Leserstimmen zu
Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'

Jürgen Todenhöfer

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Taschenbuch
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2014 nimmt Jürgen Todenhöfer per Skype Kontakt mit IS-Kämpfern in Syrien auf und reist nach Mossul, um sich dort selbst ein Bild vom ,,Islamischen Staat" zu machen. Als Schutzgarantie hat er dabei nur eine Urkunde aus dem Büro des Kalifats, die ihn und seine Begleiter vor einer Hinrichtung bewahren soll... . In diesem Buch erzählt der Journalist davon, was er in Syrien im sogenannten ,,Islamischen Staat" erlebt hat und gibt zu einem großen Teil Interviews mit den Dschihadisten wieder, von denen einige schon vor seiner Abreise geführt worden sind. Jürgen Todenhöfer hat sich hier zu einer wirklich gefährlichen Reise aufgemacht, die sich für ihn und für den Leser sehr gelohnt hat. Er zeigt das ganz normale Leben im IS und spricht mit unterschiedlichen Menschen wie zum Beispiel einem Richter und einem Polizeichef. Erschreckend war dabei für mich zu lesen, dass die Leute auf der einen Seite gastfreundlich und zum Teil wirklich freundlich mit Todenhöfer und seinem Sohn umgehen, aber wenn es um ihren Glauben und ihre Sicht geht, extrem fanatisch und gewaltbereit sind. So hat mich Christian, ein Deutscher, welcher sich jetzt Abu Qatadah nennt, mit seinen Äußerungen wirklich erschreckt und auch fassungslos gemacht. Das Buch liest sich gut und es war für mich spannend, was Todenhöfer bei den Dschihadisten erlebt hat. Er stellt auch immer wieder kritische Fragen, womit er seine Interviewpartner oft verärgert. Allerdings geht er auf Themen, wie zum Beispiel den Umgang und die Rolle der Frau im IS, Sklaven usw. nicht ausreichend ein. Insgesamt bekommt man mit ,,Inside IS" ein wirklich außergewöhnliches Buch, welches zeigt, welche Ziele der IS verfolgt und wie das Leben dort abläuft. Gerne empfehle ich es weiter.

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"Krieg ist der Terror der Reichen, Terror der Krieg der Armen." Jürgen Todenhöfer berichtet in Inside IS einleitend von Al Qaida und Abu Musab Al Zarkawi, von Osama bin Laden und Ayman Al Zawahiri, von IS/ISI/ISIS und Abu Bakr Al Baghdadi, von der Geschichte des Islamischen Staates und dem Einfluss der USA. Dabei zieht er Parallelen zu anderen Epochen, Regionen und zu den Angriffskriegen des Westens und macht so deutlich, dass der Terror des IS nicht neu ist und worin die Ursachen für das Entstehen und das Erstarken des IS liegen. Aus seiner Zeit als Referendar und als Richter hat Todenhöfer gelernt, "auf der Suche nach der Wahrheit immer mit beiden Seiten zu sprechen. Auch wenn die Welt ihr Urteil bereits gesprochen hatte.", und so nimmt er Kontakt zu Jihadisten auf und reist schließlich selbst in den "Islamischen Staat", um mit Anhängern vor Ort zu reden und die Gegebenheiten mit eigenen Augen zu sehen. Ich habe mich schon intensiv mit dem Islam und dem Islamismus sowie der Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens beschäftigt und empfand Todenhöfers Buch als besonders gelungen und empfehlenswert, da die Thematik hervorragend aufbereitet wurde und sich das Buch sehr flüssig und spannend liest. Damit eignet sich Inside IS auch perfekt für Einsteiger ins Thema, die sich noch nicht intensiver mit den oben genannten Themen auseinandergesetzt haben. Sehr gut gefallen hat mir von Anfang an, dass Todenhöfer nicht nur packend schreibt, sondern im Vergleich zu anderen Autoren dennoch sehr sachlich bleibt und eine zu stark emotional gefärbte und reißerische Berichterstattung vermeidet, obgleich seine Ablehnung des IS durchweg deutlich wird. Für seinen Mut kann ich Todenhöfer nur bewundern, mich aber auch ungläubig fragen, wie er die Gefahr auf sich nehmen konnte, tatsächlich mitten ins Kriegsgebiet Rakka und in die IS-Hochburg Mossul zu reisen. Die so gewonnenen Einblicke sind jedoch von sehr großem Wert, denn Todenhöfer ermöglicht mit seiner Reise und seinem Buch einen einzigartigen Blick auf den IS, zeigt beide Seiten und räumt außerdem mit ein paar Vorurteilen auf, z.B. durch seine Schilderungen von Mossul. Inside IS ist somit ein extrem spannendes Sachbuch, das sich bisweilen wie ein Krimi liest und sehr viel Wissen vermittelt. Jürgen Todenhöfer: Inside IS - 10 Tage im "Islamischen Staat". Penguin Verlag, 2017, 285 Seiten; 10 Euro.

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Ich habe mich schon immer dafür interessiert was der IS ist, warum es ihn überhaupt gibt und was sind das für Menschen, die sich diesem anschließen? Meine Fragen werden in diesem Buch zum größten Teil beantwortet, wenn auch nur zum Teil. Viel mehr geht es in diesem Buch um die Frage wie lebt man im Islamischen Staat, was sind das für Männer die im IS als Kämpfer leben und was genau bewegt einen deutschen Mann dazu in den IS zu reisen und sich diesem dort anzuschließen? Das Buch ist total mitreißend, erklärt das leben im IS und beinhaltet ein paar kleine Interviews mit Zivilisten. Das ist kein schönes Reisetagebuch, sondern bittere Realität. Es dauert eine Weile bis man das Buch verdaut hat und der Verstand alle Informationen verarbeitet hat. Jedoch möchte ich das Buch jeden ans Herz legen, der sich für all die oben genannten Fragen interessiert und sich selbst ein kleines Bild von einem großen Ganzen machen möchte.

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Hört man den Namen „Islamischer Staat“ denkt man sofort an Terrorismus, vermummte Gestalten, eine fremde Gefahr. Viel näher möchten sich die meisten mit dem Thema eigentlich gar nicht beschäftigen, sie hoffen nur, dass all dem bald ein Ende gemacht wird. Und schon gar nicht würde jemand, der sich dem Islamischen Staat nicht anschließen möchte, auf die Idee kommen, sich unter die Kämpfer zu begeben, direkt ins Zentrum des IS nach Mossul. Eine Reise ins Ungewisse Keiner? Das stimmt nicht ganz, denn der Journalist Jürgen Todenhöfer hat genau dies getan. Er ist mit deutschen Islamisten per Skype ins Gespräch gekommen und schließlich ist es ihm gelungen einen Urkunde vom Büro des Kalifen zu erhalten, die ihm bestätigt, dass er sich für eine Weile im Territorium des Islamischen Staats aufhalten darf, ohne dass ihm etwas passieren kann. Und so machte er sich gemeinsam mit seinem Team auf die Reise – und das als Christ! Diese Reise hat er nun in seinem im Penguin Verlag erschienen Buch „Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat“ beschrieben. Er berichtet von seinen Erlebnissen und Begegnungen und zitiert Gespräche, die er geführt hat. Dabei gibt er den IS-Kämpfern ein Gesicht. Sie zeigen sich manchmal wirklich menschlich, wenn sie Frühstück servieren oder über Fußball sprechen. Aber wehe, man spricht sie auf „Ungläubige“ an, dann reden sie vom Töten. Beeindruckendes und mutiges Buch So viel erschreckendes wir in der westlichen Welt auch vom Islamischen Staat hören, so überraschend ist doch der Blick hinter die Kulissen. Todenhöfer redet den IS keinesfalls schön, im Gegenteil. Er zeigt jedoch die Beeinflussbarkeit einiger Männer auf und macht deutlich, dass sie nicht immer diese brutalen und skrupellosen Kämpfer waren. Umso erschreckender ist es dann zu lesen, wie diese Männer nun ticken – und wo sie herstammen. Denn die Menschen, auf die der Journalist trifft, stammen nicht nur aus Syrien oder anderen muslimischen Ländern, sondern auch aus den USA oder Deutschland. „Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat“ ist kein Reisetagebuch, sondern ein wirklich eindrucksvolles, aufklärendes und schockierendes Werk. Der Autor geht zu Beginn auf die Geschichte des Islamischen Staats ein, erläutert dann die Ziele des Westens (und ist dabei durchaus auch kritisch), ehe er mit seinem eigentlichen Bericht beginnt. Dieser liest sich dann fesselnd wie ein spannender Thriller – nur das es leider die bittere Realität ist. Aber der spannende und gut lesbare Schreibstil macht es möglich, dass viel mehr Menschen dieses Buch lesen können und sollte. Es handelt sich eben nicht um einen trockenen Polit-Bericht und ist dennoch unheimlich informativ.

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