Leserstimmen zu
Opernroman

Petra Morsbach

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Taschenbuch
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In diesem Monat stehen bei mir alle Zeichen auf „Theater“: Nach einer Führung am Stadttheater Bremerhaven und einer Aufführung der Oper „Die Zauberflöte“ an eben diesem, nun auch die „theoretische“ Vertiefung ins Thema…! Ein Mehrspartenhaus in einer fiktiven Kleinstadt: kein großes Haus, kein wichtiges Haus – eher eine sogenannte B-Bühne. Für die einen ist diese Bühne eine kleine Stufe zur großen Karriere. Für die anderen ist es der Abstieg, wenn nicht sogar das Ende der Karriere. Es ist ein Mikrokosmos der Eitelkeit, der Intrigen, der Liebeleien und Schwärmereien. Hier herrscht die Politik vor der Kunst: Ach! Um die hehre, holde Kunst wird sich wenig geschert, vielmehr stehen Machtspiele zwischen Intendant und Generalmusikdirektor, zwischen Star und Zweitbesetzung und das Kompetenzgerangel der einzelnen Abteilungen im Vordergrund und kosten Zeit, Kraft und Nerven. Dazwischen versucht jeder sein kleines Stückchen von Idealismus, Hoffnung und Kreativität zu erhalten und zu schützen, und so passieren trotzdem wunderbar künstlerische „Sternstunden“ – immer dann, wenn sie am wenigsten erwartet werden. Dies alles wird so unsentimental, dafür aber ironisch-witzig erzählt. Der Ton ist manchmal beinah lakonisch und dann doch voller Tiefe, um die zwischenmenschlichen Tragödien auf den Punkt genau zu beschreiben. Zudem spricht aus jeder Seite dieses Romans eine immense Kenntnis des Theaterbetriebs, der Musik und der Oper. Wobei „Roman“ dies nur unzureichend beschreibt: Manchmal erscheint er eher wie ein Tatsachenbericht, dann wie eine philosophische Abhandlung über das Leben und die Kunst. Autorin Petra Morsbach war selbst lange Jahre als Dramaturgin und Regisseurin u.a. in Freiburg, Ulm und Bonn tätig und verantwortlich für über 20 Inszenierungen (hauptsächlich im Musiktheater). Das hier somit eine Kennerin der Materie am Werk war, merkt man diesem Roman Seite für Seite an. Der Titel erschien erstmals 1998 und wirkt frisch und unverbraucht! – Chapeau!

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Von Kindheit an, bin ich mit Opern großgeworden und wurde so später selber zu einer begeisterten Hörerin von Opern und Operetten. Trotz einer Hörbehinderung ist die Oper für mich, abgesehen von Schlagern, Musik die die Seele erfüllt. Einmal gehört und ins Herz geschlossen oder wie sagte Edward zu Vivien in „Pretty Woman“: Entweder man liebt die Oper oder man hasst sie. Dazwischen gibt es nichts. Das finde ich, trifft es und deshalb war das Buch „Opern Roman“ von Petra Morsbach wirklich mal ein Blick hinter die Kulissen einer Bühne. Und der Vorhang hebt sich für den Leser mit der Frage: Was passiert hinter den Kulissen eines Kleinstadttheaters? Viel, vieles geahntes und Ungeahntes. Schade, dass es ohne Intrigen und Boshaftigkeiten nicht abgeht. Man erfährt auf gut erzählte Art und Weise nicht nur viel Wissenswertes, sondern auch sehr viel menschliche Tragödien. Vor allem, dass Erfolge oft durch Missgunst und Neid nicht stattfinden. Aber auch unendlich viel Tragik und übersteigertes Selbstwertgefühl. Feinfühlig und äußerst gekonnt beschreibt die Autorin selbst die traurigen und auch lustigen Momente der vielen Protagonisten über Ballett, Chor, Orchester,Diven und Helden. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, viel gelacht, den Kopf geschüttelt und mir gedacht, es wird mal wieder Zeit in die Oper zu gehen.

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