Leserstimmen zu
Giftflut

Christian v. Ditfurth

Kommissar de Bodt ermittelt (3)

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Eugen de Bodt und seine Kollegen Salinger und Yussuf ermitteln in einem Mordfall. Der technische Leiter eines Wasserwerks der Berliner Wasserbetriebe wird ermordet in der Badewanne aufgefunden. Das Motiv bleibt unklar. Fest steht nur, dass im Wasserwerk zeitgleich eingebrochen und eine Störung verursacht wurde. Was sich zunächst als einfacher Mordfall darstellt wird schon sehr kurze Zeit bedeutend größer: nahezu zeitgleich werden in Berlin, Paris und London wichtige Brücken weggesprengt. Wie es sich für einen terroristischen Akt gehört, kommen dabei auch viele hunderte Menschen ums Leben. Die Verbindung zum Mord ist schnell hergestellt, denn auch in Paris und London wurden leitende Mitarbeiter der Wasserwerke ermordet. Und gleich beginnt de Bodt in seiner eigensinnigen Art zu entwickeln. Und nimmt den Fall sehr persönlich. Die Verbrecher auch. „»Die denken wie ich«, sagte de Bodt. – »Hoffentlich nicht. Dann decken sie die Leute auch mit Zitaten ein. Das nervt, ich kann da ein Lied singen.« Salinger hob die Hände, als müsste sie einen Trupp Hunnen abwehren. – »Was heißt... die wissen, dass wir kapieren wollen, wie die ticken. Und die wollen kapieren, wie wir ticken, wenn wir versuchen, so zu ticken wie die. Klingt nach Hirnonanie.«“ (S. 375) In diesem dritten Band um Eugen de Bodt und sein Team kommt auch der blonde Türke Ali Yussuf immer häufiger zu Wort. Und bietet dabei allerlei Unterhaltungswert. Überhaupt sind Wortwahl, Satzbau und Zitate im Munde der Protagonisten wieder sehr gelungen. Im Vergleich zu den vorangegangenen Fällen „Heldenfabrik“ und „Zwei Sekunden“ erscheint mir die von Christian v. Ditfurth gewählte Sprache noch ein wenig intensiver. Die Sätze kürzer, die Sprüche knackiger. Und genau das machte mir besonders Spaß. Anstrengender dagegen fand ich die Story an sich. Da wurde dieses Mal doch extrem viel in die Luft gejagt und gemordet. Klar, Thriller steht auf dem Buchcover. Aber mir war es doch etwas zu unrealistisch. Auch die Entwicklung der Figur Jan war mir viel zu abstrus: ein einfacher Computer-Nerd, der im Laufe der Erzählung eine ganz andere Seite an sich entdeckt. Und übernatürliche Kräfte entwickelt. Schade, da wäre weniger mehr gewesen. Trotzdem, linguistisch und auch philosophisch war es wieder ein Genuss. Denn die gewählten Zitate bekannter und unbekannter Philosophen, die Eugen de Bodt immer wieder zum Besten gibt, passen meist wie die Faust aufs Auge.

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Müsste ich diesen Thriller mit nur drei Worten beschreiben, wäre das spannend, rasant und brandaktuell. Der Fall wie hier beschrieben könnte heute durchaus genau so stattgefunden haben. Die Rasanz entsteht meines Erachtens nach durch die knackig kurzen Kapitel, die anfangs durch die häufigen Wechsel der Schauplätze etwas verwirrten, dann jedoch mich in ihren Bann gezogen haben. Die Figuren sehr schön beschrieben und wirken durchweg sehr real. Nach nur wenigen Kapiteln hat der Autor den Leser gefangen genommen. Gefangen in der Story, die nicht nur reine Unterhaltung ist, sondern auch zum Nachdenken anregt. Man lässt sich durch die Story treiben und gut unterhalten, doch hat man zu jeder Zeit den Gedanken im Hinterkopf „könnte dies wirklich so passieren?“ oder hat man es tatsächlich mit einer reinen Fiktion zu tun, die so niemals möglich wäre. Zu echt wirkt die Story, die Figuren und besonders auch die Dialoge, die man sich tatsächlich so in einer Einsatzbesprechung der Polizei vorstellen könnte. Gut gefallen konnte der Schreibstil, der nicht alles zu Detailliert beschreibt so, dass dem Leser genügend Platz für das eigne Kopfkino bleibt. Insbesondere die Beschreibungen der Attentate und deren Auswirkungen lassen da viel Raum für die eigne Fantasie, sodass der Leser es sich so grausam denken kann wie er/sie es will. Für mich war dies einer der stärksten Thriller zu dieser Thematik den ich seit langem gelesen habe. Insgesamt sind das hochverdiente 5 von 5 Sternen und natürlich auch eine Leseempfehlung!

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Auch wenn ich es nicht unbedingt mit den Thematiken Politik und Wirtschaft habe, begeistern mich die Bücher von Christian v. Difurth jedes Mal aufs Neue. Dies liegt vor allem daran, das im Buch diese Themen sehr anschaulich verarbeitet werden und man einen interessanten Einblick hinter die Kulissen des Staates erhält. Dabei nimmt der Autor auch keine Rücksicht auf Sehenswürdigkeiten oder Errungenschaften die einen jahrelangen Aufbau benötigten und schafft es damit seine Welt sehr realistisch wirken zu lassen. Aber von vorne, denn auch wenn das Buch zu einer Reihe gehört, dürfte man als Leser kaum ein Problem damit haben, bei diesem zu beginnen. Ganz im Gegenteil. Egal ob Haupt- oder Nebenperson, kleinere Beschreibungen finden stets statt und ließen zumindest mich, stets wissen, welche Position jeder Einzelne bestritt. Anspielungen auf die vorherigen Fälle finden nur selten statt und lenken so den Fokus auf den aktuellen Fall. Dieser hatte es diesmal wirklich in sich, denn die Ereignisse schockierten mich regelrecht und hinterließen nur eine Frage: Ist dies wirklich möglich? Wie bereits in der Kurzbeschreibung erzählt wird, erfolgen im Buch Anschläge. Viele Anschläge um genau zu sein und diese fordern nicht nur Menschenleben, sondern legen alles lahm, denn die Menschen sind in Panik. Diese Angst nutzen ein paar gerissene Personen aus, um den möglichst großen Profit zu erreichen. Genau dies schockierte mich, denn kann man wirklich gewinnen, wenn alles brach liegt? Anscheinend schon und der Weg bis dahin ist spannend und zeigt, wie wenig geschützt wir eigentlich wirklich sind. Zu Eugen de Bodt und seinen Kollegen Silvia Salinger und Ali Yussuf, kann man eigentlich nur das sagen, dass sie ein ausgezeichnetes Team sind. Dabei spielt de Bodt die größte Rolle, denn er hat sich seinen Beruf nur als Reizung für seinen Vater ausgesucht und bezeugt dies auch immer. Trotz des Hasses auf seinen Job, macht er diesen ausgezeichnet, was besonders daran liegt, das er sich über Grenzen hinwegsetzt. Und genau das ist es, was diese Reihe für mich so interessant macht. Denn würde der Herr Kommissar sich an die Regeln und Gesetzte halten, würde er wohl keinen Fall lösen können. Dabei zeigt sich besonders, wie anstrengend unser Rechtsstaat ist, da jeder noch so kleine Schritt beantragt und genehmigt werden muss. Natürlich hält er so nicht nur seine Bürger, sondern auch seine Schützer in Grenzen, aber wann hat sich je ein Krimineller an die Regeln gehalten? Ein besonderes Highlight des Buches, war übrigens eine Nebengeschichte, die von einem jungen Mann handelte, der seine Freundin rächen wollte. Die Einbindung dieses Nebenzweiges in die Hauptgeschichte gab dem ganzen noch mehr Pfiff, da er unwissentlich dazu beitrug de Bodt´s Fall weiter zu bringen. Dabei war die Geschichte selbst sehr traurig und weckte mein Mitleid, trotz der Gräueltaten, die dieser schließlich beging. Kommen wir nun mit zum Wichtigsten im Buch, der Schreibweise, denn diese steigerte sich seit dem ersten Band enorm. War sie anfangs noch gezeichnet von kurzen Sätzen, die nur ein holpriges Lesen ermöglichten, arbeitete sie sich zu einem geschmeidigen Umgangston aus, der für ausreichend Neugier, Spannung und Unterhaltung sorgte. Kurz um, ich verschlang das Buch in einem Haps denn selten konnte mich ein Wirtschaftsthriller so begeistern. Mein Fazit Wenn diese Reihe für eines steht, dann für Realismus. Die Menschen, die Städte und die Taten selbst, fühlen sich unglaublich echt an. Doch was die Geschichte ausmachte, waren, neben de Bodt, die Täter selbst, welche wirklich alle Stränge nutzten, um ihren Plan durchzuziehen. Wer also glaubt eine Lösung zu haben, wird meist schon ein paar Seiten weiter enttäuscht das Handtuch werfen müssen. Dazu schafft es das Buch, politische Themen lesefreundlich zu erklären, so das man mit einigen Ohh und Ahh-Momenten rechnen darf.

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In Berlin, London und in Paris steht das Wasser still. Irgendjemand hat den Hahn zugedreht. Während kurz danach das Wasser wieder läuft, stoßen de Bodt und sein Team auf einen seltsamen Mord. Ein Ehepärchen liegt scheinbar ertrunken in der eigenen Badewanne. Da es sich bei dem Toten um den Chef des Wasserwerkes handelt, glaubt de Bodt nicht an einen Zufall. Kurz darauf werden in den drei Zentren Brücken gesprengt und die Anschlagsserie scheint noch nicht vorbei. Die Soko steckt fest und de Bodt ermittelt gewohnt abseits der Norm. Mit Yussuf und Salinger im Team werden Grenzen überschritten. Als alte Bekannte aus Moskau und ein neuer Freund aus Paris ebenfalls das Ausmaß begreifen, scheint es für die Weltmärkte und die EU schon kurz vor dem Aus zu stehen. Der unkonventionelle Strippenzieher de Bodt löst einen Faden nach dem nächsten aus dem schier nicht enden wollenden Knäul des Terrors. Bepackt mit Kant und Nietzsche packt er das Problem an der Wurzel und sein Gegner ahnt, dass ihm ein Ebenbürtiger gegenübersteht. Mit de Bodt rasen wir quer durch Europa und durch die Machtverstrickungen Berlins in der Hoffnung, dass dies alles nur Fiktion bleiben mag. Atemlos jagen wir den vermeintlichen Tätern hinterher, beneiden den Mut der Aufbegehrenden und sind sprachlos über die Macht des Geldes. Mit Giftflut hat Christian v. Ditfurth einen weiteren beeindruckenden Thriller geschaffen. Das Geld die Welt regiert, war einem als Leser ja vorher schon klar, aber nach dieser Story überlegt man sich sicherlich eine andere Alternative der Geldanlage. Ausgezeichnet!

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Auch in Frankreich wird ein Ehepaar Tod aufgefunden, welche auf der gleichen Art ermordet wurden und auch dieser Mann war Chef des Wasserwerks. Kurz darauf wird die Oberbaumbrücke, sowie auch die Seinebrücke und London Bridge gesprengt. Wer sind die Drahtzieher und Hintermänner? Und warum passiert das alles? Fakt ist aber, dass es alles mit Wasser zu tun hat. Das ist aber auch die einzige Spur, die man hat. Alle Ermittlungen laufen auf Hochtouren, doch dann passiert es wieder, es sind wieder Explosionen. Dieses Mal sind es Fähren, die in die Luft gejagt wurden. Es gibt keine brauchbaren Spuren und Anhaltspunkte. So zieht De Bodt aus allem die Botschaft, die von dem Attentäter mit den Explosionen gesendet werden. …bis er der Wahrheit langsam auf die Spur kommt.

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Autor: Christian v. Ditfurth Verlag: carl’s books Genre: Politthriller Preis: 15€ Seitenanzahl: 479 Seiten Inhalt: Irgendjemand führt Krieg. Krieg gegen Europa. Anschlag folgt auf Anschlag. Wie soll man sich verteidigen gegen einen Feind, den niemand kennt? Europas Politik verfällt in Panik, die Wirtschaft stürzt ab. Mitten im Chaos pfeift der Berliner Hauptkommissar Eugen de Bodt auf die Ermittlungen der Polizei und verlässt sich nur noch auf seinen Verstand. – Ein Sprengstoffanschlag auf die Oberbaumbrücke erschüttert Berlin. Es gibt Tote und Verletzte. Auch in Paris und London explodieren Brücken. Es folgt Anschlag auf Anschlag. Die Polizei tappt im Dunkeln, die Täter hinterlassen keine Spur und keine Botschaft. Klar ist nur: Jemand führt Krieg gegen Europa. Die Politik verfällt in Panik, die Bevölkerung lebt in Angst, es kommt zu Übergriffen auf Minderheiten und Flüchtlinge. Rechtsparteien werden stärker. Aktienmärkte und Wirtschaft stürzen ab. Mit hoher Schlagzahl jagt Christian v. Ditfurth seinen Berliner Hauptkommissar Eugen de Bodt durch ein Land am Abgrund. De Bodt wirft alle Regeln über den Haufen, ermittelt hart am Rand der Legalität und darüber hinaus. Mit seinen Kollegen Silvia Salinger und Ali Yussuf verfolgt er Spuren im In- und Ausland. Aber immer wieder enden Ermittlungen in Sackgassen. Und in den eigenen Reihen muss de Bodt gegen Inkompetenz und Ignoranz ankämpfen. Als de Bodt schließlich das Motiv hinter den Anschlägen erkennt, setzt er alles auf eine Karte. Seine letzte Chance, die Drahtzieher zu stoppen. Meine Meinung: Obwohl ich mich über Wochen durch dieses Buch gequält habe, muss ich doch zugeben, dass es ziemlich gut ist. Mein größtes Problem war, dass die Handlung oft langwierig war und träge, sodass das Lesen nach einer Weile zur reinsten Folter wurde. Dann ist da noch der Schreibstil, der Christian v. Ditfurth zu eigen ist. Kurze, klinische Sätze mit einer Emotionslosigkeit, die mich einfach nicht packen konnte. Ich denke, all das liegt im Auge des Betrachters aber ich habe eben längere Sätze lieber, als diese abgehackten Halbsätze. Was ich dem Politthriller allerdings zugute halten muss, ist die Geschichte, die ihm zugrunde liegt. Ich bin eigentlich kein so großer Fan von Politik aber da die Story sehr realistisch ist, hat sie doch mein Interesse geweckt. In drei europäischen Ländern werden Anschläge verübt (was mittlerweile tatsächlich keine Seltenheit ist) und die verzweifelte Lage und Unfähigkeit der Regierung wird sehr überzeugend dargestellt. Klar ist es ein bisschen überzogen, dass de Bodt immer als Einziger alles durchschaut aber das ist es eben, was die Thriller allesamt ausmacht – ein Ermittler, gestärkt von einem treuen Team aus zwei Personen, der trotz großer Schwierigkeiten letztendlich unfreiwillig als Held aus der Sache herausgeht und die Nation rettet. Trotz der fragwürdige Methoden, derer er sich stets bedient und die meistens eben nicht legal sind. Das macht wohl seinen ganz persönlichen Charme aus. Nichtsdestotrotz mag ich de Bodt, Salinger und Yussuf wirklich gerne. Auch wenn sie sich manchmal ein bisschen zu sehr aufspielen – klar, aus gutem Grund aber na ja… Sie sind ein eingespieltes Team, zwischen dem es keiner Worte bedarf – de Bodt ist natürlich der Anführer aber er schätzt seine Kollegen und vertraut ihnen voll und ganz. Frustrierend ist seine Beziehung zu Salinger. Seit Buch eins ist es kein Geheimnis, das die beiden sich zueinander hingezogen fühlen aber da sie ein Verhältnis für unmöglich halten, bleiben sie auf Distanz, was beiden zusetzt und als Leser hat man dann Momente, in denen man das Buch gerne gegen eine Wand werfen möchte… Aber ich will ja nicht klagen, aber ein bisschen Drama ist gut, vor allem, wenn es sich um einen so trockenen Thriller handelt. Jetzt habe ich vermutlich schon alles Positive niedergeschrieben, das mir zu Giftflut einfällt und kann auf meine Kritikpunkte zurückkommen. Ein abgechakter Schreibstil, der mir persönlich nicht zuspricht, und eine wirklich gute Geschichte, die um einiges besser hätte umgesetzt werden können. Fazit: Ein sehr interessanter Politthriller, der die Probleme der heutigen Zeit beleuchtet, jedoch leider sehr trocken und langwierig ist. Ich vergebe zwei von fünf Sternen.

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Schnell

Von: Sabine Hartmann

26.12.2017

Ein Ehepaar wurde in seiner Badewanne ertränkt, so weit so kurios und zuerst einmal unverständlich, doch dann ergeben sich bald Parallelen zu Todesfällen im übrigen Europa und alle haben etwas mit Wasser zu tun. Kommissar de Bodt aus Berlin ist eine skurrile Figur mit vielen Facetten, die sich nicht unbedingt an die Regeln und Vorschriften hält, gleichzeitig ist er ein Getriebener, der nicht allzu viele Gewissheiten mit sich herumträgt. Die Story nimmt sofort Fahrt auf und verlangsamt sich nicht wieder, die Ermittlungen, die Todesfälle, man kommt beim Lesen kaum hinterher, eine wilde Jagd. Gleichzeitig kommen Humor und Lebensweisheit nicht zu kurz, alles bleibt irgendwie menschlich, nachvollziehbar und ist gleichzeitig unglaublich spannend, vermutlich auch, weil das Thema – Terroranschläge - eben topaktuell ist.

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Mit wahnwitzigem Tempo jagt Autor Christian von Ditfurth (64) nicht nur seine Protagonisten diesmal durch die Welt, sondern auch uns Leser von Szene zu Szene seines im September 2017 bei carl's book veröffentlichten, wieder äußerst spannenden Politthrillers "Giftflut". Es ist nach "Heldenfabrik" (2014) und "Zwei Sekunden" (2016) der dritte Band um Hauptkommissar Eugen de Bodt und seine Mitarbeiter, die Komissarin Silvia Salinger sowie Assistent und Computerfreak Ali Yussuf, den "blonden Türken" mit der Zappelkrankheit ADHS. Gewaltige Anschläge auf Brücken und sogar den Eurotunnel mit hunderten von Opfern in Berlin, Paris und London stellen die Sicherheitsorgane aller drei Länder vor Rätsel und lassen - wie in jedem Band dieser Reihe - deren beamtete Spitzen recht dumm dastehen. Natürlich deutet alles auf international agierende Terroristen, doch fehlt den Nachrichtendiensten jeglicher Hinweis. Nur dem hyperintellektuellen Eugen de Bodt, dem Schützling der deutschen Kanzlerin, gelingt es mal wieder - gegen alle Widerstände aus den eigenen Reihen -, diesen scheinbar unlösbaren Fall zu lösen. Ditfurths Maschinengewehr-Schreibstil ist ungewöhnlich: Kurze abgehackte Sätze. Subjekt, Prädikat, Objekt. Oft nicht einmal das. Fragmente. Nur ein Wort. Ein Adjektiv. So bleibt dem Leser Raum für die eigene Phantasie. Kurze Sätze, kurze Kapitel. Ein wahrer "Pageturner", man mag nicht aufhören zu lesen. Die Spannung bleibt immer auf hohem Niveau. Erholung und Zeit zum Atemholen findet der Leser in eingestreuten Szenen mit böswitzigen Dialogen und sarkastischem Humor. Ditfurth verbindet auch in diesem dritten Band wieder tagesaktuelle Themen (Terror, Unsicherheit in der Bevölkerung, aufkommender Rechtsradikalismus, Ausländerhass) mit manchmal märchenhaft erscheinder Fiktion: Eugen de Bodt als allwissender oder -ahnender Supermann, der nicht nur seine Mitarbeiter, sondern auch uns Leser oft mit seinem Wissen und Handeln überrascht. Doch ist dies verzeihlich. "Giftflut" bleibt trotz mancher Übertreibung ein höchstspannender Politthriller mit mancher unerwarteten Wendung bei der Suche nach den Tätern.

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