Leserstimmen zu
Das Wunder

Emma Donoghue

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Was für ein Buch

Von: Suse

15.10.2019

Irland Mitte des 19. Jahrhunderts: In einem kleinen Dorf, dessen Bewohner tief im katholischen Glauben verwurzelt sind, staunt man über ein leibhaftiges Wunder. Seit vier Monaten hat die kleine Anna O'Donnell keine Nahrung zu sich genommen und ist doch durch Gottes Gnade gesund und munter. Die unglaubliche Geschichte lockt viele Gläubige an, aber es gibt auch Zweifler. Schließlich beauftragt man die resolute englische Krankenschwester Lib Wright, das elfjährige Mädchen zu überwachen. Auch ein Journalist reist an, um über den Fall zu berichten. Werden sie Zeugen eines ausgeklügelten Schwindels oder einer Offenbarung göttlicher Macht? Die Autorin: Emma Donoghue war bereits als Kind von Büchern umgeben. Seit ihrem 23. Lebensjahr schreibt sie Romane, literaturgeschichtliche Werke, Märchen, Kurzgeschichten, Hörspiele, Bühnenstücke und Drehbücher. Mit dem auch verfilmten Roman »Raum« wurde sie zur internationalen Bestsellerautorin. Emma Donoghue lebt mit ihrer Partnerin und ihren beiden Kindern in Kanada. Meine Meinung: Mir ist das Buch durch sein Cover aufgefallen. Erst danach habe ich mitbekommen, das es das Buch bereits in der Hardcover Ausgabe gibt, was mich aber so überhaupt nicht angesprochen hätte. Ich finde das Cover des Taschenbuch sehr aussagekräftig und einmalig. Die Geschichte hat mich dann komplett in seinen Bann gezogen und als ich dann zusätzlich erfahren habe, das die Geschichte teilweise auf Tatsachen beruhen soll war ich Feuer und Flamme. Ich mag die Zeit in der das Buch spielt sehr. Ich finde die Autorin konnte diese auch gut transportieren. Auch die Figuren waren sehr schön ausgearbeitet. Ich mochte die Handlung und den Verlauf. Spannend ist das Buch zudem, auch wenn es mehr ein Roman ist. Die Kombination von dem tollen Schreibstil und der doch sehr interessanten Thematik hat mir sehr gut gefallen. Ein Buch was mir noch etwas im Kopf bleiben wird. Es war so einzigartig das ich es so schnell nicht vergessen werde. Ich habe hier teilweise wirklich mitgelitten und mich immer wieder gefragt „Kann das wirklich so sein“. Totale Empfehlung.

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Heute möchte ich auch „Das Wunder“ von Emma Donoghue vorstellen. Ich habe dieses Buch freundlicherweise vom Goldmann Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Worum geht es? Das 11-jährige Mädchen Anna aus Irland soll seit 4 Monaten nichts mehr gegessen haben. Aber sie lebt und ist munter. Wie geht das? Die Kleinstadt beruft ein Komitee ein, welches eine Nonne und die angesehene Krankenschwester Lib aus England um Hilfe bittet. Die beiden sollen 2 Wochen lang das Kind beobachten. Tag und Nacht. Sie sollen herausfinden, ob Anna schwindelt und doch heimlich isst oder ob es ein Wunder Gottes ist. Meine Meinung: Die Geschichte ist wirklich fesselnd und spannend. Wir lernen als erstes Lib kennen und begleiten sie durch ihre Zeit bei Anna und ihrer Familie. Die Handlung spielt in Irland im Jahr 1859. Hier ist gleich zu erwähnen, dass Religion eine sehr wichtige Rolle spielt und sich durch das ganze Buch zieht. Wer so etwas nicht mag, sollte das Buch nicht lesen. Lib ist eine Zweiflerin, die der felsenfesten Meinung ist, dass die gesamte Familie hinter diesem Schwindel steckt. Die Geschichte verläuft daher sehr ruhig, weil eigentlich nur ihre Beobachten geschildert werden. In dem Moment, wo der Journalist Byrne auftaucht, wird die Geschichte zu einem richtigen Rätsel aufgebaut. Der Schreibstil ist sehr schön, er ist dem Jahrhundert angepasst und über so manche Begriffe muss man ein wenig grübeln, aber im Kontext versteht man die schon. Die Geschichte entpuppt sich als ein Rennen gegen die Zeit. Und Lib, die eigentlich von einem Betrug ausging, schwankt in ihrer Ansicht. Aber hat das Kind tatsächlich seit 4 Monaten nichts mehr gegessen? Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

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Emma Donoghue ist im Literaturbetrieb keine Unbekannte. Mit "Raum" gelang ihr ein internationaler Bestseller, ein Buch, das unglaublich verstört, aber gleichzeitig auch zum Weiterlesen zwingt. Aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählte sie die Geschichte einer tragischen Entführung und einer dramatischen Flucht - ein Roman, der nachhaltig Spuren hinterlässt. Jetzt ist Emma Donoghue zurück und greift mit "Das Wunder" ein nicht weniger bewegendes Thema auf. Ein Mädchen, das nicht isst. Seit gut vier Monaten hat Anna keine Nahrung mehr zu sich genommen, gilt in ihrem kleinen irischen Dorf als Heilige, eine von Gott Auserwählte, die ohne Nahrung gesund und unversehrt bleibt. Gläubige aus der ganzen Welt wollen sie treffen, dieses auserkorene Mädchen, Gerüchte machen die Runde, es geht um Schwindel und Betrug, um göttliche Macht und vollkommene Erleuchtung. Der Sache muss auf den Grund gegangen werden, eine junge Krankenschwester soll untersuchen, was es mit diesem "Wunder" auf sich hat - und was nicht. "Die Wissenschaft war die größte Lib bekannte Zauberkraft. Wenn es etwas gab, das den Fluch zu bannen vermochte, der auf diesem Mädchen lastete..." Es ist ein Stoff, der aus einem Geschichtsbuch stammen könnte - 50 Fälle solcher "Fastenmädchen" sind weltweit verzeichnet, Donoghues Erzählung ist zwar fiktiv, der Grundstoff der Geschichte jedoch durchaus real - und treibt den Leser an den Rand der Gänsehaut. Stellenweise liest es sich wie eine Horrorgeschichte, ein Kind, kurz vor dem Hungertod, ein Glaube, der die Augen vor dem Offensichtlichen zu verschließen scheint. Emma Donoghue zieht den Leser mit "Das Wunder" völlig in ihren Bann, kreiert eine Atmosphäre, in der sich die Luft mit dem Messer schneiden lässt, so dicht und unheilvoll, ungesund beinahe. Die Geschichte entwickelt einen Sog, literarisch und thematisch steigert sie sich Seite um Seite und spitzt sich immer mehr zu, bis sie sich schließlich in einem bemerkenswerten Ende entlädt. Mit ihrer schlichten Sprache lässt Donoghue eine ganze Gesellschaft aufleben, nimmt den Leser mit in ein längst vergangenes Irland, hinterfragt die Stellung der Religion, der Wissenschaft und der Frau. Seite um Seite zieht sich der Kreis um die hungernde Anna weiter zu, die Perspektiven wechseln, die Wendungen der Geschichte werden immer unerwarteter, unvorhersehbarer. Der Roman verlangt dem Leser einiges ab und passt wie Donoghues Vorgängerroman "Raum" in kein Gerne - zu sehr mischt die Autorin Schreibstile, Handlungen und Textarten. Am Ende reicht "Das Wunder" zwar nicht ganz an die Rohheit von "Raum" heran, dennoch gelingt Donoghue ein spannender, außergewöhnlicher Roman, der sich vor allem ab der zweiten Hälfte zum absoluten Pageturner entwickelt.

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Meine Meinung Ein sehr außergwöhnliches Buch, das durch sein Aussehen, den Schreibstil sowie den Inhalt besticht! Wir befinden uns in Irland im 19. Jahrhundert. Der Glaube an das kleine Volk, die Feen, ist trotz der tiefen, katholischen Religiosiät nicht gebrochen. Beides existiert nebeneinander. Die Autorin presst sodann Gläubige und die ungläubige englische Krankenschwester Lib auf engstem Raum zusammen. Sie und die Nonne, Schwester Michael, werden beauftragt Wärterinnen zu sein, um festzustellen, ob die kleine 11-jährige Anna auch wirklich keine Nahrung zu sich nimmt. Sie scheint ein Wunder zu sein, das heiliggesprochen werden soll, falls die Umstände es zulassen. Als Leser*in begleitet man Lib auf ihrer Suche nach einer Möglichkeit, wie Anna an Nahrungsmittel kommt, denn sie muss doch von irgend jemandem gefüttert werden oder etwa nicht? Ist es wirklich möglich, dass sich dieses kleine Mädchen nur von himmlischem Manna ernährt, wie sie behauptet? Kann so tiefer Glaube das Körperliche überwinden, den Hunger tilgen und Nahrung obsolet machen? Lib glaubt nicht daran und sucht während ihren Schichten akribisch jeden Winkel ab, wo Essbares versteckt werden könnte. Dabei gibt es viele Gespräche über Gott, seinen Willen, Gebete und frömmiges Gerede, was nicht religiöse Leser*innen zur Verzweiflung bringen könnte. Hierbei kommen sich Lib und Anna immer näher und die abgeklärte und intelligente Krankenschwester findet Gefallen an der kleinen “Hochstaplerin”, denn an Wunder glaubt sie nicht. Die Tatsache, dass sie tagelang nichts findet, bringt Lib an den Punkt, dass es so sein muss, dass das Kind nun seit Tagen wohl nichts mehr gegessen hat. Wenn dem so ist, könnte es sein, dass Anna dann verhungert? Die Autorin reisst nach und nach all den Beteiligten die Masken vom Gesicht und dennoch ändert es nichts an Annas Glauben und Vorsatz. Die Eltern, der Arzt, der Priester und auch die Dorfbewohner wollen an “ihr” Wunder glauben. Die einzige aufgeklärte und noch normal denkende Person scheint der Journalist William Byrne zu sein, denn mit ihm kann Lib die Situation besprechen und sie von außen betrachten. Dabei wird ihr immer mehr und mehr klar, dass hier etwas nicht stimmt. Was viele Autor*innen dann nicht schaffen, gelingt Emma Donoghue mit Leichtigkeit: Ein Showdown der sich sehen lassen kann! Die Story wendet sich plötzlich und man kann kaum glauben, was alles dahinter steckt. Die Protagonisten sind alle durchdacht und spielen ihre Rolle wunderbar. Lib erfährt eine ganz besondere Entwicklung und wurde mir zunehmed sympathischer. Dabei gibt es mehr als ein Geheimnis zu entdecken. Fazit Ein wundervolles Buch, das ganz ohne Effekthascherei seine Genialität ausbreitet. Dabei erfährt man viel über das damalige Irland, die Religiosität im 19. Jhdt als auch über die sich damals entwickelnde Krankenpflege und Schwesternausbildung bei und mit Florence Nightingale. Ein fiktiver Roman, der auf wahren Begebenheiten von damaligen “Fastenmädchen” beruht. Absolute Leseempfehlung!

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Das Wunder

Von: Bearnerdette

05.09.2018

Mitte des 19. Jahrhunderts erhält die englische Pflegerin und Krankenschwester Lib, ehemalige Schülerin von Florence Nightingale, einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll nach Irland reisen und dort überprüfen, ob das Mädchen Anna wirklich seit Monaten überlebt ohne auch nur einen Bissen zu sich zu nehmen. Lib soll sich bei der Überwachung des gläubigen Mädchens mit einer Nonne abwechseln und die beiden sollen unabhängig voneinander feststellen, ob es sich um ein Wunder oder einen Schwindel handelt. Lib, die mit den gläubigen Iren und der rauen Landschaft nur wenig anfangen kann, ist von Anfang an davon überzeugt, dass Anna heimlich Nahrung zu sich nimmt. Sie setzt sich den Vorsatz die Schwindelei auffliegen zu lassen. Sie hatte aber nicht damit gerechnet, während ihrer Zeit an Annas Seite das Mädchen liebzugewinnen. Als Annas Zustand sich zu verschlechtern beginnt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Wird es Lib gelingen das Mädchen zum Essen zu bewegen? Oder ist hier wirklich eine Macht im Spiel, die über alles hinausgeht, was Lib zu glauben gewillt ist? Emma Donoghues Roman Das Wunder ist im Wunderraum Verlag erschienen und ich bin ganz verliebt in diese hochwertige Buchedition. Dank Leinenrücken und Lesebändchen macht das Buch einen sehr hochwertigen Eindruck, das minimalistische Cover finde ich zudem sehr ansprechend. Aber nicht nur die äußeren Werte haben mich überzeugt.Die Geschichte um Lib, eine ausgewachsene Skeptikerin und Zynikerin, empfand ich als äußerst originell, die Charaktere als sehr lebendig. Lib ist keine typische Sympathiträgerin aber ich mochte ihre schroffe Art. Das raue irische Land wurde gut beschrieben, vor meinen Augen entstand eine unwirtliche Landschaft bewohnt von armen Menschen, die sich ein Wunder herbeisehnen. Das Wunder befasst sich mit dem Gegensatz von Wissenschaft und Glauben. Während die Dorfbewohner und Annas Familie äußerst fromm sind und fest daran glauben, dass Gott ein Mädchen ohne Nahrung überleben lassen könnte, ist Lib bestimmt von Fakten und der festen Überzeugung, dass es für alles eine logische Erklärung geben muss. Damit macht sie sich nicht unbedingt Freunde und steht zunächst im krassen Gegensatz zur anderen Pflegerin, der Nonne Schwester Michael. Donoghue spannt uns lange auf die Folter, was die Neugierde beim Lesen weckt. Trotzdem ist das Wunder kein Page Turner sondern kommt mit einem gemäßigten Tempo daher. Dies passt jedoch sehr gut zu der nachdenklichen Stimmung, die die Geschichte auslöst. Glaube, Wissenschaft und Menschlichkeit - Das Wunder wagt sich an große Themen und liefert ein faszinierendes Ergebnis. Sehr lesenswert.

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Mit Krankenschwester Lib Wright wurde ich sofort warm. Durch ihre scharfen Augen konnte man als Leser wunderbar mitraten und immer wieder kritisch hinterfragen, ob die kleine Anna nun wirklich ein Wunderkind ist oder doch eine ausgebuffte Lügnerin. Ich habe tatsächlich nicht damit gerechnet, dass ich dieses Buch in einem Rutsch durchlesen würde. Die kritische Betrachtung durch Protagonistin Lib zu Themen wie Erziehung und Religion im 19. Jahrhundert haben für mich die gesamte Geschichte abgerundet.

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Rezension INHALT: Irland, Mitte des 19. Jahrhundert. Ein kleines, armseliges Dorf in den sumpfigen Midlands bei Mullingar. Dort lebt die 11 jährige Anna O'Donnell mit ihrer Familie. Anna hat seit vier Monaten keine Nahrung mehr zu sich genommen. Das streng gläubige, katholische Umfeld glaubt an eine göttliche Offenbarung, an ein Wunder. Andere Stimmen sprechen von einem infamen Betrug. Die resolute Krankenschwester Lib Wright wird zur Beobachtung und Aufdeckung des Geschehen in die Familie geschickt. Ein irischer Journalist begibt sich auch in das Dorf um eine objektive Berichterstattung zu gewährleisten. Die beiden Erwachsenen freunden sich an und tauschen sich aus. Lib entwickelt mit der Zeit, ohne irgendein Anzeichen des Betruges feststellen zu können, zur kleinen Anna eine innige Freundschaft und Bindung, die von dem Kind freimütig und liebevoll erwidert wird. Anna ist rein reizendes, gläubiges , sehr spirituell wirkendes Kind, welches mit seiner Klarheit und Ehrlichkeit des Glaubens beeindruckt. Sie ernähre sich von himmlischen Manna, behauptet sie. Die Geschichte nimmt Fahrt auf und erst der irische Journalist bringt Lib mit der Mitteilung seiner Beobachtungen auf eine völlig andere Sicht der Dinge,,, MEINE MEINUNG: Die Autorin hat vor dem Schreiben des Buches eine sehr sorgfältige Recherche verschiedener Fälle von *Fastenmädchen* Geschichten am Ende ihres Buches im Anhang beschrieben. Das war sehr hilfreich für mich, um überhaupt die Thematik dieser ungewöhnlichen, religiös angehauchten Geschichte zu verstehen. Die Menschen dieser Zeit waren streng katholischen Glaubens, in den sich das Wissen um das *kleine Volk*, gemeint sind Feen aller Arten, eng eingeschlichen hat. Der Alltag bestand aus harter Arbeit und abergläubischen Handlungen in allen Formen und Variationen. Diese ungute Konstellation hat die Autorin stimmungsmässig sehr gut transportiert und man wird mit diesem Dorf und seinen Bewohnern sehr vertraut. Die unsympathisch auftretende Familie der kleinen Anna wird vielfältig und ehrlich beschrieben und die Kirchenoberen auf drastische Art und Weise dargestellt - in vielen Beschreibungen von der Autorin auch blossgestellt. Lib kann keine heimliche Nahrungsaufnahme während ihrer Anwesenheit feststellen und ihre Beziehung zu Anna verändert sich in Sorge und Liebe zu dem Kind. Die Beziehung der jungen Frau zu dem Mädchen hat etwas absolut Fürsorgliches und Mütterliches an sich, von der Autorin EMMA DONOGHUE, die mit acht Geschwistern aufgewachsen ist, sehr authentisch dargestellt. Es passiert nicht viel Aufregendes im Roman, wenn man von den unheimlichen Moor-Spaziergängen der Lib absieht. Nur ihre Sorge um das Kind, mit der sie den Leser wirkungsvoll ansteckt , wächst und wächst. Mich hat die flüssige und mitfühlende Schreibweise der Autorin sehr beeindruckt. Dass die Geschichte sich am Ende in eine andere Richtung entwickelt hat , empfand ich als Entlastung des Lesers aus diesem religiösen Durcheinander. Die Darstellung der teilweise schon fanatischen Religionsgläubigkeit der damaligen irischen Bevölkerung hat mich doch sehr erschreckt. Zitat Drittes Kapitel Seite 161: "FASTEN fasten nicht essen; sich zur Buße und inneren Einkehr aller oder bestimmter Speisen enthalten; sich einer Hungerkur unterziehen; in anderen Dingen Abstinenz oder Verzicht üben " Infos zur Autorin , die auch den Roman * Raum * geschrieben hat. Herzlichen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag für die Bereitstellung des schönen gebundenen Rezensionsexemplar! Meine Bewertung : FÜNF ***** GROSSARTIGE STERNE .

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Irland, 1859: In einem kleinen irischen Dorf soll ein Wunder geschehen sein. Seit 4 Monaten hat die elfjährige Anna O'Donnell keinen Bissen mehr zu sich genommen und erfreut sich trotzdem bester Gesundheit. Die englische Krankenschwester Lib wird abbestellt, das Mädchen 2 Wochen lang rund um die Uhr zu überwachen, um zu klären, ob es sich um einen Schwindel oder tatsächlich ein gottgegebenes Wunder handelt. Doch mit dem Ausmaß dessen, wie die kleine Anna ihr Leben verändern wird, hat Lib nicht gerechnet... Ich habe euch erst vor kurzem von einem Buch aus dem Wunderraum Verlag vorgeschwärmt und nun ist es wieder so weit. Das Wunder aus der Feder von Emma Donoghue, die mit ihrem Roman Raum Weltberühmtheit erlangt hat, ist schon jetzt ein Jahreshighlight für mich. Die Geschichte erzählt auf überaus fesselnde Weise vom Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft, von der leidgeprüften irischen Nation und von einer ungewöhnlichen Beziehung zwischen einer Krankenschwester und ihrer jungen Patientin. Die realen historischen Geschichten von sogenannten Fastenmädchen, die für eine gewisse Zeit als Beweis ihres festen Glaubens auf Nahrung verzichtet haben, waren die Inspiration für Das Wunder. Angesiedelt ist die Handlung wenige Jahre nach der großen irischen Hungersnot, an der damals 12% der Bevölkerung starben. Die harten Lebensumstände und den wohl auch daraus resultierenden festen Gottesglauben bekommt man von Anfang an zu spüren. Alles wirkt, als würde ein grauer, leicht schmutziger Schleier über allem liegen, der Landschaft, den Häusern, den Menschen und das Buch hat eine merkwürdig triste, schwere Atmosphäre verströmt. In dieser von Aberglaube und Armut geprägten Umgebung prallen zwei Charaktere aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Die kriegserfahrene, leidgeprüfte Krankenschwester, die nicht an Gott glaubt, und ein kleines Mädchen, dessen naive Unschuld nur noch von ihrem felsenfesten Glauben an Gott und seine Gesetze übertroffen wird. Lib hält den Umstand, dass das Mädchen scheinbar seit Monaten ohne Nahrung überleben kann, von Anfang an für einen Schwindel und geht zunächst mit kalter, sachlicher Art daran, den Trick dahinter aufzudecken. Doch je länger sie erfolglos bleibt, desto mehr wächst ihr das Mädchen ans Herz. Wie auch mir, denn ich habe Anna beim Lesen, trotz ihrer Naivität, sehr liebgewonnen und mit ihr mitgefiebert. Es liest sich fast wie ein Krimi, wie Lib sich auf Spurensuche begibt und versucht, einen Betrug aufzudecken. Und wie bei einem guten Krimi habe ich auch hier mitgerätselt, ob Anna tatsächlich ein göttliches Wunder ist oder sie doch irgendwie an Nahrung kommt. Die Auflösung und auch das Ende der Geschichte an sich erschien mir sehr schlüssig und ich konnte das Buch befriedigt zuklappen. Aber mehr werde ich euch natürlich nicht verraten :-) Mein Fazit: Das Wunder erzählt eine faszinierende, fesselnde und auch lehrreiche Geschichte vom Konflikt zwischen religiösem Fanatismus, Aberglaube und Wissenschaft, von Wahrheit und Wundern und von einer Frau und einem Mädchen, die eine tiefe, ungewöhnliche Freundschaft zueinander entwickeln. Für mich ist es jetzt schon ein Jahreshighlight, welches ich euch sehr ans Herz legen möchte!

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