Leserstimmen zu
Der dunkle Wald

Cixin Liu

Die Trisolaris-Trilogie (2)

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Ein zweiter Teil, auf den 50 % von uns beiden sehnsüchtig warteten. Und wer die Rezi zum ersten Teil gelesen hat, dürfte wissen: das bin nicht ich. Allerdings war ich schon ein bisschen auf den weiteren Verlauf gespannt und meine Furcht, die physikalischen Aspekte des ganzen nicht zu verstehen, nahm auch über das Jahr des Wartens etwas ab. In dem ersten Teil - Die Drei Sonnen - begehen wir zusammen mit den dortigen Chrakteren den Weg, der zu einem Kontakt zwischen den Trisolariern und der Menschheit führt. Nun erleben wir in Der Dunkle Wald zuallererst die Krise, in die Menschheit gestürzt wird, da sich die Trisolarier Zugriff zu der menschlichen Informationspolitik verschafft haben. Nur an einen Ort können die Ausserirdischen nicht gelangen - das menschliche Gehirn. Und so wird ein Projekt ins Leben gerufen, welches die Menschheit retten soll - das Wallfacer-Projekt. Es werden vier verschiedene Menschen ausgewählt. Alle haben einen anderen Background. Vom Wissenschaftler bis zum Offizier. Der Clou ist, dass sie den größten Handlungsspielraum haben, den man sich nur vorstellen kann. Um die Mission zu erfüllen stehen ihnen alle nur möglichen finanziellen Mittel zu. Außerdem können sie über einen eigenen Stab verfügen,der für sie arbeitet, zumindest so lange niemand erfährt, was genau sie tun. Dies darf auch nicht aus ihrem Handeln hervorgehen. Alle Strategien und Pläne verbleiben in den Köpfen der Wandschauer. Den Wandschauer, den wir über 800 Seiten begleiten dürfen, ist der chinesische Astronom und Soziologe Luo Ji. Wahrlich der Unkonventionellste von ihnen und derjenige, dessen Denkweise am ehesten nachzuvollziehen ist. Luo Ji ist der Überraschungskandidat von den vier Auserwählten. Er hat bislang keine große Leistung erbracht und niemand kann ihn genau einschätzen. Er ist nicht nur Soziologe und Astronom, sondern versucht sich auch als Autor. Er selbst versteht in der gesamten Zeit nicht, warum genau er an dieser Mission teilhaben soll. In dieser Zeit, wir begleiten ihn übrigens knapp 400 Jahre, nutzt er das gesamte System ausschließlich für sich und sein individuelles Leben. Seinen eigenen Garten Eden , ein Familienleben, wie er sich schon immer gewünscht hat. Die Darstellung der vollkommenen Harmonie in einem idyllischen Umfeld zeigt dem Leser besonders auf wie sehr er sich von den anderen Wandschauern unterscheidet. Wir begleiten ihn entsprechend in diversen Zeitaltern. Dies kann übrigens nur deshalb der Fall sein, weil die Wissenschaft eine Form des Einfrierens erfunden hat, um das menschliche Leben möglichst lange zu erhalten und Erkenntnisse aus mehreren Jahrhunderten sammeln will. Allein diese Zeitspanne und Entwicklung gehörte für uns zu den absoluten Besonderheiten des Werks. Tatsächlich fällt es uns wahrlich schwer zu selektieren. Dieses Buch birgt Unmengen an Ideen und Einfällen, die so unglaublich erscheinen, dass man dem Autor hier nur eines zollen kann und das ist nicht weniger als tiefer Respekt für dieses avantgardistisches Science-Fiction Werk. Ja, auch hier kann ich nur zustimmen. Cixin Liu schafft es, einen Professor mit Sophonen philosophieren zu lassen. Direkt am Anfang des Werkes überzeugt er mit einem Dialog zum Thema "Denken vs. Sprechen". Mehr kann an dieser Stelle nicht gesagt werden, da alles zu diesem Thema nicht annähernd so überzeugen könnte, wie das Werk selbst. Und wieder werden wir allein gelassen. Wartend und hoffend, dass die Fortsetzung nicht wieder Jahre auf sich warten lässt. Denn dieses Werk gehört zu den wenigen, die einen nach dem Lesen vor Bewunderung erstarren lassen , so ging es zumindest mir. Fazit: Halten wir es mit Goethe bzw. Dr. Ding in Cixin Lius Werk: "Und wenn ich dich lieb habe, was geht's dich an?" Ich würde gerne überbordend schwärmen, aber diese Genugtuung kann ich Apos dann doch nicht gönnen. Sie weiß ja schon, dass sie recht hatte und ich ebenfalls verliebt bin in diese Reihe und ihr konntet es hoffentlich auch herauslesen. Troph Off.

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Jenseits der Zeit

Von: John Wenzing aus München

30.06.2019

gerade die Lektüre des dritten Bandes der Trilogie beendet, muss ich sagen, dass ich völlig erschlagen bin. Jenseits der Zeit, also der letzte Band der Trilogie, egalisiert alles, was ich an sf literatur bisher gelesen oder im Kino gesehen habe, ins fast schon Belanglose. Krieg? Belanglos. Koexistenz? Belanglos. Trisolaris, die schöne blaue Erde? Geschenkt. Die Wirklichkeit( in diesem Buch) macht fassungslos ob der Brutalität und der Kälte der Herzen manch ihrer Protagonisten. Dass der Autor es schafft, das Ende so zu beenden, so poetisch und warm, ist ausserordentlich schön, auch wenn wir, also wir alle, jede Hoffnung fahren lassen sollten. Wenigstens haben wir noch ein paar Jahrhunderte. Haben wir?

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Nachdem der erste Kontakt mit der außerirdischen Spezies die Menschen in eine tiefe Krise gestürzt hat und die Fremden sich Zugang zur gesamten Informationstechnologie der Erde verschafft haben, scheinen die Wissenschaftler nun endlich einen Schwachpunkt entdeckt zu haben: Das einzige, das die Trisolarier nicht kontrollieren können, sind die Gedanken der Menschen. Der hastig einberufene Planetenverteidigungsrat ruft deshalb ein Projekt ins Leben, bei dem vier ausgewählte Personen ausschließlich gedanklich einen Plan entwickeln sollen, mit dem sich die bevorstehende Vernichtung der Menschheit noch verhindern lassen könnte. Auch der unbekannte Kosmosoziologe Luo Ji gehört zu dem erlauchten Kreis. Doch warum ausgerechnet er? Und warum scheint es so zu sein, dass die Trisolarier vor allem in ihm eine Gefahr sehen? Das vom WDR aufwendig produzierte Hörspiel “Der dunkle Wald” lässt uns tief in das Geschehen von Cixin Liu’s Science Fiction-Trilogie rund um die Invasion der extraterristischen Trisolarier eintauchen. Wie schon im ersten Teil “Die drei Sonnen” beschäftigt sich der Autor auch im zweiten Abschnitt wieder mit ebenso spannenden wie anspruchsvollen wissenschaftlichen Ideen und Theorien. Dabei schaffen es die Hörspiel-Virtuosen, die sehr vielschichtige Geschichte durch ein perfekt getimtes Tempo, fast schon visuelle Klangeffekte und natürlich durch ihre Stimmen in ein klar verständliches Hörvergnügen umzusetzen. Hervorragend inszeniert und klug umgesetzt, machen sie der komplexen Science Fiction-Story von Cixin Liu alle Ehre.

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Meine Meinung: Bereits den ersten Teil durfte ich als Hörspiel hören und war begeistert. Deshalb war sofort klar, dass ich auch Teil eins hören wollen würde. Die Zusage habe ich relativ schnell bekommen und hab mich auch sehr gefreut. Warum das Hörbuch mich leider nicht so begeistern konnte wie Teil 1 erfahrt ihr jetzt: Sprecher: Der Sprecher hat sich wirklich bemüht die Geschichte spannend einzusprechen. An vielen Punkten hat er Spannung aufgebaut und auch die verschiedenen Personen hat er gut differenziert. Man hat wirklich alles gut verstanden und auch die Geschwindigkeit war angenehm. Der Stil: Der Stil war wieder sehr wissenschaftlich und so wenig mich das in Teil 1 auch gestört hat, so hat es mich diesmal doch irgendwie gestört. In diesem Teil der Reihe geht es noch wissenschaftlicher zu und irgendwann hatte ich mich einfach ein bisschen erschlagen gefühlt bei so vielen Begriffen. Ansonsten war der Stil wieder eher nüchtern und sachlich aber passend zur Geschichte. Die Charaktere: Die Charaktere waren für mich eher langweilig. Ich hatte das Gefühl, dass bis auf die Wandschauer alle Charaktere irgendwie nur schwarz oder nur weiß waren. Und selbst die Wandschauer konnten mich nicht wirklich überraschen. Einzig und allein Luo Ji konnte ich das eine oder andere Mal nicht einschätzen. Die Geschichte: Spoilern werde ich nicht, allerdings fand ich die Geschichte diesmal wirklich langatmig. Im letzten Drittel etwa kommen ständig Stellen vor, die sich anhören, als wäre die Geschichte zu Ende aber es geht immer weiter und weiter und weiter. Dabei verliert die Story leider auch immer mehr an Spannung und irgendwann hatte ich das Gefühl es würde nicht wirklich zu einem Ende finden. Die eigentliche Story hatte wirklich Potential und mitten in der Geschichte hatte ich auch das Gefühl, es könnte spannend werden, doch leider wurde ich enttäuscht und es konnte mich nicht überzeugen. Gerade am Ende war die Geschichte für mich einfach künstlich in die Länge gezogen. Hätte ich das Buch gelesen und nicht gehört, hätte ich es sehr wahrscheinlich abgebrochen. Empfehlung: Ich würde das Hörbuch nicht unbedingt empfehlen, denn es zieht sich teilweise wie Kaugummi. Mein Fazit: Leider viel verschenktes Potential.

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Leider ist der zweite Teil der Trilogie kein Hörspiel mehr, sondern 'nur' ein Hörbuch. Ich mochte den ersten Teil sehr gern - war jetzt aber von der Umsetzung des zweiten nicht enttäuscht. Es ist eine ungekürzte Lesung, welche knapp 22 Stunden geht. Wodurch es leider unmöglich ist alles auf einen Rutsch zu hören, auch wenn es sehr spannend ist. Es sind 3 mp3-CDs. Gelesen wird von Mark Bremer. Ich finde er liest sehr gut und es macht sehr viel Spaß ihm zuzuhören, er trifft die Atmosphäre sehr gut, aber auch die Charakter und er betont auch alles sehr gut. Mir hat es gefallen, dass die Geschichte weitergeht um Tri Solaris und ich wurde mit der Fortsetzung nicht enttäuscht. Ich bin zwar sonst nicht so für Sci-Fi, aber die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen. Die Welt ist sehr gut beschrieben und auch sehr durchdacht. Es macht Spaß in die Welt einzutauchen und mehr von ihr zu erfahren. Aber auch die Charaktere sind sehr gut beschrieben und handeln auch sehr nachvollziehbar. Ich finde es auch spannend zu hören, wie physikalische Dinge erklärt werden und man davon aber nicht genervt ist, sonst quasi nebenbei noch einiges dazu lernt. Ich bin echt begeistert von dem Autor und dieser Trilogie! Ich kann die Fortsetzung kaum erwarten! Für die Reihe sollte man sich auf jeden Fall Zeit nehmen, es sind so viele Details und alles in der Geschichte, das man wirklich genau zu hören/lesen muss, damit man nichts versäumt.

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Inhalt Ye Wenjie hat vor vielen Jahren eine unglaubliche Entdeckung gemacht: auf einem anderen Planeten existiert intelligentes Leben. Doch durch diese Entdeckung schwebt die Erde in großer Gefahr, denn eine Invasion steht ihnen bevor. Trisolaris ist auf dem Weg und vier Menschen werden auserwählt als sogenannte Wandschauer unabhängig voneinander und unter strenger Geheimhaltung einen Abwehrplan zu entwickeln. Drei von ihnen sind berühmte Wissenschaftler und Politiker. Der vierte ist ein völlig Unbekannter. Luo Ji ist Astronom und Soziologe und hat keinerlei wissenschaftliche Erfolge gefeiert. Dennoch wird er als Wandschauer auserwählt und weiß nicht, was er mit dieser Aufgabe anfangen soll. Doch plötzlich muss er feststellen, dass er der einzige der vier Wandschauer ist, den die Trisolarier um jeden Preis tot sehen wollen. Schließlich ist sein Plan ganz anders, als alles, was die Menschheit jemals getan hat. Nachdem ich das Hörspiel zu „Die drei Sonnen“ zu Ende gehört habe ist sehr schnell klar gewesen, dass ich die Trisolaris Trilogie unbedingt weiterverfolgen möchte. Die Art, wie Cixin Liu schreibt hat mich komplett begeistert und so hat es nicht lange gedauert, dass ich „Der dunkle Wald“ angefragt und schließlich auch die Zusage bekommen habe. Herzlichen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! Der Anfang der Geschichte spiegelt die Unsicherheit und Angst der Menschheit im Bezug auf die bevorstehende Invasion der Trisolarier unglaublich gut wider. Man spürt von Seite 1 an, dass sich Angst breit macht und niemand genau weiß, wie man dem eigenen Ende entgegen sehen soll. Gleichzeitig sind sich alle Wissenschaftler und Politiker dessen bewusst, dass es noch Jahrhunderte dauern wird, bis die Flotte der Trisolarier tatsächlich im Sonnensystem angelangt. Sie haben also eigentlich genügend Zeit, um sich einen Plan auszudenken, der das Überleben der Menschheit sichert. Die Frage ist jedoch, wie soll das gelingen, wenn man den eigenen Feind kaum kennt? Niemand weiß, wie fortschrittlich die Trisolarier wirklich sind. Was muss die Erde dieser Flotte entgegen setzen, um überhaupt eine Chance zu haben? Gibt es überhaupt eine Chance oder sollte man sich an Verhandlungen setzen? Doch was hat die Erde für Möglichkeiten, um eine Verhandlung überhaupt plausibel zu machen? Es gibt etliche Fragen die bedacht und diskutiert werden müssen und gleichzeitig schwebt diese Angst über den Köpfen der Menschen: werden wir alle vernichtet werden? Wird es keine Zukunft mehr geben? Liu bringt die Stimmung unglaublich auf den Punkt, denn beim Lesen hat mich ebenfalls diese Trostlosigkeit, Ratlosigkeit und Angst befallen. Was, wenn die Menschen keine Lösung finden? Was, wenn Trisolaris auftaucht und alles Leben auslöscht? Was dann? Gleichzeitig wollte ich die Menschheit natürlich nicht aufgeben aber ich habe absolut keine Ahnung von Physik oder Astronomie. Ich musste mich darauf verlassen, dass die Charaktere im Buch mir erklären, was sie tun und das haben sie auch getan. „Wenn man alles unmögliche ausgeschlossen hat, dann muss das, was übrig bleibt, und sei es noch so absurd, das einzig Mögliche sein. Oder haben Sie eine bessere Erklärung?“ (S. 373) Der technische Aspekt im Buch hat mir dieses Mal nicht ganz so viel Spaß gemacht, weil ich teilweise Stellen mehr als ein Mal lesen musste, um ansatzweise begreifen zu können um was es eigentlich geht. Ich bin mir sicher, dass ich von allen Erklärungen maximal die Hälfte verstanden habe, das hat meiner Meinung nach allerdings ausgereicht, um zu verstehen was im gesamten Buch passiert ist. Es war dieses Mal wirklich schwieriger den Gedankengängen der Wissenschaftlern zu folgen und manches wird mir wohl für immer Verborgen bleiben. Das hat mich allerdings nur in wenigen Momenten richtig gestört. Die Dringlichkeit und Spannung hat nicht darunter gelitten, dass ich manchmal länger gebraucht habe, um zu verstehen, was gerade diskutiert wird. Trotzdem hat es meinen Lesefluss etwas gestört und wahrscheinlich habe ich unter anderem deshalb so lange zum beenden des Buches gebraucht. Alles zu verarbeiten hat einfach länger gedauert. Zusätzlich zu dieser Schwierigkeit, finde ich die Aufteilung des Buches nicht so gut gelungen. Kapiteleinteilungen hätten mir wirklich geholfen den Faden nicht komplett zu verlieren. Es gibt nur Absätze und sehr große Kapitel. Allein der erste Teil des Buches geht fast 300 Seiten, ohne jegliche Kapitel. Es ist anstrengend ein Buch auf diese Weise zu lesen, weil ich nicht die Zeit habe, so viele Seiten am Stück zu lesen. Dennoch bin ich den Charakteren gerne gefolgt. Vor allem Luo Ji und Da Shi sind mir unfassbar sympathisch. Ihre Reise hat mich sehr begeistert und auch beeindruckt. Egal wie aussichtslos oder gefährlich eine Situation wird: sie stellen sich dem, was auf sie zukommt. Davon abgesehen wie genial Luo Ji in Wirklichkeit ist. Er wird von der ganzen Welt unterschätzt und das ab dem ersten Moment, als er zum Wandschauer berufen wird. Doch das ist er eben nicht umsonst geworden, wie sich im Verlauf des Buches immer wieder zeigt. Das hat mir wirklich gut gefallen. Auch die Handlung rund um die anderen Wandschauer fand ich unheimlich spannend und interessant. Das gesamte Projekt Wandschauer ist genial ausgedacht und stößt trotzdem auf Probleme, die unglaublich realistisch dargestellt werden. All das könnte wirklich in unserer Zukunft stattfinden und genau dieser Aspekt hat mich umgehauen. Ich konnte es mir wirklich bildlich vorstellen und mir ist mehr als einmal eine Gänsehaut über den ganzen Körper gejagt, bei dem Gedanken, was unserer Welt bevorstehen könnte, würde sich bewahrheiten, was Liu schreibt. Es ist absolut beängstigend und genial zugleich. „Die Vergangenheit ist kein Traum. Sie holt dich immer wieder ein.“ (S.497) Die Botschaft des Autors wird vor allem gegen Ende immer deutlicher: die Menschheit kann sich nicht von ihrer Eitelkeit lösen. So viele Fehleinschätzungen, so viele Überschätzungen, so viel vergeudetes Potential und unglaublich viel Eitelkeit. Wir sind die einzigen, die intelligent genug sind, einen Weltraumkrieg zu führen. Wir sind die einzigen, die ein Recht auf die Erde haben. Wir. Wir. Wir. Und was resultiert daraus? Das müsst ihr in „Der dunkle Wald“ lesen, weil ich mehr einfach aus Spoilergründen nicht verraten kann. Ich kann nur sagen, dass mich das Ende unglaublich gepackt, begeistert und überrascht hat. Damit habe ich tatsächlich nicht gerechnet auch wenn es ein absoluter Geniestreich war und sich letztlich irgendwie doch angekündigt hat. Cixin Liu ist ein wahrer Meister der Täuschung und das liebe ich! Fazit Wenn ihr euch gerne in eine Welt fallen lasst, die von Technik, Fortschritt und der Gefahr eines interstellaren Kriegs nur so strotzt, dann solltet ihr euch dringend die Trisolaris Trilogie anschauen. Wenn ihr nach „Die drei Sonnen“ nicht wisst, ob ihr weiter lesen sollt, dann sage ich euch hiermit: tut es! Es lohnt sich unfassbar weiter in diese Welt vorzudringen und zu erleben, was die Menschheit unternehmen möchte, um die Welt zu retten und was schließlich dabei herauskommt. Ich kann nicht sagen was im Finale auf mich warten wird aber ich könnte nicht gespannter sein.

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Der Titel hält eindeutig was er verspricht. Das mit „Die drei Sonnen“ eingeführte Universum wird in „Der dunkle Wald“ zweifellos um einiges größer, detaillierter und düsterer. Pessimistischer ist hier wohl aber das passendere Wort. Denn angesichts des im ersten Band eingeläuteten drohenden Untergangs – welcher zu Beginn des vorliegenden Romans noch über 400 Jahre in der Zukunft liegt – lässt der Autor die Gesellschaft auf dieser weit aufgespannten Bühne überwiegend ihre selbstzerstörerischen Tendenzen ausleben. Da erscheint die Geschichte um den Protagonisten Luo Ji wie ein Lagerfeuer auf einer Lichtung. Von einem Durchschnittsbürger kaum zu unterscheiden, jedoch vom Schicksal auserkoren, eine schier unmögliche Aufgabe zu erfüllen, weckt er recht schnell Sympathie für seine Person und seine Motive. Und nicht zuletzt möchte man wissen, was seine große Idee oder Tat zur Rettung der Menschheit schlussendlich ist und ob diese ihren Zweck erfüllt. Gleichzeitig birgt diese Zusammenstellung aus Ort, Zeitraum und Handlung jedoch eine gewisse Dissonanz. Die Szenerie ist im Verhältnis zu den Personen einige male zu abstrakt und wirkt der Immersion entgegen. An anderer Stelle ist es der sprachliche Stil der Kerben in den selbst für 800 Seiten recht langen Zeitstrahl schlägt und mit Floskeln versucht, Lücken zu füllen bzw. Nebeninformationen einzuflechten, die dadurch stark deplatziert wirken. Es lässt sich ohne Kenntnisse in Chinesisch jedoch schwerlich beurteilen ob es sich dabei um Übertragungsfehler oder um Mängel im Original handelt. Empfehlen lässt sich das Buch trotzdem, nicht zuletzt den Lesern des ersten Teils. Denn abgesehen von ein paar Stolpersteinen verbirgt sich hinter Cixin Liu‘s Roman eine durchaus plausible Philosophie betreffend der Entwicklung sowohl der Technik als auch der sozialen Gefüge. Man darf also gespannt sein was sich im dritten Teil noch daraus entwickelt.

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Cixin Liu hat ihn beeinträchtigt. Meinen Blick auf den Sternenhimmel. Konnte ich früher etwas verträumt abends zum Himmel hinaufschauen und dabei über die Unendlichkeit sinnieren. Konnte in Fantasien über extraterrestrisches Leben in den Galaxien versinken, mir vorstellen, wie silber-glänzende Raumstationen ausgestattet mit künstlicher Gravitation sich langsam um die eigene Achse drehen und Kolonisten als Zwischenhalt auf dem Weg zu ihrer Sternenkolonie dienen. So vieles war möglich, nur wenig gestört von möglichen Ridley Scott-Schöpfungen und tumben H.G. Wells-Mondkühen. Aber jetzt ist das alles anders. Cixin Liu hat es nachhaltig verändert, meine Sicht auf den Sternenhimmel beeinträchtigt – mit seinem zweiten Teil der Trisolaris-Reihe hat er dem ersten Band noch einen “drauf gesetzt”. Meine zuvor recht unvoreingenommene und zugegeben, auch etwas versponnene Sicht ist getrübt. Schuld ist die so real wirkende Vision Lius in Der dunkle Wald Wer den ersten Teil der Trilogie noch nicht gelesen hat und keinesfalls etwas über dessen Inhalt wissen möchte, dem empfehle ich zunächst meine Rezension zum Auftaktroman zu lesen (Die Menschheit und das All – Cixin Liu: Die drei Sonnen) und dann natürlich den Roman. Wer keine Bedenken hat oder den ersten Roman bereits gelesen hat (gute Entscheidung!), kann jetzt hier weiterlesen. Die Menschheit wurde “verraten”, die Invasion steht bevor. Die ersten Beeinträchtigungen sind spür- und sogar sichtbar für den, der genau hinschaut, jedoch wird es noch einige Lichtjahre dauern, bis die Invasionsflotte von Trisolaris die Erde erreicht. Zeit genug eigentlich, einen Plan zu entwickeln, die Menschheit vor dem scheinbar sicheren Untergang zu bewahren. Wirklich nur scheinbar? Gibt es denn überhaupt noch eine Chance? Entwickelt wird ein Plan, in dem vier Figuren eine ganz entscheidende Rolle spielen. Sie werden die sogenannten Wandschauer sein. Diese Vier sollen die Erdbevölkerung – die gesamte Menschheit – retten. Einer von ihnen ist der unscheinbare Wissenschaftler Luo Ji. Mit einer ausgeklügelten wie gleichfalls einfachen Idee, sollen die Wandschauer die nahenden Trisolarier ausstechen. Sollte das tatsächlich möglich sein? Kreis in drei Teilen Als ich mir nach Ende des Buches Notizen zum Buch und dem Leseerlebnis gemacht habe, war das erste Wort, dass ich nach dem Titel aufschrieb: Schwierig. Es fiel mir schwer, ein Resümee des Inhalts zu verfassen, ohne dabei zu viel über den Verlauf der Geschichte zu verraten. Und ohne dabei die Fülle an Eindrücken zu vernachlässigen, die der Roman in mir hinterlassen hat. Aufgebaut ist der Roman in drei Teilen (Die Wandschauer, Der Fluch, Der dunkle Wald) und Liu beginnt im Prolog mit dem “Zeichnen” eines Kreises, der im perfekten Rund ebendiesen Anfangspunkt am Ende wieder trifft. Gleich mehrere auf den ersten Seiten gelegte Spuren werden zum Ende hin wieder aufgenommen. Der dunkle Wald ist ein durch und durch intelligenter Roman, bei dem es sich empfiehlt, hochkonzentriert dranzubleiben. Texte von Autor_innen, die ihre Leser_innen ernst nehmen und ihnen ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit abverlangen, stehen in meiner Buchauswahl ganz weit oben auf der Liste. Einer der Gründe, weshalb ich dieses Buch ausgesprochen gerne mag. Wieder weiß Liu zu “schockieren”, dabei bleibt er eigentlich nur realistisch. Er weicht der Realität nicht aus, vielleicht hat genau das dazu geführt, dass meine Vorstellungen vom All, dem Leben im Universum und den allgemein vorherrschenden Prinzipien erschüttert wurden. Stückchen für Stückchen und manchmal auch in größeren Portionen. Gelesen habe ich diesen Roman zum großen Teil während eines Urlaubs auf der Kanareninsel La Palma. Oft auch abends, kurz bevor der beeindruckende Sternenhimmel sich zeigte (auf La Palma gibt es ein Gesetz zur Vermeidung von Lichtverschmutzung, da sich auf dem höchsten Punkt einige der größten Teleskope der Erde der Beobachtung der “Sterne” widmen). Oft schaute ich dann gedankenverloren nach oben … Der dunkle Wald ist ein beeindruckender Science Fiction-Roman, wieder mit einem ansprechenden Mix aus Technologie, Logik, Soziologie und Emotionen. Klug konzipiert in einem fast 800 Seiten langen Kreis mit einem interessanten Start, einem “ruhigen” Mittelteil und einem faszinierenden letzten Drittel. Ich habe mich auf keiner Seite gelangweilt, sehne jetzt schon Teil drei herbei und das, obwohl dieses Buch erstaunlicherweise nicht mit einem Cliffhanger endet. Dringende Leseempfehlung!

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