Leserstimmen zu
Bosheit - Die Getreuen und die Gefallenen 2

John Gwynne

Die Getreuen und die Gefallenen (2)

(3)
(2)
(0)
(0)
(0)
€ 16,00 [D] inkl. MwSt. | € 16,50 [A] | CHF 22,90* (* empf. VK-Preis)

Nachdem mich Band eins wirklich begeistern konnte, habe ich mich sehr auf Band zwei gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Die Story knüpft direkt an das Ende vom ersten Teil an. Corban ist zusammen mit der Prinzessin und einigen Überlebenden auf der Flucht. Nach dem turbulenten Ende geht es nun auch spannend weiter. Eigentlich kommen Corban und seine Freunde nie zur Ruhe und wachsen dabei als Gruppe immer mehr zusammen. Ein ziemlich bunter Haufen, den man immer besser kennenlernt und auch die Charaktere entwickeln sich weiter. Ihre Reise oder auch Flucht zieht sich durch den kompletten Band und ist schon ziemlich typisch für einen Fantasyroman. Das hat mich allerdings zu keiner Zeit gestört und es wurde auch nie langweilig. Die Story schreitet stetig voran und langsam bekommt man einige Fragen beantwortet. Außerdem mangelt es nie an unerwarteten Wendungen. Auch mit den anderen Erzählsträngen geht es spannend weiter. Einige interessante Personen treffen aufeinander und man lernt viele besser kennen. Es kommen auch wieder ein paar neue Charaktere hinzu. Wie in den meisten großen Fantasyreihen hat man mittlerweile wirklich viele Charaktere. Ich habe aber nie den Überblick verloren oder mich gelangweilt. Allgemein finde ich, dass die Charaktere und ihre Entwicklung die große Stärke der Reihe sind. Man fiebert selbst mit der schwarzen Sonne und ihren Begleitern mit. Es gibt keine uninteressanten Charaktere. Allerdings hat man doch so seine Lieblinge und einige sind mir in diesem Band unerwarteter Weise sympathisch geworden. Auch gab es einige Schicksalsschläge und man kann sich doch nie sicher sein wer überlebt. Der Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht der verschiedensten Charaktere geschrieben. Außerdem enden sie meist spannend und sind kurz gehalten. So fliegt man trotzt der vielen Seiten durch das Buch. Besonders positiv sind mir wieder die Kampfszenen aufgefallen. Meist langweilen mich diese mit der Zeit und sind mir zu lang und genau beschrieben. Das ist mir bei dieser Reihe bis jetzt allerdings noch nicht so ergangen und dem Buch mangelt es keinesfalls an Kämpfen und Schlachten. Die Aufmachung entspricht der des ersten Bandes. Eine schöne Klappbroschur mit einer Karte der Verfemten Lande auf der Innenseite. Außerdem sieht der Band sehr schick aus im Regal neben dem ersten. Fazit Ein toller zweiter Band. Die Reihe konnte mich definitiv weiter begeistern und ich freue mich schon sehr auf den dritten Teil „Jähzorn“, welcher bereits im Blanvalet Verlag erschienen ist. Wohl meine Fantasyentdeckung in diesem Jahr und eine Reihe die ich bis jetzt nur empfehlen kann. Insgesamt ist die Reihe zwar nichts Neues in diesem Genre aber dafür macht sie bis jetzt sehr vieles richtig.

Lesen Sie weiter

Nach dem ersten Band, der die Reihe als großer Prolog einleitete, freute ich mich sehr auf die Fortsetzung der Geschichte. Mit nicht gering hohen Erwartungen ging ich an den zweiten Teil heran, nur wurden diese nicht gänzlich erfüllt. Ein Teil der großen Prophezeiung hat sich erfüllt und Krieg über die Verfemten Lande gebracht. Während Corban nach der Eroberung Dun Carregs durch Owain mit der Hilfe Nathairs in den Norden flieht und ihm ein schwerwiegendes Geheimnis offenbart wird, vergrößert Nathair seinen Einfluss über das Land und hält Corbans Schwester Cywen bei sich gefangen. Als das Reine Licht, formt Nathair eine Armee gegen die vermeintlich Schwarze Sonne und die Schlacht der Kämpfer Asroths und Elyons rückt immer näher. Das größte Problem war wohl, dass sich dieses Buch nicht allzu sehr von seinem Vorgänger unterscheidet. Zumindest ist dies aus meiner Sicht der Fall. Doch allzu viele Stimmen loben seine Einzigartigkeit, die Art, wie es sich von seinem Vorgänger abhebt und wie viel Faszination es weckt. Dadurch war mein Messlatte etwas zu hoch gelegt und so sagt stehts eine kleine Stimme in meinem Hinterkopf, dass ich diese Lektüre doch als etwas sehr Gutes auslegen soll und über ein paar Dinge hinweg sehen könnte. Aber gibt es Einiges, das ich nicht übersehen kann. Die Geschichte ist weiterhin nur der Beginn. Zuallererst fehlte mir erneut die Spannung in dem Buch. Langatmigkeit mag teils eine Eigenschaft des Genres sein, zumindest meiner Erfahrung durch bisher gelesene Bücher nach, dass sich die Geschichte sehr auf zahlreiche diverse Charaktere aufteilt und dadurch mache Handlungsstränge zu sehr aufgetrennt werden. Die Kapitel sind stets recht kurz und manchmal ist der Wechsel zwischen den Charakteren, die sich alle nicht ganz unähnlich in gewisser Weise sind, verwirrend. Außerdem werden über die Zeitspanne eines ganzen Jahres nur einzelne kleine Handlungsfetzen erzählt. Es sind kurze herausragenden Ereignisse, die beschrieben werden, oder lediglich Situationen, damit man einen Charakter nicht vergisst und von seinem Fortgang erfährt. Manchmal sind die Kapitel sogar so kurz, dass durch den abrupten Wechsel zu einer vollkommen anderen Situation, immer und immer wieder, der Lesefluss unterbrochen wird. Zugleich ist die vergehende Zeit ein Aspekt, den ich wirklich an diesem Buch mochte. In vielen Büchern geschehen eine Menge Höhepunkte in einem unrealistisch kurzen Zeitraum, sodass man sich fragt, wann die Charaktere das letzte Mal ihren Grundbedürfnissen hatten nachgehen können. Hierbei merkte man hingegen die langsame Entwicklung von etwas Größerem und dass eine Schlacht normalerweise nicht in einer Stunde geschlagen wird. Deshalb ist es verständlich, überwiegend wichtige Handlungsmomente zu erzählen. Dennoch sind es zu viele Bruchstücke, die die Besonderheiten der Erfahrungen der Handlungsträger hervorheben. Rundum nahm ich keinen richtigen Spannungsbogen wahr, der mir das Herz in Aufregung aus der Brust springen ließ. Es war einigermaßen interessant, aber nie so spannend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Dies lag nicht nur an der Erzählweise, sondern vor allem an der wieder einmal sehr vorhersehbaren Handlung. Aufgrund einer recht typischen Charakteraufstellung, sind zwischenmenschliche Situationen, die in diesem Buch für die weitere Annäherung als auch Entfaltung der bedeutenden Prophezeiung wichtig sind, nicht schwer vorherzusehen. Man kann sich ebenfalls erdenken, welcher der nächste Witz sein wird. Eher das wirkliche Schicksal der Personen verbunden mit den übernatürlichen Ereignissen, war für mich von großem Interesse. Wobei man eigentlich weiß, wer auf die gute oder böse Seite umsteigen wird. Dies ist kein Geheimnis, ganz im Gegensatz zu der Grundidee des Buches. Die Charaktere gestalteten sich wohl als das für mich größte Problem. Die meisten sind wenig mysteriös und genau genommen, unterscheiden sie sich nicht großartig voneinander. Viele sind angetrieben von einer großen Sache und wundervolle Kämpfer. Dessen ungeachtet, differenzieren sie sich auf eine Art, dass man die dutzenden Namen voneinander abgrenzen kann. Sehr auffällig ist, dass man kaum Frauen zu Gesicht bekommt, die tatsächlich wichtig sind. Es kommt eine etwas wichtigere Figur hinzu, die sich indes kaum von Corbans Schwester abgrenzt. Vielmals sind die Frauen sehr stark und widerspenstig. Um ehrlich zu sein, manchmal sogar etwas lachhaft und nervig in ihren Aktionen. Hinzu kommt, dass sich beinahe erzwungene und nicht unähnliche Liebesbeziehungen entwickeln, die sicherlich eine Handlungswendung hervorrufen werden. Abgesehen von der Gemeinsamkeit und Eintönigkeit der Handelnden, wird oftmals das Heroische an ihnen betont. Dies betrifft überwiegend Corban, auf den im Laufe des Buches mehr Augenmerk als auf den zunehmend verblassenden Nathair geworfen wird. Er wird vielfältig und wiederholend als die besondere Person hervorgehoben, hingegen lassen sich dafür nur wenige Beweise finden. Es ist als würden Beschreibung und die durch Taten geformte Art des Charakters nicht ganz übereinstimmen. Ganz als würde eine Information fehlen. Überdies spürt man nicht, dass viel Zeit vergeht, denn eine Veränderung der Personen ist kaum auszumachen, nur in seltenen Ausnahmefällen. Es ist wahrhaft faszinierend, wie John Gwynne die atemberaubende Blindheit von Menschen verbildlicht, die sich einer Überzeugung, einem Glauben, dem scheinbar Richtigen hingegeben haben. Nicht wenige Menschen und andere Wesen sind durch ihre Hingabe und den unerschütterlichen Glauben geblendet und haben ebenso die Augen vor der Wahrheit verschlossen. Leider und das Buch damit Authentizität gebend, trifft der Autor damit eine Wahrheit, die zu sehr in der Realität anwesend ist. Ferner weist er auf das Falsche am Krieg hin und die tragische Kehrseite nach der Euphorie des Krieges. Die Frage nach der Moral und Gerechtigkeit wird dabei gestellt. Man bekommt die sinnlose Brutalität zu spüren, doch ist es schade, dass sie nicht mit allzu tiefgehenden intelligenten Intrigen versponnen ist, die dem Buch mehr Reiz gegeben hätten. Im Großen und Ganzen hatte dieses Buch jene Schwachstellen wie auch sein Vorgänger, wie beispielsweise fehlende, die Welt erweiternde diverse Beschreibungen der Umgebung, abgesehen von den detaillierten Szenen von Kämpfen, oder nur winzige Teile des Übernatürlichen, die erst zum Schluss oder in einzelnen, zu abrupten Dosen auftreten. Die dargestellte und fühlbare Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens sind schön, obschon die Charaktere gleichermaßen nicht vom Tod bedroht sind. Für manche mag die Verbindung zwischen Mensch und Tier herzerweichend sein. Dennoch hatte ich mir viel mehr erwartet, mehr Tiefe, und ob ich die Geschichte weiterhin verfolgen möchte, steht in den Sternen. Auch dieser Band konnte mich nicht richtig reizen.

Lesen Sie weiter

Mir hat der erste Teil der Reihe wirklich gut gefallen, war es doch qualitativ hochwertige High-Fantasy mit tollen Charakteren. So ist es nicht verwunderlich, dass auch dieses gute Stück von mir gelesen wurde. Auch wenn nach dem ersten Band verhältnismäßig wenig Zeit verging, bis ich mir diesen hier zu Gemüte führte, muss ich nun schon gestehen, dass mir der Einstieg in das Buch recht schwer gefallen ist. Schon im ersten Band ist deutlich geworden, dass die Geschichte aus der Sicht einer nicht geringen Anzahl von Personen geschildert wird und in jeder Perspektive erst einmal zu durchblicken ist wer denn eigentlich wer ist, was diese Person im letzten Band erlebt hat und auf welcher Seite sie steht. Das war wirklich nicht so einfach. Zwar gibt es hinten im Buch ein Personenregister und auch eine Karte in jeder Klappenseite, doch ein „was bisher geschah“ wäre für mich auch sehr hilfreich gewesen. Zwar ist die Mehrperspektivität ein großer Vorteil für das Buch, da die verfemten Landen aus vielen Ländern bestehen, gibt es in einigen davon Charaktere mit eigener Perspektive, so dass die Geschiche plastisch erscheint und nicht nur an einem Ort erzählt wird. Um die Übersicht zu wahren, sind jedem Charakter einzelne Kapitel – ähnlich wie bei Das Lied von Eis und Feuer – zugeteilt. Manche sind dabei auch wirklich kurz gehalten und man erhascht nur einen kurzen Blick wie es auf der anderen Seite der Welt aussieht. Aber dadurch wurde mir eben der Einstieg erschwert. Im Verlauf dieses Buches wird sehr viel gereist bzw. geflohen und noch mehr gekämpft. Bis auf Charakterentwicklung und das Voranschreiten der Haupthandlung im Finale passiert sonst eigentlich nicht viel mehr. Zwar ist das storytechnisch schon alles in Ordnung und ist auch interessant geschrieben, doch mir war das inhaltlich etwas zu wenig auf über 800 Seiten. Das hat mir die Lektüre des Buches etwas erschwert, da mir diesmal die etwas langsamere Entwicklung z.B. von Corban fehlte. Ansonsten ist nun deutlich und bald auch allen klar, wer der Strahlende Stern und wer die Schwarze Sonne ist, also der jeweilige Paladin der zwei vorherrschenden Gottheiten, die nun gegeneinander in einem Krieg kämpfen werden. Das Schöne an der Sache ist, dass nach wie vor Nathair und sein Gefolge davon ausgehen, er sei der Strahlende Stern, wobei nun nach und nach Gefolgsleute dazustoßen, die eindeutig wissen, wer auf wessen Seite kämpft. Zwar wurde uns Lesern noch nicht eröffnet was Nathair nun denkt, als zwangsläufig auch ihm klar wird, dass er einem Schwindel aufgesessen ist. Am Ende ist jedoch klar welchen Hintergrund die vorher etwas zwielichtige Figur Meical hat und was Ghar für eine Vergangengeit verborgen hat. Corban bleibt sich treu und ignoriert erst einmal jegliches religiöses Gelaber und konzentriert sich auf das Wesentliche: Zunächst Edana in Sicherheit bringen und anschließend seine tot geglaubte Schwester Cywen aus den Fängen der Feinde zu retten. Ich hätte mir gewünscht, dass außerhalb von Reisen, Flucht sowie Kampf und Schlacht noch etwas mehr passiert oder andersherum man hätte hier auch gut etwas kürzen können. Aber nun gut, es ist so wie es ist und über Geschmack lässt sich nicht streiten. Die Charaktere sind nach wie vor toll gestaltet und die Geschichte als solche funktioniert auch prima. Ich hoffe nur, dass der nächste Band wieder etwas „mehr“ ist. Nach wie vor finde ich die Namesgebung der ersten beiden Bücher recht merkwürdig: Die deutschen Titel bestehen analog zu den Originaltiteln aus einem Wort. Der erste Band Macht heißt im Original Malice zu deutsch „Bosheit“. Bosheit widerrum ist allerdings der deutsche Titel dieses zweiten Bandes, welcher im Original Valour (Tapferkeit) heißt. Das ist zwar keineswegs tragisch, aber irgendwie unnötig irritierend. Doch ich muss sagen, die englischen Titel passen besser zum Inhalt. Fazit: Bosheit ist eine gelungene wenn auch sehr kampf- und reiselastige Fortsetzung der Reihe Die Getreuen und Gefallenen. Die Stärke dieser Reihe sind eindeutig die Charaktere, wenn ich auch zu Beginn dieser Lektüre ob der schlichten Masse an unterschiedlichen Perspektiven, etwas Schwierigkeiten hatte wieder in die Geschichte zu finden. Wie die Haupthandlung letztlich vorangebracht wird, hat mir gut gefallen und ich bin nun gespannt wie es weiter geht mit dem Strahlenden Stern und der Schwarzen Sonne, hoffe jedoch, dass der nächste Band nicht so sehr geprägt wird vom ständigen Fliehen, was Kämpfe mit Verfolgern nach sich zieht.

Lesen Sie weiter

Verwandtenmörder Verwandtenrächer Gigantenfreunde Drachenreiter Welches dieser Wörter der Prophezeiung von Halvor sich auf den Lichtbringer und welches sich auf die dunkle Macht bezieht, ist ungewiss. Prophezeiungen sind wage, man kann sie auf vielerlei Art interpretieren. Oft kommen dabei gegensätzliche, sich widersprechende Ergebnisse zustande. Nathair als auch Corban können sowohl der Retter als auch Untergang sein des Reiches sein. Wer ist der Streiter Eloyns und wer der Paldin des dunklen Gottes Asroth? Wie kann etwas über das Schicksal eines Menschen entscheiden, an das man nicht glaubt? Corban glaubt nicht an die Götter. Er kennt die Geschichten über Eloyn, den verschwundenen Gott, der sich von seinen Geschöpfen abgewendet hat. Für ihn sind es nur Legenden oder Märchen, nicht etwas, das tatsächlich passiert ist. "Wo hört die Wahrheit auf und Legenden beginnen?", fragt er. Welchen Nutzen hat denn ein solcher Gott, der für die Menschen unerreichbar ist? Corban glaubt an die Liebe seiner Mutter und seiner Schwester, er glaubt an die Freundschaft von Ghar und Brina. Und er glaubt an seine Waffengefährten Dath und Farell. Sie alle fliehen gemeinsam aus Dun Carreg, nachdem Nathair es erobert hat. Noch wissen die beiden jungen Männer nichts wichtiges voneinander. Rhin ist wie eine Spinne im Netz, zieht die Fäden und plant seit über 30 Jahren Asroths Rückkehr. Sie hat sich diesem Spiel mit Leib und Seele verschrieben, sie intrigiert und sät Zwietracht, Angst und Misstrauen in allen Fürstentümern. Sie platziert ihre Spieler in dem großen Spiel und rückt ihrem Ziel unaufhaltsam näher. Ardan und Cambren sind gefallen und ihr nächstes Ziel ist die Eroberung Domhains. Damit wäre sie unumstößliche Herrscherin des Westens. Corban und seine Freunde versuchen alles, den Sieg der alten Hexe zu verhindern und Verbündete für Edana zu finden. Eine Gruppe treuer Freunde gegen ein gewaltiges Heer. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. In Band eins werden die einzelnen Spieler dieses gewaltigen Krieges vorgestellt, im Laufe der Zeit nehmen sie ihre Position ein. Nathair ist davon überzeugt, dass er das reine Licht ist und einer gerechten Sache dient. Unaufhaltsam schreitet er in seinen Machtbestrebungen voran und mit seiner Überzeugung und seinem Charisma zieht er viele Menschen in seinen Bann. Sie glauben an ihn und unterstützen seine Pläne, seine Erfolge blenden die letzten Zweifel aus. Während sein Stern immer heller erstrahlt und alle vor ihm das Knie beugen, befinden sich Corban, Edana und Ghar auf der Flucht. Nichts deutet darauf hin, dass Corban etwas anderes ist als ein treuer Freund und Weggefährte und ein begnadeter Kämpfer. Cywen wird für tot gehalten und gerät in die Hände des Feindes. Die Wege von Veradis und Cywen kreuzen sich. Die junge Frau weckt Zweifel in Nathairs erstem Schwert, doch er unterrückt diese und führt weiterhin dessen Befehle aus. Auch der Gigant Alcyon mag die junge, freche Frau und versucht, sie vor Nathair und seinem Berater Calidus zu schützen. Es gibt also nicht nur schwarz und weiß in dieser Geschichte. Gute Menschen werden getäuscht und auf einen dunklen Weg geführt, es ist nicht klar, ob sie ihn jemals wieder verlassen können. Und ehemalige Diebe entscheiden sich, eine Wahl zu treffen und sich auf die Seite des Guten zu schlagen. Das passiert nicht über Nacht und niemand macht sich seine Entscheidungen einfach. Der Autor lässt seinen Protagonisten viel Zeit und macht uns Lesern ihre Entscheidungen verständlich. Während des Lesens habe ich oft überlegt, welche Entscheidung ich in gewissen Momenten getroffen hätte und man fühlt und leidet mit den Menschen in dieser Geschichte. Sie sind uns nah, wir tauchen ein in diese fantastische Welt des John Gwynne und verfolgen atemlos den Weg und das Schicksal der Handlungsträger. In diesem Band ist Meical meine Lieblingsfigur, sein Schicksal berührt einen zutiefst und hier erkennt man, dass der Autor seinen Figuren nichts schenkt. Krieg ist grausam, Menschen werden zu Tieren und nur das eigene Überleben zählt. Dabei ist Hass eine starke Triebfeder. Menschen werden zu Verrätern aus dem Glauben heraus, einer gerechten Sache zu dienen aber auch aus Ehrgeiz, Neid oder Habgier. Hier haben wir alle Facetten an Emotionen Wie im ersten Band, sind die einzelnen Kapitel jeweils einer Person gewidmet. Der schnelle Wechsel der Szenarien sorgt für eine stetige Spannung, man kann sich dem Sog der Handlung kaum entziehen. Mich hat es einige Stunden Schlaf gekostet, weil ich nicht aufhören konnte zu lesen. Die Vielschichtigkeit der Erzählung hält den Leser in Atem, immer, wenn man meint, die Intention einer Person verstanden zu haben, stellt der Autor diese wieder in Frage. Man kann nichts erahnen und nicht erraten, die Geschichte steckt voller überraschender Wendungen. Unterschwellig wird man aber nichtsdestotrotz ein wenig an GoT erinnert. Ich persönlich mag GoT nicht aber man kann nicht leugnen, dass es die Leser und Serienjunkies fasziniert. Auch hier gibt es junge Protagonisten Geschwister und Halbgeschwister, die durch die Umstände oder durch eigene Entscheidungen getrennt werden und auf verschiedenen Seiten stehen. Corban wird von einem Woelven begleitet, Cywen von Buddai, einem gewaltigen Hund. Doch diese Geschichte hier ist für mich geradliniger, man merkt, dass der Autor die ganze Handlung kennt und uns langsam zu einem Ziel führt. Was man von GRRM nicht unbedingt behaupten kann. Alle Personen, selbst die unscheinbarste Nebenfigur, wirken lebendig und glaubhaft. Und sprachlich ist John Gwynne ein wahrer Meister. Wolfgang Thon hat die Lebendigkeit der Geschichte vollständig ins Deutsche übertragen und den Spannungsbogen aufrecht erhalten. Mittlerweile ist er ja selber ein bekannter Fantasyautor, man merkt ihm seine Liebe zu diesem Genre an und sie fließt in jedes Wort seiner Übersetzung. Eine Karte der Welt vervollständigt das Buch und am Ende findet sich eine Übersicht der handelnden Personen. John Gwynne verzichte auf eine Wiederholung und Zusammenfassung der Ereignisse, man sollte diese Serie bei Band eins beginnen, denn nur so kann man der Geschichte folgen. Aber es lohnt sich. Keiner der 830 Seiten ist zu viel, im Gegenteil, man giert nach Band drei, weil man mehr möchte. Die Farbgebung und Gestaltung des Covers sind sehr schön und passen zu der fesselnden Geschichte. Ein wahrer Schatz für jede Fantasysammlung. Für Leser mit Ausdauer und Liebe zum Detail, die gewaltige Epen und gut durchdachte Geschichten mögen.

Lesen Sie weiter

Gleich mal vorweg; ich empfehle jedem Leser mit dem ersten Band der Reihe zu beginnen. Es kommen soviele Personen vor das ihr sonst einfach nicht gut hineinfinden werdet. Selbst ich hatte ein wenig gebraucht bis ich wieder "drin" war. Dann aber war es wieder einfach herrlich zu lesen. Zur Handlung möchte ich gar nicht viel verraten, es sind wieder die bekannten Charaktere aus dem ersten Band dabei. Von all denen mochte ich Corban und seine Schwester Cywen auch am liebsten. Beide haben in diesem Teil eine alles andere als leichte Zeit hinter,- und auch vor sich. Cywen sieht sich mit schlimmen Verlussten konfrontiert, während Corban unterwegs ist ohne zu wissen was mit dem Rest seiner Familie ist. Für micht war dieser Erzählstrang einer der traurigeren am Ende. Wie im letzten Band, so ist es auch hier wieder so das die Geschichte aus der Sicht meherer Personen erzählt wird, was dem ganzen eine gewissen Ganzheit gibt. Man erfährt die verschiedensten Beweggründe und kann auch hier wieder ein wenig mitraten wer denn nun der "Böse" ist. Denn das wird nicht immer gleich deutlich. Da gibt es geschickte Schachzüge, kleveres Taktieren im Hintergrund und man wird des öfteren Überrascht. Ich mag an der Buchreihe ganz besonders wie die einzelnen Charaktere entworfen wurden, jeder hat seine eigene kleine Geschichte und man versteht warum sie so und nicht anders handeln. Dazu kommt noch die schöne und oft bildhafte Beschreibung der Orte, die für mich bei Fantasywerken auch immer ein besonderes Gewicht hat. Hier passt wieder einfach alles. Der zweite Band kann nahtlos an den ersten Anknüpfen, die Handlung bleibt spannend und es macht Spaß die Charaktere durch die Geschichte zu begleiten. Allerdings ist man gut beraten den ersten Band vorher zu lesen sonst kommt man mit den vielen Personen nicht mehr klar. Empfehlen kann ich das Buch all jenen die gerne interessante Figuren in einer gut ausgeklügelten Handlung lesen möchten.

Lesen Sie weiter