft, hofft mit seinem Bruder Kakali auf einen Neuanfang, leidet mit Gissur nach dem grausamen Mord an seiner Familie. Ständig wechselnde Perspektiven geben dem Leser eine Rundumsicht. Man muss sich allerdings auch an viele unterschiedliche Erzählstimmen gewöhnen. Die Vorteile überwiegen jedoch. Jede Stimme bringt eine eigene Sichtweise und Meinung mit, so dass man bei Kämpfen quasi in den Kopf beider Parteien schauen kann. Man erkennt schnell, wie Zwiste entstehen, wie Blutrache funktioniert, wenn man sie als gegebenes Muss akzeptiert hat, und dass Kämpfende auch damals schon unter posttraumatischen Belastungsstörungen litten. Allzu zimperlich darf man bei der Lektüre übrigens nicht sein: es rollen Köpfe und diverse andere Gliedmassen und auch in den wenigen Friedenszeiten war das Leben hart und opferreich. Kristof Magnusson ist eine großartige Übersetzung ins Deutsche gelungen. Die einfache und doch melodische Sprache passt zu den beschriebenen Menschen, passt zu der Zeit und ist doch durchgängig flüssig lesbar. Dadurch habe ich die 827 Seiten schneller bewältigt als erwartet und mochte mich eigentlich noch gar nicht von dem Text lösen. Insgesamt eine wirklich gelungene Neubearbeitung eines mittelalterlichen Stoffes, ein tiefer Einblick in isländisches Leben und Wirken zur Zeit der Wikinger und dabei unerwarteterweise spannend wie ein Abenteuerroman. Ganz fabelhaft!

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Meine Meinung Die Zeit der Wikinger empfinde ich als unfassbar spannend und interessant, weswegen ich auch auf dieses Buch aufmerksam wurde. Mich haben zwar die vielen Seiten etwas erschrocken, aber eines kann ich schon sagen: Das Buch lässt sich unglaublich gut und flüssig lesen, sodass es einem gar nicht so vorkommt, als wäre es so dick. Der Autor Einar Karason hat sich ein viertel Jahrhundert den Schriften der isländischen Literatur und deren Aufzeichnungen gewidmet. Allein das finde ich schon unglaublich beeindruckend und es zeigt mir auch, welch interessantes Volk die Wikinger eigentlich waren. Durch sein Wissen konnte der Autor dieses Buch in einer sehr flüssigen Romanform schreiben, das aus den verschiedensten Blickwinkeln geschrieben ist. Das Buch ist in 4 Bücher geteilt, die allesamt sehr spannend geschrieben sind. Hier muss ich sagen hat mir das erste direkt am besten gefallen, auch wenn es sich eher um eine fortlaufende Geschichte handelt, die sich durch die 4 Bücher zieht. Man merkt wie rau es damals zugegangen ist und wie viel Krieg es zwischen einzelnen Dörfern, Völkern und sogar Familien gab. Es gibt sehr viele Tode, auch einige Charaktere die man lieb gewinnt müssen leider sterben, doch einige überraschen auch mit einem langen leben und erzählen die Geschichte bis zu Ende. Was ich mir gewünscht hätte wäre ein Stammbaum der Familie gewesen. Denn mit den Namen bin ich doch einige male etwas durcheinander gekommen, ich habe mir dann irgendwann selbst Notizen dazu gemacht, was mir beim Lesen sehr geholfen hat. Dies ist jedoch der einzige Punkt der mir im Buch gefehlt hat, sonst war das Buch wirklich ein Meisterwerk. Autor Einar Kárason, geboren 1955, ist einer der wichtigsten Autoren der skandinavischen Gegenwart. Berühmt wurde er durch seine Trilogie „Die Teufelsinsel“, „Die Goldinsel“ sowie „Das Gelobte Land“. Sein Roman „Sturmerprobt“ stand auf der Shortlist des Nordischen sowie des Isländischen Literaturpreises. Für "Versöhnung und Groll" erhielt er den Isländischen Literaturpreis. Kárason lebt in Reykjavík. Fazit Ein ganz besonderes Buch, das ich nicht zum letzten mal gelesen habe. Ich finde die Wikinger nun noch interessanter und hoffe noch viele ähnliche Bücher darüber zu finden.

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Das Zeitalter der Sturlungen – benannt nach dem mächtigsten Wikingerklan – war das blutigste und brutalste Kapitel der isländischen Geschichte. Es läutete gleichzeitig das Ende der Wikingerära ein. Dieser Epoche setzt Einar Kárason mit seiner imposanten Isländer-Saga ein einzigartiges Denkmal. Erstmals werden die international hochgelobten und vom Autor für diese Ausgabe neu überarbeiteten Romane »Feindesland« und »Versöhnung und Groll« sowie zwei neue, erstmals ins Deutsche übertragene Romane in einem Band erscheinen – übersetzt von Bestseller-Autor Kristof Magnusson. Ein einzigartiges Projekt, dem sich der vielfach ausgezeichnete größte isländische Gegenwartsautor über ein Jahrzehnt gewidmet hat. "Die Sturlungen" behandelt die isländische Geschichte Mitte des 13. Jahrhunderts - eine Zeit des Bürgerkrieges. Es war wohl ungeschickt, das Buch parallel zu Game of Thrones zu lesen ;-) Denn auch die Sturlungen haben so einige Protagonisten, die nicht verwechselt werden wollen. Abwechselnd berichten diese Charaktere in unterschiedlichen langen Absätzen. Jeder kommt zu Wort und erzählt gerade so von den Geschehnissen, wie er sie erlebt hat. Nämlich in der Zeit des Bürgerkrieges mit wechselnden Allianzen. Diese bruatle und grausame Zeit wird auch recht deutlich gemacht. Durch die vielen Sichten auf die Geschehnisse entstehen aber auch immer wieder Längen im Roman. Bzw. in vier Romanen, denn so viele sind es, die in diesem Gesamtwerk behandelt werden. Dennoch liest es sich recht gut durch die unterschiedlichen Charaktere - und gleichzeitig muss man eben aufpassen, dass man da auch nicht durcheinander kommt. Fazit: Ein echter Wälzer, dieser Roman - aber auch echt interessant. Eine besondere, spannende Zeit wird dem Leser auf unterhaltsame Art und Weise mit stak ausgearbeiteten Charakteren näher gebracht.

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