Leserstimmen zu
Ich dreh gleich durch!

Anna Maria Sanders

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Das Cover ist auffallend gestaltet, sodass ich es im Buchladen bestimmt auch nicht übersehen hätte. Der Junge auf dem Cover ist richtig niedlich, finde ich. Aber man kann sich anhand des Gesichtsausdrucks denken, dass er es bestimmt auch faustdick hinter den Ohren hat. Die Geschichte war gut, aber einiges war mir zuviel und zu übertrieben geschrieben. Es gab zu viele "große" Ereignisse. Ich hatte immer das Gefühl als wäre ein Ereignis vorbei und sofort kam das Nächste. Ich vermute aber mal, dass der schnelle Wechsel daran liegt, dass es ja nur ein paar Tagebucheinträge waren und nicht von jedem Tag und so wurden kleine Dinge eher nur nebenbei erwähnt, obwohl diese den schnellen Wechsel etwas aufgelockert und lang gezogen hätten. Zu den kleinen Dingen, die mich an der Geschichte störten kamen noch einige andere Dinge. Die Eltern waren mir zu ideal und perfekt...dagegen waren mir die Lehrer einfach zu anti-ADS/ADHS, was heute einfach gar nicht mehr so der Fall ist, da sich viele Lehrer inzwischen für die Diagnose öffnen, soweit ich weiß. Die perfekte Mischung aus Roman und Fachliteratur ist nicht immer leicht zu erzielen und hier war es leider auch der Fall, dass die Vermischung der beiden Bucharten irritierend war und nicht gelungen ist. Das Buch ist informativ und unterhaltend, aber einige Male störten mich die Fachbuch"-einfließungen". Durch den Schreibstil von Frau Sanders kommt man gut ins Buch rein und kommt auch gut durch, allerdings stoppen die Einschübe den Lesefluss etwas.

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„Mein Kind hat bestimmt ADHS, auf jeden Fall ist es viel anstrengender als andere Kinder. Aber genau deshalb braucht es auch einen Ausgleich!“ – Ich habe Sätze dieser Art nun schon so oft gehört, dass sie mir einfach zum Halse raushängen und ich allein deshalb schon an der Existenz von ADHS zweifelte und insgeheim eher den Müttern die Schuld in die Schuhe schob. Aber wie soll man manchen Müttern heutzutage erklären, dass ihre Idee, ihr 6jähriges Kind in einem Karateverein anzumelden, sicher nicht der richtige Weg für ein „wildes“ Kind ist? Das es das Kind vermutlich noch mehr anstrengt, wenn es zwar mit anderen, aber trotzdem irgendwie allein immer wieder konzentriert Techniken üben soll? Ich weiß nicht, ob in all den Jahren, die ich mit vielen verschiedenen Müttern telefoniert habe, tatsächlich ein Kind mit ADHS bei uns trainiert hat. Ich weiß aber, dass meine Skepsis bezüglich ADHS mit all den Jahren stetig wuchs. Und das, obwohl mein 7jähriger auch nicht gerade einfach ist. Um es mit den Worten anderer Mütter zu sagen: „Der hat bestimmt auch ADHS oder so was!“ Aber hat er das wirklich? Bisher hielt ich es nie für nötig, einen richtigen Ratgeber zu kaufen und wenn „Ich dreh gleich durch!“ nicht so eine lustige Unterhaltung versprochen hätte, dann hätte ich es wohl bis heute nicht gelesen. Allerdings war ich schon neugierig, wie viel von einem ADHSler denn nun tatsächlich in meinem kleinen Wildfang steckt. --- Es geht dabei um Max, einen fast 12jährigen Jungen, der seine Familie und auch seine Lehrer regelmäßig an den Rand des Nervenzusammenbruchs treibt. Seine Eltern sind sich in der Erziehung grundsätzlich einig, wobei die Mutter den strengen und der Vater den eher nachgebenden Part übernimmt. Die restlichen Personen („normaler“ Bruder, genervte Lehrer, unverständige Verwandte) sind schon fast ein wenig zu klischeehaft ausgewählt, jedoch braucht man auch sie, um eine möglichst normale Familiensituation zu beschreiben und den teils nervenaufreibenden Alltag eines Kindes mit ADHS vorzustellen. Erzählt werden verschiedene Begebenheiten in Tagebuchform – jeweils aus der Sicht von Max, aber auch seiner Eltern und/oder Familie bzw seinen Lehrern. Das mag zwar langatmig sein, verschafft dem Leser jedoch einen grandiosen Rundumblick. So erzählt zum Beispiel Max‘ Vater von einem Angelausflug, bei dem er erst Max‘ Krücke und etwas später ihn komplett trotz Gipsbein aus dem Wasser retten musste. Diese Version allein würde manche Eltern wohl schon in den Wahnsinn treiben, jedoch bekommt die Geschichte eine ganz andere Wendung, als Max an der Reihe ist und alles aus seiner Sicht erzählt. Das tut er in der Regel nämlich so kindlich-unschuldig, dass man ihm eigentlich gar nicht mehr böse sein kann, sondern tatsächlich ein wenig Mitleid mit dem missverstandenen Kind bekommt. Vor allem ab der zweiten Hälfte des Buches fließen zusätzlich immer wieder Zitate aus Fachbüchern in die Einträge ein, mit denen die Eltern ihr Kind vergleichen. So bekommen die bis dato reinen Erzählungen eine ganz andere Bedeutsamkeit und noch dazu einen medizinisch-wissenschaftlichen Touch. Selbst ich, als vorher absoluter ADHS-Verweigerer fühle mich geläutert und glaube inzwischen wirklich, dass es ganz sicher ADHS gibt. Der Weg dort hin war jedoch ziemlich steinig und dauerte einige Monate. Vielleicht liegt es daran, dass ich mir schon beim Lesen ganz sicher war, dass mein Kind weder an ADS, noch ADHS leidet. Vielleicht war es auch nur die automatisch aufkommende, leichte Langeweile, wenn man die gleiche Geschichte schon zum dritten Mal liest. Vielleicht auch mein völlig anderes Verständnis von Humor. – Ich weiß es nicht. Egal warum, so habe ich doch für das Lesen des Buches viele Monate gebraucht und es hauptsächlich deshalb fertig gelesen, um eine umfassende Rezension schreiben und endlich ein neues Buch lesen zu können. Auf diesen Drang, das Buch freiwillig zur Hand zu nehmen, um endlich zu wissen, wie es weitergeht, wartete ich hier leider vergeblich. Kurzgefasst trifft es wohl am besten, dass ich mit den Protagonisten einfach nicht warm wurde. Da half es auch nicht, dass Frau Sanders zu Beginn daran erinnert, dass Max für sein Alter allein schon deshalb so extrem selbstreflektiert sein muss, damit das Buch und seine Geschichten auch einen Nutzen haben. Seine Sicht der Dinge fand ich auch gar nicht schlimm, sondern eher die zwischendurch weichgespülten Worte seiner Eltern. Stellt euch vor, ihr seid so richtig, richtig wütend auf euer Kind und ihr seid allein. Niemand sieht und hört euch. Ihr seid auf 180, tobt und sagt dann so etwas wie „Der kleine Racker …“ Allein diese doch wieder lieben und netten fast-Kosenamen, die Mutter und Vater ihrem Kind immer wieder trotz größter Wut geben, zerstörten bei mir beim Lesen viel an Glaubwürdigkeit. Natürlich wäre es völlig daneben, Max zu beschimpfen – weder im Tagebuch, noch „ich echt“. Jedoch passen viele Dinge für mich überhaupt nicht. Auch sind viele Eigenarten der Personen so klischeehaft gezeichnet und irgendwie alle gleich, dass es auf Dauer für mich einfach langweilig wurde. Wirklich gelacht habe ich zu allem Überfluss auch nicht ein einziges Mal. Fairerweise möchte ich aber auch erwähnen, dass es bei Amazon sehr viele positive Stimmen gibt. Sie sind begeistert von der leichten und doch verständlichen Form, in der das Thema ADHS hier nähergebracht wird. Genau das kann ich auch bestätigen und würde es genau deshalb tatsächlich auch weiterempfehlen. Man bekommt einen sehr schönen Überblick, ohne gleich schwierige Fachlektüre wälzen zu müssen und erfährt praktisch nebenbei reichlich Eckpunkte zum Thema. Auf der anderen Seite kann man sich aber auch recht sicher sein, dass das eigene Kind völlig normal ist, wenn man es eben nicht im Buch wiedererkennt. In dem Fall ergeht es euch dann vielleicht wie mir und ihr ändert nach dem Lesen des Buches eure Meinung über ADHS. Das es eben keine von überforderten Müttern ausgedachte Krankheit, sondern ein ernsthaftes und wirklich existierendes Anders-Sein ist. Und wenn ihr dann noch beim nächsten, wilden und nervigen Kind eure Reaktion überdenkt, hat die Autorin alles richtig gemacht.

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Ich wollte das Buch gerne lesen, um mehr über ADHS zu erfahren, da diese "Störung" ja mittlerweile doch recht viele Kinder betrifft. Ich wollte mich jedoch nicht durch trockene Sachbücher quälen, und genau das soll dieses Buch eben nicht sein. Stattdessen hat die Autorin, die selbst Mutter eines ADHS-Kindes ist, dieses fiktive Tagebuch über den elfjährigen Max verfasst, um dem Leser die Thematik näher zu bringen. Neben Max kommen jedoch noch andere Menschen in seinem Umfeld zu Wort, und so finden sich neben seinen Einträgen auch Erzählungen seiner Eltern, seines Bruders sowie von Lehrern und Verwandten. So erhält man ein gutes Bild davon, wie ADHS-Kinder von ihrer Umwelt wahrgenommen werden. Meist ist diese Wahrnehmung äußerst negativ: ADHS-Kinder sind laut, wild, tollpatschig und nerven. Hier wird nun versucht, aus Max' Sicht zu zeigen, wieso diese Kinder sich so verhalten und dass sie oft leider einfach nicht anders können. Dass hinter ihrem Fehlverhalten keine Absicht oder gar Boshaftigkeit steht. Vorbild für den fiktiven Max ist der mittlerweile 14jährige Sohn der Autorin, mit dem sie zusammen das Tagebuch erarbeitet hat, weshalb die Einträge als authentisch angesehen werden können. Die Sprache ist nicht sehr passend für einen Elfjährigen, aber dies wird bereits im Vorwort erwähnt und erklärt: Das Buch soll vorwiegend Jugendliche und Erwachsene ansprechen, dementsprechend sollte die Sprache nicht zu kindlich sein. Durch die vielen Perspektivenwechsel werden die meisten Begebenheiten mindestens ein- bis zweimal wiederholt, was anfänglich interessant war, nach einiger Zeit dann aber etwas anstrengend, da die Erlebnisse nun nicht sonderlich aufregend sind, sondern eben das Verhalten eines ADHS-Kindes schildern. Deshalb habe ich das Buch öfter weggelegt, da sich die Lektüre etwas gezogen hat. Andererseits ist es halt eben auch kein Roman, den man in einem Rutsch runterliest. Das Tagebuch umfasst einen Zeitraum von einem halben Jahr. In dieser Zeit fängt Max' Mutter erstmals an, sich genauer mit dem Thema ADHS zu befassen und die Symptome mit seinem Verhalten zu vereinbaren. Hier fließen dann auch öfter Zitate aus Fachbüchern ein. Ansonsten ist das Buch jedoch so geschrieben, dass es Laien auch gut verstehen. Schade finde ich, dass das Buch endet, bevor Max sich mit der Diagnose auseinander setzen kann. "Ich dreh gleich durch!" ersetzt sicherlich keine Fachliteratur. Das möchte es auch nicht. Für eine Vertiefung bietet die Autorin ein sieben Seiten starkes Literaturverzeichnis und versieht zudem die Zitate aus Fachbüchern mit zahlreichen Anmerkungen in Fußnoten. So bleibt es jedem selbst überlassen, wie intensiv er sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Das Buch ist meines Erachtens aber ein sehr guter Einstieg für Interessierte und (vielleicht) Betroffene.

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"... denn er ist wie jedes Kind ein Geschenk - eben nur versehen mit einer extra Schleife, die ihn zu etwas Besondern macht" (Zitat aus dem Buch) So möchte die Autorin Anna Maria Sanders mit ihrem Buch "Ich dreh gleich durch! Tagebuch eines ADHS- Kindes und seiner genervte Leidensgenossen" dem Leser Mut machen dem eigenen Kind die nötige Unterstützung zu geben, sich trauen, gegen Kritik und negative Stimmen abzugrenzen und Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes nicht zu verlieren. So Mancher wird in diesem Buch sicherlich einen Ratgeber vermuten, aber da liegt er hier falsch, vielmehr wird die "Lebensgeschichte" eines von ADHS betroffenen Kindes und seiner Probleme mit seinem sozialem Umfeld und seinem sozialem Umfeld mit ihm erzählt. Geschrieben ist es in Tagebuchform, wobei ein großer Teil aus Sicht des 11 jährigen Max berichtet. Sein Umfeld kommt aber nicht zu kurz und so kommen auch seine Eltern und Lehrer zu Wort. Sehr schön finde ich, das es nur wenige fachliche Begriffe gibt und somit alles gut für Laien verständlich ist. Im Anhang gibt es dann ein umfassendes Literaturverzeichnis, um sich weiter informieren zu können. Das Buch ist sehr hilfreich, um das Leben eines von ADHS Betroffenen und seiner Mitmenschen zu verstehen und das Kind so anzunehmen wie es ist. Mich hat die Geschichte von Max bewegt und ich habe mich und mein Kind an vielen Stellen wieder erkannt. Insgesamt ein sehr interessantes Buch aus einer einmal etwas ungewöhnlichen Perspektive, die aber sehr hilfreich ist, leider werden allerdings bei weitem nicht alle Fragen klärt. Für mich waren noch Fragen wie z. B. ist es überhaupt hilfreich mein Kind mit der Diagnose zu konfrontieren?, wie sieht das Kinder selber seine "Erkrankung"? Wie kann ich mein Kind in Zukunft noch viel besser unterstützen? Fazit: erzählt wird in Tagebuchform aus Sicht des 11 jährigen Max, einmal eine ganz andere Perspektive und sehr hilfreich sich in diese "Erkrankung" hineinzuversetzen

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